STRALSUND: N 54°18'51.14s

E 013°05'09.27s

 

"STRALSUND-STAVANGER"

16. Juni 2007 - 09. Juli 2007

 

STAVANGER:   N 58°58'09.99s

E 005°43'07.38s

(Sonntag 10. Juni 2007 - X-06)

 

Hallo meine lieben Segelfreunde,


das Werk ist nun vollendet, die Poseidon startklar. In einem gemeinsamen Endspurt haben Frank, Peter, Dirk und ich noch die letzten Arbeiten an der Poseidon erledigt, Frau Schmidt macht noch bis Samstag die neue Sprayhood und die Kuchenbude fertig.

 

Hiermit möchte ich allen Danken, die an der Verwirklichung meines Traumes, mit der Poseidon nach Norwegen zu segeln, mitgewirkt haben.

 

Mein besonderer Dank gilt:

  • Thommy, für die vielen schlaflosen Nächte, die er sich wegen einer "schönen" Bugrolle um die Ohren geschlagen hat, auch wenn wir jetzt gemeinsam zu dem Entschluss gekommen sind, den Anker der Poseidon erst mal ohne Ankerwinsch an Bord zu hieven. Wir haben ja schließlich kräftige Männer an Bord!

  • Frank, der sich darum gekümmert hat, dass wir es auch in kalten Nächten immer schön warm in der Poseidon haben und der Motor uns in den langen Fjorden ohne Wind nicht im Stich lässt.

  • Peter, der fast an den alten Püttings (Rüsteisen) verzweifelt wäre. Er hat leider erfahren müssen, dass Holz und Stahl in 70 Jahren engster Zusammenarbeit eine durchaus sehr stabile Verbindung eingehen können.

  • Enriko, der mir auch die dümmsten Fragen nicht übel genommen hat und mir immer mit Rat und Tat zur Seite stand.

  • Alex, der es mir mit einer großzügigen finanziellen Spende ermöglicht hat, doch noch das eine oder andere sinnvolle Teil in die Poseidon einzubauen, welches aus finanziellen Gründen eigentlich schon gestrichen war. Außerdem hat er keinen Aufwand gescheut, um noch "geschwind" den Segelschein zu machen. Gratulation zur bestandenen Prüfung letzte Woche!!

  • Und natürlich last, but not least: Dirk, ohne dessen hilfreiche und
    schweißtreibende Mithilfe die Verwirklichung des gesamten Projektes auf sehr wackeligen Füßen gestanden hätte. Wir haben die letzten 3 Tage wirklich von morgens bis spät in de Nacht geschuftet und waren dann schließlich sogar einen Tag früher fertig, als kalkuliert.

 

Insgesamt wurden folgende Arbeiten an der Poseidon erledigt:

  • Standheizung eingebaut

  • die alten verrosteten Puttings (an denen werden die Wanten an Deck befestigt) ausgebaut und neue aus Edelstahl gefertigt und eingebaut

  • Endlose Diskussionen geführt, über die Möglichkeit, eine Ankerwinsch und Bugrolle in die Poseidon zu integrieren

  • Kielnaht ausgebessert, die sich durch das geheizte!!! Winterlager am Chiemsee gelockert hat.

  • Ölwechsel, technische Kontrolle an Motor (Impeller, Keilriemen), Getriebeölwechsel

  • Summer für Kühlwasser-, und Lichtmaschinenkontrolle erneuert.

  • Abdeckung auf Kontrollinstrumente Motor gebaut

  • Probelauf für Außenbordmotor

  • mechanische Bilgenpumpe in Gang gesetzt, elektrische Bilgenpumpe gereinigt

  • alle Borddurchgänge, Schlauchverbindungen und Seeventile kontrolliert
    Wellendichtung gefettet und "gequetscht"

  • Flaggenstock erneuert

  • Rettungsinsel selbst gewartet (Hersteller-Firma hat sich geweigert, da zu alt) und repariert

  • Rettungswesten "offiziell" gewartet

  • automatisches Raymarine-MOB-System installiert

  • Neues Garmin GPS 276 installiert

  • Raymarine Funk-Informations- und Fernsteuerungssystem installiert (Wenn einer die Poseidon klauen will, kann ich Ihn nun vom Ufer aus wieder in den Hafen zurücksteuern...:-)))

  • die gesamte Bordelektrik überholt und teilweise neu verlegt, SEATALK-Bus-System und NMEA-Geräte über einen Controller "vereinigt"

  • Backskistenverschluss Heck erneuert, Deckel nivelliert und abgedichtet

  • Speigatts ausgebessert (hat nur im Extremfall was mit der Seekrankheit zu tun, nämlich dann, wenn sich das Ausgeworfene durch dieselben ins Meer ergießt)

  • Cockpit-Bett installiert (wir haben dann, wenn die Kuchenbude fertig ist, endlich 6-7!!! Schlafplatze auf der Poseidon!!!!

  • Motorabdeckung repariert

  • auf dem gesamten Stab-Deck die Fugen ausgebessert (Cordula kann jetzt hoffentlich wieder ruhig und TROCKEN schlafen)

  • Reffbänsel Großsegel teilweise erneuert

  • Beschläge für Sturmfock angepaßt und montiert

  • Dirk erneuert (ich meine hier natürlich nicht meinen gleichnamigen Freund :-)))

  • Spinaker/Genua-Blöcke am Masttop erneuert, neues Genuafall

  • Lazychecks überholt

  • Stangen für Kuchenbude angepasst

  • Neue LED-Positionslampen installiert

  • Tauchflasche als "Notfallsystem" integriert (so kann ich nach dem Auflaufen wenigstens meinen Schaden begutachten)

  • Antifouling erneuert.

  • endlich die Niedergangstürchen renoviert (Sch...Lamellen!!)

  • Klar Schiff gemacht (bei der Gelegenheit fand ich einige seit Jahren

  • "verschollen" gegangene Gegenstände.

  • ...und immer wieder Schleifen, Lackieren, Schleifen, Lackieren...

  • ---und viel, viel Kleinkram...

 

Folgende Arbeiten müssen noch bis zur Abreise erledigt werden (das schaffe ich am Samstag (16. Juni 2007), wenn die anderen zum Einkaufen gehen):

  • Sprayhood und Kuchenbude montieren (wird im Laufe der Woche von Frau Schmidt (Segelmacherin) erledigt, ist am Samstag morgen fertig!!!)

  • Feuerlöscher und Feuerlöschdecke montieren

  • Ladegerät für Handsprechfunk montieren

  • Standheizungsausgang mit Steinwolle abdecken

  • Verschluss an Cockpit-Backskiste montieren

 

Nicht erledigt werden konnten folgende Arbeiten:

  • Wir haben noch keine sinnvolle und vor allem "schöne" Lösung für die Ankerwinsch/Bugrolle gefunden

  • der leidige Wasserhahn muss immer noch am Schaltpanel ein und ausgeschaltet werden, der Ausbau des alten Wasserhahns war zu aufwändig, obwohl der neue schon an Bord ist. (Vielleicht an einem Regentag in Norwegen...)

 

Die ursprüngliche Idee, eine "Bergesegel" zu installieren habe ich

verworfen, da die alte Sturmfock ziemlich exakt dieselben Abmessungen wie ein Bergesegel hat und dafür wunderbar verwendet werden kann.

 

Danke all meinen Freunden, die erkannt haben, wie wichtig mir diese Reise ist und mich dementsprechend unterstützt haben!!!

 

Ich freue mich nun sehr, dass die Reise immer näher rückt und langsam  zur Realität wird.

 

Und noch ein besonderer Dank an Franz, der die ganze Reise im Internet auf meiner Homepage "begleiten" wird. Er wird Euch auf der Homepage der Poseidon immer auf dem Laufenden halten.

 

 

Liebe Grüße

Thomas
 

 

(Mittwoch 13. Juni 2007 - X-03)

 

Sicherheitsinformation für die Crew!

 

Zur Orientierung für Crewmitglieder und  zum Vorstudium, wurden die Sicherheitsinformationen Vorab als Dokument per EMail versendet.

 

Die Sicherheitseinweisung an Bord, bleibt davon natürlich unberührt und wird vor Ort mit Augenschein aller Örtlichkeiten und Besonderheiten durchgeführt.

 

Mit ein Beitrag, der die Vorfreude, aber auch nicht zu vergessen eine gewisse Ernsthaftigkeit der Unternehmung, verdichtet.

 

 

(Samstag 16. Juni 2007 - X-00)

 

Bunkern und letzte Arbeiten am Schiff, erste Sicherheitseinweisungen

 

Am Mittwoch Nachmittag rief mich die Segelmacherin an: „Die neue Kuchenbude und die Sprayhood sind fertig und alles bereits montiert“. Das waren schöne Nachrichten für mich, da nun wirklich alles wichtige an der Poseidon erledigt war. Sie bat mich jedoch, schon am Samstag bis spätestens 14:00 in Stralsund zu sein und mir die ganze Sache anzusehen, denn dann könnte ich alles begutachten und im Zweifelsfall könne sie das eine oder andere noch nacharbeiten.

 

Also schnell alles umorganisiert: Alex anrufen, ob wir schon im Laufe des Freitags losfahren könnten, so dass wir spätestens am Samstag Vormittag in Stralsund sein könnten. Bei Alex kein Problem. Also der nächste: Michael „Im Prinzip ja, bin jedoch am Freitag in München auf der Messe und kann frühestens um 15:00 da sein. Wir können uns ja auf dem Firmenparkplatz in der Filiale in Memmingen treffen.“ Freitag Nachmittag würde also OK sein. Ich meine Frau angerufen: „Böbsi, es geht schon Freitag Nachmittag los“. „Geht nicht, ich komme erst am Samstag Morgen aus der Nachtwache.“ „Dann musst Du eben mit einer Kollegin tauschen, oder mit dem Zug nachkommen.“

 

Innerhalb einer Stunde hatte Sie eine liebe Kollegin gefunden, die mit Ihr den Dienst wechselte und so trafen wir uns am Freitag pünktlich um 15:00 in Memmingen. Auf der Fahrt nach Stralsund konnte man bereits erkennen, dass der „Wachwechsel“ prima funktionierte: Wir wechselten uns zyklisch beim Fahren ab und konnten so bereits um 3:00 morgens (Samstag 16. Juni) die Poseidon mit Ihrer neuen „Mütze“ betrachten: Auf den ersten Blick wirkte die neue Sprayhood unheimlich riesig, aber das helle, cremefarbige Tuch wirkte sehr elegant. Sie war unheimlich gut verarbeitet und ich war wirklich sehr, sehr positiv über die Qualität der Arbeiten überrascht. Im Inneren bot sich nun Platz in voller Stehhöhe, die Idee mit den Zeltstangen hat sich also wirklich bewährt. Auch die neue Sprayhood sah ganz prima aus. Ich bedankte mich recht herzlich bei der Segelmacherin Frau Schmid und sie wünschte mir eine gute Reise.

Als nächstes fuhren wir in den Baumarkt um noch ein paar Kleinigkeiten zu besorgen, die mir in den letzten Tagen noch eingefallen waren, anschließend stürmten wir den Aldi in Stralsund: Haben Sie schon mal für 260 EURO bei Aldi eingekauft? Da brauchen Sie fast eine Spedition, um das Zeug wieder aus den Einkaufswägen zum Schiff zu bekommen. Der Berg vor der Poseidon war so groß, das man fast das Schiff dahinter nicht mehr sah. Aber es waren ja schließlich „professionelle Logistiker“ an Bord und so nach und nach verschwand alles in den Tiefen der Poseidon, während Sie mehr und mehr im Hafenbecken eintauchte. Am Ende war Sie so tief gesunken, dass der Wasserspiegel in den Borddurchlässen des Cockpits bist knapp unter die Bodenbretter stand, also gute 15 cm höher, als sonst. Und das bei einem 10m-Schiff!!

 

Beim Anschlagen der Segel und dem Verstauen des Ankerkettenvorläufers machte ich gleich „vor Ort“ die ersten Sicherheitseinweisungen an Segeln und besprachen die verschiedenen Ankermanöver.

 

Den Abend ließen wir traditionell noch im „Alten Fritz“ ausklingen. Für den Sonntag hatten wir uns am Vormittag weitere Sicherheitseinweisungen, die Fahrt vom Innenhafen durch die 2 Brücken in den Außenhafen und am Nachmittag dann Manöverfahrten im Bodden vorgenommen.

 

 

(Sonntag 17. Juni 2007 - X+01)

 

Sicherheitseinweisung und Manöverfahrt im BODDEN

 

An diesem Morgen war ich schon ganz aufgeregt: Sollte es denn nun wirklich losgehen? Zum Frühstück fanden wir uns in der „Tiffanny’s Frühstücksbar“ ein, denn wir wollten doch nicht jetzt schon an unsere mühsam verstauten Vorräte, oder?

 

Ab 9:00 setzten wir uns dann ins Cockpit und ich versuchte, die nächsten 2,5 Stunden Ihnen nach einer selbst erstellten Vorlage, die meine Gäste bereits im Vorfeld „zum unters Kopfkissen legen“ bekommen haben, alles wichtige auf und von der Poseidon zu erklären.

 

Um 11:30 kam dann Tommy und seine Frau, um und sehr herzlich mit ein paar eingelegten Heringen von Rasmus, dem Erfinder des „Bismark-Hering“ und einer Flasche Rum zu verabschieden. Ich hatte fast Tränen in den Augen bei der Verabschiedung, waren mir die beiden doch in den letzten Jahren so ans Herz gewachsen, dass es mit richtig wehmütig zumute war.

 

Für mich ist die Durchfahrt durch die Brücken aus dem Flotthafen heraus immer wie ein Öffnen des Bühnenvorhangs im Konzert: Man betritt das Parkett, und wenn sich hinter einem die Türen schließen, ist man ganz auf sich alleine gestellt.

 

Das erste Mal nach nunmehr fast 3 Jahren, dass die Poseidon wieder den Bodden durchkreuzt. Sie hat zwar schwer geladen, macht aber nicht im geringsten einen trägen Eindruck, ganz im Gegenteil: Sie ist gebaut für das Meer. Und mein kurzer Abstecher an den Chiemsee war zwar ein Versuch, wegen der Nähe mehr segeln zu können, aber jetzt weiß ich endlich, was ich die letzten Jahre vermisst habe. Man kann das Meer einfach nicht mit einem Binnengewässer vergleichen, auch wenn es landschaftlich zu den schönsten in ganz Deutschland zählt.

 

Wir legten uns im Bodden an eine ruhige Stelle und führten zunächst die Sicherheitseinweisungen fort. Um 14:30 wurden dann unter Motor „Mann-über-Bord“- Manöver von jede einzelnen solange gefahren, bis er sie beherrschte. Besonders belustigend war danach der Versuch, allen das „Rückwärtsfahren durch ein Fendertor“ beizubringen. So lernten Sie sehr effektiv die Eigenheiten der Poseidon am praktischen Beispiel kennen.

 

Um 17:00 zog dann ein Gewitter auf und wir hatten gerade an der Nordmole festgemacht und die Kuchenbude aufgesetzt, als ein Platzregen mit Hagelschauer über uns hereinbrach. Wir gingen noch in der Hafenstraße zum Essen und dann gleich frühzeitig in die Kojen, da wir am nächsten Morgen bereits um 5:00 aufstehen und ablegen wollten.

 

(Montag 18. Juni 2007 - Dienstag 19. Juni 2007 - X+03)

 

POSEIDON ist kurz vor MALMÖ!

 

... Der Skipper hat mit dem Satellit gekämpft und gewonnnen!

 

Die ersten Nachrichten erreichen mich in Griechenland Heute, Dienstag 19. Juni "07, am Nachmittag 15:17 Uhr.

 

Drei Berichte sind dabei, die uns rückwirkend über die vergangenen Tage informieren. Also die vorhergehenden Tage noch mal zurück blättern, zurücklehnen und lesen!

 

Hier die Geschichte vom ersten echten Auslaufen am Montag bis in den Dienstag 19.06.2007 hinein
 

"Gaufall" gleich am ersten Tag

 

Pünktlich um 5:00 standen wir auf und konnten bereits um 5:45 ablegen. Gefrühstückt wurde auf See. Der Wind war Ideal für unser Vorhaben, denn nur ein kurzes Stück im Fahrwasser mussten wir den Motor einsetzen. Außer an engen kritischen Stellen ließ ich abwechselnd alle das Steuern unter Segel üben, so dass sie ein bisschen ein Gefühl für die Poseidon bekamen. Wir kamen auch flott vorwärts, denn es wehten ständig westliche Winde, die Ideal für unseren Nordkurs waren.

 

Als dann das erste Mal KAP ARKONA auf HIDDENSEE hinter uns im Dunst verschwand, wusste ich wirklich, was ich die letzten Jahre am Chiemsee vermisst hatte: Die Weite des Meeres. Ich hatte schon vor Jahren auf der ersten Reise mit der Poseidon nach Bornholm dieses eigenartige Glücksgefühl im Magen, als die letzten Landmarken verschwanden.

 

"diese Weite und Ruhe gibt es nur auf dem Meer"

 

Gegen Nachmittag schlief dann der Wind ziemlich ein, wir hatten nur noch 2 kn Fahrt. In Anbetracht der langen Stecke ließ ich den Motor anwerfen und wir tuckerten mit 6,5kn durch die Ostsee, Kurs MALMÖ. Solch lange Strecken unter Motor lass ich immer unseren „Herrn Mümmelmann“ (Autopiloten) fahren, der seine Sache ganz zuverlässig erledigt und uns Zeit lässt zu quatschen oder abwechselnd zu schlafen.

 

Screenshot auf den Raum Falterbö/Malmö - Klick vergrößert extern! Wir waren schon kurz vor FALSTERBÖ/SKANÖR, als der Motor plötzlich dumpf klang, kurz stotterte und schließlich ausging. Ein sofortiger Blick auf die Kontrollanzeige zeigte mir: Keine Überhitzung (80°), volle Spannung, aber die Öl-Kontrollleuchte brannte. SCH.... Also: kein Öl. Aber warum? Ich hatte doch am Morgen noch den Ölstand kontrolliert. Ein Anflug von Panik stieg in mir auf: Motorschaden gleich am ersten Tag... Urlaub Ade... Norwegen Ade...

 

OK... Nun galt es erst mal mich innerlich zu beruhigen, um keine Panik aufkommen zu lassen. Denn die ersten Fragen kamen schon: „Und jetzt?“ „Wie kommen wir jetzt weiter?“.

 

Es galt erst mal Ruhe zu bewahren. Mein erster Blick galt der Seekarte: Gab es Untiefen oder sonstige Gefahrenstellen, auf die wir getrieben werden könnten? Legerwall kam nicht in Frage, da wir bei nördlichen Winden erst mal „Platz bis Rügen“ haben, und das bedeutet eine Woche „Luft“. Einzige Gefahrenstelle könnte das Verkehrtrennungsgebiet im Süden werden, aber bis dahin hatten wir noch genügend Zeit. Außerdem sind wir ja schließlich ein Segelschiff...

 

Nun galt es zunächst die Ursache des Motorstillstandes zu finden: Nachdem die Öldruck-Kontrollleuchte angegangen war, war meine nahe liegende Vermutung: Kein Öl mehr im Motor, also Kolbenfresser oder ähnliches. Ich ging in den Niedergang, Michael hatte in der Steuermannskoje geschlafen, da er eine Nachtwache übernehmen wollte. Er wachte natürlich gleich auf, als ich die Treppe herunter kam. Ich schilderte Ihm kurz die Situation. Er war sehr gefasst. Es waren eigentlich – zumindest nach außen hin – alle sehr gefasst, obwohl natürlich jeder seinen Urlaub zunächst mal „in der Ostsee treiben“ sah.

 

Also, erst mal Niedergang-Treppe weg, Motorklappe auf und Ölmessstab gezogen: SCH... KEIN ÖL zu sehen, noch mal rein, wieder rausgezogen, KEIN ÖL. PANIK in mir, meine Vermutung ist also richtig. Motorschaden!

 

Hoch zu den Anderen, Lage kurz erklärt, Michael hatte als erster die einleuchtenste und logischste Erklärung: „Wir können ja immerhin noch segeln!“ „Das schon, wir kommen also zum nächsten Hafen, und dann? Wir können nur im äußersten Notfall unter Segeln im Hafen Anlegen. Das ist sehr gefährlich“. Es wurde weitere Möglichkeiten diskutiert: Bis in die Nähe eines Hafens segeln, dann ankern und mit dem Beiboot in den Hafen... oder die Poseidon mit dem Beiboot in den Hafen schleppen, sobald kein Wind geht... oder abschleppen lassen...

 

Na ja, es gab also mehrere Möglichkeiten. Wir waren nicht verloren, obwohl natürlich schon in jedem im Stillen das Gefühl da war: Alles SCH... schlimmster Gau-Fall gleich am ersten Tag... Urlaub ade...

 

Nun galt, die schon vorhandene Ruhe weiter zu bewahren. Da ich Handy-Empfang hatte, rief ich erst mal Frank an, der den Ölwechsel gemacht hatte. Ich schilderte Ihm die Situation und wollte Ihn um Rat fragen, was ich nun tun könnte. Er bat mich, erst mal in der Bilge nachzusehen, ob die voller Öl sei. „Nein, das ist nur klares Wasser drin“. „Hat er irgendwie während des Fahrens gerußt?“. „Nein, lief völlig normal“. „Ja aber irgendwohin muss das Öl doch gekommen sein“. „Weiß ich auch nicht, ich kann’s mir auch nicht erklären. Ich versuch jetzt mal die Sache genauer zu klären und ruf Dich später nochmals an. Notfalls segeln wir die Nacht über zurück nach Rügen. Könnt Ihr uns dann morgen notfalls in den Hafen schleppen?“ „Ja klar machen wir das“. „Also dann bis später...“

 

Ich wollte erst mal Öl nachschütten, um zu sehen, ob mit meinem Reserve-Öl aus der Backskiste dann wenigstens der Ölstand wieder sichtbar wird. Also Reserve-Öl aus der Backskiste kramen. Nachdem die ganze Backskiste ausgeräumt war und kein Öl zutage kam, war mir klar, warum ich die letzen Tag das Gefühl nie losbekommen hatte, irgendwas
wichtiges vergessen zu haben: Ich hatte vergessen, das Reserve-Öl mitzunehmen. Sollte sich das Schicksal wirklich so gegen uns verschworen haben?

 

Während ich oben die ersten Vorbereitungen zum Segelsetzen treffen ließ, kontrollierte Michael nochmals den Ölstand mit einem sauberen Lappen: „Da ist doch Öl drin!!! Schau mal hier her. Man kann es kaum erkennen, weil es neu ist. Hast Du nicht gesagt, dass er noch einen Ölwechsel gemacht hatte?“ Ich sah mir den Ölmessstab im hellen Tageslicht – so wie ich das auch in der Früh gemacht hatte – an, und siehe da, nun war ein ganz klarer Ölfilm zu erkennen, genau in der Mitte zwischen den beiden Markierungen. In diesem Moment hätte ich Michael am Liebsten geküsst!!

 

Entwarnung auf der ganzen Linie!!!! Kein Motorschaden!! Alles andere bekommen wir in den Griff, da war ich mir nun sicher. Mein nächster Tipp: Dieseleinspritzung: Entweder Luft oder Schmutz im System. Kurz die Entlüftungsschraube auf und sofort sprang der Motor wieder an. Schnell bei Frank und bei Tommy angerufen und Ihnen die neue Situation erklärt. „Na, dann können wir ja jetzt wieder ruhig schlafen“. „Aber warum hat dann die Ölstands-Kontrolllampe geleuchtet?“ fragte ich Frank „Ich denke, weil der Motor während des Ausgehens einfach zu wenig Drehzahl hatte und so der Öldruck kurzfristig absank“ Ist eigentlich logisch.

 

Vor lauter Euphorie und weil wir gerade schon den Gaufall gedanklich durchgespielt hatten, und weil wir immer noch nicht ganz dem Motor trauten, haben wir dann trotzdem die Segel gesetzt und sind erst mal bis kurz vor den Hafen gesegelt. Erst kurz vor der Einfahrt bargen wir die Segel. Diese kurze Strecke hätten wir mit Sicherheit auch mit unserem Beiboot bewältigt.

 

Und die Moral von der Geschicht’:

 

Messe niemals den Ölstand im Dunkeln nicht!!!

 

(Mittwoch 20. Juni 2007 - X+04)

 

Das erste Mal den Spinnaker gesetzt

 

Der Hafen BORSTAHUSEN - Klick vergrößert extern!Der Hafen „Borstahusen“ ist nicht zu empfehlen. Es gab keinen  Abfallcontainer, nur sehr schmutzige Toiletten und weit und breit kein Hafenmeisterbüro (Wir haben zu dritt gesucht). Für mich als Konsequenz gibt es in einem solchen Fall auch kein Liegegeld (wohin auch).

 

Alex schlief zunächst noch, während wir unter Motor bereits um 6:15 in Borstahusen ablegten. Wir wollten an diesem Abend noch die Insel Hallands Väderö erreichen, auf der wir vor 2 Jahren schon den Anker geworfen hatten. Schon um 7:45 durchliefen wir die Passage Helsingborg/Helsingör. Kurz nach passieren der Fährstrecke setzte plötzlich wieder der Motor aus. Nun ging mir die Sache aber wirklich auf den Wecker. Man stelle sich vor, dies wäre gerade vor 10 Min geschehen, während einem die Fähren um die Ohren fahren. So konnte dies nicht weitergehen.

 

Ich suchte mir eine ruhige Stelle außerhalb des Fahrwassers und beauftragte meine Mannschaft, ständig Ausguck zu halten, während ich in die Tiefen des Motors abtauchte. Ich wollte nun systematisch die gesamte Kraftstoffleitung vom Tank bis an die Einspritzdüsen Motor verfolgen. Zunächst jedoch entlüftete ich den Motor erneut. Der Motor sprang auch gleich an und lief einwandfrei. Zur Not könnten wir bei einer Gefahrensituation also schnell weg. Nun also systematisch vorgehen. Am Tank war alles dicht und fest montiert. Die Leitung vom Tank zum Dieselfilter systematisch auf Beschädigungen verfolgt... und... siehe da: Eine mobile Kraftstoffklemme befand sich an der Dieselleitung montiert. Hatte da vielleicht jemand beim Einbau der Standheizung „vorübergehend“ die Leitung abgesperrt und dann vergessen, diese später wieder zu lösen? Ein kurzes Telefongespräch mit dem Monteur bestätigte meine Vermutung. Er entschuldigte sich vielmals. Es war ihm furchtbar peinlich. „Nur wer nicht arbeitet, macht keine Fehler“ beruhigte ich ihn. Hauptsache, wir sind dem Fehler nun endlich auf die Spur gekommen. Seit die Klemme entfernt wurde, ist der Motor auch nie mehr stehen geblieben.

 

Vor Freude, nun endlich wieder ein zuverlässiges Schiff zu haben, bereiteten wir alles vor, um den Spinnaker setzen zu können. Wir hatten vor Jahren schon mal den kleinen Spi auf der Poseidon gesetzt und dabei eigentlich eher negative Erfahrungen gemacht, da damals niemand so richtig wusste, wie man diese Dinger richtig bedient. In der Zwischenzeit hatte ich einen ganztägigen Kurs „Spinnaker-Training“ absolviert und hatte auch noch das Glück, einen diesbezüglich wirklich erfahrenen Lehrer zu bekommen. Nur war an der Poseidon nun doch wieder einiges anders, vor allem mussten erst mal die ganzen Fallen und Schoten montiert werden.

 

Hafen SKANÖRS, südlich von MALMÖ - Klick vergrößert extern! Bergsteiger im Takelmast (wer sonst?) - Klick vergrößert extern!Schon in Skanörs hatte Michael morgens das Spifall am  Takelmast eingezogen. Cordula und mir wurde schon ab der dritten Sprosse des Takelmastes schlecht und die Knie versagten Ihren Dienst und so waren wir froh, Michael als alten Bergsteiger dabei zu haben. Überhaupt erweist sich ein Bergsteiger als gute Wahl für einen Segeltörn, lernt man doch selbst als erfahrener Segler - als welchen ich mich inzwischen doch einschätze - noch den ein oder anderen wirklich sinnvollen Knoten dazu, der sich in Seglerkreisen noch nicht durchgesetzt zu haben scheint. Jedenfalls waren wir alle froh, Michael von unten fotografieren zu dürfen, statt auf dem schwankenden Takelmast zu stehen.

 

Auf See galt es nun noch die Schoten und den Spi-Baum zu montieren. Die für die Poseidon vom Vorbesitzer mitgelieferten Spi-Schoten waren viel zu kurz, um das Setzen so durchzuführen, wie ich das in der Schule gelernt hatte. Also galt es zu improvisieren. Und dann störte noch der Bullenstander und die Backstagen. Wir waren jedenfalls froh, als nach einer Stunde Vorbereitungszeit es plötzlich „Wupp“ machte, und der Spi in voller Pracht die Poseidon bei Windstärke 4 mit 6,5 Knoten durchs Wasser zog. Für eine Regatta müssten wir zwar noch viel, viel üben, aber zunächst stand er und vor allem Cordula war froh, dass in Folge des absolvierten Spinnakker-Kurses alles so glatt und vor allem ungefährlich ablief.

 

So klappt das auch mit dem Spinnaker! - Klick vergrößert extern! Spi-Fahren ist wirklich kein Hexenwerk, wenn man eine gute Ausbildung hat. Ohne Ausbildung kann es zum Fiasko ausarten.

 

Bereits gegen Mittag steuerten wir die Insel Hallands Väderö an. Wenn man das erste Mal von Süden her auf Hallands Väderö kommt, ist man sofort fasziniert von dieser Ansammlung von Felsformationen, die der Gletscher hier hinterlassen hat. Man hat den Eindruck, nun wirklich „im Norden“ zu sein. Hier eröffnet sich einem das Tor zur Schärenwelt. Die Ansteuerung ist etwas schwierig und nur bei Tag durchzuführen, da zunächst eine genaue Richt-Peilung über ein Hausdach und einen Vorgelagerten weiß angestrichenen Felsen gemacht werden muss und anschließend möglichst mit einem Mann mit Polaroid-Brille auf dem Bug die flache Durchfahrt bis zum Anleger gemeistert werden muss. Wir hatten auch leichte Grundberührung, da wir nicht schnell genug aufstoppen konnten. Bei der Poseidon mache ich mir diesbezüglich jedoch nie sorgen, solange es langsam passiert. Das Unterwasserschiff eines Langkielers verkraftet dies bis auf ein paar Kratzer vollkommen unbeschadet.

 

Im Hafenhandbuch stand, dass dieser Anleger einen sehr guten Schutz bietet, außer bei Winden aus Südost bis Südwest. Wir hatten zwar Wind aus Südwest, der Schwell war jedoch sehr gering in der Bucht und der Wind sollte in der Nacht laut Vorhersage nicht stärker werden. Wir brachten also einen Heckanker und später zusätzliche seitliche Festmacherleinen gegen einen bereits montierten Felsanker aus. Der Anleger hatte mit 2,3m genügend Tiefgang, der Ankergrund war ideal, der ausgebrachte Anker hielt „bombenfest“.

 

Am Nachmittag gingen Alex, Cordula und ich in einer angrenzenden Flachen Bucht zum Baden – das Wasser hatte sich dort auf über 20° aufgeheizt - und machten anschließend einen Spaziergang über die Insel. Dieses Naturschutz-Reservat ist wirklich phantastisch. Überall wild brütende Vögel, ein paar Kühe und Ponys laufen wild und ohne Zäune auf der Insel umher. Wir versuchten die Robben zu finden und kamen dabei am höchsten Punkt der Insel vorbei, von welchem man einen traumhaften Ausblick über die Insel und das gegenüberliegende Festland hat. Überall wechseln sich Moorlandschaft mit den typisch abgeschliffenen Felsen des Nordens ab. Und immer wieder dazwischen blühende Wiesenflächen.

 

Im Hafenhandbuch findet man die Toilette beschrieben „am Waldrand gelegen“ und findet mit dem Fernglas tatsächlich eine kleines Bretterhäuschen im typisch schwedischen Stil. Man erreicht es vom Anleger aus allerdings nur, wenn man den Stapfen der Kühe durch eine Furt in einer Bucht folgt und eine blühende Wiese überquert. Suchen Sie ein romantisches Toilettenhäuschen mitten im Moor, erreichbar über einen schmalen Holzsteg, bei dem Sie traurig werden , wenn die Tür sich hinter Ihnen schließt und Ihnen dadurch den Blick auf die Insel verwehrt. Zwanghaft ziehen Sie wieder kurz die Hose hoch, treten nochmals vor die Tür und suchen einen Stein, den Sie in die Tür klemmen können, um weiterhin den überwältigenden Blick genießen zu können. Irgendwann kommt ein Crewmitglied vorbei und reißt Sie aus Ihren Träumen. Sonst wären Sie bis am Morgen sitzen geblieben.

 

(Donnerstag 21. Juni 2007 - X+05)

 

Gefangen in der Falle?

 

Leider schlief ich nachts nicht sehr ruhig, da der Schwell und Wind doch ziemlich zunahmen und die Poseidon immer wieder Anstalten machte, gegen den Anleger mit dem Bug zu schlagen. 2 Mal mussten wir die Heckankerleine strammer ziehen, um schlimmeres zu verhindern. Was sollten wir tun, wenn der Wind noch mehr zunahm? Der Anker schien ja zu halten, aber mit der aufgebauten Kuchenbude bot die Poseidon dem Wind auch eine ordentliche Angriffsfläche. Ich haderte schon damit, doch noch in der Nacht abzulegen, was ich wegen der schwierigen, flachen Durchfahrt und Ansteuerung jedoch nur als letzte Maßnahme ergreifen wollte. Und bei kräftigem Wind von Achtern wäre dies nur zu meistern, wenn wir die Poseidon noch am Anleger mit Tauen um 180° drehen würden, denn rückwärts durch die flache, enge Passage hielt ich mit diesem Schiff für sehr riskant, wenn nicht gar unmöglich. Ich überlegte mir eine plausible Strategie zum Drehen der Poseidon, im Zweifelsfall müssten wir hierfür eine Person als „Hilfe von Land“ auf der Insel mit dem Handsprechfunkgerät zurücklassen und an einer anderen, windgeschützteren Stelle wieder an Bord nehmen müssen. Am meisten ärgerte ich mich darüber, dem Wetterbericht vertraut zu haben, ohne mehr Aufmerksamkeit den örtlichen Gegebenheit zu schenken. Waren wir nun in einer Falle?

 

Aber noch war es ja nicht soweit, noch hatten wir einen sicheren Liegeplatz. Selbst wenn der Anker nicht mehr halten sollte, waren wir mit der Felsanker-Leine immer noch so gesichert, dass die Poseidon nicht auf Legerwall treiben konnte. Dennoch waren es für mich schlaflose, unruhige Stunden, bis der Wind glücklicherweise gegen 4:00 auf Ost drehte und schließlich zusammen mit mir einschlief.

 

Es war kein Wunder, dass wir dementsprechend alle erst gegen 10:00 aufwachten.

 

Anleger auf Hallands Väderö - Klick vergrößert extern! Die Poseidon lag unschuldig wie in einem Ententeich.

 

Nach dem Frühstück begannen wir den Anker zu lichten. Da er keinerlei Schlamm beim Hissen anhaften hatten, vermuteten Michael, dass er sich Nachts an einem Stein verhackt hatte, was auch den enorm guten Halt erklären würde. Leider mussten wir feststellen, dass wir offensichtlich bereits im Einfluss von Ebbe und Flut standen, denn der Wasserstand war gegenüber dem Vorabend um gute 50cm gesunken. Eine für reine Ostsee-Segler wie uns vollkommen überraschende, aber unausweichliche Tatsache.

 

Waren wir erneut in eine zumindest vorübergehende Falle geraten? Denn die enge, schmale Durchfahrt hatte uns ja schon bei mehr Wasserstand aufsitzen lassen. Michael und Alex beorderte ich mit Polaroid-Brille bewaffnet auf den Bug, um mir die Durchfahrt zu lotsen. Plötzlich schrieen Sie „Rechts, rechts, steuerbord“ Und schon rumste es und die Poseidon hing auf dem ersten Felsen fest. Leider konnte in dem diffusen Licht der Grund schlecht ausgemacht werden. Doch schien es, als wippe sie nach vorne, was in mir den mutigen Entschluss reifen ließ, Cordula ebenfalls nach vorne zu schicken und dadurch das Schiff hinten zu entlasten. Durch die besondere Form des schräg nach hinten abfallenden Kieles könnten wir so vielleicht die notwendigen paar Zentimeter gewinnen. Schon während des Nach vorne Gehens spürte ich die deutliche Entlastung, obwohl sie immer noch auf dem Grund aufsaß. „Wie schaut’s vorne aus?“ fragte ich. „Alles frei hier“ Also gut, dann kann es nur eine Kante sein, auf der sie jetzt noch fest hing. Notfalls müsste ich Gas geben und ebenfalls kurzzeitig nach vorn springen. Also kräftig Gas gegeben. 45 PS haben eben doch Ihre Wirkung. Ich merkte deutlich, wie Sie Zentimeter für Zentimeter vorwärts drängte und plötzlich mit einem deutlichen Rutsch vom Felsen glitt. Nun bitte keine neuen Barrieren mehr, bitte, bitte....Der Tiefenmesser zeigte immer zwischen 1,7 und 1,9 Meter. Mit ganz langsamer Fahrt glitt ich durch die Passage, mein Körper immer für einen neuen Adrenalin-Stoß bereit. Ich sah bildlich den Kiel den Algenbewuchs von den Felsen schaben. Endlich begann der Untergrund auf 2 Meter und meine Anspannung auf ein normales Maß zu sinken. Wir hatten es geschafft und waren nun für weitere Norwegen Fjord-Erfahrungen gerüstet.

 

Langsam näherten wir uns den Klippen, auf denen die Robben sich räkelten. Schon von weitem sah ich Sie im Gegenlicht Ihre Köpfe in die Sonne räkeln und deutete mit ausgestreckter Hand auf die Felsformation. Michael nahm das Fernglas zur Hand und starrte gebannt in die gedeutete Richtung. „Ja... ja ich sehe sie... nur... manche fliegen davon...:“ Schallendes Gelächter von uns. Meine „Robben“ waren ein paar Möven, welche Ihre Hälse in den Wind gestreckt hatten! Als ich dann auf dem nächsten Felsplateau wirklich Robben liegen sah, vermied ich es jedoch auch nur einen Laut von mir zu geben, um nicht noch mehr an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Die anderen bestätigten mir jedoch nach dem Blick durchs Fernglas, dass diese Robben nun nicht mehr davonflogen. Ha..Ha..Ha...

 

 

(Freitag 22. Juni 2007 - X+06)

 

Position:   N 57°06'47.89s

E 012°13'43.25s

 

Aktuelle Meldung per SMS 10:16 MESZ+1

 

Liegen im Hafen GETTERÖN bei VARBERG (südlich von Göteborg) fest.

Regen - Wind 6 - 8 Bft.

Verbindung über UMTS out - über GPRS i.O.!

Abwarten...

 

Regentag im Hafen von Getterön

 

Getterön - "Der Hafen ist optimistisch" - Klick vergrößert extern! Gestern Abend waren wir nach einer langen Fahrt unter Motor im Hafen von Getterön bei Varberg(S) eingelaufen. Getterön kannte ich schon von meinem Törn vor zwei Jahren. Es ist eine recht große und komfortable Sportboot-Marina. Wegen des Midsommerfestes und des schlechten Wetters war aber kaum jemand da. Auch der Hafenmeister kam nicht, so dass wir dort ohne Hafengebühr liegen "mussten". Uns tat der Tag mal ganz gut, wir vertrödelten die Zeit mit Lesen, Essen und Quatschen. Wir mussten uns auch keinen Stress machen, da Michaels Flieger, der dann die Crew verlassen musste, erst am Sonntag Nachmittag in Göteborg abhob und er erst am Samstag im Laufe des Tages bei seinen Freunden in Särö sein wollte. Sie hatten uns zum Midsommer- Essen am Samstag Abend eingeladen.

 

 

(Samstag 23. Juni 2007 - X+07)

 

Die Crew im Einsatz:

 

Aufnahmen der derzeitigen Crew, vor Ort erstellt (da war mal gerade alles ruhig) und vom Skipper überstellt (unfiltered).

 

Thomas, der Skipper und sein 1O (Frau) Cordula - Klick vergrößert extern! Der Skipper Thomas mit Gemahlin Cordula

(Böbsi + Böbsi):

 

Alex (Segelgast/-freund):

 

Alex, Freund und Segelgast - Klick vergrößert extern!

 

 

 

 

Michael, "Der immer in den Mast muß"! - Klick vergrößert extern!

 

 

Michael ("Der immer in die Wanten muss", als Bergsteiger allemal - Crewmittglied leider nur bis zum Erreichen von Särö (s)):

 

 

 

 

 

 

 

Midsommer-Abendessen in Särö

 

Am Samstag Morgen bunkerten wir in Getterön noch Diesel, da wir inzwischen doch durch die vielen Motorfahrten einiges verbraucht hatten und ich ungern nur mit einem viertel vollen Tank ablegen wollte. Außerdem wollten wir zeitig in Särö sein, da wir für den Abend zu einem Midsommer-Essen bei Michaels Freunden eingeladen waren. Deshalb fuhren wir auch an diesem Tag recht viel unter Motor, um rechtzeitig dort einzutreffen.

 

Die Halbinsel Särö ist seit der Jahrhundertwende um 1900 bekannt als ein sehr beliebter Kurort, in welchem sich sogar schon die Königliche Hoheit Gustav der V. erholte. Sie war und ist auch heute noch bei den reichen Göteborgern Familien sehr beliebt, prachtvolle Villen sind schon von weitem vom Wasser aus zu sehen. Särö ist in Sportlerkreisen auch bekannt als Golf- und Tenniseldorado.

 

Die Landschaft um Särö ist geprägt von einer liebreizenden Inselwelt, wie ich sie auch von den Stockholmer Schären her kenne. Überall auf dem Weg zum Anleger schippert man um kleine, vom Gletscher abgeschliffene Steinrücken herum, man hat auch hier ständig das Gefühl, sich in einem See zu befinden. Immer auf der Acht nach Untiefen, die in der Karte nicht eingezeichnet sind, mit ständig prüfendem Blick auf den Tiefenmesser und langsamer Fahrt schlängelt man sich auf einem vermeintlich sicheren Pfad um die Halbinsel. Die Prachtvillen am Ufer und auf den umliegenden Anhöhen präsentieren sich geradezu und zeugen von einer wohlhabenden Gegend.

 

Irgendwann um ein weiteres Inselchen herum mit einer doppelten Steinbarke obenauf können wir das im Hafenhandbuch beschriebene rote Gasthaus ausmachen, an welchem uns schon Detlev und Ann-Kristin Anlegen in Särö - Klick vergrößert extern! Einfahrt in Särö - Klick vergrößert extern! am Steg erwarteten. Sie begrüßten Michael sehr herzlich, hatten Sie Ihn doch schon seit zwei Jahren nicht mehr gesehen. An Bord tranken wir erst mal einen Begrüßungsschluck. Wir entschlossen uns, Ihnen als kleines "Mitbringsel" und als Beitrag zum Midsommer Abendessen das Fässchen mit Bissmarkheringen zu überreichen, welches wir von Thommy und seiner Frau zum Abschied geschenkt bekommen haben. Dies war doch eine gute Gelegenheit, das "Fass aufzumachen".

 

Wir spazierten zum 2 km entfernten Haus der beiden an der alten, stillgelegten Bahntrasse am Ufer entlang und die beiden erzählten uns von Särö und der Umgebung und Ihrem Leben in Schweden. Sie ist Schwedin und war eine ehemalige Arbeitskollegin von Sylvia, Michaels Frau. Dort, in Deutschland lernte Ann-Kristin Ihren Mann Detlev kennen und später zogen Sie zusammen wieder nach Schweden. Sie arbeiten beide in Göteborg bei Volvo und haben zwei liebe kleine Mädchen im Alter von fünf und sieben Jahren.

 

Sie waren tags zuvor aus Ihrem Griechenlandurlaub heimgekehrt. Ann-Kristin bereitete uns zum Abendessen zu den Heringshappen Kartoffeln, hartgekochte Eier, Sauerrahm und viele Kräuter, dazu spendierte uns Detlev Aquavit und Bier, als Nachspeise gab es Vanilleeis mit Erdbeeren. Ein typisches Midsommer-Abendessen, wie Ann-Kristin meinte.

 

Wir machten anschließend zusammen mit Detlev einen Verdauungsspaziergang um die Halbinsel Särö. Zum Abschied spendierte uns Detlev noch einen ganz feinen Laphroaig Quater Cask Whisky. Detlev entpupte sich zu meinem Entzücken als echter Whisky-Kenner. Übrigens gibt es über die Distillery Laphroaig auf der schottischen Insel Islay eine nette Geschichte zu berichten: Donald Johnston, einer der beiden Gründer der Distillery Laphroig, dessen Vater schon die Destillery Lagavulin gründete, starb auf eine für einen Liebhaber edler Getränke wohl idealen Tod: Angetrunken durch übermäßigen Whisky-Genuss fiel er in ein gefülltes Whisky-Fass und ertrank darin.

 

Michael begeleitete uns "am Abend" noch bis zur Poseidon -"Am Abend" schreibe ich deshalb in Gänsefüßchen, da es mir immer schwerer fällt von "morgens" und "abends" zu schreiben, je weiter wir in den Norden kommen. Mitternacht ist es hier immer noch dämmrig und wenn man in der Früh um 4:00 mal auf die Toilette geht, hat man das Gefühl, wieder mal verschlafen zu haben, da die Sonne einem voll ins Gesicht scheint, bis man auf die Uhr blickt und erkennt, dass es eigentlich noch viel zu früh zum Aufstehen ist.

 

Der Abschied fiel uns allen nicht leicht, waren wir doch in dieser Woche sehr zusammen gewachsen und hatten viel erlebt. Ich hoffe jedenfalls, dass Michael nächstes Jahr auch wieder Zeit und Lust findet, dabei zu sein.

 

Von Ihm stammt übrigens der Spruch:

 

"Ferien mit Thommy, jeden Tag ein kleines Abenteuer!"

 

 

(Sonntag 24. Juni 2007 - X+08)

Särö (S)

Position:   N 57°30'16.21s

E 011°57'10.64s

 

Segel zerrissen

 

Wir überlegten noch vor dem zu Bett gehen, ob wir den großen Schlag bis Kristiansand in Norwegen "auf einen Rutsch" wagen sollten, was auf jeden Fall mindestens eine Nachtfahrt bedeutet hätte, denn dies wären immerhin 140 Seemeilen, kreuzen gar nicht eingerechnet. Cordula war dagegen, mit so kleiner Crew Nachfahrten zu unternehmen, wenn es nicht unbedingt erforderlich sei. Natürlich hatte Sie recht! Zumal für den Abend des 25.06. sich ein Tiefdruckgebiet über England angekündigt hatte, welches langsam ostwärts zog und damit in unser Gebiet ziehen konnte.

 

Ich schlug vor, dass wir zuerst den Schlag bis nach Skagen, der Nordspitze des dänischen Festlandes in Nord-Jütland machen sollten, um anschließend vor Ort weitere Entscheidungen treffen zu können. Bis dahin war es eh der selbe Weg. An der dänischen Küste könnten wir dann einen neuen Wetterbericht einholen und alles weitere auf uns zukommen lassen.

 

Um 7:30 standen wir auf, frühstückten und legten um 8:45 ab. Ich hatte mir vorgenommen, alles möglichst unter Segeln zu fahren, sofern wir immer über 3 kn Fahrt bleiben konnten. Der Wind blies zunächst recht heftig, so dass wir nur die kleine Genua setzten und das erste Reff in das Großsegel einbanden. Es ging trotz des Reffs bei südwestlichen Winden mit 5 Knoten Fahrt recht flott zur Insel Myra, danach steuerten wir im Norden der Insel Tystlarna vorsichtig unter zu Hilfenahme des Motors bei gesetzten Segeln durch ein Untiefenfeld. Vor dem Vanguards-Grund schlief der Wind mit 6-8kn etwas ein und ich entschloss mich, das Reff auszubinden und die große Genua1 zu setzen. Es ging zunächst mit 2-3kn Fahrt weiter, schließlich schlief der Wind fast vollkommen ein und ich nahm die Maschine zur Hilfe, um weiter vorwärts zu kommen.

 

So fuhren wir 1,5 h mit Motor und "Stützsegel" recht flott dahin, bis sich im Süden ein paar Gewitterwolken zeigten und es auch nicht lange dauerte, bis etwas Wind einsetzte. Ich konnte so gegen 16:00 den Motor wieder ausschalten und fuhr kurze Zeit später mit 7 kn Fahrt durch eine ziemlich glatte See. Es machte richtig Spaß, die Poseidon pflügte durchs Wasser und zwei benachbarte Segler ähnlicher Größe hatten so Ihre Schwierigkeiten, mitzukommen. Langsam wurde mir die Sache aber in Anbetracht der nahenden Gewitterfront etwas zu mulmig und ich beschloss, Cordula und Alex zu wecken, die beide vor sich hindösten.

 

"Wir sollten wieder die Genua wechseln und das Reff einbinden, es wird recht heftig momentan". Während die beiden sich am Strecktau, einem vom Heck zum Bug gespannten Sicherungsseil einpiekten und nach vorn zum Bug krabbelten und mit den Vorbereitungen zum Genuawechsel begannen, bemerkte ich - eigentlich nur aus dem Augenwinkel heraus - wie sich plötzlich sehr dunkles Gekräusel auf der Wasseroberfläche von der Gewitterfront her sich auf die Poseidon zu bewegte. Erst im letzten Moment erkannte ich die Geschwindigkeit, mit der sich die Böenwalze auf die Poseidon zu bewegte. Wir waren gerade dabei, die Genua1 wegzurollen, als die Walze in die Poseidon regelrecht "einschlug". Der Windgeber zeigt kurzzeitig 28 Knoten an und fiel dann plötzlich aus, als der Wind weiter zunahm. Sofort wurde das noch nicht eingerollte Ende der Genua erfasst und knatterte im Wind, als wollten es die Götter der Winde vom Stag reißen. Unter dieser Spannung des Segels war es uns unmöglich, die Genua einzurollen. Ich schrie nach vorne "Runter den Lappen, Genua runter, Genua runter!!!", Aber sie konnten im Geknatter der flatternden Segel nur erahnen was ich schrie. Ich schrie und deutete mit der Hand: "Runter, runter!!!!" Mehr intuitiv zeigten Sie auf die Genua und mit Zeichensprache nach unten. Ich nickte und schrie "Ja, Ja, Jaaaaa!!". Auch Ihnen war klar, dass wir zum Bergen der Genua diese erst mal ausrollen mussten. Und dies bedeutete, dass noch mehr Segelfläche den Göttern in die Hand gegeben wurde. Aber eines war sicher in diesem Moment: Wenn wir die Genua in halb-eingerolltem Zustand Ihrem Schicksal überließen, würde Sie als "Leichtwindsegel" mit Sicherheit in kürzester Zeit vollkommen zerstört werden. Also entrollte ich vom Cockpit aus die Genua, während Alex zum Mast kroch um das Fall zu lösen und Cordula alles Tuch, was sie den Göttern entreißen konnte mit einer irrsinnigen Energie unter sich begrub und so das Segel vor dem Wind versteckte. Sie schrie geradezu und entwickelte einen ungeheuren Zorn. Eine solche Entfaltung von Energie hatte ich bei Cordula noch nie gesehen. Mit vereinten Kräften begruben Alex und Cordula jeden noch so kleinen Fetzen der Genua unter und zwischen sich, immer in Gewahr der Tatsache, dass jedes noch so kleine Stückchen Segel sofort dem Wind weitere Angriffsfläche bot und Ihnen noch mehr entzerren wollte. Irgendwann schafften Sie es, die große Genua an die Reling zu binden und Alex konnte sogar noch das Großsegel bis zur 2. Reffkausch herunter zu lassen. Völlig ausgepowert kamen beide ins Cockpit gekrochen.

 

Ich übergab Alex die Pinne um selbst das Reff ins Groß binden zu können, während er mir berichtete, dass beim Einholen das Vorsegel im oberen drittel gerissen war. Nun denn, wenigstens war der Rest des Segels OK und wieder alle heil im Cockpit angekommen.

 

Gott sei dank waren die Wellen nicht allzu hoch geworden, denn der Sturm war noch "jung" und die Welle hatte nicht genügend Zeit gehabt, sich aufzubauen. Das Reff einzubinden war anstrengend, aber machbar. Alex war seit dem letzten Urlaub in Dänemark an der Pinne schon sehr sicher geworden. Man konnte Ihm inzwischen blind die Pinne auch bei schwerem Wetter anvertrauen. Der Segelschein hat Ihm wirklich gut getan und er hat dabei viel dazugelernt. Bis das Reff eingebunden war, war auch die Böenwalze durchgezogen und "normaler" 4er Wind stellte sich ein. Ideal für fahren unter Maschine mit dem Groß im 2 Reff als Stützsegel.

 

"So können wir jetzt bis 8 Windstärken fahren. Also auf nach Skagen. Außerdem... Ich würde vorschlagen, dass wir auf den Schreck hin heute Abend in Skagen ein Bierchen zu uns nehmen und erst mal abwarten, was das Wetter uns morgen beschert." "Gute Idee" grinste Alex. Obwohl ich mir sicher war, dass er ohne Murren auch jede andere Entscheidung von mir akzeptiert hätte.

 

Das Bierchen in Skagen schmeckte übrigens ausgezeichnet! Aber das hätte ein Glas Wasser wahrscheinlich auch getan.

 

 

(Montag 25. Juni 2007 - X+09)

 

Position:   N 57°43'03.84s

E 010°35'20.85s

 

Aktuelle Meldung per SMS 05:04 MESZ+1:

 

Sind gestern (Sonntag) in SKAGEN (DK) angekommen.

Im Sturm Genua zerfetzt.

Jetzt auf dem Weg nach KRISTIANSAND (N).

Ankommen dort Dienstag Vormittag.

 

Nachmeldung per SMS 06:28 MESZ+1

 

Wegen aktuellem Wetterbericht (Sturm Vorhersage) bleiben wir erst mal in SKAGEN (DK)

 

 

Hafentag in Skagen

 

Die Bierchen am Abend schmeckten natürlich ausgezeichnet. Der Wetterbericht meldete ein Sturmtief über England, ostwärts ziehend, mit 8 Windstärken in den Forties, vertiefend. Zwar waren für das Skagerak für den heutigen Tag nur 4-5 Bft vorhergesagt, mir persönlich waren die Forties aber mit den 6 m hohen Wellen zu nah am Skagerak und der Deutsche Wetterdienst diesbezüglich zu unzuverlässig. Deshalb entschloß ich mich, einen Tag in Skagen zu bleiben und außerdem das zerrissene Segel reparieren zu lassen. Skagen ist ein sehr netter Hafen mit Promenade, etlichen Kneipen direkt an der Mole, einer meinem Geldbeutel gar nicht gut tuenden Fußgängerzone, Fahrradverleih, Segelmacher!!! (100 EUR für den Riss in der Genua) und einer bildschönen Dünenlandschaft.

 

Als erstes holten wir uns für 15 EUR ein Tandem und für die Hälfte ein  Bike für Alex. Tandemfahren ist der absolute Hit - zumindest für denjenigen, dessen Lenker auch lenkt, also den, der vorne sitzt. Der "Beifahrer" hat zunächst so seine Not, sein Gleichgewicht zu halten, vor allem dann, wenn er glaubt, anders abbiegen zu wollen, als dies der Vordermann dann tut. Tandemfahren ist der Hit - Klick vergrößert extern!Aber auch der Vordermann hat so seine Not: Das Besteigen des Fahrrades ist zumindest für Personen meiner Körpergröße eine akrobatische Meisterleistung. Alex hat die Szene als Beweis im Film festgehalten und dokumentiert, welche Geschicklichkeit zum Ersteigen eines Tandems von Nöten ist. Man perfektioniert im Laufe des Nachmittags den Einstieg bis zum Spagat auf einem Bein über den Lenker des Hintermannes.

 

Nachdem wir das Segel zur Reparatur abgegeben hatten, strampelten wir durch die Dünenlandschaft Nord-Jütlands, Bestiegen den Grenen aus Leuchtturmsicht - Klick vergrößert extern! Leuchtturm von Skagen und wanderten zur Spitze Skagens, dem "Grenen", dort wo sich Nord- und Ostsee treffen. Ich habe diese Schauspiel noch nie gesehen: die Wellenkämme des einen Meeres laufen in diejenigen des anderen, Kreuzseen , Gischt senkrechte Wellenkämme und das alles aber nur 50 cm hoch. Ein aufregendes, beeindruckendes Schauspiel, vor allem, wenn man sich vorstellt, dass genau dieses am Kap Horn oder Kap der guten Hoffnung mit Ozeanen im viel größeren Stil passiert. Reicht Euch die Hände - Klick vergrößert extern! Skagen ist das Kap Horn im Spielzeug-Format. Der Film von Alex zeigt dies sehr beeindruckend. Wir haben uns natürlich den Spaß gegönnt, mich in die Nordsee und Cordula in die Ostsee zu stellen und sich gegenseitig die Hände zu  reichen.

 

"Junggeselle sucht Schiff mit Frau - Nord- oder Ostsee egal" - Klick vergrößert extern!An der Stelle entstand auch das Bild von Alex. Motto: "Junggeselle sucht Frau mit Schiff, Nord- oder Ostsee egal".

Am Strand fanden wir noch etliche Bernsteinbrocken, die wir zu Hause schleifen lassen wollen. Vielleicht finden wir ja eine Mücke eingeschlossen und züchten dann Dinosaurier am Bremberg: "Fruchtwechselwirtschaft Bienen, Schweinchen, Dinos".

 

 

(Dienstag 26. Juni 2007 - X+10)

 

Position:   N 57°44'03.84s

E 010°35'20.85s

 

Aktuelle Meldung per SMS 06:26 MESZ+1:

 

Liegen immer noch in SKAGEN (DK).

Sturm und heftige Regenschauer.

Genua in Reparatur gegeben.

Liegetag - Zeit zum "Aufarbeiten" und Story schreiben.

KRISTIANSAND (N) muss noch warten.

 

Skagen, der Leuchtturm grüsst -  - über Bug voraus oder über Heck ab? Klick vergrößert extern!

 

 

(Mittwoch 27. Juni 2007 - X+11)

 

 

Neue E-Mail mit viel Information eingetroffen.

 

 

Ob die Poseidon aus SKAGEN (DK) in Richtung KRISTIANSAND (N) ausgelaufen ist, entzieht sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt

(08:00 MESZ+1(griechische Sommerzeit) - +32°, Tendenz steigend)

noch meiner Kenntnis.

 

--- In eigener Sache ---

 

An der Stelle sei mir erlaubt, ein Gruß vom "Schreiberling" (oder auch Webmaster) der Seite an alle Besucher dieser Homepage!

 

Franz Petz

 

Mein Arbeitsplatz in GR - Klick vergrößert extern! Hier mal mein Arbeitsplatz in Griechenland, bei derzeit runden 40 Grad (typisches Merkmal - frei verlegte Kat5-Kabel, 80 Meter bis zum Hausanschluss). Das kleine Notebook spielt den Apache-Server, zum testen offline, das andere zum "hacken". Dunkel muss es sein, alles verrammelt, dann bleibt`s auch kühl.

 

So geht das mit den Berichten und Bilder. Von Schweden, Dänemark und Norwegen über Deutschland und Österreich nach Griechenland ins Internet:

Europa funktioniert!

 

Meine Jagdtrophäe in GR - Sea Cloud - Klick vergrößert extern! Wenn dann mal Thomas nix hören lässt und mir das Material ausgeht, dann "tucker" ich in der Ägäis herum und schau, ob da auch so schöne Schiffe herumfahren, wie die POSEIDON...

 

Mein Arbeitsplatz (2) in GR - Ausfahrt Hafen KARYSTOS auf EUBÖA - Klick vergrößert extern! ..."Aufgebracht" mit meinem "Rasenmäher" (6m, 90PS, 35kn) - 15 sm SW von meinem Standort Karystos auf Euböa - die Sea Cloud - da bleibt Dir ganz kurz die Spucke weg - was ein Gerät!

 

Gehabt euch wohl und alles Gute

Franz

 

Meine Position:   N 38°00'41.74s

E 024°25'10.90s

 

 

 

 

(Donnerstag 28. Juni 2007 - X+12)

 

 

Wind - Tief - Sturm - Regen - Sonnenschein - Tief - Sturm - Wind

 

 

Die Geschichte zum Tag:

Warten in Skagen (DK) (Nun schon vier Tage - 25. Bis 28.)

 

Jede Stunde der Blick auf die Uhr, aber nicht, um die Zeit, nein, um den Barometerstand abzulesen. Denn als Segler "hat man ja schließlich" einen supermodernen Zeitzeiger mit Uhr, Barometer, Kompass und - was ich seltenst verwende - einen Fitness-Computer. Letzteren hatte ich natürlich sofort ausprobiert, als ich die Uhr gekauft habe. Aber seit er mir als Ergebnis meines Fitness-Tests "Very bad" ausgegeben hat, habe ich ihn nie mehr verwendet.

 

Dagegen erweist der Barometer als sehr genau, zuverlässig und äußerst sinnvoll. Selbst wenn man mal keinen Internetanschluss hat, bekommt man den lokalen Luftdruckverlauf grafisch über die letzten Stunden hinweg bildlich dargestellt, was einem mit ein bisschen Hintergrundwissen durchaus ganz passable Rückschlüsse auf die Entwicklung des Wetters in den nächsten Stunden geben kann. Für mich ist das jedenfalls in den letzen Tagen ein unverzichtbares Instrument geworden.

 

Leider bescheinigt mir dieser nichts sehr erfreuliches. Sicher wäre der eine oder andere bei diesen Verhältnissen nach Norwegen ausgelaufen, aber ich habe einfach kein gutes Gefühl, wenn in "Vicking" und "Utsira" der Sturm mit 8-9 BFT und 6 m hohen Wellen pfeift, und mir der Deutsche Wetterdienst nur 4-5 BFT für das von diesen Gebieten nur 200 km entfernte Skagerak vorhersagt. Wie schnell gibt es eine Verlagerung des Tiefs in östliche Richtung und ich bekomme die ganze Sache auf meiner Reise von Skagen nach Kristiansand zu spüren. Es wäre auch kein Thema, wenn wir dazwischen Häfen hätten, die wir im Zweifelsfall anlaufen könnten. Aber das sind nun mal 100 Seemeilen (180km) ohne irgendwas dazwischen. Da bin ich einfach "Hasenfuss", bleibe lieber im Hafen, bis das Tief durchgezogen ist. Leider hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) recht mit der Aussage "wenig verlagernd", denn dies bedeutet, man muss warten, warten, warten...

 

Gestern Abend begann nun endlich der Barometer wieder zu steigen und ich hoffte, heute morgen bereits auslaufen zu können. Aber leider steigt er so schnell, dass dies automatisch enormen Wind zur Folge hat. Selbst im Hafen bläst er momentan in Böen mit 6-7 BFT, draußen auf Hoher See hat man erfahrungsgemäß noch 1-2 BFT hinzuzurechnen. Selbst der DWD bescheinigt für heute Sturmböen im Skagerak. Solange es jedoch Sturm bei steigendem Barometer hat, schlägt in mir das Herz höher,
denn dies bedeutet auf jeden Fall Wetterbesserung. Und je mehr es bläst, um so schneller kommt diese. Ich werde mir jedenfalls mal die nächsten Isobaren auf der Bodenwetterkarte genau ansehen und sobald der Wind nachlässt werden wir starten.

 

Vielleicht noch heute...

dann fahren wir eben in die Nacht hinein, die hier eh nur 2 Stunden, von 0:30 Uhr bis 2:30 Uhr, kurz ist...

oder morgen früh...

 

 

(Freitag 29. Juni 2007 - X+13)

 

 

Ist die POSEIDON aus Skagen (DK) ausgelaufen?

 

Seit vier Tagen (25. Bis 28.06.) liegen sie praktisch fest!

 

Ein Anfrage per SMS "ob oder nicht" wurde bis dato (19:00 MESZ+1) nicht beantwortet.

 

Ich denke Sie sind raus. Und wenn dem so ist, dann haben Sie jetzt andere Sorgen, respektive Freuden, als uns mit SMS oder Mail zu füttern!

 

 

Die Geschichte zum Tag, nachgeliefert am 02. Juli:

29. Juli 2007 - Das Skagerak gibt sich die Ehre

 

Am Morgen des 29.06. war schönes Wetter in Skagen, der Luftdruck war seit dem Vorabend konstant bis mäßig steigend und die Wettervorhersage versprachen moderate Winde. Schon um 5:00 fuhren die ersten Schiffe aus dem Hafen, bis wir gefrühstückt hatten und schließlich gegen 8:15 ausliefen war der Hafen gut leer geworden. Es war also der richtige Tag, um den großen Schlag über das Skagerak zu wagen. Da wir die Überfahrt unserem „Mümmelmann“, dem vierten Mann an Bord überlassen wollten (Autopilot), setzten wir nur die Genua2 als Stützsegel, damit die Poseidon nicht so in den Wellen gautscht und machten es uns im Cockpit gemütlich.

 

Schon als wir um den Hook von Skagen herum waren und praktisch in die Nordsee eintauchten, wurden die Wellen deutlich langgezogener, als wir es von der Ostsee her kannten. Es war richtig angenehm, dieses ständige auf und ab. So nach 2 Stunden sahen wir dann kein Land mehr, Dänemark war im Dunst verschwunden und jetzt begann das sogenannte „Blauwassersegeln“. Nach und nach wurde der Wind kräftiger, jedoch blies er immer aus südwestlicher Richtung, also fast „halber Wind“, was für uns Ideal war. Die Poseidon pflügte durch die Wogen, es macht uns richtig Spaß.

 

Irgendwann begann der Wind rückzudrehen auf Süd-Südwest und nahm an Stärke zu. Der Windmesser zeigte so um 3 Bft an. Nach und nach wurden die Wellen deutlich höher, die durchschnittliche Wellenhöhe lag nun bei ca. 3 Meter, wobei zwischendurch Kreuzseen mit deutlich Höheren Wellen daher kamen.

 

Ich beorderte eine strenge Einhaltung der 3-Stunden-Wache, da es abzusehen war, dass wir bis in die Morgenstunden hinein segeln würden. Wenn wir ruhige See hätten, überlegte ich sogar einen 2-Tages-Schlag gleich bis nach Tananger.

 

Es klappte anfangs auch wunderbar: einer an der Pinne, während die anderen beiden versuchten zu schlafen. Doch machten uns bald die Wellen einen Strich durch die Rechnung, als der Wind plötzlich aus Westen kam und durch die Winddrehung heftige Kreuzseen entstanden. Ich hatte noch nie solche Wellen bei 3-4 BFT Windstärke gesehen. Die Poseidon wurde regelrecht von einem Wellenberg in das nächste Wellental geschleudert, unter Deck flog alles kreuz und quer, was nicht angeschraubt war, die Bücher flogen quer durchs Schiff, die Überkommenden Wellen klatschten derart gegen die Bordwand, sodass jeder noch so kleine Spalt oder Fuge im Inneren zwangsläufig wie aus einer Blumenspritze alles nass machte, was sich in der Nähe befand. Wegen der heftigen Bewegungen war es Alex auch unmöglich, unter Deck zu schlafen. Er versuchte es auf Deck auf der Leebank. Wenn man aber ständig hin- und hergeschmissen wird, ist natürlich an einen tiefen Schlaf nicht zu denken. Irgendwie war es nie wirklich gefährlich, wenn es auch spektakulär aussah, denn die Wellen waren nicht hoch. Nur war eben keinerlei Regelmäßigkeit in den Wellen, mir kam es gerade so vor, wie auf dem Film in Skagen Nordsee-trifft-Ostee, nur eben etwas sehr viel größer.

 

SKAGERAK - Wellengetöse - Klick vergrößert extern! Zwischendurch gab es Wellenberge – zwar nur ca. 3-4Meter hoch, aber so steil, dass die Poseidon fast um 60° zur Seite geneigt wurde und das Wasser bis zu den Fenstern reichte. Hatte man dann den Wellenberg erklommen, kippte alles zur anderen Seite und man hörte aus dem Schiffsinneren wieder irgendwas von Steuerbord nach Backbord krachen.

 

Kurz vor Abend, Cordula war gerade am Steuer, ich hatte mich unten im Schiff auf den Fußboden zwischen die herumfliegenden Polster, Rucksäcke und Taschen gelegt, dort, wo die Bewegungen am wenigsten heftig waren, wurde plötzlich der Motor gedrosselt. Ich schrak hoch, schon wurde oben der Niedergang geöffnet und Cordula schrie: „Wir laufen auf, Der Tiefenmesser zeig nur noch 2 Meter Tiefe an, jetzt nur noch 1,7 Meter“ „Moment, das kann nicht sein, schau mal auf das GPS, ob hier irgendwelche Untiefen sind. Seid Ihr vom Kurs abgekommen?“ „Nein, wir sind auf Kurs und das GPS zeigt über 200Meter Tiefe an“. Ich kletterte nach oben. Um uns herum tobten die Wellen, teilweise zogen die Brecher unter unserem Schiff durch, das Wasser gurgelte und schäumte um uns herum. Tatsächlich, der Tiefenmesser zeigte immer Tiefen zwischen 1,5 und 3 Meter, das GPS aber gab 280 Meter Wassertiefe an. „Vielleicht sind wir über einem großen Fischschwarm. Wir haben hier definitiv eine größere Tiefe, als der Tiefenmesser anzeigt, das ist sicher. Aber Du hast super reagiert, Cordula, prima!!“ Später zeigte sich das Problem erneut in einem Sturm: Der Tiefenmesser lässt sich ebenso wie wir von gurgelndem und schäumenden Wassermassen beeindrucken. Immer wenn Brecher unter unserem Schiff durchzogen, zeigte er eine Wassertiefe an, die eher dem Brecher als der tatsächlichen Wassertiefe entsprachen. Später, in der Nacht fiel dann auch noch der Windmesser aus.

 

Natürlich waren wir froh, als wir so gegen 5:00 in Kristiansand festmachen konnten. Einstimmig lehnten wir den Versuch ab, noch weiter zu segeln, denn wir mussten die Poseidon erst mal wieder auf Vordermann bringen. Alleine bei diesem „lächerlichen“ Wind ging bei uns einiges zu Bruch:

 

· Defekte Windmessanlage
· Defekte Funkanlage
· Wassereinbrüche am Lichthaus, im Vorschiff, in allen Kojen
· Nasse Polster und Schlafsäcke
· „Spinnender“ Tiefenmesser
· Absolutes Chaos im Schiff, alles lag kreuz und quer
· Zersprungenes Lampenglas

 

Bilanz der Überfahrt durchs Skagerak: Das Skagerak erschreckt schon bei 3-4 Windstärken durch heftige Kreuzseen. Es ist zwar mit einem seetüchtigen Schiff bei dieser Windstärke nie wirklich gefährlich, sofern man sich an gewisse „Spielregeln“ bei schwerem Seegang hält. Aber die See kann eine noch Skagerak-unerfahrene Crew absolut zermürben. Ich möchte das Skagerak jedenfalls nie bei wirklichem Sturm erleben und ich weiß jetzt, warum in der Seekarte so viele Wracks eingetragen sind.

 

KRISTIANSAND - Reparaturen nach überqueeren des SKAGERAK - Klick vergrößert extern!

 

 

(Samstag 30. Juni 2007 - X+14)

KRISTIANSAND (N)

Position:   N 58°08'42.07s

E 008°00'20.16s

 

Aktuelle Meldung per SMS 05:50 MESZ+1:

 

Sind in KRISTIANSAND (N) gerade eben gelandet.

Total fertig.

Erst mal schlafen.

Schwierige Überfahrt.

 

- Das war wichtig und dringend notwendig! - später sicher mehr ! -

 

 

 

 

(Sonntag 01. Juli 2007 - X+15)

 

Die Geschichte zum Tag, nachgeliefert am 07. Juli:

01.07.2007 - Kap Lindesnes, das Kap Horn des Nordens

 

Ein bisschen mulmig ist einem schon, wenn man in Kristiansand die Seekarte im Vorfeld studiert, um die Umrundung des in Seglerkreisen  berüchtigten Kap Lindesnes, der Südspitze von Norwegen zu planen. Die Seekarte ist geradezu gespickt mit „Wrecks“ und rund um das Kap ist ein Gebiet mit „Dangerous Waves“ verzeichnet. In Seehandbüchern liest man, dass die besondere Konstellation des steil ansteigenden Meeresbodens mit den dort herrschenden Strömungen um das Kap im besonderen mit gegenläufigen Windseen zu fast senkrechten Wellenbergen führen kann, die immer wieder zum Kentern von Schiffen führen können.

 

Deshalb beschlossen wir, noch einen Tag in Kristiansand zu bleiben, zumal wir das schöne Wetter dort genießen wollten, und auch nach der anstrengenden Überfahrt uns erst mal wieder regenerieren wollten. So hätte die Dünung der letzten Nacht genügend Zeit sich zu legen, um uns dann am darauf folgenden Tag eine moderate Umrundung des Kaps zu ermöglichen.

 

Wir wollten am Sonntag wieder einen größeren Schlag machen und legten bei herrlichem Segelwetter um 9:30 in Kristiansand ab. "KRISTIANSAND" - Ausfahrt Richtung KAP LINDESNES - Klick vergrößert extern! Wir hatten uns vorgenommen, möglichst viel zu segeln und uns auch möglichst lange im Schutz der Schären aufzuhalten. Die Fahrt hat mich sehr an den Stockholmer Schärengarten erinnert: Man kreuzt ständig zwischen kleinen Inselchen hin und her, keinerlei Welle, wunderbarer Sonnenschein und überall kleine Häuschen. Alle 5 Minuten entdeckt man wieder neue, liebreizende Winkelchen, an denen man am liebsten anlegen würde.

 

Als wir die Schären verließen, machten wir gegen Mittag den Motor an, da der Wind inzwischen leider fast vollkommen eingeschlafen war, ließen die Segel zunächst aber gesetzt. Gegen 15:00 setzte der Wind wieder ein, hatte jedoch auf Südost rückgedreht. Am Himmel sahen wir einen phantastischen, kreisrunden Halo, eine Lichterscheinung, welche einen regenbogenfarbigen Hof rund um die Sonne bildet. Diese Erscheinung sieht zwar schön aus, bedeutet jedoch meist nichts gutes, da sie nur in Verbindung mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit entsteht und meist eine Wetterverschlechterung in Folge hat. Der Wind blies inzwischen bereits mit 3-4 Windstärken. Zur Sicherheit ließ ich das Vorsegel bergen und eine Stunde später das 2.Reff ins Großsegel binden.

 

Die Poseidon rauschte im 2.Reff bei inzwischen 6-8 BFT auf das Kap Lindesnes mit inzwischen unglaublichen 10kn Fahrt zu. Die Wellen wurden immer höher, da wir aber achterlichen Wind hatten, bemerkte ich erst recht spät, dass die Poseidon inzwischen schon zum Surfen auf den Wellen begann. Kurz vor Erreichen des Leuchtturmes Lindesnes wurde mir die Sache aber langsam zu mulmig. Ich befürchtete, die Poseidon wegen der hohen Wellen irgendwann nicht mehr beherrschen zu können, denn wir waren inzwischen weit über der Rumpfgeschwindigkeit der guten alten Dame angelangt und liefen Gefahr, die Steuerfähigkeit irgendwann zu verlieren.

 

Also besprachen wir im Cockpit kurz die Lage, Alex und Cordula sollten aufs Vorschiff und während des Vorwindkurses alle Vorbereitungen zum Bergen des Großsegels treffen. Wir konnten natürlich den Baum bei diesem Wellengang nicht in die dafür vorgesehene Baumschere legen, also beschloss ich kurzfristig, den Baum später nur auf dem Deck ablegen und festzurren zu lassen. Cordula und Alex machten sich beide „ausgehfertig“, pickten sich in das Stecktau ein krochen nach vorn auf das Vorschiff, während ich versuchte, die Poseidon möglichst ruhig zwischen den Wellenbergen hindurchzusteuern. Auf dem Vorwindkurs gelang mir das noch sehr gut, zumal ich den Motor zur Unterstützung einsetzte. Alex spannte die Dirk, Cordula bereitete alles zum Lösen des Großfalls vor. Da wir das Groß nicht auf diesem Vorwindkurs bergen konnten, gab ich nun das Kommando: „Achtung, ich drehe jetzt in den Wind“ und schrie „FESTHALTEN!!!“ Ich suchte mir ein Wellental aus, um möglichst! wenig Wind von der Seite während der Drehung  abzubekommen, gab Vollgas und drehte die Poseidon auf dem Teller. Sie war allerdings nicht schnell genug, der Wellenberg begann schon wieder anzusteigen, immer steiler und steiler, die Poseidon legte sich mehr und mehr auf die Seite, der Süllrand war schon unter Wasser. Kurz vor Erreichen des Wellenkammes riss dann auch noch der Wind voll im Segel, obwohl ich das Großsegel fast ganz aufgefiert hatte. Cordula und Alex klammerten sich an den Mast und blickten wartend auf mein Kommando zum Lösen des Großfalls. Ich wollte es ihnen aber noch nicht geben, denn der Baum war noch zu weit außerhalb des Schiffes gestanden, Kämen jetzt die Segel runter, würden sie ein Opfer der Wellen und des Windes werden. Die Drehung musste erst noch fertig vollzogen werden, solange, bis der Baum und die Segel innerhalb des Schiffes standen.

 

Das Problem war nur, dass die Poseidon inzwischen schon wieder ins nächste Wellental rauschte, und dort mit zu steilem Winkel in die nächste Welle einstechen würde, sodass das gesamte Vordeck überspült worden wäre. Cordula und Alex hatten zwar einen guten Stand, aber ein erhöhtes Risiko war es allemal.

 

„WAHRSCHAU WELLE!!!“ schrie ich nach vorne. „WAS???“ schrie Cordula. Gegen den Wind und mir dem knatternden Segel konnte Sie mich nicht verstehen. Ich deutete mit den Händen eine Wellenbewegung an. „EGAL!!!“ schrie Cordula zurück. Ich wartete aber noch, bis ich 1/3 der Welle erklommen hatte und richtete die Poseidon dann ca. 20° gegen den Wind aus. Gott sei dank, standen die Wellen nicht genau senkrecht zur Windrichtung und mir blieb so ein genügend großer Spielraum zum Manövrieren, ohne Cordula und Alex zu gefährden. Als ich den idealen Winkel erreicht hatte, schrie ich aus voller Kehle „RUNTER!!!“ und gab das entsprechende Handzeichen dazu. Das Groß fiel dank der neuen Mastrutscher sofort in sich zusammen. In dem Moment sah ich jedoch eine große Welle auf uns zukommen und schrie „WAHRSCHAU WELLE!!!“ und schon stach die Poseidon mit dem Bug in ankommende Welle ein. Kurzzeitig sah ich Cordula und Alex nicht mehr und hatte den Daumen schon auf der MOB-Taste, als ich in der Gischt beide an den Baum geklammert erkennen konnte.

 

„DIE DIRK LÖSEN, BAUM RUNTER!!!!“ Alex hangelte sich auf die andere "KAP LINDESNES" - Kap Horn des Nordens - Klick vergrößert extern! Seite, während Cordula bereits in Richtung Cockpit kroch. Alex löste die Dirk und Cordula half mir den schwankenden Baum zu bändigen. Wir wuchteten Ihn in eine Position, an der er nicht störte und banden Ihn an einer Klampe fest. Nun konnte ich die Poseidon wieder auf einen „vernünftigen“ Kurs bringen, auf dem Alex wieder ohne Gefahr ins Cockpit kriechen konnte.

 

"FARSUND" - Ansteuerung - Klick vergrößert extern! „Wir haben überhaupt nichts verstanden dort vorne“. „Wir haben es geschafft, noch eine Stunde, dann sind wir im Fahrsund. Die Wellen werden dann sicher wieder kleiner“.

 

 

 

 

 

 

Zwei Tage später haben wir in Tanager eine älteres Segler-Ehepaar mit einem riesigen 60-Fuß-Schiff getroffen, sehr erfahrene Weltumsegler aus Hamburg, wenn man Ihr Schiff betrachtete. Sie erzählten uns, dass Sie sich zum selben Zeitpunkt ums das Kap Lindesnes „gekämpft“ hatten, wie wir und dass sie dabei „ordentlich eines auf die Mütze bekommen“ hätten, wie Sie sich auszudrücken pflegten.

 

Im nachhinein können wir recht stolz sein – denke ich – dass wir das so ruhig, souverän und ohne Panik gemeistert hatten. Hiermit ein großes Lob an meine beiden Helden!!!

 

 

(Montag 02. Juli 2007 - X+16)

farsund (N)

Position:   N 58°04'03.14s

E 006°47'58.65s

 

 

SMS Montag, 02.07.2007 14:05 MESZ+1

 

Sind gerade in Farsund, haben gestern (Sonntag) das Kap Lindesnes umrundet.

 

War wieder mal ein kleines Abenteuer.

Neuer Bericht "Das Skagerak gibt sich die Ehre" anbei!

 

 

 

Die Geschichte zum Tag, nachgeliefert am 07. Juli:

02.07.2007 - Hafentag in Farsund

 

In den Hafenhandbüchern steht: „Für den kleinen Hafen Farsund lohnt ein Abstecher, obwohl er etwas abgelegen ist.“ Farsund ist gleich nördlich um das Kap Lindesnes herum am Anfang eines Fjord gelegen und bietet einem eine äußerst liebreizende Landschaft. Schon bei der Ansteuerung gestern Abend hatten wir den Eindruck, zwischen den vielen kleinen Inselchen hindurch auf Entdeckungsreise nach einem vergessenen Seeräubernest zu sein. Es gibt mehrere Anlegestellen an verschiedenen Piers oder, wie bei uns, an Schwimmstegen. Alle sind praktisch mitten im malerischen, romantischen Ort gelegen.

"FARSUND" - "Räubernest Farsund" - Klick vergrößert extern!

Wir dösten noch in den Morgenstunden, als jemand draußen auf dem Steg in Deutscher Sprache rief „Frische Brötchen!! Frische Brötchen“. Ich glaubte zunächst an einen Traum, drehte mich um und schlief weiter. Erst als wir aufstanden übergab uns vom Nachbarschiff aus ein Norweger als Geschenk eine Tüte mit frischen Semmeln, eine Informationsbroschüre über Farsund und eine örtliche Zeitung mit einem schönen Gruß von der Hafenmeisterin. Sie hätte bei Ihm das für uns abgegeben. „Das ist hier so üblich“, wie er meinte. Später ging ich in die Hafenmeisterei und wollte die Liegegebühr bezahlen. Man ließ mich jedoch freundlichst wissen, dass ein Liegeplatz in Farsund kostenlos sei und ich so lange liegen bleiben könne, solange ich wolle. Sie überschüttete mich noch mit Informationsmaterial über Farsund und die Umgebung und wünschte mir eine schöne Segelreise.

 

So viel Liebreiz und Scharm wollten wir länger genießen und beschlossen deshalb, einen gemütlichen Tag hier in diesem kleinen Nest zu verbringen. Wir gingen ausgiebig duschen, bummelten durch den Ort, unterhielten uns mit den beiden Stegnachbarn (Norweger aus der nähe von Narvik bei den Lofoten, die in 3 Wochen hier herunter gesegelt sind), ich schrieb wieder Geschichten und... faulenzten einfach so vor uns hin.

 

Das hatten wir nach dem gestrigen, kurzen, aber heftigen Sturm auch verdient.

 

 

(Dienstag 03. Juli 2007 - X+17)

 

tananger (N)

Position:   N 58°55'50.62s

E 005°35'55.43s

 

SMS 20:35 MESZ+1 eingetroffen:

"TANANGER" - Geplantes Endziel erreicht - Klick vergrößert extern! Geplantes Endziel Tananger (N) soeben erreicht!

 

Hafen wir leider gerade umgebaut, so müssen wir also anderen Hafen suchen!

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"Nachbrenner" SMS 21:08 MESZ+1 eingetroffen:

Ausführlichere INFO morgen.
Sind heute schon um 4 Uhr aufgestanden.
Seit Tagen jagt ein Tief das Nächste.
Nur Stürme und Regen.
Schönes Wetter nur in der Kuchenbude mit Standheizung!

 

 

Die Geschichte zum Tag, nachgeliefert am 07. Juli:

03.07.2007 - Vorläufiges Endziel Tananger

 

Da wir an diesem Tag über 80 sm bis nach Tananger segeln wollten, standen Cordula und ich schon um 4:00 auf. Alex tut sich zwar oft etwas schwer mit solchen Ablegezeiten, dafür ist er abends aber immer der letzte, der in die Kojen steigt. Und wenn es darum geht, mal einen Nachtschlag zu machen, ist er in den Abendstunden immer der fiteste von uns allen. So ergänzen wir uns als Mannschaft ideal und Cordula und ich haben nie ein Problem damit, wenn Alex immer der letzte ist, der aufsteht.

 

Die Dämmerung dauert in diesen Breiten nur von 01:00 bis ca. 2:30, so richtig dunkel wird es eigentlich nie. Als wir um 5:30 ablegten, war es natürlich schon taghell. In diesen frühen Morgenstunden waren die Leuchtfeuer von Farsund jedoch noch an. Die Sektorenfeuer demonstrierten uns anschaulich, dass auch eine Ansteuerung nachts nach Farsund durchaus machbar ist, obwohl es ständig zwischen Untiefen und Inselchen hindurch geht.

 

Aus den Erfahrungen auf dem offenen Meer vor 2 Tagen hatten wir gelernt und setzten von Anfang an gleich das 1.Sturmsegel mit 9 qm und wollten den ganzen Tag nur mit diesem als Stützsegel und unter Motor fahren. Es sollte für uns nicht mehr so stressig werden, deshalb beschlossen wir, solange wir so unsicheres Wetter hatten – es waren schon wieder zeitweise 5-6 BFT angesagt – lieber auf Sicherheit als optimales Segeln zu setzen. Aus Geschwindigkeitsgründen war es eh mit Stützsegel und Motorunterstützung schneller, außerdem konnten wir so wieder unseren „Herrn Mümmelmann“ ans Steuer lassen, zumindest, solange die Wellen noch moderat waren. Denn bei hohen Wellen ist der Autopilot eindeutig überfordert, ein Übersteuern in den Wellen ist leider oft nicht auszuschließen, was vor allem mit einem angeschlagenen Großsegel schlimme Folgen haben kann.

 

Auf Vorwindkursen fahren wir auf jeden Fall bei Einsatz des Großsegels grundsätzlich mit dem sogenannten „Bullenstander“, einem Tau, welches das Überkommen des Großsegels bei einer sogenannten „Patenthalse“ verhindert. Der Nachteil dieses Bullenstanders ist jedoch, dass das Segel mehr oder weniger in einer Position fixiert ist und vor allem das fixieren und wieder Lösen dieses Hilfstaues vor allem bei Wellengang gar nicht so einfach vonstatten geht. Und es bleibt immer ein Restrisiko vorhanden, nämlich in den Momenten der Montage bzw. Demontage. Man kann natürlich zu diesem Zeitpunkt einen etwas günstigeren und nicht so gefährlichen Winkel zum Wind bzw. zu den Wellen fahren, dementsprechend schräger wird die Sache dann aber für denjenigen, der gerade in Lee mit der Montage beschäftigt ist. Das muss man auch mögen, mit den Schuhen im gurgelnden Wasser unter 45° Schräglage nach außen zum freien Wasser hin geneigt und dann noch an Deck einen vernünftigen Schlag mit einer Hand um eine Klampe hinfummeln. Denn eine Hand immer für sich selbst!!! Cordula ist in dieser Beziehung zwar ein echtes Naturtalent, was die Schräglage angeht. Ich denke, dass es Cordula schaffen würde auf den Kiel einer Jacht zu klettern, ohne nasse Füße zu bekommen, während die andere Mannschaft bei einem Durchkentern den Fischen zuschaut. Aber leider sind Cordulas Knoten nicht immer sozuverlässig. Und da kommt dann Alex ins Spiel, dessen Knoten seit dem Urlaub auf Rügen nie mehr unabsichtlich aufgegangen sind. Wie ich schon mal sagte: Er hat viel dazugelernt!!

 

Diesen „Unbilden“ mit dem Großsegeln wollten wir uns nicht aussetzen und entschlossen uns, wie oben bereits gesagt, nur das Sturmsegel zu setzen. Dies ist ein Segel, welches sich selbst wendet und – ist es einmal für einen Kurs eingestellt – keinerlei Bedienung durch die Mannschaft mehr benötigt. Gerade bei höheren Windstärken ein ideales Segel. Für kräftige Winde besitzt die Poseidon ein 9qm Sturmsegel, für extreme Stürme ein 7qm Sturmsegel. Das Tuch dieser Segel ist aus extrem festem Material und verträgt auch mal den einen oder anderen Fahrfehler, ohne dass es sich gleich in seine Bestandteile zerlegt. Einfach gesagt: Kein schnelles, aber ein unkompliziertes Segel, also für heute unsere erste Wahl.

 

Wir kamen den ganzen Tag ganz prächtig damit voran, wenn uns auch die eine oder andere Jacht überholte, denn eigentlich hätte die Poseidon an diesem Tag durchaus mehr Tuch vertragen. Aber ich hatte keinen Bock darauf, schon wieder mit den Elementen kämpfen zu wollen, wenn sich die Götter wieder mal einen Spaß mit uns erlauben wollten. Gegen Mittag konnten wir sogar den Motor ausschalten, da der Wind nun kräftig genug blies und wir alleine mit der Sturmfock mit 4-5 Knoten dahinrauschten. Das kam mir sehr recht, denn ich musste feststellen, dass ich mich im Dieselverbrauch etwas verschätzt hatte und mir gut und gerne 2-3 Stunden bis nach Tananger an Kraftstoff fehlten.

 

So segelten wir bis zum Abend und schalteten den Motor erst wieder ein, als der Wind komplett einschlief und sich am Horizont eine pechschwarze Gewitterfront kurz vor Erreichen von Tananger aufbaute. Als plötzlich die Windrichtung um 180° drehte und schnell an Stärke direkt aus Richtung der Gewitterfront zunahm, ließ ich Schwimmwesten und unsere „Möbse“ anlegen, „Klar Schiff“ und alles sturmfertig machen. Die Gewitterfront kam immer näher, der Segler vor uns, der uns vor kurzem überholt hatte verschwand bereits im Regenschleier und wir befürchteten das schlimmste. Doch die Wolkenfront und der Regenschleier zogen ganz knapp in einem Abstand von vielleicht 1-2sm an uns schräg vorbei und wir bekamen kaum einen Tropfen ab. Allerdings musste ich mir dennoch danach einige Tropfen von der Stirn wischen,...

aber nicht vom Regen...

 

 

Routenführung auf "Google":

TANANGER - Ziel für den nächsten Schlag? - Klick vergrößert extern!

 

 

(Mittwoch 04. Juli 2007 - X+18)

 

Finale!

Geplantes Endziel Tananger (N) erreicht!

Genaue Position kommt nach Verlegung in anderen Hafen weil Tananger im Umbau.

Ausführlichere INFO in Arbeit.

 

SMS 09:51 MESZ+1 eingetroffen:

Wir wollen noch den lysefjord befahren.
Aber zunächst muss ich einen Liegplatz organisieren.
Habe keine Lust die POSEIDON schon wieder zurück zu bringen.

 

 

Die Geschichte zum Tag, nachgeliefert am 09. Juli:

04.07.2007 - Tananger „in Bau“, also auf nach Stavanger

 

Der kleine Hafen Tananger, nur ca. 15 km von Stavanger entfernt, wurde mir von Walter, einem guten Segelfreund aus Stralsund – ebenfalls Besitzer eines Traditionsschiffes – wärmstens als ein idealer und kostengünstiger Überwinterungsplatz empfohlen. Als wir am Abend des 03.07. jedoch hier in Tananger einliefen, hatten wir Mühe, irgendwo einen Platz zum Festmachen zu finden, denn der eigentliche in den Hafenhandbüchern beschriebene alte Schwimmsteg war abgebaut und durch einen Betonsteg ersetzt worden, der allerdings noch nicht fertig und deshalb gesperrt war. Als wir so motivationslos im Kreis auf der Suche nach einer Anlegestelle fuhren, winkte uns ein Ehepaar von einem großen Schiff zu, wir sollten doch bei Ihm „im Päckchen“ anlegen, also außen an sein Schiff dran. Ich mache dies normalerweise nicht gerne, denn man muss somit immer über das benachbarte Schiff steigen, sobald man an Land gelangen will und stört die Ruhe des Nachbarn. Er meinte jedoch, wir seien ja schließlich keine 10-Mann Crew und das ginge schon klar. Ich wies noch Cordula und Alex an, immer über das Vorschiff des Stegnachbarn zu gehen, so wie dies in Seglerkreisen allgemein üblich sei, um die Privatsphäre möglicht nicht zu stören.

 

Im angrenzenden Hotel bekam ich die Telefonnummer des Hafenmeisters, der leider nur sehr schlecht Englisch sprach und mir mitteilen musste, dass Tananger dieses Jahr keine Gästeliegeplätze zu vergeben habe, da der Steg erst im Herbst fertig werden würde. Schade! Denn der Hafen war eigentlich ganz nett. Die Liegegebühren waren die ersten drei Tage frei, die Duschen und Toiletten kosteten ebenfalls nichts.

 

"TANANGER" - Hummer mit Bordwerkzeug - Klick vergrößert extern! Ein freundlicher Fischer schenkte uns sogar noch ein paar Hummerscheren zum probieren, die wir am Abend kochten. Haben Sie schon mal Hummer ohne Hummerzange gegessen? Das Bild zeigt anschaulich, wie wir mit Bordwerkzeug versuchten, die Scheren zu knacken. Der Hummer hing jedenfalls danach überall im Schiff, an den Wänden, im Gestänge und den Segeln, nur kam dabei sehr wenig in unseren Mägen an. Ich weiß nicht, warum die Leute immer so scharf darauf sind, Hummer zu essen. Meiner Meinung nach schmecken Krabben oder Garnelen viel besser. Hummer ist mir zu trocken – und zu kompliziert „im Handling“!! Wenigstens hatten wir viel Spaß dabei.

 

Wegen der schlechten Nachrichten bezüglich Liegplatz beschlossen wir, nach Stananger „um die Ecke“ herum zu fahren. Es war nur 15 sm entfernt, also ein Klacks für uns. In einem kurzen Telefonat mit Walter – ich erwähnte Ihn oben bereits, teilte er mir seine Enttäuschung über Tananger mit, denn dies war immer eine seiner Lieblingshäfen in Norwegen gewesen. Er empfahl mir die große Marina in Stavanger kurz vor der Brücke an Backbord.

 

Die Marina war auch nicht zu übersehen, allerdings war sie gerammelt voll und wir fanden Gott sei dank noch einen Platz mit einem grünen Täfelchen, einer in Segler kreisen üblichen Markierung eines freien Gast-Liegeplatzes. Am nächsten Morgen wollte ich mich dann in dieser Marina nach einem Dauerplatz bis Mai 2008 erkundigen.

 

 

(Donnerstag 05. Juli 2007 - X+19)

 

 

"HOEGSFJORD" - Klick vergrößert extern! Gebiet - LYSEFJORD - Klick vergrößert extern!Nach der SMS von gestern schippern Sie nun in den Fjorden herum und genießen wohl die Landschaft pur. Denn allein mit einer kurzen Internet-Recherche erkennt man sofort, wie Ihnen zumute sein muss, wenn sie die Gegend von lysefjord befahren.

 

Die Geschichte zum Tag, nachgeliefert am 09. Juli:

05.07.2007 - Verzweifelte Suche nach einem Liegeplatz und erster Besuch des Lysefjordes

 

In der Hafenmeisterei der Solyst-Marina empfing mich eine sehr freundliche Dame, die mir jedoch die enttäuschende Mitteilung machte, dass es in ganz Stavanger vollkommen an genügend Liegeplatzen mangelt. Einen Gastliegeplatz bis Mai nächste Jahres könne Sie mir leider nicht bieten, denn es gäbe eine Liste mit über 300 Schiffen, die auf einen Platz in Ihrem Hafen warten würden. „In Stavanger haben viele, viele Geld für ein Schiff, es ist eine sehr wohlhabende Stadt, aber nur wenige einen Liegplatz“. Sie wollte sich aber bis Mittag bei anderen Marinas erkundigen.

 

Was nun? Dies waren die denkbar schlechtesten Nachrichten, die ich erwartet hatte. Was sollte ich nun mit der Poseidon hier in Norwegen anfangen. Alle Prognosen meiner lieben „Norwegen-erfahrenen“ Seglerkollegen waren also falsch gewesen? Denn alle bescheinigten mir, dass es in Norwegen überhaupt kein Problem sei, zu überwintern. Dies gelte auch für den Rest von Norwegen, wie die Hafenmeisterin meinte, aber eben nicht für Stavanger. Gespannt wartete ich bis 11:00, doch sie hatte nur schlechte Nachrichten für mich: Alle Marinas, die sie angerufen hatte, hatten dieselben Nachrichten. Mit der Poseidon Marina für Marina abzuklappern würde zuviel Zeit kosten. Also entschloss ich mich, einen Mietwagen zu holen und alle auf der Karte verzeichneten Marinas und in Frage kommenden Anlegestellen der Umgebung abzuklappern. Wir waren 2 Tage damit beschäftigt. Aber überall dasselbe Bild: Alle hatten endlos lange Wartelisten und die Gastboot-Liegeplätze waren alle schon im Voraus bis zum Herbst ausgebucht.

 

Der einzige Lichtblick war das Stavenger Yacht Senteret, die konnten mir zumindest – sogar für einen einigermaßen akzeptablen Preis – einen Land-Liegplatz anbieten. Ich sagte unter Vorbehalt zu, um mir zumindest diese Möglichkeit zu sichern, wollte aber noch weiter nach einem Liegeplatz im Wasser suchen, den Stavanger gilt als eisfrei und ein Holzschiff liegt nun mal lieber im Wasser, als auf Land.

 

Auch die Suche danach brachte kein neues Ergebnis, also sicherte ich mir endgültig den Landliegeplatz. Wenigstens konnten wir nun noch ein bisschen Zeit damit verbringen die nähere Umgebung von Stavanger in Augenschein zu nehmen.

 

Als erstes entschlossen wir uns noch am späten Nachmittag, den Lysefjord, soweit dies möglich ist, mit dem Auto abzufahren, und vielleicht mit einer Wanderung bis zum weltberühmten Preikestolen (Kanzelfelsen oder Predigtstuhl) zu verbinden. Es war eine sehr schöne Fahrt durch die Fjordlandschaft dorthin. Leider kamen wir erst um 20:00 am Ausgangspunkt des Wanderpfades an und der Weg bis zum Predgestolen sollte „für Leute mit guter Kondition“ 2 Stunden dauern. Da Alex und ich nun nicht gerade die sportlichsten Menschen sind und ein Ehepaar, welches gerade zurück kam meinte, dass sie eher das doppelte benötigt hätten, beschlossen wir uns, die Wanderung auf den nächsten morgen zu verschieben und erst mal wieder zur Poseidon zurückzufahren. Wir freuten uns schon sehr auf die Wanderung am nächsten Tag nachdem wir so lange auf der Poseidon eher sitzend tätig waren.

 

 

(Freitag 06. Juli 2007 - X+20)

 

Ein weiterer "Frei-Tag!

 

Standortmeldung oder anderes ist leider noch bis jetzt ausgeblieben.

 

Wovon wir allerdings mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgehen können ist, dass die POSEIDON Wasser unterm Kiel hat und die Crew (keine Wasser trinkt) es sich gut gehen lässt.

 

Nach der SMS vom Donnerstag machen sie die Gegen vom  lysefjord im Rogaland unsicher und uns uns ein bisschen auch.

 

Kleine Recherche:

 

Rogaland ist die südlichste Fylke (Provinzen, Verwaltungsbezirke), die man zu Westnorwegen zählt.

"LYSEFJORD" - Klick vergrößert extern! Mit der Fylke Rogaland beginnt das eigentliche Fjordnorwegen. Zwar gibt es entlang der Südküste auch schon Fjorde, aber diese haben nicht die Dramatik eines Lysefjorden. Doch nicht nur Fjorde bestimmen die Landschaft Rogalands. Im Südwesten der Kommune liegt die flache Landschaft Jæren, die eher an Ostfriesland erinnert als an Norwegen.

 

Küste von dem umrundetetn Kap bei LINDESNES - Klick vergrößert extern!

 

 

 

 

 

 

 

 

(Mit Bestem Dank an die Photographen, freigegebenes Bildmaterial aus www.pixelio.de)

 

 

 

"STAVANGER SOLYST" - Position - Klick vergrößert extern! (Samstag 07. Juli 2007 - X+21)

stavanger (N)

Position:   N 58°58'31.38s

E 005°44'22.51s

 

 

 

 

Positionsmeldung nach Anfrage

per SMS Heute 07.Juli.2007 08:12 MESZ+1:

 

Sind in Stavanger Marina "Solyst"

Verholen Morgen ins "Stavanger Yachtsentere", 0,5 SM von hier.

 

SMS und eMail Gestern, Freitag 06.Juli 21:48 MESZ+1 eingetroffen:

 

Pisse seit einer Woche.

Endlich nach einer Woche Suche, Platz für die POSEIDON gefunden.

Aber viele Probleme vor Abflug zu lösen.

Deshalb wenig Geschichten und Info.

Morgen mehr.

 

Aufgemerkt: Mit der eMail eingetroffen die Geschichte vom 01. Juli mit der Erzählung Kap Lindesnes umrundet! (gehe zu Tag X+15 (hier klicken))

 

"KAP LINDESNES" - Kap Horn des Nordens - Klick vergrößert extern!

(unbedingt lesen - gehe zu Tag X+15 (hier klicken))

 

 

 

(Sonntag 08. Juli 2007 - X+22)

stavanger (N)

Position:   N 58°58'31.38s

E 005°44'22.51

 

Post mit neuen Geschichten noch am späten Samstag Abend,

07. Juli, 23:03 MESZ+1, eingetroffen :

 

Zum Dienstag 03.07.2007 - Vorläufiges Endziel tananger:

 

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Zum Montag 02. 07. 2007 - Hafentag in Farsund:

 

 

Die Geschichte zu den Tagen, nachgeliefert am 11. Juli:

Zum 06./07. und 08.07.2007 - stavanger

 

Manche behaupten Bergen und Stavanger liefern sich jedes Jahr eine Wette, wer die meisten Niederschläge zu verzeichnen hat, böse Zungen behaupten sogar, in dieser Gegend kommen die Babys bereits mit angewachsenem Regenschirm auf die Welt. Auffallend ist, dass die Menschen sich um Regen hier nicht im Geringsten kümmern. Macht man einen Stadtbummel in Stavanger, herrscht auch bei heftigsten Regenschauern geschäftiges Treiben auf den Straßen, die mit riesigen Regenschirmen und Heizstrahlern ausgestatteten Straßen-Cafes sind voll besetzt, innen sind die Lokale wie leergefegt, und die Männer rennen auch bei diesem Wetter mit T-Shirts und die Frauen mit Spagettiträger-Blusen durch die Strassen. Immer nach dem Motto, was man nicht anhat, wird nicht nass. Wir kamen uns oft auf dem Segeltörn in unseren vermummten Monturen komisch vor, wenn uns die Norweger auf Ihren schnittigen Motorschiffen mit nacktem Oberkörper und wehenden Haaren überholten.

 

Wenn man also im Urlaub nicht erwartet, jeden Tag die Sonne genießen zu müssen, oder gar sich in der Sonne gar braten lassen möchte – einen schönen Gruß an dieser Stelle an die Zweigstelle in Griechenland - dann ist Stavanger ein durchaus liebenswerter Ort, denn sie hat sich trotz des Rufes, Ölhauptstadt des Europäischen Kontinentes zu sein einen sehr romantischen Charakter bewahrt. Sicher spürt man allerorten die Macht des Geldes. Geht man mal auf ein kleines Bierchen in ein Cafe und trinkt danach einen Cappucino, ist man zu dritt schnell mal 35-50 EUR!!! (in Worten fünfunddreisig bis fünfzig) los, ein Abendessen zu dritt kostet schnell mal 150 EUR, ohne jedoch gleich Hummer gegessen zu haben. Dienstleistungen sind hier einfach preislich sehr hoch angesetzt.

 

Anders verhält es sich dagegen in Supermärkten. Sieht man mal von den alkoholischen Getränken ab (eine Dose Bier kostet z.B.3-4 EUR) sind alle Lebensmittel ungefähr so teuer, wie bei uns, Fisch ist extrem billig (weniger, wie die Hälfte, als bei uns) und von hervorragender Qualität. Ebenfalls extrem billig ist der Dieselkraftstoff für Schiffe, der von der Steuer befreit ist. Ihn bekommt man allerdings nur an den speziellen Schiffs-Tankstellen. Man kann sich also durchaus hier auch mit unserem Geldbeutel durchschlagen, wenn man auf den Alkohol verzichten kann oder eine tiefe Bilge hat, wie ein Langkieler.

 

Da unsere Psyche es jedoch nicht schaffte, diesen Wetterverhältnisse wie ein Norweger entgegen zu treten, verspürten wir am Freitag morgen bei strömendem Regen weniger den Wunsch nach einer Wanderung über glitschige Felsen und triefend nasse Moosflächen, sondern suchten die trockenen Museen von Stavanger auf: Zuerst das Schifffahrts-Museum, dann das Konserven-Museum und am Sonntag noch das Öl-Museum. Alle lohnen wirklich einen Besuch, da man viel über die Geschichte Stavangers, die Umgebung und sehr interessante Informationen über die gesamte Öl-Produktion in Norwegen erfährt.

 

"STAVANGER" - Trocknen der Segel - Klick vergrößert extern! Der Samstag galt zunächst dem Besuch des Lyse-Fjordes mit der Poseidon, da aber unsere Segel und die Poseidon gerade eben mühsam für die "LYSFJORD" - Wasserfall am Lysefjord - Klick vergrößert extern!Einwinterung getrocknet waren, wollten wir sie nicht wieder den Unbilden des norwegischen Sommers aussetzen und machten – ich wage es kaum auszusprechen – eine Touristen-Kreuzfahrt in den Lysefjord. Schon kurz nach dem Ablegen zeigte sich, dass wir mit diesem Entschluss eine gute Entscheidung getroffen hatten, denn es regnete so stark, dass das Wasser selbst auf dem Kreuzfahrtschiff an allen möglichen Ecken durch die Decke kam. „Schön, wenn auch mal andere Schiffe undicht sind“, sagte ich mir und lächelte im Stillen der Poseidon zu.

 

Immer wieder bummelten wir durch die Altstadt von Stavanger. Auffallend ist auch hier die Auseinandersetzung der Architektur mit dem „trüben, tristen“ Wetter: Die meisten Häuser "STAVANGER" - Altstadt - Klick vergrößert extern!sind in vollkommen „krachigen“, leuchtenden Farben angemalt. Ein einzelnes Haus für sich würde einen erschrecken, aber in dieser „bunte, bunte Smarties“-Mischung  sieht es ganz wunderbar erfrischend, eben selbst bei Regen aus. Daneben sind auch viele alte Holz-Häuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert schneeweiß angemalt, ein typischen Erscheinungsbild des historischen Stavanger schon seit dieser Zeit.

 

Wir haben trotz der Wetterverhältnisse Stavanger sehr genossen und freuen uns schon heute auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.

 

 

Letzter "tagesaktueller Eintrag" zum Törn

 

 (Montag 09. Juli 2007 - X+23)

stavanger - Yachtsentere (N)

Position:   N 58°58'52.90s

E 005°44'49.40s

 

Gerade , 09. Juli - 07:53 MESZ+1, SMS und Mail mit zwei neuen Geschichten eingetroffen :

 

POSEIDON wird heute ausgekrant.
Sind gerade auf dem Flughafen Stavanger,
Mittags in OSLO.
Neue Geschichten und Bilder geschickt.

 

 

NEUES zum lesen:

Zum Donnerstag 05.07.2007 - Verzweifelte Suche nach einem Liegeplatz und erster Besuch des Lysefjordes:

 

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Zum Mittwoch 04.07.2007 - Tananger „in Bau“, also auf nach Stavanger:

 

 

 

1. Nachlauf zum Törn

 

 (Mittwoch 11. Juli 2007)

 

Thomas, bereits wieder zu Hause, hat die letzten fehlenden Elemente  übermittelt. Bilder und eine Geschichte für die Letzten Tag.

Filmsequenzen kommen später - Transferkapazitäten reichten nicht!

 

Sein Resümee über den Törn gleich hier im Anschluss nach dem Hinweis auf "Stavanger".

 

NEUES zum lesen:

Für den Zeitraum über die Tage Freitag, Samstag u. Sonntag 06. 07. u. 08.07.2007 - "Stavanger"

 

 

Montag, 09.07.2007 - Resümee der ersten Etappe auf dem Weg von

STRALSUND (D) zu den LOFOTEN (N)

 

Auf dem Schiff:

Natürlich ist die Poseidon nicht so komfortabel, wie ein modernes Schiff und erfordert von der Mannschaft viel Toleranz. Man ist auf engstem Raum „zusammengepfercht“, lebt nur „aus der Tasche“, da niemand seinen eigenen Schrank hat. Je nach Situation (Schafen, Essen, Segeln) wird immer das Gepäck von A nach B und von B nach C geräumt und bei zwei Leuten unter Deck steht eigentlich immer einer im Weg. Man sollte sich nicht schämen, sich vor den Augen der anderen zu waschen oder gar in Ausnahmefällen seine „Geschäfte“ in den Eimer oder das "Portapoti" verrichten zu müssen, wenn es nicht anders geht. Man darf also keine Scheue vor körperlicher Nähe haben, ansonsten ist man nach kürzester Zeit angenervt. Man sollte ein gewisses Maß an Ordnungssinn mitbringen, denn obwohl es eigentlich immer wie im Chaos unter Deck aussieht, hat doch alles seinen Platz. Legt man Dinge nicht „an Ihren Ort“, sind sie in kürzester „wahrscheinlich in die Bilge gerutscht“
und man findet sie erst nach Tagen oder zufällig beim Ausräumen des Schiffes wieder. Jeden Tag am Abend erst die Kuchenbude aufzubauen, bevor man es sich gemütlich machen kann und dann auf einem kleinen
Gaskocher sein Essen zuzubereiten erinnert auch eher an ein „Jugendlager“ als an eine „Segelkreuzfahrt mit Captains-Dinner“, obwohl ich euch versichern kann, das der Captain JEDEN ABEND mit am Tisch sitzt.

 

Wetter:

Eine solche Tour ist nichts für Sonnenanbeter, aber das war jedem von vorn herein klar. Die ersten 2 Wochen waren meistens recht schön, die Sonne schien immer solange und sooft, dass es uns „genügte“. Ich schreibe dies in Anführungsstrichen, da wir sicher nicht gejammert hätten, wenn uns die Sonne mal so richtig „auf den Pelz“ geschienen hätte. Es war, einfach gesagt OK.

 

Flaute hatten wir eigentlich nie. Ab und zu schlief der Wind mal ein, aber zum Segeln war fast immer genug Wind, sofern man Zeit hat und keine großen Strecken hinter sich bringen muss. Da wir oft weit über 50sm am
Tag zurücklegen wollten, fuhren wir einiges unter Motor mit Segelunterstützung.

 

Beeindruckend war immer wieder, wie durch Kap- oder Düsen-Effekte der Wind derart schnell und hart zunimmt, dass man kaum genügend Zeit hat, die Segel zu bergen. Besonders extrem war dieser Effekt am Kap Lindesnes, wo sich Wellenberge innerhalb von ¼ Stunde aufbauten, die meine ganze gelernte Theorie über Fetsch und Wirkdauer über den Haufen schmiss. Durch ständige Überlagerungen, starke Strömungen und steil ansteigende Seegründe können sich innerhalb kürzester Zeit Berge von der 3-4-fachen normalen Wellenhöhe aufbauen und das chaotischste daran ist, dass sich diese vollkommen „ungeordnet“ aufbauen und man kaum eine Möglichkeit findet, das Schiff ruhig zu halten. Alles was nicht angeschraubt ist, fliegt quer durchs Schiff. Ich muss sagen, dass dies selbst bei 6 Windstärken – die am Kap dann schon mal kurzzeitig bis zu 8 BFT blasen können - schon echt nervenaufreibend sein kann.

 

Dass sich in der 3. Woche ständig die Tiefs ein Stelldichein gaben und uns am Tag kaum mal eine Stunde Zeit blieb, die Segel zu trocknen ist einfach Pech. Auch das Allgäu traf zu diesem Zeitpunkt ein Kälteeinbruch und es regnete fast ständig. Durch den Einfluss des Golfstromes sind jedoch hier im Norden die Temperaturen deutlich!!! wärmer, als sie sich bei uns im Allgäu bei solch regnerischem Wetter einstellen. Dazu kam natürlich noch, dass das Gebiet zwischen Stavanger und Bergen als das regenreichste Gebiet in ganz Europa zählt mit Niederschlagsmengen, die sogar 3 mal so hoch sind, wie unser beliebter Regenort Pfronten im Allgäu.

 

Ich hoffe inständig, dass ich damit nicht die potentielle Mannschaft für nächstes Jahr verkraule. Ich kann dem nur entgegnen, dass Alex gesagt hat, er sei nächstes Jahr wieder auf jeden Fall dabei!! Als wir nach Stralsund zurückkamen wurden wir herzlichst von meinen Segelfreunden empfangen. Walter hatte extra eine Video-CD mitgebracht über eine Norwegen-Tour seines Freundes. Sie hatten die meiste Zeit Sonne und Walter berichtete mir, dass letzte Woche, als wir im Regen saßen, am Nordkap 30°C !!! herrschten. Wir waren einfach nur am falschen Ort in Norwegen.

 

Landschaft:

Die Landschaft ist absolut einzigartig und vielseitig. Man sagt den meisten Tag nichts, sondern staunt nur und ist fasziniert. Selbst das schlechte Wetter nimmt kaum etwas von dieser Faszination. Was hier die Natur sich geschaffen hat ist einfach unglaublich und auf jeden Fall eine Reise wert, egal, ob zu Wasser oder Land, mit dem Schiff, Auto, oder für die ganz harten zu Fuß und mit dem Fahrrad.

 

Menschen:

Entgegen meiner bisherigen Erfahrungen im nördlichen Teil Norwegens mit dem Auto vor 15 Jahren habe ich diese Jahr nur sehr, sehr freundliche und äußerst hilfsbereite Menschen kennen gelernt. Meine damaligen Erfahrungen mit einer „deutschfeindlichen“ Einstellung habe ich nirgends erfahren, ganz im Gegenteil. Überall kommt man mit englisch durch, die meisten Norweger sprechen diese Sprache wie Ihre zweite Muttersprache, viele können auch deutsch.

 

Seekarten:

Natürlich erfordert die Gegend eine hohes Maß an nautischer Erfahrung und Vorsicht, einfach „nur so in der Gegend herumsegeln“ kann sehr gefährlich sein, ja sogar tödlich enden. Wenn man jedoch die nautischen
Hilfsmittel zu Rate zieht, von denen sehr viele und genügend in Norwegen vorhanden sind, ist es absolut sicher. Die Norweger sind eben eine Jahrhunderte alte Seefahrernation. Die Seekarten sind teilweise sehr alt (Erstellungsdatum), aber sehr genau. Ich habe in Schweden in den Seekarten des öfteren Untiefen gesehen, die nicht eingezeichnet waren, in norwegischen Seekarten ist mir dies bis heute nicht passiert.

 

Im Vorfeld hatte ich mir von einem begrenzen Gebiet Sportboot-Seekarten verschiedener Hersteller und dazu die amtlichen Norwegischen Seekarten besorgt. Die amtlichen Karten enthalten zu wenig Detail-Informationen, die gerade für Sportbootfahrer interessant sind, da sie sich in ganz anderen Gegenden, wie die Berufsschifffahrt aufhalten. Ich persönlich entschloss mich dann für die Sportbootkarten der Firma C-Map als grobe Orientierung. Entgegen der allgemeinen Pressemeldungen halte ich diese Karten für sehr gut, gerade weil sie eine Kombination aus See- und Straßenkarten sind und man auch hervorragend Ausflüge mit dem Auto oder Fahrrad damit machen kann. Ich habe jedenfalls die Behauptung der Presse, in diesen Seekarten fehlten die Tiefenangaben, nicht bestätigen können. Ich hatte überall entsprechende Angaben und alle Seezeichen finden können. Leider werden diese in Deutschland wegen der schlechten Pressemeldungen nicht mehr verkauft, in Norwegen bekommt man sie aber in jedem besser sortierten Segelgeschäft zumindest für die nähere Umgebung (z.B. in Stavanger im Segelgeschäft direkt am alten Hafen)

 

Im Detail jedoch verlasse ich mich schon seit Jahren auf die Bluechart-Karten von Garmin und verwende ein GPSMAP 276c. Diese Karten faszinieren mich immer wieder in der Genauigkeit. In Kroatien und in der Türkei hatten wir elektronische Seekarten eines anderen „führenden“ Herstellers und hatten damit nur Ärger. Teilweise sind damit wir „über Land“ gesegelt, während uns die Bluechart-Karten wirklich exakt führten. Das Argument des anderen Herstellers, das GPS-Signal sei „beeinflusst“ gewesen, lasse ich also nicht gelten. Man muss jedoch anführen, dass der Service von Garmin vor allem bezüglich der Lizenzpolitik und dem Gehabe darum und der allgemeine Service durchaus verbesserungswürdig ist. Ich habe z.B. die aktuelle Version drei mal
bei Garmin bestellt und nie erhalten und musste dann schließlich mir aus Zeitmangel kurz vor dem Urlaub eine NEUE Version in einem Geschäft kaufen.

 

Essen:

Über das Essen habe ich mich schon mal ausgelassen. Kurz gesagt: Kauft man im Supermarkt ein und verzichtet auf Alkohol, sind die Preise absolut mit den unsrigen vergleichbar und von hervorragender Qualität.
Das Gerücht, die Norweger hätten eine ähnlich schlechte Esskultur, wie die Engländer gilt zumindest für den Süden Norwegens nicht! Alkohol ist „kriminell“ teuer, Fisch extrem billig und von hervorragender Qualität. Die
Gastronomie hingegen ist extrem teuer, bis zum dreifachen!!!! unserer Preise. 5 Bierchen (1/2ltr) und drei Capuccino in Stavanger kosteten 35 EUR!!!

 

Internetauftritt:

Manch einer wird sich fragen: Warum macht der das mit dem aktuellen Logbuch im Internet?“ Dazu möchte ich folgendes sagen: Ich bin ein total begeisterter Segler und habe sehr viele Freunde mit unterschiedlichem
Interesse am Segeln. Mir ist es in den letzten Jahren immer wieder peinlich gewesen, wenn ich den einen Freund mit meinem ewigen Seglerlatein gelangweilt habe oder dem anderen Freund, der vielleicht hätte mehr wissen wollen mit Informationen zu kurz gehalten habe, weil ich die Geschichten schon zum 10. mal erzählt habe und mein Gedächtnis einfach nicht ausreicht, um mir zu merken, wem ich schon was erzählt habe.

 

Deshalb habe ich alle Geschichten mit allen Informationen die mir dazu einfallen und möglichst aktuell ins Internet gestellt. So kann jeder für sich selbst entscheiden, wie viel, wann und wie oft er Sie lesen möchte.
Selbstverständlich stehe ich allen Freunden und Interessierten weiterhin für zusätzliche Informationen und persönliche Gespräche zur Verfügung. So kann ich aber einfach sagen: „Schau Dir die Internetseite an, dann können wir später darüber reden.“

 

Ich möchte hier nochmals betonten, dass es mir nicht darum geht hier ein "BIG BROTHER AUF SEE" zu veranstalten!! Ich finde solche Auftritte äußerst geschmacklos und peinlich für unsere Gesellschaft.

 

An dieser Stelle möchte ich nochmals meinem Freund Franz recht herzlich danken, der diesen Versuch eines aktuellen Logbuches wirklich hervorragend umgesetzt hat. Er hat sich als ein hervorragender Redakteur entpuppt, der es verstanden hat, euch auch in Leerlaufzeiten mit interessanten Zusatzinformationen „am Ball“ zu halten. Außerdem habe ich schon von vielen Seiten gehört, dass Ihm dieses Internetseite von der Gestaltung und Aktualität hervorragend gelungen ist, was auch meine Meinung darstellt.

FRANZ: VIELEN, VIELEN DANK!!!

 

 

Ich (Franz Petz und "Pfleger" dieses LOGBUCh) bedanke mich an dieser Stelle für Ihre starke Teilnahme an dem Geschehen und Ihre zahlreichen Besuche in unserem LOGBUCH und nicht zuletzt für mich das Wichtigste,  die anerkennenden Worte von Thomas! Danke Thomas!

 

Und wie üblich: "Wenn es Ihnen gefallen hat sagen Sie es (empfehlen Sie mich) weiter, wenn nicht, sagen Sie es mir!"

 

 

2. Nachlauf zum Törn

 

 (Sonntag 22. Juli 2007)

 

Thomas, hat seinen 50-ziger geschafft und mir dabei die letzten, noch fehlenden Elemente übergeben.

 

Zwei hübsche Videospot´s zu den Hafentagen in SKAGEN:

 

SKAGEN - NORDSEE trifft auf OSTSEE"

(finden und abspielen unter dem Datum von
Montag, den 25. Juni 2007 - X+09- Klick)

 

und

 

"Tandemacrobatik" bei Schlechtwetter in SKAGEN

(finden und abspielen unter dem Datum von
Montag, den 25. Juni 2007 - X+09- KLick)

 

 

 

 

3. Nachlauf zum Törn - Bericht in der "Zwischensaison"

 

 (Samstag 10. November 2007)

 

Thomas ist zu einer Inspektion nach Stavanger geflogen.

Absicht war eigentlich nur die letzten Arbeiten zur endgültigen "Einwinterung" der POSEIDON vorzunehmen und letzte Absprachen bis zum Frühjahr und zu möglichen neuen Vorhaben/Törn`s, zu treffen.

 

Das Ergebnis hat Thomas in einem InfoBrief zusammengefasst (Vorsicht! Bisweilen schmerzlich zu lesen!):

 

Liebe Segelfreunde,

der Lack des Oberdecks komplett abgeblättert, schwarzes Holz, grüne Algen bedecken das ganze Schiff, die in Strahlsund neu gefertigte Sprayhood vergammelt und schwarz. So fand ich die Poseidon in Stavanger vor. Die Werft, in der ich Sie "zu treuen Händen" zurückgelassen hatte, hatte "vergessen" sie abzudecken. Die Person, mit der ich die Vereinbarung zur Unterbringung und Versorgung getroffen hatte war wenige Tage, nachdem wir Stavanger verlassen hatten entlassen worden und hatte alle Informationen über die Poseidon "mit sich genommen", der von mir unterschriebene Vertrag ist plötzlich nicht mehr aufzufinden. Niemand in der Werft hatte mehr daraufhin den Besitzer der Poseidon gekannt und hat sie einfach buchstäblich "im Regen stehen gelassen".

Unter Deck sah es noch viel schlimmer aus: das Wasser stand Knöcheltief im Schiff, die Polster klatsch nass und mit Schimmel und Stockflecken übersäht, grüner Schimmel überall an den Wänden, Cordula's Steuermannskoje total verrottet, die Segelsäcke nicht mehr gelb, sondern schwarz vor Stockflecken, die Segel nass. Alles, was wir an Klamotten im Schiff gelassen hatten war verrottet, die Schwimmwesten glitschig und vergammelt.

Ich war einfach nur traurig über soviel Ignoranz der Werft. Sie behaupteten, es habe kein Vertrag existiert und deshalb haben Sie an diesem Schiff auch nichts gemacht. Am meisten Ärgerte ich mich über mich selbst, das ich so gutgläubig war, die Poseidon fremden Händen zu überlassen, ohne es rechtzeitig zu kontrollieren. Ich muss mir dabei selbst wohl die größte Schuld geben.

Sei es drum: Nun galt es, den Schaden zu begrenzen. Zuerst musste die Poseidon abgedeckt werden, das Wasser abgelassen und alles getrocknet werden. Die Standheizung lief auf 40° Raumtemperatur, es herrschte Dampf im Schiff wie in einer Waschküche und so nach und nach bekam ich alles trocken. Die vergammelten Dinge schmiss ich weg. Dann kaufte ich Chlor-Bleichlauge und wusch das ganze Schiff innen und alles was Schimmel angesetzt hatte. Die Türen und Schapps waren so verzogen und vor Feuchtigkeit aufgequollen, dass sie sich teilweise gar nicht mehr schließen ließen.

Nach dem das Schiff von mir abgedeckt war, trocknete auch das Deck so nach und nach. Überraschender Weise war zwar der komplette Lack vom Dauerregen "abgewaschen" und in den Ecken, wo das Wasser stehen geblieben war hatten sich überall zentimeterdicke Algen gebildet, das Holz darunter hatte jedoch keinen Schaden genommen. Teak und Mahagoni-Holz ist überraschend widerstandsfähig, habe ich jetzt wieder feststellen können.

Ab Nachmittag stellte ich dann die verantwortlichen Leute der Werft zur Rede. Aus Ihrer Sicht war Ihr "Nicht-Handeln" zwar rechtlich unanfechtbar, denn ich hatte ja auch keinen Vertrag vorzuweisen und bis jetzt noch keine Unterbringungsgebühr bezahlt, da ich ja auch keine Rechnung von Ihnen erhalten hatte. Moralisch und seemannschaftlich jedoch nicht nur zweifelhaft, sondern meiner Meinung nach skrupellos und äußerst dilettantisch. Ein einfaches Abdecken mit den auf dem Schiff bereist vorbereiteten Abdeckplanen, die wir extra für diesen Zweck hinterlassen hatten, hätte fürs erste genügt. Dies hätte für 2 Mann ca. 1 Std Arbeit bedeutet, die sie sich ja auch spätestens dann hätten bezahlen lassen können, sobald ich das Schiff wieder zu Wasser gelassen hätte, denn ohne ihre Hilfe, hätte ich niemals "davonsegeln" können. Also wären Sie auch für ihr "eigenverantwortliches Handeln" auf jeden Fall entlohnt worden.

Nun ist das Kind aber schon in den Brunnen gefallen und es gilt jetzt den Schaden zu begrenzen. Ein erster Schritt war die Reinigung und Trocknung des Schiffes und das Abdecken mit der dicken Plane.

Unter tags war mir schon das enorm schnelle Fallen des Barometers aufgefallen. Innerhalb von 6 Std sank das Barometer von 1014 hPa auf 972 hPa. Dies hieß nichts gutes!! Und tatsächlich begannen so gegen 17:00 die ersten heftigen Böen. Immer wieder musste ich die Abdeckplane nachziehen und an verschiedenen Stellen mehrfache Verspannungen anbringen. So gegen 21:00 war der Wind dann so heftig, dass die Glasfieberstangen, die als zusätzliche Stützen dienten, brachen. Auch eine provisorische Reparatur brach entzwei. Das Schiff wackelte heftig im Gestell, das Getöse der knatternden Plane war so heftig, dass an ein Schlafen gar nicht zu denken war. Gegen 02:00 Nachts waren die Böen dann so stark, dass ich Angst hatte, das Schiff würde aus dem Gestell geblasen, der Wind riss an der Plane und es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis die Plane nachgab. Der Barometer fing zwar schon wieder zu steigen an, das Tief war also praktisch durch, der Wind legte aber trotzdem noch zu. Um 03:00 waren die Böen so heftig, dass ich es mit der Angst bekam, das Schiff würde umgeworfen und verließ das Schiff. Der Wind war so heftig, dass sie zum Besteigen des Schiffes von mir am Schiff festgebundene Leiter schräg in der Luft vom Wind weggeblasen wurde und ich die größte Mühe hatte, Sie so zu positionieren, um vom Schiff steigen zu können. Der von mir an einen Strick vom Schiff heruntergelassene 15KG schwere Rucksack wurde in einem Winkel von ca. 30° schräg vom Wind weggeblasen und hätte ich Ihn nicht am Strick befestigt, wäre er am Boden vom Wind fortgefegt worden.

Gegen 3:30, gerade als ich das Schiff verlassen hatte, fiel eine heftige Böe ein, die Plane bebte und plötzlich tat es einen Knall und die Plane zerriss vom Achterdeck her ein. Ich konnte nur noch zusehen, wie meine mühsam angebrachte Abdeckung zerfetzt wurde. Ich konnte nichts mehr tun und musste die Poseidon nun Ihrem Schicksal überlassen, denn in wenigen Stunden würde mein Flugzeug nach Deutschland zurück abfliegen, die Zeit reichte nicht mehr, um alles neu abzudecken. Außerdem hatte ich ja auch keine Abdeckplane mehr, denn die alte Plane war komplett zerfetzt.

Am Morgen telefonierte ich mit Ronny von der Werft, dem derzeitigen technischen Direktor. Er wolle sich am Montag um einen Segelmacher kümmern, der mir eine neue Abdeckplane aus einem stärkeren und reißfesteren Material anfertigen sollte. Er versprach mir, sich darum zu kümmern. Bis zur Fertigstellung der Plane wird die Poseidon mit einer provisorischen Plane abgedeckt werden (hoffe ich).

Für das nächste Frühjahr ist statt segeln nun erst eine komplette Überholung der Poseidon angesagt und ich wäre dankbar, wenn sich der eine oder andere bei mir melden würde, um mir bei dieser Arbeit zu helfen. Die Poseidon ist noch zu retten, das Grundmaterial ist Gott sein Dank unverrottbar, aber es ist sehr viel Arbeit angesagt, bis sie wieder im ehemaligen Glanz erscheinen wird.

Und die Moral von der Geschicht:

 

"vertraue niemals einem Unbekannten nicht!"

 

Thomas

 

 

 

 

ENDE