"Meilentabelle"
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STAVANGER (N):     N 58°59'0.27s

E 005°43'43.01s

"STAVANGER-BERGEN-TRONDHEIM

BODØ-LOFOTEN-BODØ"

BODØ(N):   N   67°17.0556s

---

"BODØ-GEIRANGER-BERGEN-
STAVANGER-KRISTIANSAND-STRALSUND"

STRALSUND: N 54°18'51.14s

E 013°05'09.27s

 

 

27. Mai 2008 - 09. August 2008

(Montag 21. Januar 2008 - X-126)

(X-00 = Auslaufen)

 

Am Anfang war der Plan ...

Schon früh im Jahr hat Thomas erste Informationen für den Törn 2008 herausgelassen!

 

Aber lest selbst:

 

Hallo meine lieben Segelfreunde,


diese Jahr ist es nun endlich soweit, dass wir mit der Poseidon auf die Große Norwegen-Tour gehen. Letztes Jahr haben wir in einem 4-wöchigen Törn das gute Stück schon bis Stavanger in Norwegen gebracht, wo es zur Zeit an Land in einem Gestell auf die große Aufgabe im Mai 2008 wartet. Leider habe ich mit der Werft in Norwegen ziemliches Pech gehabt. Sie haben sich entgegen meiner Anweisungen überhaupt nicht um die Poseidon gekümmert, so dass Sie inzwischen ziemlich verwahrlost in Ihrem Gestell steht und im Frühjahr erst mal von mir wieder auf Vordermann gebracht werden muss.

Dies hält mich jedoch nicht von meinem Vorhaben ab. Bis Mai ist ja noch genug Zeit etwas zu tun und die Poseidon kann das schon mal ab. Ist ja schließlich kein Plastik-Schiff. :-))

Wir haben nun die Tour mal grob geplant. Insgesamt sind es über 1500 direkte Seemeilen, die wir in 8 Wochen hinter uns bringen wollen, Kreuzen und die Abstecher in die Fjorde noch gar nicht mitgerechnet. Wir haben genügend Reserve-Tage eingeplant, so dass wir auf jeden Fall Luft für Hafentage bei schlechtem Wetter oder Landausflüge haben. Die Kern-Mannschaft mit Cordula, Alex, Michael, Raimund und mir steht schon fest, wobei Alex leider gerade im Urlaub ist und ich Ihn bis dato für eine zeitliche Einordnung noch nicht erreichen konnte. Ich hoffe, es passt für Alex so, wie wir das vorgesehen haben. (Hier kann es also noch Änderungen geben).

Wolfi weiß leider noch nicht, wann er Zeit hat, da dies sehr stark von den Ferien abhängig ist, da seine Frau Lehrerin ist. Ob überhaupt und wann er mitsegelt wird diese Woche entschieden.

Ich würde noch DRINGEND mindestens eine oder zwei Personen vom 01.07. bis 16.07./20.07 benötigen. Da sind wir (Raimund und ich nur zu zweit) und Raimund ist bis auf einen kurzen Törn nach Bornholm mit der POSEIDON noch segelunerfahren. Er macht allerdings gerade seinen SBF. Hier könnte ich also noch mindestens eine Hand benötigen. Für diese 16 Tage ist eine recht lockere Tour geplant. Wir haben hier nur etwas über 300 Seemeilen fix vor uns, haben also genügend Zeit, die Seele baumeln zu lassen, und auch mal den einen oder anderen Fjord anzusehen oder Wanderungen zu machen. NULL Stress also! Und 300 Seemeilen sind auch mit einer unerfahrenen Mannschaft locker in 16 Tagen zu meistern. Wir kommen schon am 16.07 in Trondheim an, da wir die letzten Tage noch die Poseidon winterfest machen müssen. Wenn sich jemand also für diese Tour entschließt, kann er bereits am 17.07. nach Deutschland zurück oder mit uns zusammen am 20.07 mit dem Wohnmobil von Stavanger aus zurückfahren. (Von Trondheim nach Stavanger werden wir uns einen Mietwagen nehmen).

Aller Voraussicht nach hätten wir auch noch einen Platz vom 23.05./27.05. bis 07.06.2008 und/oder vom 07.06. bis 17.06.2008 frei. Hier sind wir mit Alex, Cordula und mir eine sehr erfahrene Mannschaft, hier kann sich also auch ruhig ein absoluter Neuling in unsere Obhut begeben. Allerdings ist dies eine sehr "sportliche" Tour und zumindest in den ersten 7 Tagen ist mit schlechtem Wetter zu rechnen (die Wahrscheinlichkeit für schönes Wetter liegt ungefähr bei einem Lottogewinn). Ab 07.06. sollte es dann besser werden, da wir dann aus der ständigen Regenfront um Stavanger/Bergen heraus sind. Die Anreise für diese Tour kann entweder ab 23.05. zusammen mit uns mit dem Wohnmobil oder am 27.05. oder 07.06 mit dem Flugzeug erfolgen. Rückflug auf jeden Fall mit dem Flugzeug.

Kosten:
Bei Mitfahrgelegenheit mit dem Wohnmobil wird einfach das Benzingeld durch die mitfahrenden Gäste geteilt, Fähr- und Mautkosten werden von mir ü.

Flugkosten (ca. Preise bei frühzeitiger Buchung):
Memmingen-Hamburg ca. 60-80 EURO einfach, ca. 120-150 EURO hin und zurück (einschließlich Gebühren/Kerosinzuschlag/Steuern/etc.) mit TUI-FLY
Hamburg-Stavanger, einfach 70-110 EURO, hin- und zurück 140-220 EURO mit www.norwegian.no über Oslo
Hamburg-Trondheim, 80-150 EURO, hin und zurück 160-300 EURO mit www.norwegian.no über Oslo
Hamburg- Bodö, einfach 90-150 EURO, hin und zurück 180-300 EURO mit www.norwegian.no über Oslo
Hamburg-Narvik, einfach 90-150 EURO über Oslo bis Bodö, hin und zurück 180-300 EURO mit www.norwegian.no über Oslo bis Bodö dann Mietwagen oder Bus von Body bis Narvik, es soll auch einen Flug von Body nach Narvik geben, ist aber extrem teuer (ca. 300 EURO einfach)

Verpflegungskosten:
Wir rechnen mit ca. 300 EURO pro Woche und Person. Norwegen ist ähnlich teuer wie bei uns, solange man Einkaufen geht. Fisch ist extrem gut und billig. Ein Kilo bester Seeteufel kostet in Norwegen ca. 8-10 EURO!!, Lachs ca. 6-8 EURO das Kilo. Wir befinden uns auf den Lofoten in einem der besten Fischgründe der Welt und wollen auf jeden Fall versuch, dies zu nutzen! Mal sehen, ob sich auch dieses Mal wieder die Fische absprechen und bei allen anderen beißen, nur nicht bei Raimund und mir. Wir haben da in Italien so unsere schlechten Erfahrungen gemacht. :-))

Will man Essen gehen, ist Norwegen extrem teuer. Für ein normales Abendessen ist man schnell mal 20-30 EURO pro Person los, alkoholische Getränke noch gar nicht mitgerechnet. Im Norden von Norwegen wird es allerdings sehr schwierig, Gaststätten zu finden. Selbstverpflegung ist also angesagt.

Wir haben uns grundsätzlich für das System der Bordkasse entschieden, d.h. dass alles!! (auch Diesel, Hafengebühren, Bevorratung auf dem Schiff, Essen
gehen) grundsätzlich aus der Bordkasse gezahlt wird, die in regelmäßigen Abschnitten wieder gleichmäßig aufgefüllt wird. Personen, die kürzere Zeit an Bord sind, zahlen einfach den entsprechenden Anteil Ihrer Zeit an Bord am "Bevorratungsanteil", der erst am Ende der Reise endgültig festgelegt wird. Dies bedeutet, dass es nach dem Törn eine entsprechende kleine Nach- oder Rückzahlung geben kann, da erst dann feststeht, was von den bevorrateten Lebensmitteln alles verbraucht wurde.

Unterbringung auf der POSEIDON ist kostenlos, gegen freiwillige Spenden hab ich auf dieser Tour ausnahmsweise jedoch nichts, da sie für mich extrem aufwendig und kostspielig ist.

Und noch was wichtiges: Norwegen ist eine Alkohol-Diaspora!!! Bitte bringt ALLE!! (auch die Antialkoholiker von euch) die erlaubte Menge an Alkohol mit, die Ihr zollfrei einführen dürft. Wir werden es auf jeden Fall los!!! Eine Dose Bier / Flasche Wein in Norwegen hat schon so manches möglich gemacht. Und selbst brauchen wir ja schließlich auch unseren "Schlummertrunk"!

Also dann: Habt Mut und gönnt euch ein einmaliges Erlebnis! Wer zuerst kommt, malt zuerst!
 

Als Anlage findet Ihr den groben Törnplan (PDF) zu downloaden!

Gruß
Thomas

 

 

Liebe Grüße

Thomas
 

 

(Dienstag 11. März 2008 - X-77)

(X-00 = Auslaufen)

 

Nach einem eingehenden Briefing mit allen bisher geplanten Mannschaftsmitgliedern am vergangenen Freitag Abend, hat sich der Plan soweit verdichtet, dass die Route bestätigt wurde und mit geringen Änderungen ein tatsächliche Törnplanung festgelegt werden konnte.

 

Hier der letzte Stand als PDF zum download oder auch nur zum lesen.

 

Törnplan (PDF)

 

 

(Dienstag 13. Mai 2008 - X-14)

(X-00 = Auslaufen)

 

Hallo Freunde der POSEIDON!

 

Mit dem Pfingstsonntag sind Thomas und ich (Franz) von unserer  "Arbeitstour" aus Norwegen zurück.

 

Unter sagenhaften Wetterbedingungen, ohne auch nur einen Tropfen Regen (die Ortsansässigen Norweger meinten auf unser Fragen nach dem Wetter, das könnte schon der Norwegische Sommer für 2008 gewesen sein), konnten wir den Zustand der POSEIDEN auf ein sehr ansehnliches Maß wieder herstellen. Aufgrund der guten Lichtverhältnisse (die Werft ist komplett mit Flutlicht ausgeleuchtet) konnten wir locker über den Sonnenuntergang hinaus arbeiten. Das erlaubte uns ca. 12 Stunden täglich am Schiff. Mit zwei Mann über 6 volle Arbeitstage ergab sich da schon eine erhebliches Zeitvolumen, was der POSEIDON ausgesprochen gut getan hat.

 

Noch nicht ganz aber nahe dem Zustand "klar zum Auslaufen" konnten wir guter Dinge Stavanger wieder verlassen.

 

Nicht ohne zu verheimlichen, dass uns die Fähre Kristiansand (N)-Hirtshals (DK) schon auch heftig lockte. Dort kann man nämlich zur Passage auch gleich einen Platz für das angebotene Buffet buchen. Und das hatten wir auf der Anreise schon ausgiebig genossen und nun auf der Rückreise erst recht verdient sozusagen. Absolut zu empfehlen, wer immer über Land nach Norwegen anreisen muss!

 

Wenn nun die erste Crew an der POSEIDON eintreffen wird, sind noch  kleinere Arbeiten zu erledigen. Dann wird sie am Montag eingekrant  und letztendlich komplett aufgeriggt. Damit sollte der Plan gehalten werden können am 27. Mai auszulaufen und den ersten Schlag anzugehen.

 

Da Thomas sicher so schnell keine Zeit findet zu schreiben, dieser kurze Beitrag von mir.

 

Freundlich grüßt

Franz

 

 

 

 

(Dienstag 27. Mai 2008 - X-00)

(X-00 = Auslaufen)

STAVANGER(N):     N 58°59'0.27s

E 005°43'43.01s

 

 

Der Tag mit ablegen und auslaufen! Erzählt und nachgereicht am Mittwoch:

 

Einer meiner Vorfahren muss Seefahrer gewesen sein Die Koje, das Bett des Seemannes, ist eng und eigentlich unbequem, hat man sich beim Auskleiden den Kopf noch nicht an irgendwelchen Schapps, Vorhangstangen oder dem unheimlich geschickt angebrachten Petroleum-Leuchter angeschlagen, hat beim Zähneputzen nicht mindestens einmal die Schiffsglocke geläutet, weil man beim Ausspucken wieder mal mit dem Kopf dagegen geschlagen ist (vielen Dank nochmals an meine Segelfreunde am Chiemsee an dieser Stelle) und ist man dann noch nicht schlaftrunken über die Türschwelle gestolpert, scheitert man spätestens beim Einsteigen ins Bett, gehört man nicht der Riege einer ausgesuchten Turnermannschaft an. Haben es dann Alex und ich – beide vom Volumen mit Sicherheit eher der Riege einer Gewichthebermannschaft angehörig – dann endlich geschafft uns in die Kojen zu wälzen, sieht ein im Salon stehender von uns nur noch Füße, der Rest ist eingeklemmt zwischen Bordwand und Seitenwange. Und trotzdem zog ich es vor, die letzte Nacht an Land an Bord der Poseidon hoch auf dem Gestell zu verbringen. Aber erst in der nächsten Nacht an Bord, als die endlich im Wasser lag, wusste ich, was ich an Land vermisst hatte: Das leise Plätschern der Wellen an die Bordwand, das sanfte Schaukeln und Wiegen in den Schlaf, das Heulen des Windes in den Wanten.

Ich fühle mich einfach „wie zu Hause“, sobald ich diese Empfindungen auf mich wirken lasse. Der Seemann erwacht und ich weiß, was ich die ganzen Monate vermisst habe.

Ganz nervös waren wir alle, als wir den Motor starteten und die Leinen lösten. Klappt alles, sollen wir es wirklich wagen, weiter nach Norden zu segeln? Das Wetter war traumhaft und ließ uns eigentlich gar keine andere Wahl. Schon bei der Anfahrt mit dem Auto hatten wir für diese Region außergewöhnlich gutes Wetter und – was Alex und mir absolut entgegenkommt – angenehme Frische trotz Sonnenschein. Franz prägte den Spruch: „Idylle im Sonderangebot. Fernsteinsee, Plansee, Sylvretta-Hochalpenstarße und Schwarzwald am Stück oder in Scheiben? Wie hätten Sie’s denn gerne? Oder als Aufschnitt?“ Und dann auch noch per Segelschiff durch diese Idylle zu segeln bei 2-3 Bft mit Chiemsee-Welle und schier endlosem Ziel ist ein Hochgenuss, bei dem selbst eingefleischte Landratten das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen. Der Seemann wird da schon eher ruhig und hofft in sich hinein, dass es niemals nie nicht enden wolle.

Wir hatten uns eigentlich als erstes Ziel Leirvik erhofft, mussten aber wegen einiger kleinerer, technischer „Anfangsschwierigkeiten“ den Hafen in Haugesund anlaufen, um noch ein paar Nachbesserungen in aller Ruhe durchführen zu können. Am Abend erhoben wir die Gläser auf alle Seebären und -bärinnen und solche, die es werden wollen und freuten uns über den gigantischen Segeltag.

Irgendein Zweig meiner seemännischen Vorfahren muss sogar nach Sizilien, der Heimat von Alex gekommen sein...

 

(Mittwoch 28. Mai 2008 - X+01)

 

HAUGESUND(N):     N 59°25'07s

E 005°15'58s

 

Tendenzen und Meldungen von Heute Nachmittag (+Story) ...

... und eingetroffen, die Geschichte zum Auslauftag, Dienstag 27. Mai:

 

 

Hallo Franz,
da sich Alex und Cordula um die Pinne prügeln, blieb mir Zeit zum Arbeiten und schreiben. Habe deshalb heute bis auf ein paar Stipp-Visiten an Deck nur "4 qm Norwegen" (den Salon der Poseidon) gesehen. Sind aber wegen Flaute eh nur unter Maschine gelaufen, also nicht so schlimm.
Werden es heute wohl doch noch bis Bergen schaffen!
Voraussichtliche Ankunft 21:00
Gruß Thomas

 

Heute früh erste Nachricht vom Skipper und eine Story, sozusagen als Vorspann:

Wir sind gestern etwas zu spät weggekommen, und haben es deshalb nur bis nach HAUGESUND und nicht wie ursprünglich geplant bis nach LERVIK geschafft.

Werden heute aber trotzdem versuchen, bis nach BERGEN zu kommen. Mal sehen, wie der Wind ist. Gestern war es traumhaft zu segeln. Seit 4 Wochen scheint nun hier die Sonne in Norwegen, Jeder Norweger kann sich seit seiner Kindheit nicht erinnern, dass es einmal so lange durchgehend so schön war.

Die Poseidon läuft bis auf ein paar Kleinigkeiten hervorragend, obwohl sie zur Zeit noch ziemlich "undicht" ist und die Bilgenpumpe volle Arbeit leisten muss. Aber das war nach der langen Zeit an Land ja auch nicht anders zu erwarten.
 

Hier die Geschichte vor dem Zustand "Auslauffähig":

 

Norwegen Winter 07-08

 

Die „no-problem“ Werft „You’re wellcome“! „Pfir Di“! oder „Servus“! Haben Sie sich nicht auch schon des Öfteren gefragt, was hinter diesen oder ähnlichen Redewendungen einer Sprache steckt. Oft sagt man sie einfach so dahin, weil man sich an diese seit seiner Kindheit gewöhnt hat und Sprachwissenschaftler haben Ihre liebe Not, den Ursprung dieser Phrasen zu erforschen. Die Norweger haben da eine sehr nette, aufmunternde Redewendung, die einem eine vermeintliche Sicherheit und Zuversicht vorgaukelt, einem bisweilen aber die Zornesröte ins Gesicht treiben kann: „no problem“!

Als ich im Sommer letztes Jahr die Poseidon zu treuen Händen einer Werft in Stavanger überließ, um sie für den Winter einzulagern, ahnte ich noch nicht im Entferntesten die Bedeutung dieser Worte. Die Poseidon auszukranen, in ein Gestell zu setzen und bis zum Frühjahr abzudecken war für den damaligen Technik-Chef der Werft „no problem“!

Es kostete ihn nur ein müdes Lächeln und einen kurzen Augenaufschlag mit Blick auf die unzähligen Motor- und Segelyachten auf seinem Gelände, um mir den Eindruck zu vermitteln, mein gutes Stück sei hier in besten Händen. Da wir einen festen Flug nach Hause gebucht hatten, war es uns leider nicht möglich, das Auskranen und Abdecken der Poseidon zu überwachen. Aber einen Kontrollanruf einen Tag später gönnte ich meinen Nerven dennoch. „Ausgekrant und im Gestell fixiert“ sei sie bereits, zum Abdecken kommt er aber erst morgen „no problem, sir“.

Nervös verfolgte ich auf der Wetterkarte den Winter über jedes Sturmtief, welches über den „Kopf des Löwen“ hinweg zog. Und es waren viele, viele extrem schwere Sturmtiefs. Eines jagte das nächste. Als ein besonders heftiges Orkantief im Oktober dem Löwen drohte, hielt mich nichts mehr im Allgäu und ich flog kurzentschlossen nach Stavanger.

Was ich dort vorfand kann ich mit Worten kaum beschreiben: Die Poseidon stand wie ein begossener Pudel, nicht abgedeckt und vollkommen unfachmännisch nach vorn gekippt in einem völlig unpassenden Gestell. Ich weiß nicht, wann ich davor das letzte Mal geweint hatte und ob es dieses Mal mehr der Regen oder die Tränen waren, die mein fassungsloses Gesicht herunter rannen. Sie kauerte hier nach vorn geneigt, vom Regen und Sturm gepeitscht, wie ein verletztes Tier, welches gerade eben verendend seine letzen Atemzüge von sich gab. Noch schlimmer sah es auf Deck aus: Da ich wegen der Atmungsaktivitäten des Holzes keinen Lack, sondern nur Hart-Öl als Holzschutz verwende hatten die ständigen Sturmtiefs natürlich ein leichtes Spiel, den Schutz abzuwaschen und somit der Poseidon den Garaus zu machen. Durch das unfachmännische Aufbocken war natürlich Wasser durch den Niedergang ins Schiffsinnere gelaufen, die automatische Bilgepumpe hatte irgendwann mal wegen zu geringer Bordspannung Ihren Dienst versagt.

Beim ersten Blick durch den Niedergang ins Schiffinnere fühlte ich mich an meine Ferienarbeiten in einer Camembert-Käserei im Reifungsraum erinnert: Alles war mit Zentimeterdickem Schimmel überzogen und es roch ebenso nach besagtem Käse. Die Hölzer der Schränke waren von schwarzen Flecken übersät, jedes Holzstück aufgequollen, die Schränke schlossen nicht mehr, jedes Stoffteil, von den Segelsäcken angefangen bis zu den Polstern war nass und von Stockflecken und Schimmel übersät. Ich weiß nicht mehr, wie lange ich einfach nur so dastand und meinen Gefühlen der Fassungslosigkeit und Niedergeschlagenheit freien Lauf gab. Irgendwann aber stieg in mir der Zorn auf und je stärker er wurde, um so klarer war mir, dass Verzweiflung uns beide, die Poseidon und mich nicht weiterbringen würde.

Als erstes deckte ich die Poseidon ab – wir hatten die Abdeckplane damals ja schon auf dem Baum vorbereitet gehabt, sie hätten sie also nur seitlich herunterziehen müssen. Eine Sache von 30 Min und die Poseidon war abgedeckt. Gerade dieser Umstand, dass es sogar von mir alleine in so kurzer Zeit zu schaffen war, sie abzudecken, ließ in mir den Zorn noch weiter wachsen. Dann musste das Wasser aus dem Schiff. Die elektrische Bilgepumpe ging nicht mehr, Bordspannung war auch keine mehr vorhanden, da die Batterien wahrscheinlich trotz wasserdichtem Gehäuse unter Wasser standen. Also musste die Hand-Bilgepumpe herhalten. Ich bin immer wieder überrascht, wie schnell das damit geht. Die hat wirklich eine enorme Leistung und wird eigentlich nur noch vom Schöpfen mit dem Eimer – sie werden Lachen, aber das ist wirklich so – übertroffen. Als nächstes suchte ich das Werftgelände nach einem Stromanschluss ab. Außer vielen für mich unbrauchbaren Starkstromanschlüssen konnte ich schließlich in einem nicht verschlossenen Abstellraum eine Steckdose finden. Mit allen Kabelverlängerungen, die ich auf der Poseidon finden konnte schaffte ich es das Ladegerät für die Batterien zu aktivieren. Nach kurzer Zeit reichte die Kapazität schon aus, um die Standheizung zu aktivieren, die ich auf die höchste Heizstufe stellte.

Was wird sich wohl die Dame an der Kasse im nahegelegenen Supermarkt gedacht haben, als sie einen ganzen Wagen voll Putz- und Desinfektionsmitteln für mich durch den Scanner zog. Ich glaubte einen bedauernden Augenaufschlag gesehen zu haben. Als das wichtigste von all diesen vielen werbewirksam angebotenen Putz- und Scheuermitteln erwies sich ganz normale Chlorbleichlauge: Stinkt wie Hallenbad und ist nur mit Handschuhen und Schutzbrille zu verarbeiten, ätzt aber alles weg, was Schimmel heißt oder auch nur im entferntesten so aussieht. Selbst die schwarzen Flecken auf den Hölzern ließen sich in einem „wisch und weg“ entfernen. Man muss nur gründlich nachwässern, da es sonst weiße Bleichflecken hinterlässt. Die Standheizung trug auch Ihren Teil dazu bei, dass nach 2 Tagen „einfeuern“ und viel Reinigungsarbeiten die Poseidon zumindest wieder erkennen ließ, dass noch nicht alles verloren war und sie sich spürbar „auf dem Weg der Besserung“ befand.

Je mehr sie - zunächst nur innerlich – wiederhergestellt war, um so mehr wich mein Wunsch, die Verantwortlichen an der nächsten Rah aufzuhängen, nachdem ich sie Kielgeholt habe dann doch meiner unheimlichen diplomatischen Fähigkeit ;-)), gute Miene zu Bösem Spiel zu machen: Denn die Poseidon muss ja erst noch zu Wasser gebracht werden, bevor ich meiner Wut freien auf lasse. Als Erklärung für diese Dilemma hatte der „neue“ Technikchef anzumerken, dass der „alte“ Technikchef zweit Tage, nachdem die Poseidon ausgekrant worden war entlassen wurde und alle Informationen über die Poseidon, Ihren Besitzer und alle sonstigen Informationen „mitgenommen“ habe. Niemand wusste, wem dieses Schiff den nun gehöre und was den nun damit geschehen solle. Dies allein schien für Ihn Berechtigung genug, sie einfach nur so vor sich dahin gammeln zu lassen und jeden Tag zuzusehen, wie Sie Ihrem Schicksal ausgeliefert war.

Jeden Tage sahen sie, wie Ihr das Wasser wie Tränen die Bordwand herunterlief, jeden Tage sahen sie, wie der Regen durch die falsche Lagerung in den Salon rann, jeden Tag sahen sie, wie der Wind an den vom Deck herabhängenden Tauen zerrte und diese nach und nach grünes Moos ansetzen, jeden Tag, wenn Sie auf einem anderen Schiff standen sahen sie auf dem Deck der Poseidon die Moosflächen größer werden. Aber alles „no problem“!

Ich deckte die Poseidon noch vor meiner Abreise ab, mit der Bitte, mich zu informieren, wenn die Abdeckung durch die Stürme zerstört werden würde. „no problem, we will look for you ship“...nach dem nächsten Sturm, den ich über Norwegen ziehen sah dauerte es 10 Telefonversuche meinerseits, 3 Faxe und zig emails, bis ich nach Tagen erfuhr, dass der Sturm meine Abdeckung erneut zerfetzt hatte. Auf meine Bitte hin, die Poseidon doch aus dem stark windgefährdeten Bereich direkt neben der Halle weg zu bringen (Kap-Effekt an der riesigen Werfthalle) in eine Windgeschütztere Lage, stand Sie nun „no problem“ direkt neben einem Großen Frachter, der denselben Kap-Effekt bewirkte und die Abdeckung erneut zerfetzt hatte.

Meine Anfrage im März, ob die Werft denn einen Takelmast besitze, um am Mast durch die Stürme kaputt gegangenen Teile noch vor unserer Abreise auswechseln zu können, beantwortete er mit: „not yet, but we will have one, until you come, no problem!“ ...Sie haben bis heute noch keinen Takelmast und wir segeln zur Zeit noch ohne Windmessanlage und ohne Decksbeleuchtung.

Der Zeitpunkt des Einkranens war lange Zeit vorher terminlich geplant. „We have a timesheet for this, no problem“...Die Poseidon hing 3 Stunden am Gabelstaper, da eine Heckleine eines anderen Großschiffes im Weg war. Sind sie also Vorsichtig in Norwegen, wenn jemand „no problem“ zu Ihnen sagt, dies bedeutet meist, das er selbst keine Probleme mit Ihren Problemen hat. „NO PROBLEM“ ...eben...

An dieses Stelle möchte ich mich ganz, ganz herzlich bei Franz bedanken, der sich für die Poseidon eine über Woche Zeit genommen hat, um mit mir zusammen nach Stavanger zu fahren und sie bei strahlendem Sonnenschein jeden Tage von früh morgens bis spät in die Nacht hinein wieder in Ihrem alten Glanz erstrahlen zu lassen. Die nächsten Tränen der Poseidon – diesmal aber Freudentränen - gehören Dir, lieber Franz!!

 

Euer

Thomas

 

 

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(Donnerstag 29. Mai 2008 - X+02)

 

BERGEN(N):     N 60°23'806s

E 005°19'382s

 

Am Abend des gestrigen Mittwoch wurde BERGEN erreicht!

 

Heute geht's nach EIVINDVIK(N)

 

SMS 29.05.2008 - 16:33 MESZ:

Cordula (Crewmitglied und Frau vom Skipper) schreibt:
Super Wetter!

Gerade eben mitten in den Schären!

!!! GPS Totalausfall !!!

Peilen und Inseln Zählen ist angesagt!

 

Wie die Crew den Tag erlebte, nachgeliefert am Freitag:

Ein Schiff ohne elektrische Hilfsmittel


Als ich die Tour von Bergen nach Eivindvik in den frühen Morgenstunden plante, juxte ich mit Alex noch: „Das wird eine spaßige Tour, schau Dir mal die vielen Inseln auf der Karte an.“

Die Strecke führte durch das Gewirr von Schären, Inseln und Fjorden um die Insel Holsnoy zwischen dem Hardangerfjord und dem Sognefjord hindurch. Schon auf der Karte fühle ich mich sehr stark an den Stockholmer Schärengarten erinnert.
Ganz gespannt auf das bevorstehende wollten wir frühzeitig ablegen, um genügend Zeit für die schwierige Passage zu haben. Doch beim Versuch den Motor zu starten, gab weder Motor noch Anlasser auch nur einen Mucks von sich. „Oha, offensichtlich die eine Batterie leer“ Ein Blick auf die blinkende Kühlschrankanzeige zeigte mir, dass wir vergessen hatten, den Kühlschrank auf „Öko“ zu schalten, da wir an der Mole von Bergen keinen Landstrom hatten. „Na ja, die läd sich schon wieder beim Fahren, schalte einfach auf die 2. Batterie um“ Aber auch bei der 2. Batterie tat sich nichts. „Sch..., dann haben wir ein größeres Problem, offensichtlich haben wir irgendwo einen Kriechstrom oder ähnliches, der uns die Nacht über die Batterien leer gezogen hat. Ich befürchte, wir müssen einen Tag streichen...“

Der freundliche Nachbar rief den Hafenmeister über Funk (unseres ging ohne Strom ja auch nicht mehr), um uns Landstrom zu besorgen. Auf dem Rückweg zum Schiff hatte ich noch eine Idee: „Schalt doch mal den Hauptschalter auf „Both“, um beide Batterien zusammenzuschließen, vielleicht reicht das ja zum Motor starten“. Nach kurzem Vorglühen sprang er auf den letzten durch die Kabel wandernden Ampere doch noch an. Ein Check aller elektrischen Bauteile brachte den Übeltäter zu Tage: Die Bilgepumpe war durch ein Steinchen blockiert und hatte die ganze Nacht über Strom gezogen.

Als Alex vom Einkaufen zurück war, entschlossen wir uns, doch noch los zu fahren, obwohl es schon Mittags war. Deshalb entschlossen wir uns, das meiste unter Motor zu fahren, zumal uns der Wind auf die Nase stand und die engen Schären zu wenig Platz zum kreuzen boten.

Kurz nach der Ausfahrt aus dem Hafen zeigte das GPS plötzlich eine vollkommen fasche Position an: Nach GPS fuhren wir „auf Land“ irgendwo in den Hügeln der Stadt Bergen, was wir denn doch nicht so recht glauben wollten. „OK, das trifft sich gut, wir wollten doch eh mal die terrestrische Navigation üben“, lächelte ich, Cordula und Alex stimmten mir grinsend zu. Anfangs noch ein bisschen „gemütlich“, aber immerhin auf Anhieb bekam es Alex wunderbar hin, uns den Weg zu weisen. Nach ½ Stunde ging das GPS wieder und wir konnten die Seekarten, Fernglas mit Peilkompass und das Navigationsbesteck wieder zur Seite legen. „Terrestrische Navigation bestanden“, lobte ich beide.

Kurz nach der gigantischen, neu gebauten Brücke über den Salhusfjord bogen wir in den Alversund ein, der sich Streckenweise auf bis zu 20 Metern Breite verengt. Wir hatten das Gefühl, in einem Dorfbach zu fahren, zumal zu der Enge noch eine enorme Gegenströmung von 1-2 KN hinzukam. Die Landschaft war wirklich traumhaft schön, brütende Vögel in den Uferböschungen und immer wieder kleine Häuschen versteckt zwischen den Bäumen.

Durch den sehr engen Mjösund „schlüpften“ wir in den weiträumigeren Lurefjord, als plötzlich unser GPS abschaltete und sich nicht mehr in Gang setzten ließ. Mitten drin in einem Gewirr aus Inseln, weit und breit niemand, kein anderes Schiff in Sichtweite. “Merkt Ihr was: Die Götter haben uns vorher noch schnell üben lassen, damit wir nun dieser Situation gewachsen sind! Also Karten und Navi-Besteck raus und Inseln abhaken.“ Die aktuelle Position war wegen der ständigen aufmerksamen Verfolgung auf der Seekarte schnell bestimmt. Ich musste nicht viel erklären, Alex hatte die Navigation wirklich gut drauf und Cordula half Ihm beim Inseln abhaken, während ich steuerte. Es war schon ein komisches Gefühl anfangs, nun nicht mehr „aus Spaß“ händisch zu navigieren. Allen war die Notwendigkeit einer exakten Navigation vollkommen bewusst: Ein Navigationsfehler in diesen Gewässern mit den vielen Untiefen hätte mit Sicherheit katastrophale Folgen, denn hier geht’s es nicht mehr um das Auflaufen auf eine Sandbank. Und ein Leck geschlagenes Schiff würde ein Spielball der starken Strömungen werden, die hier herrschen.

Der Nervosität wich aber bald die Herausforderung, es nicht nur zu schaffen, sondern es wirklich gut zu machen. Alex übertraf sich selbst und berechnete zwischen zwei Inseln sogar noch die voraussichtliche Ankunftszeit und es begann uns richtig Spaß zu machen.

Ärgerlich war in dieser ganzen Situation wieder mal, dass die Hotline des GPS-Herstellers den ganzen Nachmittag über nur ein Endlosband laufen hatte. Die Hotline war immer schon mehr als mangelhaft besetzt. In einer solchen Situation ist dies mehr als ärgerlich und ich mache hiermit in aller Öffentlichkeit mal meinem ständigen Ärger Luft. Auf meine Bitten Ihren Service zu verbessern reagiert diese Firma seit vielen Jahren mit englisch arroganter Ignoranz und ich bin mir sicher, dass ich nach dieser Reise das System ändern werde. Schade nur um die vielen elektronischen Seekarten, die ich von dieser Firma in der Zwischenzeit erworben habe.
Am Abend schaffte ich es, über das Internet eine Software-Update auf mein GPS zu spielen, danach funktionierte das System zumindest für sich selbst wieder, obwohl ich es seit dem Update nicht mehr schaffe, die Daten über die NMEA-Schnittstelle in mein restliches System einzuspeisen. Aber Schnittstellenprobleme gibt es ja immer wieder mal im Leben, „gell, meine lieben Kollegen Programmierer...“
 

Für uns war es dennoch eine WIRKLICH spaßige Tour!
 

 

(Freitag 30. Mai 2008 - X+03)

 

EIVINDVIK(N): N   60°58'760s

E 005°04'669s

Mail eingegangen  - 11:11 MESZ (Zufall!?!):

sind in EIVINDVIK (N)

Der GPS-Ausfall gestern hat uns ganz schön schockiert. Gut, dass wir alle gut ausgebildet sind.

Gestern hat sich gezeigt, dass dies und die Mitnahme von Seekarten absolut wichtig sind. Wir währen sonst gestern ganz schön aufgeschmissen gewesen. Nach einer kurzen Zeit der Gewöhnungsphase hat es dann aber sogar so richtig Spaß gemacht, „von Hand“ durch die Inselwelt zu Schippern.

Wollen es heute bis kurz vor Kap STATTLANDET schaffen.

GPS ist wieder halbwegs repariert (Datenübertragung funktioniert noch nicht). Schön nun zu wissen, dass wir es notfalls auch „ohne“ schaffen würden!

 

 

Die Geschichte zum Tag,  nachgeliefert am Samstag:

Tausche Fisch gegen Bier


Das malerischen Eivindvik schlummerte noch, als ich gegen 6:30 aufstand. Vom Duschen zurück diskutierte gerade eine Gruppe von Schülern lautstark über die Poseidon. Ich verstand zwar nicht, worüber sie sich die Köpfe heiß redeten, aber den Gesten und Deutungen nach schien es um die Takelage zu gehen und jeder schien es besser zu wissen. Mich trauten Sie aber nicht zu fragen, sondern verstummten, als Sie mich sahen, einer deutete auf die Takelage und nickte mit einem anerkennenden Nicken und OK-Zeichen mir zu.

„It’s not as complicate as it looks like“ gab ich Ihm zur Antwort, wobei die heftige Diskussion erneut entfachte und sich ein anderer offensichtlich durch meine Aussage bestätigt fühlte. Viele scheinen mit den Backstagen Ihre Probleme zu haben, sind sie doch offensichtlich dem Großsegel bei Vorwindkursen „im Weg“.

Kurze Zeit später unterbrach ein herannahendes Boot die Gespräche und die Kinder stiegen in Ihren „Norwegen-Bus“ zur Schule ein.

Dieser idyllische Hafen gefiel uns sehr und wir genossen in aller Gemütlichkeit unser Frühstück. So legten wir erst recht spät ab. Wir schlängelten uns durch etliche Sunde und Fjorde, die Landschaft wurde immer karger und trostloser, die Bäume immer niedriger. Irgendwie scheint hier zwischen dem Sognefjord und dem Kap Stattlandet eine Vegetationsgrenze zu sein, oder es liegt an der exponierten Lage der sturmumtosten Berge und Schluchten, dass sich hier nur spärliche Vegetation durchsetzen kann. Man sieht auch kaum Häuser oder Siedlungen. Die Berge werden immer höher. Oft fährt man in eine Schlucht hinein umgeben von mächtigen 600m hohen, steil abfallenden Felswänden und weiß nur aufgrund der Karte, dass es eigentlich hier Einfahrt? - Durchfahrt? - Klick vergrößert extern!einen Durchbruch geben muss.

Irgendwo tut sich dann plötzlich eine Felsspalte auf, oder man sieht wie von Geisterhand geführt ein Fahrgastschiff aus einer Felswand heraus erwachsen, als hätte David Copperfield sich ein neues Zauberkunststück ausgedacht.

Leider kann man in diesen engen Schluchten nicht segeln und muss alles mit Maschine fahren, da zum einen die Breite zum Kreuzen nicht reicht und man zum anderen immer kräftigen Wind direkt von vorn oder gar keinen Wind hat. In diesen Schluchten kann es durchaus von totaler Flaute auf 6 Windstärken innerhalb wenigen 100m Fahrstrecke wechseln. Außerdem wollen wir erst mal „Strecke machen“, um aus der „Schlechtwetterzone“ – die ja Gott sei Dank keine war – herauszukommen. Wir haben uns jedenfalls vorgenommen, oberhalb von Alesund wieder zu seglen und es auch von den Strecken her gemütlicher anzugehen.

Anlegestelle Rugsundet (N) - Freitag (30.) auf Samstag (31.Mai 2008) - Klick vergrößert extern!Nachts um 23:00 trafen wir in unserem Zielort Rugsund handelstad(n), einem kleinen Fischerdörfchen im Nordfjord ein. Wir waren gerade am Abendessen, als vier Angler mit einem noch lebenden Köhler (ähnlich einem Dorsch) zu uns kamen und ihn uns zum Abendessen schenken wollten. Wir waren zwar schon satt, nahmen das Geschenk aber trotzdem gerne an. Einer der Angler filetierte Ihn sogar noch freundlicherweise für uns. Auf meine Frage, was ich Ihm dafür bezahlen darf, winkte er ab. „50 EUR“ und grinste dabei „No, no, It’s a present from us!“

Cordula und Alex waren schon auf dem Weg zu unserem „Vorratsschrank“ – den Ort will ich in der Öffentlichkeit nicht verraten, den wir sind ja in Norwegen, holten 4 Flaschen Bier und überreichten sie den Anglern. Ein mächtiges Grinsen durchzog augenblicklich die Gesichter, natürlich nahmen auch sie dankend an und wir quatschten noch eine ganze Zeitlang mit uns, bis uns dann doch so gegen 1:30 die Müdigkeit einholte.
 

Bier ist ein gutes Tauschobjekt für alles und jeden in Norwegen, schon oft gelesen und immer wieder gerne praktiziert!
 

 

 

(Samstag 31. Mai 2008 - X+04)

 

KAP STATTLANDET(N): N   62°08'57s

E 005°04'43s

 

Der Plan für Freitag war EIVINDVIK-RUGSUNDET(N) ...

 

... über dessen Realisierung und den Fortgang Heute (RUGSUNDET-ALESUND) im Verlauf des Tages oder spätestens gegen Abend hin, 

sicher mehr ...

 

Posteingang per SMS 16:34 MESZ, Cordula schreibt:

Umrunden gerade KAP STATT-LANDET(N) bei Sonnenschein
Stimmung super ...

Neue Geschichte auf dem Datenhighway nach NEAPEL (weil zur Zeit dort die Logbuchbetreuung sitzt)!

 

Posteingang per Mail 16:40 MESZ, Thomas schreibt:

wir sind heute etwas spät dran, da wir gestern erst um 23:00 eingelaufen sind und dann erst noch zu Abend gegessen haben. Ich weiß nicht, ob wir es soweit, wie geplant schaffen. Heute wollen wir – bei noch strahlendem Sonnenschein – das berüchtigte KAP STATT-LANDET(N) umrunden, So wie es bis jetzt aussieht, wird das eine Kaffeefahrt. Mal sehn...

... umrunden gerade das KAP STATT-LANDET(N). Trotz absoluter Flaute 1-1,5 m hohe Wellen. Keine Ahnung, wo die herkommen ...
Alles OK
Gruß
Thomas

 

Mit gleicher Mail die Geschichte zum Vortag dazu:

 

Tausche Fisch gegen Bier

 

 

 

(Sonntag 01. Juni 2008 - X+05)

 

SANDSHAMN(N): N     62°15'8.92s

E 005°28'49.03s

 

 

Weil heute Sonntag ist mal ein Anleihen bei Wilhelm Busch

 

Bemüh dich nur und sei recht froh,
der Ärger kommt schon sowieso...

 

Wilhelm Busch

dt. Zeichner, Maler u. Schriftsteller
1832 - 1908

 

Posteingang per Mail 10:53 MESZ, Thomas schreibt:

Hallo Franz,
uns hat gestern dann doch noch eine Regenfront am Kap Statt-landeT(N) verfolgt. Deshalb haben wir uns entschlossen, den nächsten Hafen anzulaufen, bevor Sie uns einholt.

Hatten gerade die Kuchenbude in SandshamN(N) auf der Insel SandsØyA(N) aufgebaut, als es zu regnen begann.

Haben uns entschlossen, einen Tag pause einzulegen, da Cordula Wäsche waschen will, ich muss auch noch verschiedenes arbeiten und Alex schläft noch ...

Fahren also erst morgen wieder weiter.

Gruß
Thomas

 

 

 

(Montag 02. Juni 2008 - X+06)

 

ONA(N): N     62°51'88s

E 006°32'68s

 

 

Heute sollte es eigentlich weitergehen. Bis oder zumindest über Alesund(N) und dann ...

 

 

... die Poseidon ist die Insel  ona(N) angelaufen.

 

 

Die Geschichte und Bild zum Tag,  nachgeliefert am Dienstag:

Insel ONA(N) - Klick vergrößert extern!

ONA(N)

 

Ona(N), die vergessene Insel


Ich kann mir mit meiner ganzen navigatorischen Erfahrung nicht vorstellen, wie man die Insel ona(N) ohne GPS in früheren Zeiten ansteuern konnte, ohne als Treibgut von den dort ansässigen Fischern wieder aufgesammelt zu werden. Mitten in der Weite des 200m tiefen Atlantiks erheben sich unzählige Inselchen und Untiefen aus dem Meer, die Durchfahrt zwischen den von Wellen überspülten und Gischt umtosten Steinhaufen, oft nur wenige Quadratmeter groß erfordert die ganze Aufmerksamkeit. Die lang gezogene Dünung des Atlantiks bricht sich schäumend an den äußeren Schären.

Als hätte der Atlantik ein kleines Türmchen in seiner Weite gebaut, erhebt sich von weitem sichtbar ein Leuchtturm auf einem Felsen und bald erkennt man bunte Häuschen ihn umringend, wie an ihn geschmiegt. Bei langsamer Fahrt in den kleinen Hafen fühlt man sich plötzlich wie geborgen, ja heimelig, war man bis hierher doch sehr beeindruckt und aufgeregt in Anbetracht der wilden, tosenden Gegend rings umher.

Verschlafen, ja fast vergessen wirkt der Ort und würde um Mitternacht in der Dämmerung nicht doch irgendwo ein kleines Licht in einem der Häuschen brennen und lägen nicht unzählige Fischerkörbe und Netze herum, könnte man meinen, die Insel sei nur für die Idylle gebaut, aber keiner wollte in dieser Einsamkeit wohnen.

Am Morgen sah ich dann doch einen Opa auf einer Bank sitzen, wie er unser Treiben interessiert beobachtete. „Lokalzeitung lesen auf Ona“, dachte ich mir. Sonst passiert hier doch nichts. Aber kaum den Gedanken an die Einsamkeit zu Ende gesponnen, bog eine kleine Fähre um die Ecke, klappte Ihre Front auf und ein kleiner PKW fuhr über Ihre Rampe auf die Insel. Mehr passte auf die Fähre auch nicht drauf, denn sie war nicht viel größer, als zwei Auto lang sind. Zur Ironie des Anblickes kam die Feststellung in der Seekarte, dass die einzige Straße in Ona nur 1km lang ist und man die Insel bequem in ½ Stunde zu Fuß umrunden kann. Mit diesem Auto standen dann bereits 2 Fahrzeuge auf der Insel, was vom hohen Leuchtturm aus gut zu überblicken war.

Auf dem Heimweg trafen wir noch eine Töpferin, die uns erzählte, dass sie schon seit 1977 hier wohne und überglücklich ist. Ihre Meinung teilen noch 33 weitere Einwohner von Ona. „Landflucht“ bzw. „Inselflucht“ scheint hier kein Thema zu sein. Die Leute leben von Fischfang im Frühjahr und vom Tourismus im Sommer. Nur frage ich mich, wie die ganze Insel im Sommer von unseren 100 Kronen (12 EURO) leben kann, denn weitere Touristen haben wir keine getroffen.

Wir hätten dringend Diesel tanken müssen, denn in unserer Seekarte und im Hafenhandbuch war eine Tankstelle auf Ona eingezeichnet. Die sei aber leider leer, denn die heftigen Winterstürme – ich habe da ja auch so meine Erfahrung in Stavanger gemacht– hätten alle Dieselvorräte aufgebraucht und bei den derzeitigen Preisen wolle man erst noch abwarten, bevor man den Tank wieder fülle. Dieselben Probleme, wie bei uns, obwohl Norwegen praktisch „auf dem Öl sitzt“. Ist das nicht zum weinen?

So sind wir nun heute den ganzen Tag damit beschäftigt, die ganze Umgebung nach Diesel abzuklappern. Der ganze Tag geht dabei drauf.

Aber wir scheinen nun endlich Glück zu haben hier in Harøy(N) hat man uns versprochen gegen 17:00 käme ein Tanklastzug und würde den dringend benötigten Kraftstoff bringen. Noch 1 ½ Stunden. Viel weiter werden wir heute wohl nicht mehr kommen.
 

 

 

(Dienstag 03. Juni 2008 - X+07)

 

HARØY(N): N     62°53'6995s

E 006°57'2195s

 

Aus zuverlässiger Quelle, mittlerweile per Mail vom Skipper bestätigt, erreichte uns die Information, POSEIDON hat gestern die Insel  ONA(N) angelaufen.

 

Mangels UMTS-Verbindung die Info erst Heute, dafür aber umso ausführlicher.

 

Die Geschichte zum Vortag dazu:

 

ONA(n), die vergessene Insel

 

Und wie vorsichtig vermutet, geht es dann ungefähr gemäß Routenplan  an Zwischenziel kristiansund(N) vorbei weiter.

 

Originalton, via Mail:

Wir sind gerade in HARØY(N) 62° 53,6994' N 006° 57,2195' E und sind seit heute morgen auf der verzweifelten Suche nach Diesel. Ist hier echte Mangelware.
Nun hat man uns versprochen, bis 17:00 einen zu besorgen (Tanklastzug kommt extra wegen uns). Ohne Sprit ist es hier in Norwegen einfach zu gefährlich wegen der engen Passagen und Flaute oder Wind auf die Nase sind wir bisher das meiste unter Maschine gefahren.

Werden wohl heute nach dem Tanken noch nach BUD(N) etwas NW-lich und morgen wollen wir an Kristiansund vorbei.

 

Die Geschichte zu diesem Dienstag,  nachgeliefert am Mittwoch:

Erste Erfahrungen mit Tiden (mit „D“ geschrieben!!)


Eigenartig, dass es gerade in Norwegen – einer der größten Ölnationen der Welt – schwierig ist, Dieselkraftstoff aufzutreiben. Wir haben gestern den ganzen Tag damit zugebracht und sind von Inselchen zu Inselchen gehopst, um schließlich nach der zweiten Festlandanlaufstelle das Versprechen zu bekommen, nach 3 Stunden warten in Haröy doch unseren heiß ersehnten Kraftstoff zu erhalten.

Wir waren an einer Dalbenmauer vertäut, verbrachten die Zeit des Wartens mit Einkaufen, Eis essen und Bücher lesen. Ich war gerade unter Deck konzentriert am Laptop beschäftigt, als Cordula plötzlich hochschrak und rief „Was knarrt denn da so? Außerdem lieg ich ganz schief im Bett“. Ich stürzte an Deck. Alex saß ganz ruhig im Cockpit und las hochkonzentriert in seinem Buch, hinter Ihm spannte sich die Festmacherleine von der Klampe senkrecht nach oben mit einer Spannung, dass man darauf hätte Gitarre darauf spielen können. Die Poseidon war durch den sinkenden Wasserstand nun gut einen halben Meter aus dem Wasser gehoben, ein Wunder, dass dies die Klampe aushielt.

Ein Versuch, die Belegung zu lösen scheiterte, denn die Knoten waren derart fest, dass nicht Entferntesten daran gedacht werden konnte, sie aufzuknoten.

„Schnell das Takelmesser!“ Mit einem kurzen Schnitt platsche die Poseidon zurück in Ihr angestammtes Element.

„So kann man die Poseidon auch trockenlegen.“

Schimpfte ich vor mich hin. „Bist Du sauer?“ versuchte Cordula zu schlichten. „Ja, weil Ihr genauso blöde gewesen seid, wie ich selbst – wie kann man das nur vergessen, dass wir hier Tidenhub haben.“ Ich hatte beim vertäuen des Schiffes einfach nicht daran gedacht, solange an der Mole festzusitzen und 3 Stunden warten zu müssen, bis wir des Diesel geliefert bekommen und der Wasserstand in dieser Zeit um gute einen halben Meter sinken würde.

Wenigstens bekamen wir das Diesel pünktlich um 17:00 zum „Fischer-Einkaufspreis“ direkt aus dem Tankwagen für knapp über 10 Kronen den Liter, was für norwegische Verhältnisse extrem günstig ist.
 

 

(Mittwoch 04. Juni 2008 - X+08)

 

BUD(N): N     62°53'6995s

E 006°57'2195s

 

Heute ein frühes Mail, Thomas schreibt:

habe schon mal eine kleine Geschichte von gestern und die heutige Planung beigelegt. Wir haben in Anbetracht der vielen netten kleinen Häfen alle keinen Bock auf Kristiansund und fahren dran vorbei in einen schnuckeligen Hafen.

Morgen wollen wir dann schon in Trondheim sein.

Gruß
Thomas
 

Die Geschichte zum Vortag, praktisch schon als Morgenlektüre:

 

Erste Erfahrungen mit Tiden (Mit "D" geschrieben!!)

 

 

 

(Donnerstag 05. Juni 2008 - X+09)

 

UTHAUG(N):  N    63°43,5099s

E 009° 35,0888s

 

 

Gestern Eidestranda(N) erreicht.

Heute nach letzter Meldung in UTHAG(N)

 

Per Mail macht uns Thomas den Mund wässrig und teilt gegen 20:00 Uhr MESZ mit:

... sind heute nach gemeinsamem Beschluss doch nicht nach Trondheim(N) gefahren, da wir uns so sehr an idyllische Häfen gewöhnt haben und den Trubel der Großstadt vermeiden wollen.

Sind in UTHAUG(N) gelandet. Cordula und Alex gehen gerade Garnelen (KG für 12 EURO) vom Fischer kaufen, heute morgen haben wir fangfrischen Dorsch von einem Fischer - (KG für 5 EURO!!!) gekauft.

Uns geht es also prächtig, Wetter immer noch super genial: "Ein Hoch jagt das nächste" 25°C-27°C, nur leider kaum Wind.

Konnten heute gerade mal 2h Segeln, der Rest unter Maschine

Viele Grüße auch von Cordula und Alex

Thomas

 

 

(Freitag 06. Juni 2008 - X+10)

 

UTHAUG(N):  N    63°43,5099s

E 009° 35,0888s

 

Nach letzter Meldung von Bud(N) ausgehend über Kristiansund(n)(passiert) - Eidestranda(N) angelaufen, dann Trondheim(n) "rechts im Fjord" liegen lassen und bis UTHAUG(N) gefahren.

 

Ein Mail bestätigt gegen Mittag. Thomas schreibt (und ein Beitrag zum Geschehen an Bord wurde auch noch mitgeliefert, zu lesen etwas weiter unten):

Hallo Franz,
wie gesagt haben wir uns entschlossen Trondheim zu umgehen, da es uns erstens ½ Tag gekostet hätte in den Trondheimfjord zu fahren und wir außerdem alle keinen Bock auf Großstadt haben.

Sind also in Uthaug(N) gelandet und fahren heute nach Vingsand(N).

Gruß
Thomas
 

... und mal ein Beitrag zu der "Anderen Seite" des Geschehens an Bord:

"Ein- und Austempeln unter Segeln" - Klick vergrößert extern! Fluch und Segen der Technik

Viele fragen mich immer: „Wie machst Du das alles mit dem Online-Tagebuch und der Möglichkeit auf See in Österreich arbeiten zu können?“

Nun, die moderne Technik macht es möglich. War es früher nur umständlich und vor allem mit sehr langsamer Technik möglich, sich über das Handy und einem Laptop wenigstens die aktuellen Wettermeldungen über einen Provider oder das Internet zu holen, kann man heute mit einer sog. UMTS-Karte – das sind die Lizenzen, die die BRD so teuer an Vodafone und die Telekom verkauft hat – fast überall auf der Welt mit dem Laptop ins Internet und seine E-Mails abholen oder welche verschicken, zumindest solange man Empfang hat. Und dies ist fast überall der Fall, solange man sich in Küstennähe befindet.

Nun gibt es auch hier – wie beim Handy auch – das leidige Problem im Ausland mit den extrem teuren so genannten Roaming-Gebühren. Diese Erfahrung musste ich letztes Jahr schmerzlich erfahren, als mich die Telekom-Rechnung der Reise nach Stavanger wie ein Hammer traf: Über 1800 EURO kostete mich die Internet-Anbindung.

Aus dieser Erfahrung habe ich jedoch gelernt und mir dieses Jahr eine Norwegische Prepayed-UMTS-Karte gekauft und ein Norwegisches Handy dazu. Nun kann mich die ganze Welt in Norwegen direkt auf dem Schiff anrufen, ohne dass es mich einen Cent kostet (außer den einmaligen 10 EURO für die Prepayed-Handy-Karte) und ich kann mit der norwegischen UMTS-Karte (Kosten bisher 300 EURO einmalig für die Karte selbst + 100 EURO Guthaben-Kosten bei 50Ct/MB, maximal aber nur 5 EURO pro Tag, von denen ich bisher erst 10 EURO „verbraten“ habe) So wie es aussieht, wird mir das 100 Euro-Kontingent wohl noch bis Ende der Reise reichen. Die Anbindung ist eigentlich bisher außer auf der Insel Ona und ein paar wenigen kurzen „Durststrecken“ überall möglich gewesen, wenn auch nicht überall mit der vollen Geschwindigkeit (Bandbreite) des HSDPA-Standards.

Ich kann mir gut vorstellen, dass ich die Karte nach dem Urlaub an jemanden anderen weiterverkaufen kann, der ebenfalls nach Norwegen reisen möchte, denn sie ist an keinen Namen gebunden und muss bei abtelefoniertem Kontingent einfach wieder aufgeladen werden. Was Telekommunikation angeht ist Norwegen WESENTLICH günstiger, als Deutschland und sie haben auch eine bessere UMTS-Abdeckung.

Eigentlich eine ganz tolle Sache mit der Internet-Anbindung. Jederzeit – auch auf See – immer die aktuellsten Wetterberichte. Und wenn wir mal größere Strecken unter Motor fahren und die Landschaft wieder mal „nur schön“ aber nicht „wunderschön“ ist, verziehe ich mich in meine „4qm Deutsches Hoheitsgebiet“ in den Salon und arbeite für meinen Auftraggeber oder schreibe Geschichten. Am Rand des Laptops läuft parallel die Navigationssoftware – gespeist mit aktuellen Positionsangaben des GPS und allen umgebenden Schiffen über die AIS-Schnittstelle, sodass ich jederzeit die Situation oben an Deck „im Blick“ habe und Cordula und Alex an Deck „Ihres Amtes“ schalten und walten können.

„Eigentlich eine ganz tolle Sache“ – das sage ich deshalb, da gerade in den letzten Tagen die Arbeit für meinen Auftraggeber wegen dringender Probleme etwas überhand genommen hat und ich eigentlich bis auf wenige Stunden das Deck kaum gesehen habe. Natürlich war von vorn herein klar, dass ich eine so lange „Auszeit“ nur bekommen kann, wenn ich bei dringenden Problemen dann doch mal helfen kann. Und ich bin auch nicht abgeneigt, ab und zu etwas zu arbeiten. Mir macht der Job wirklich Spaß und ich habe nie das Gefühl eine echte „Auszeit“ zu brauchen. Aber nur insgesamt 2 Stunden am Tag Norwegen zu sehen ist dann doch etwas zu wenig. Und deshalb das „Eigentlich“.

Einer meiner Lieblingsautoren Sønke Roever – einen schönen Gruß aus Norwegen an dieser Stelle auf die Galapagos-Inseln, nachzulesen unter www.hippopotamus.de - betitelte seine Reisebeschreibung durch die Ostsee mit „Auszeit unter Segeln“ .

Ich könnte es die letzten Tage meine Geschichten mit „Ein- und Ausstempeln unter Segeln“ betiteln.
 

 

(Samstag 07. Juni 2008 - X+11)

 

RVIK(N):  N    64° 51'6484s

E 011° 13'7592s

 

Zu guter Letzt - umdisponiert - doch RVIK(N) angelaufen (20:06 MESZ)  - Thomas schreibt:

... haben uns kurzfristig anders entschieden, da wir noch für die Fischsuppe einkaufen wollen und sind in RVIK(N) gelandet.
Gruß
Thomas

 

 

Heute ist mal was los, neue aktuelle Meldung mit schöner  Schilderung zum Anglerglück (19:20 MESZ) - Thomas schreibt:

Hallo Franz,
"Alex im Anglerglück" - Klick vergrößert extern! die Ereignisse heute jagen sich: Wir haben den ersten Dorsch gefangen! Anbei die Geschichte und ein Bild vom „glücklichen Alex!“
Gruß
Thomas

 

 

 

Anglerglück

Die Fünf-Minuten Terrine


Kaum hatten wir die Wale im Kielwasser hinter uns gelassen als der Wind nachließ und mir die Idee kam, bei nur 3 Knoten Fahrt einfach die Angel hinterher zu schleppen. Ein Schweizer Segler behauptete zwar, nur Makrelen seien so schnell, ein Dorsch komme da nicht hinterher, aber ein Versuch wäre es doch wert.

Cordula und Alex wollten jedoch den Speiseplan fürs Wochenende nicht in so unsicheren Experimente überlassen und beschlossen: „Wir machen die Segel runter und fischen richtig!!“ „OK, dann brauchen wir aber eine Untiefe, denn da stehen die Dorsche meistens, wie mir mal ein Fischer erzählt hat.“

Die Seekarte wies mitten in dieser Weite des 500m tiefen Meeres ca. ½ Meile neben unserer Strecke eine Untiefe von 12 m aus. „Das ist ideal, da fahren wir unter Maschine hin.“ Schnell war das Angelzeug hergerichtet, natürlich mit dem „Touristen-Dorsch- und Köhler-Vorfach“ aus dem Supermarkt. Da ich schlechte Erfahrungen mit solchen „Touristen“-Teilen habe, knüpfte ich an das Ende noch einen schweren Meeres-Blinker an.

Schnell war mit dem GPS und dem Echolot die Untiefe gefunden. Wir schalteten den Motor aus und ließen uns einfach treiben. „Mal sehen, ob der Fischer Recht hatte!“ Ich ließ den Blinker bis auf den Grund sinken und hob langsam an. Doch der Blinker hatte sich offensichtlich mit dem Widerhacken derart fest im Felsuntergrund verhakt, das mir nur übrig blieb, „Touristen-Dorsch- und Köhler-Vorfach“ (TDKV) einschließlich Blinker dem Meer zu überlassen.

„Na prima, das fängt ja gut an.“ Ich hatte aber noch einen TDKV in meiner Angler-Wunderkiste und knüpfte nun einen leichten Barsch-flinker an das Ende, der sich nicht so schnell im Grund verhaken kann und mit dem ich zu Hause recht gute Erfahrungen gemacht hatte, was aber für das Meer noch lange nicht gelten muss.

Langsam ließ ich die Leine mit Vorfach ins Wasser, hob sie wieder etwas an, ließ sie weiter nach unten, wieder etwas nach oben, und so weiter, bis ich eine Tiefe von ca. 10-12 m erreicht hatte, bei einer Echo-Tiefe von ca. 15m. Es dauerte – wirklich ohne Angler-Latein – ca. 2 Minuten, als sich die Angel kräftig nach unten bog und ich offensichtlich einen Biss hatte. „Ich hab‘ einen, ich hab‘ einen, das ist ja unglaublich!“ Die Angel bog sich fast im Halbkreis. „Alex nimm den Kescher, Du musst mir helfen, der scheint etwas schwerer zu sein.“ Aber er kämpfte nur kurz an der Angel, je mehr ich ihn nach oben brachte, um so ruhiger wurde der Dorsch und es war nicht viel Mühe, ihn an Deck zu heben. Er war ca. 60 cm lang und wog um die 3 KG, schätze ich. Das Filetieren dauerte länger, als das Fangen, denn in dieser Größe passte er nur filetiert in unseren Kühlschrank.

„Jetzt will ich auch mal!“ Jauchzte Alex. Wir waren etwas von der Untiefe abgetrieben worden. „OK, lass mich schnell wieder zurückfahren an dieselbe Stelle, dann probieren wir es nochmals.“

Alex hob die Angel ins Wasser „Und jetzt immer auf und ab, und langsam tiefer lassen.“ Kaum hatte ich die Worte ausgesprochen, als Alex zu stöhnen begann. „Bohh, Mann ei, zieht der an, Puhhh“ und schon ging das Spiel von neuem Los. Als er sich an der Oberfläche das erste Mal zeigte schrie Cordula „Das ist ein Hai, das ist ein Hai.“ „Nee Cordula, der ist nur ein bisschen größer, das ist auch ein Dorsch.“ Beruhigte ich Sie „Los schnell die Filmkamera“, während ich filme, hatten Cordula und Alex alle Hände voll zu tun, den zweiten Dorsch an Deck zu bringen.

"Anglerglück" - Klick vergrößert extern! Heute Abend wird es zusammen mit den restlichen Schrimps von gestern und einem Teil des fangfrischen Dorsches eine ausgezeichnete Fischsuppe geben, den Rest werden wir morgen als Filet zubereiten. Die erste echte „5-Minuten-Terrine“, denn das Fangen geht hier in Norwegen anscheinend schneller, als das zubereiten.

 

 

Neue aktuelle Meldung mit genauer Schilderung (16:15 MESZ):

Die ersten Wale gesehen


Wir hatten gerade bei 2 Bft die Segel gesetzt.
Die Poseidon wog sich langsam durch die glatte See mit über 5 Knoten. Das Meer unter uns war über 500m tief. Ich freute mich ungemein, wie schön doch Segeln sein kann. Bei dieser Windstärke durch das Meer zu segeln verbreitet eine wunderbare Ruhe auf dem Schiff. Jeder träumt irgendwelche Gedanken und man muss sich wirklich zwingen, wenigsten ab und zu mal einen Rundumblick zu wagen, um nach Schiffen Ausschau zu halten.

Bei einem dieser Rundumblicke entdeckte ich hinter uns eine große Schule von Delfinen, wie sie langsam durch das Meer zogen. Immer wieder tauchten ein oder mehrere Buckel auf um mit majestätischer Bewegung wieder unter der Oberfläche zu verschwinden.

Es dürften so an die 20 Tiere gewesen sein. Die äußerst langsame, gemächliche Bewegung war allerdings überhaupt nicht typisch für Delfine, die wir ja schon öfter auf dieser Reise gesehen hatten. Beim Blick durchs Fernglas bestätigte mir Alex meine Vermutung: Es war eine Schule kleiner Wale, vermutlich Finnwale. Alex erkannte durch das Fernglas auch das typische „Blasen“ beim Auftauchen.
 
Der Anblick von Walen hat etwas sehr beruhigendes an sich und passte wunderbar zur gemächlichen Bewegung der Poseidon durch die See. Irgendwie waren beide von der Bewegung her artverwandt und vermittelten dieselbe Ruhe.

Ein wirklich sehr erhebendes Gefühl. Schade, dass wir nicht dasselbe Ziel hatten, denn noch bevor ich die Kamera holen konnte, verschwanden Sie aus unserem Blick. Wenigstens konnte ich Ihre Bewegungen mit der Filmkamera festgehalten.
 

Aktuelle Position:

64° 42.26 N

010° 52.45 E

auf dem Weg nach OttersØya

 

 

Zwischenmeldung zum Mittag (14:15 MESZ):

Aktuelle Position

64° 33,8667 N

010° 39,6274 E

auf dem Weg nach OttersØya

 

 

Gestern wollte VINGSAND(N) erreicht werden.

Ob dem so ist oder was es sonst wieder neues gibt, demnächst hier ...

 

 

Na, wer sagt`s denn!

Elektronische Post, Thomas schreibt:

sind heute auf dem Weg nach Ottersøya (Pos 64° 51,523‘ N 11° 16,878‘ E ) neben Rørvik. Anbei die aktuelle Route.

Wegen des ständigen schönen Wetters und keinem Wind sind wir bisher fast alles unter Maschine gefahren und sind somit bereits 2 Tage VOR unserer Planung. Montag soll es mal etwas schlechter werden, was auf Wind hoffen lässt.

Gruß
Thomas
 

... Und wo Ihr die neue Route findet, wisst Ihr ja hoffentlich!

 

 

(Sonntag 08. Juni 2008 - X+12)

 

RØRVIK(N):  N    64° 51'6484s

E 011° 13'7592s

 

Zu Gestern etwas zu sagen wäre gerade "Eulen nach Athen tragen".

Oder Dorsch in das Norwegische Meer (Norwegian Sea(engl.)) importieren.

 

Wer es jedoch noch nicht gelesen, der möge zurück
gehen nach "X+11"

 

Weiteres wird der Sonntag bringen...

 

Und hier ist sie auch schon, die neue Planung für Heute, Thomas mailt:

Hallo Franz,
heute ist zwar etwas heftiger Wind vorhergesagt (ca. 4-6 Bft.) aber wir sind die meiste Zeit in geschützten Gewässern und so wagen wir mal den Schlag nach Brønnøysund, zumal es sich wieder mal bestätigt hat, dass die größeren Häfen in Norwegen meist nichts taugen.

 

Die Sanitäreinrichtungen sind versifft, die Nachbarboote feiern die ganzen Nächte durch und das auch noch zu höheren Preisen, als in den kleineren Häfen. Unsere Devise: Künftig also nur noch zum Bunkern in die größeren Häfen oder wenn es sein muss.


Anbei die geplante Strecke für heute.
 

Gruß
Thomas

 

 

Anmerkung: es Scheint der Sommer kommt in Norwegen, denn das mit dem Durchfeiern die ganze Nacht hat man in einschlägiger Literatur schon des Öfteren mal gelesen! Ich glaub die POSEIDON ist in Norwegen angekommen!

Übrigens hat BRØNNØYSUND auch einen Lufthavn (Flughafen, logisch), da könnte man noch schnell hinfliegen und fragen, ob auf der Poseidon noch ein Plätzchen zum mitsegeln wäre! Denn einer der Crew oder auch beide müssen irgendwann aussteigen. So ein "gentleman agreement" wie der Skipper, das er sich drei Monate um die Ohren hauen kann, hat nun mal nicht jeder.

Die Hurtigrouten legen hier auch an. Da lässt sich schnell was kombinieren!

Also, wer immer hier liest, überlegen und einfach mal anfragen.
 

Gruß
Euer Logbuch

 

 

(Montag 09. Juni 2008 - X+13)

 

BRØNØYSUND(N):  N    65° 28.2449s

E 012° 12.2859s

 

Zum Tagesabschluss, bevor Italien gegen Holland antreten muss

(hoch interessant, weil der Lochbuch-Schreiber ja auf Ischia sitzt und mit den Italienern die Sache verfolgen darf. Parteiisch sind wir nicht aber Italien sollte schon gewinnen weil die Holländer sind jetzt nicht gerade unsere heiße Liebe...),

der Hafentag in BRØNØYSUND(N) von Thomas in Worte gefasst:

 

 

„Arbeitstag“ auf der Poseidon

 

Was tut man auf der Poseidon, wenn man 2 Tage vor seinem Reiseplan ist, es draußen regnet und stürmt und der Ort nichts hergibt, was anzusehen sich lohnen würde:
Erstens ausgiebig Frühstücken – der Supermarkt direkt nebenan ermöglicht mal frische Semmeln oder wie es in norwegisch heißt und was die Nordlichter von uns auch verstehen: „Rundstykke“.
 
Zweitens wird Wäsche in die Waschmaschine gehauen und nachdem der Trockner wieder mal nicht funktioniert – wie er eigentlich bisher noch in keiner Marina funktionierte – werden die „4qm deutsches Hoheitsgebiet“ unter Zuhilfenahme der Standheizung in einen „Wäschetrockner mit Internetanschluss“ verwandelt. Ja , ja, wir sind ein modernes Schiff! Wer hat das denn schon bei euch zu Hause. Nun muss ich nur noch am Laptop aufpassen, rechtzeitig die Tastatur zu verschieben, sobald sich wieder mal an einem Sockenende ein Wassertropfen zu zeigen pflegt, um sich anschließend auf meiner Tastatur niederzulassen.

Schreckhafte Fuchteleien werden automatisch durch die vielen Leinen verhindert, sportlich, geschmeidige Bewegung ist auf der Poseidon angesagt um sich unter den Wäschestücken durchzuschlängeln und der Gleichgewichtssinn wird trainiert, sobald man auf einer der sich bildenden Lachen am Fußboden auszurutschen droht. Man fällt aber nicht tief, denn spätestens nach 10 cm freiem Fall wird man durch die gespannten Wäscheseile an der Gurgel hängend vom Sturz in die Bilge zurückgehalten. Hat man dann vor Schreck nicht seitlich ins neu gekaufte Fischermesser gegriffen wird man sanft von den aufgehängten Salamis vor dem Knall gegen den Vorratsschrank abgebremst.

Am Abend stellt man dann fest, man hätte die Filmkamera doch vorher noch in den wasserdichten Koffer verstauen sollen, da der dumme Ingenieur nicht an den Einsatz in einem Waschsalon mit Filmschneidetisch gedacht hat.

Kann man die Wäsche abnehmen, müssen noch die Schlafsäcke getrocknet werden, welche vom vielen Schwitzwasser in den kühleren Kojen klamm geworden sind. Aber kein, Problem, man hat ja ein Standheizung: schnell davor gelegt, sind sie sicher bald nicht mehr feucht.

Bei selbst gemachter Fischsuppe vom selbst gefangenen Dorsch und selbst gepulten Schrimps genießen wir den selbst geöffneten Wein am Abend und freuen uns, was wir so alles geschafft haben an diesem Tag, während sich der feine Duft des Cabernet Sauvignon langsam mit dem Gestank eines angekokelten Schlafsackes vermischt.
 

 

 

Mail gegen Mittag, Thomas schreibt:

gestern Abend hat es - wie vorher gesagt - ½ Stunde nachdem wir die Kuchenbude aufgebaut hatten zu regnen begonnen.

Heute Nacht ist dann das Tief mit 10 Bft über uns hinweg gezogen. Leider hat es dabei unsere Deutschlandfahne aus der Halterung gerissen. Scheint also mächtig geblasen zu haben, während wir schliefen.

Da es immer noch in Strömen regnet, bleiben wir hier in Brønnøysund liegen und warten mal ab, was der morgige Tag bringt.

Gruß
Thomas

 

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Bei längst erwartetem Wind um die 4 Beaufort wollte Gestern BRØNNØYSUND(N) erreicht werden!

 

Wie es kann kam und wo die POSEIDON ihre derzeitig Position hat ...

 

... baldigst hier
 

In der Zwischenzeit habe ich schon mal die ganzen "Ö" mit richtigen, norwegischen "Ø" ausgetauscht, damit das endlich mal vernünftig aussieht!

 

Heute ist auch der 13.te Reisetag.

Je nachdem wie man zählt. Ein Array (wird in der Programmierung verwendet) beginnt zum Beispiel mit 0 1 2 3 usw., damit ist dann der 12. Zähler eigentlich schon der 13.Tag!

Hier im Logbuch ist es ähnlich. Mein erster Tag, der Auslauftag in Stavanger, war X-00. Nun sind wir bei X+13.

Glück gehabt!

Wenn jemand den 13. als "Pechtag" sehen will, dann war der ja schon Gestern! Und was war das für ein Tag?

 

Bis auf was neues

Euer Logbuch

 

 

(Dienstag 10. Juni 2008 - X+14)

 

BRØNØYSUND(N):  N    65° 28.2449s

E 012° 12.2859s

 

Ausgeglichen der Hafentag, mal sehen was der neue Tag uns zu bringen vermag!

 

"Polarkreis" - Klick vergrößert extern! Der Polarkreis wirft seine Schatten voraus!

 

 

Es geht weiter, schreibt Thomas in der Mail vom Mittag:

die Regenwolken sind weg, wir fahren (leider wieder mal total ohne Wind) im so genannten „Rückseitenwetter“ des gestrigen Tiefs nach Nesna.
 

Morgen soll es dann über den Polarkreis (Alex wird getauft!) zum Svartisen- (Schwarzes Eis) Gletscher gehen.

Vielleicht bleiben wir dort einen Tag, um eine Wanderung zu machen, je nach Wetter.

Gruß Thomas
 

 

Die heutige Route findet Ihr wie gewohnt ... unter POSITION oder klick auf den Ort mit der Tagesposition, gleich oben rechts.
 

 

 

 

(Mittwoch 11. Juni 2008 - X+15)

 

POLARKREIS MONUMENT(N):  N   66°31.5129s

E 012°58.1261s

 

POSEIDON hat den Polarkreis überschritten!

Post von Thomas, vom Polarkreis:

Hallo Franz,

"Polarkreis-Monument" - Klick vergrößert extern! es war genau um 14:40 und nicht um 14:10, wie ich Dir zunächst geschrieben habe (da war noch eine SMS dazwischen), denn wie wir feststellen mussten, steht das Polarkreis-Monument (siehe Bild) nicht genau am Polarkreis, sondern ca. 2 sm südlich davon. Die Norweger haben da sicher Ihren Grund, genauso wie am Nordkap-Monument, welches ja auch nicht den nördlichsten Punkt Festland-Europas darstellt, sondern etwas davon entfernt, was aber den meisten nicht bekannt ist.

Nun gut, wie dem auch sei, inzwischen haben wir es sogar Dokumentarisch festgehalten. Alex wurde auf den Namen „Seefahrer Alex, Eskimo mit guter Laune“ getauft.

Cordula und ich waren ja schon mal vor Jahren mit dem Wohnmobil am Polarkreis, unsere Namen verraten wir aber nicht!

Anbei das Bild vom Polarkreis-Monument auf der kleinen, vorgelagerten Insel Vikingen (Wikinger), die etwa 2 sm südlich des Polarkreises liegt.

Gruß
Thomas
 

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NESNA(N) gestern erreicht (was sonst).

 

Ein gutes Stück näher an den nördlichen Polarkreis hat sich dann damit die POSEIDON heran geschoben.

 

Heute früh habe ich mal genervt und um die heutige Planung gebeten.

Was sag ich ... geht doch!!

 

Schnelle Mail zwischendurch weil Thomas eh schon an der Maschine sitzt und bei seinem Boss eingeloggt ist.

Um 09:28 MESZ,  Thomas schreibt:

 

Hallo Franz, Du Ungeduldiger,

(nicht böse gemeint, aber lass uns doch erst mal ablegen) .

Extra für Deine Ungeduld noch VOR dem Ablegen: Hier die aktuelle Position in Nesna:
66° 12,0706‘ N
013° 00,7785‘ E

Es gibt sogar eine WEB-CAM hier im Hafen, man kann uns darauf aber leider nicht sehen, da wir ganz vorne (auf der WEBCAM hinten) von den anderen Schiffen verdeckt liegen.

Die heutige Route habe ich Dir beigelegt. Heute gibt es zwei erwähnenswerte Ereignisse: Die Polarkreis-Überschreitung mit der Taufe von Alex (Ich hoffe, bis dahin ist er schon wach) und natürlich heute Abend der Svartisen-Gletscher, an dessen Fuß wir vor Anker gehen werden oder an dem kleinen Anleger festmachen, wenn dieser frei ist.

Gestern war ein eiskalter Tag, teilweise mit heftigen Böen und starkem Tidenstrom von über 2 kn, sodass wir manchmal nur mit 3-4 kn vorwärts kamen. Rings um uns herum sind die Berge noch mit Schnee bedeckt. Wir
hatten gestern den Eindruck im Februar bei uns zu segeln.

Heute kommt nun langsam die Sonne wieder heraus, der kalte Wind ist bis jetzt aber noch geblieben. Nimm also auf jeden Fall Deine warme Skiwäsche mit, Du wirst sie hier dringend benötigen, wenn es so kalte Tage hat, wie gestern.

So nun wollen wir mal los, Alex wie gesagt ist erst um 4:00 ins Bett und schläft noch. Cordula wird fahren, während ich mal wieder „Ein- und Ausstempeln unter Segeln“ betreiben muss.

Gruß
Thomas
 

 

(Donnerstag 12. Juni 2008 - X+16)

 

SVARTISEN(N):  N   66°42.4815s

E 013°42.9103s

 

 

Heute - Wandertag - werden wir zur Gletscherzunge wandern.

 

 

Nachdem es Gestern selbst Thomas die Worte fehlten, das alles drum herum zu beschreiben, hat er wie versprochen eben (09:45 MESZ) die geschriebenen Eindrücke zu den Bilder übermittelt:

 

Wolken über den Bergen

 

Kurz nach der Polarkreisüberquerung und der Taufe von Alex tat sich der Himmel auf, die Sonne lachte und die Wolken verzogen sich mehr und mehr. Es blies ein eiskalter Wind. Nur über den Bergen türmten sich die Haufenwolken über den schneebedeckten Gipfeln. Weit in der Ferne konnten wir eine sehr eigenartige Wolkenformation erkennen: unter dicken Haufenwolken hatte sich zwischen mehreren Bergen eine riesige linsenförmige Wolke festgesetzt, die höchsten Gipfel mehrere hundert Meter überragend, als wäre eine gigantische Föhnwolke zwischen den Spitzen der Berge gefangen. Es sah so eigenartig aus, dass ich das Fernglas zur Hand nahm, um mir dieses Wetterschauspiel etwas genauer anzusehen.

Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen: Die „Wolkenformation“ wies feinste Strukturen erkennen, wie Rippen und Spalten. Dies war keine Wolke, dies war der Svartisen Gletscher. So ein gigantisches Gebilde hatte ich noch nie gesehen, überragte er doch die ihn umgebenden 600m hohen Berggipfel um mehrere hundert Meter. Zwischen den Gipfeln erhob sich eine bläulich schimmernde Wand, als hätte jemand eine das ganze Tal überspannende Staumauer blau angemalt und diese aus Versehen zu hoch gebaut. Die gigantisch wirkenden Ausmaße kann man sich am besten vorstellen, wenn man bedenkt, dass die Gletscherzunge nur 30 m über dem Meeresspiegel liegt und das höchste Plateau des Svartisen 1400m dickes Eis unter sich birgt. Auf dem Svartisen gibt es im Osten Eisflächen, die für den Tourismus gesperrt sind, da sich dort unberechenbare Gletscherspalten von mehreren 100m Tiefe auftun und Blöcke „abkalben“ können, die die große eines Hochhauses haben.

Je näher wir jedoch kamen, umso weniger konnten wir von den gigantischen Ausmaßen dieses Gletschers erkennen. Das ist ungefähr so, als liege man bei Reifenwechsel unter der Stoßstange eines VW-Käfer und kann nur bis zum Griff der Motorhaube sehen, weil sich einem der Rest durch die Krümmung der Oberfläche entzieht.

Leider ist auch dieser Gletscher von Umwelteinflüssen nicht verschont geblieben und so gaben nicht nur die schwarzen abgetragenen Gesteinsrückstände auf dessen Oberfläche, sondern auch der Umweltdreck der umgebenen Industrieanlagen ihm seinen Namen „Schwarzes Eis“. Gerade im Osten des Gletschers ist laut Literatur in den letzten Jahrzehnten ein enormer Rückgang der Eismassen ähnlich wie bei uns in den Alpen zu verzeichnen.

Wir werden heut mal bis zur Gletscherzunge wandern und vorsichtig in ein paar Gletscherspalten sehen - nur die kleinen, wenige Zentimeter tiefen – versteht sich von selbst.
 

Impressionen - Svartisen-Gletscher (schwarzeis) im Abendlicht

 

Spät am gestrigen Abend gegen 22:00 Uhr konnten wir noch einen Posteingang verzeichnen. Die POSEIDON hatte ja am Nachmittag des 11. Juni zusammen mit "Polar-Frischling" Alex den Polarkreis überschritten. Am Abend erreichten die "Polarforscher" dann ihr Planziel SVARTISEN(N), am Fuße des "Svartisen-Gletscher" (Schwarz-Eis-Gletscher).

 

Damit wir heute nicht ewig herumsitzen und auf Eindrücke warten müssen, hat sich Thomas spät abends noch die Mühe gemacht und eine schnelle Post gefertigt. Er schreibt:

Hallo Franz,

ich schicke Dir mal die ersten Bilder vom Svartisen Gletscher. So etwas unglaublich gewaltiges hast Du noch nicht gesehen. Ich bin immer noch ganz sprachlos. Ich glaube die Bilder erzählen Ihre eigene Geschichte. Morgen werde ich mal versuchen, mich „in Worte zu fassen“, momentan sind wir einfach nur platt.

Gruß
Thomas

 

 

Bilder mit Ortsbezug findet Ihr wie immer mit einem Klick links oben auf "BILDER ZUM LOGBUCH" oder als Ausnahme heute einfach hier klicken!
Kleine, weisse Rahmen mit dem Ortsnamen kennzeichnen auf der Karte die Orte mit Bildern!
Je nach Leitungsstandard - etwas Geduld - Bilder!

 

 

(Freitag 13. Juni 2008 - X+17)

 

SVARTISEN(N):  N   66°42.4815s

E 013°42.9103s

 

 

Nachrichten für den Tagesverlauf! POSEIDON läuft nach BODØ(N). Der Ort des Schicksals! Dort wird in einigen Tagen die Crew wechseln und ich ("das Logbuch") muss (darf) da mit!

 

Thomas schreibt:

Hallo Franz,
traumhaftes Wetter, leider der Wind schon wieder auf die Nase, so dass wir unter Motor fahren müssen. Die nächsten 3 Tage soll es auf jeden Fall so schön bleiben.

Der Wind ist aber trotzdem kalt, sodass Cordula und ich nicht aus den Segelklamotten aussteigen. Alex schläft noch (wieder).

Gruß
Thomas

 

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Gestern  - Wandertag - der Svartisen-Gletscher wurde über 6 Stunden hinweg begangen.

Mit schneller Mail (09:51 MESZ) sind einige Bilder eingetroffen.

Eines von jetzt insgesamt 17 zur Einstimmung gleich hier:

 

 

weitere bilder mit Ortsbezug findet Ihr wie immer mit einem Klick links oben auf "BILDER ZUM LOGBUCH" oder als Ausnahme heute mal einfach hier auf den text klicken!
Kleine, weisse Rahmen mit dem Ortsnamen kennzeichnen auf der Karte die Orte mit Bildern!
Je nach Leitungsstandard - etwas Geduld - Bilder!

 

 

(Samstag 14. Juni 2008 - X+18)

 

BODØ(N):  N   67°17.0556s

E 014°22.1082s

 

BODØ(N) als Ausgangspunkt für die "LOFOTEN-Runde" und später der Auslaufhafen für den "Rücksturz zur Erde" (O-Ton aus Raumschiff Orion, wenn es wieder heimwärts Richtung Erde gehen sollte) sein wird, hier von Thomas für uns betrachtet (E-Mail gegen 17:00 MESZ):


Um Bodö als Start- und Ende-Punkt der Lofoten-Rundreise doch ein gewisse Bedeutung beizumessen, versuche ich Euch ein kleines Bild von Bodö zu geben, wie man es in keinem Reiseführer lesen kann.

Gestern habe ich noch geschrieben, dass es eiskalt ist – was gestern durch den eiskalten Wind aus NO auch auf dem Meer gestimmt hat. Wir waren heilfroh um unsere Standheizung, auch wenn wir heute morgen alle ein bisschen über Kopfweh und trockene Kehlen zu jammern hatten – nicht durch den übermäßigen Alkoholgenuss bedingt, denn wir müssen ja
sparsam sein mit diesem kostbaren Gut – nein, wegen der bullernden Standheizung, die bekanntlich nicht nur warm, sondern auch trocken macht. (Wir erinnern uns an unsere Wäschekammer-Aktion?)

Heute morgen haben wir etwas gebummelt und zwar sowohl zeitmäßig mit dem Frühstück, als auch geldmäßig mit dem Shoppen. Das Wetter war außerordentlich warm, man kam schon bei langsamer Gangart durchaus ins Schwitzen. Da dies in Norwegen nicht immer so ist und der Konsum auch hier brummen soll, haben die Einwohner dieser 45.000 Einwohnerstadt sich eine riesiges Einkaufzentrum geschaffen, vollkommen überdacht mit Straßenkaffees und allen möglichen Geschäften, ähnlich einer amerikanischen Mall. Da lässt es sich auch ohne schönes Wetter ausgiebig und gemütlich konsumieren. Wir haben dies trotz schönem Wetter getan, was der Urlaubskasse gar nicht gut tat.

Bodö ist eine durchaus umtriebige Stadt und man vermutet hier so hoch im Norden ein solch durchaus weltmännisches Flair gar nicht, ja sie hat wirklich Großstadtcharakter, was zumindest die Einkaufsmöglichkeiten betrifft.

Auch was den Hafen betrifft hat Bodö leider durchaus den typisch norwegischen Großstadt-Touch: riesengroß, kaum freien Platz, versiffte Sanitäranlagen, die zudem nachts abgeschlossen sind, die schlimmsten Plätze an der Außenmole mit viel Schwell durch die Berufsschifffahrt und dem längsten Weg zu den Sanitäranlagen sind den Gästen vorbehalten und dabei zu den dreifachen!!! Preisen, wie sonst üblich in den anderen Marinas. Immerhin ging wenigstens die Waschmaschine und der Trockner, wenn auch mit extra notwendiger Anmeldung über UKW oder Handy beim Hafenmeister, der Dir dann erst für sündhaft teures Geld spezielle Münzen andreht, denn nur mit diesen geht das alles einschließlich der
Duschen. Komplizierter geht’s nicht, und schon gar nicht, wenn man – wie durchaus zu dieser Jahreszeit üblich - mitten in der Nacht hier ankommt. Wisst Ihr nun, warum wir die großen Marinas in Norwegen meiden? Da stehen Preis und Leistung in einem krassen Widerspruch! Anscheinend zieht sich das wie ein roter Faden quer durch alle Dienstleistungsgewerbe hier in Norwegen: Je teurer, um so mieser ist die Leistung.

Nun aber genug geschimpft, denn eigentlich verdient Bodö keinen schlechten Ruf. Diese Stadt ist durchaus einen Halt wert. Sie bietet Touristen durchaus attraktive Ausflugs und Informationsmöglichkeiten, nicht nur für Segler, sondern gerade für Angler ist Bodö eigentlich DER Ausgangsort schlecht hin. Im Touristen-Büro am Hafen oder Flughafen findet man diesbezüglich genügend Informationsbroschüren um seinen Hobbies frönen zu können. Von hier aus können Ausflugsfahrten vom Svartisen bis zu den Lofoten gebucht und durchgeführt werden, also auch ein lohnendes Ziel für Flug- oder Autoreisende. Auch kann man Angelboote mieten oder zu Angelfahrten mitgenommen werden.

Nachts gibt es jede Menge attraktive Bars und Kneipen, auch wenn es, - wie Alex meinte – „einem äußerst komisch vorkommt, Nachts um 03:00 am helllichten Tag in eine Kneipe zu gehen“. Das „Nacht“-Leben geht hier fast die ganze „Nacht“ durch. Leider haben sich viele Norweger gar nicht im Griff, was den Alkohol angeht und man triff in den frühen Morgenstunden durchaus mehr als bei uns üblich Betrunkene durch die Straßen wandern, mehr, von der Anzahl her und auch dem Grad des Alkoholgenusses gesehen. Die Polizei greift zwar durchaus rigoros zu – das geht bis zum Abführen mit Handschellen, was Alex beobachtet hat, aber irgendwie bekommen sie das Alkohol-Problem trotz oder wegen der hohen Reglementierung einfach hier in Norwegen nicht in den Griff.

Essen gehen ist auch hier, wie bisher überall in Norwegen, unglaublich teuer, und wie in einem Reiseführer mal so schön beschrieben wurde: “Das Essen in Norwegen ist nicht gut genug, als dass man hier zum Essen gehen müsste, schon gar nicht, wenn man die Preise mit berücksichtigt“. Dem kann ich nur zustimmen, auch wenn wir uns trotzdem mal eine Pizza und ein Bierchen für 35 EURO PRO PERSON!!! oder heute Mittag für 50 EURO drei Sandwiches, eine Cola, ein Glas Wasser und drei Kaffees in einem Kaffee in der Mall gegönnt haben. Muss einfach mal sein!

Einkaufen im Supermarkt kann durchaus normal sein, wenn man sich IMMER die Preise ansieht. Aber uns passiert es immer wieder, dass wir zu uns bekannten Dingen greifen und plötzlich an der Kasse feststellen: „Was war jetzt hier so teuer, verdammt noch mal!!“ Die Analyse des Kassenzettels bringt es dann neben ganz normalen Priesen „normaler“ Produkte zu Tage: „250gr. Cortina Frischkäse: 8 EUR, Westfälischer Schinken 125gr 10 EURO, Cambozola Camembert 1 Stück 9 EURO!!“ Bei ausländischen Produkten muss man also höllisch aufpassen!

Trotz dieser kurzer Schrecken, die man so beim konsumieren in Norwegen immer wieder mal hat, macht es unheimlich Spaß, hier in Norwegen zu reisen. Die Menschen sind bisher überall und immer sehr höflich und hilfsbereit und die von mir schon mal beschriebene „Deutschfeindlichkeit“ haben wir bis jetzt auf dieser Reise noch nie erlebt, auch wenn mir immer
noch nicht ganz klar ist, ob die abgerissenen Deutschlandflagge am Heck der Poseidon wirklich der Sturm war. Denn es waren 3 wirklich dicke Schrauben und sie hat schon manch wesentlich heftigeren Sturm überlebt. Aber ich bin mir nicht sicher und kann es schon gar nicht beweisen oder habe es gar gesehen. Deshalb überlassen wir dies mal lieber dem Sturm und bleiben bei den wirklich netten Norwegern.

Gerade hier in Bodö sollten die Leute mehr als einen Grund finden können, einen Hass auf Deutsche zu haben, denn Bodo wurde im 1940 in nur 2 ½ Stunden von den Deutschen praktisch platt gemacht und von den damals über 700 Häusern waren über 400 praktisch Schutt und Asche und der Rest musste später wegen Einsturzgefahr abgerissen werden.

Diese Generation – auf beiden Seiten – dürfte inzwischen fast ausgestorben sein, und Bodö gibt sich heute als weltoffene Stadt, in welche jeder Ausländer herzlich willkommen ist und die ich mit Sicherheit nicht das letzte Mal gesehen habe.

 

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Unermüdlich von dem Gedanken uns zu informieren beseelt, lässt Thomas, nachdem BODØ(N) erreicht wurde, in einer "Mitternachtsmail" (00:59 MESZ) noch Position und die weitere Absicht verlauten. Er schreibt:

nachdem wir heute Nachmittag für die nächsten Tage unseren Fischvorrat
wieder aufgefüllt haben (1/2 Std. und der Kühlschrank ist voll) sind wir heute recht spät in Bodö gelandet und haben gerade ausgiebig zu Abend
gegessen (Natürlich Fisch!).

Sind auf Position 67° 17,0556' N 014° 22,1082' E.

Der Hafen von Bodö ist gigantisch und gefällt uns gar nicht, da er wieder mal das präsentiert, wie bisher ohne Ausnahme alle großen Marinas in Norwegen: Null Service, abgesperrte Toiletten und Duschen, die nur Tags über geöffnet sind und ¼ Std. Fußmarsch erfordern und alles sau teuer.

Uns sind die kleinen schnuckeligen Häfen tausend mal lieber.

Morgen werde wir wieder mal einen "Service-Tag" einflechten müssen:
Handy-Karten auffüllen, Wäsche waschen, Einkaufen, Geld besorgen usw. Muss auch mal wieder sein.

Gruß
Thomas

 

 

(Sonntag 15. Juni 2008 - X+19)

 

BODØ(N):  N   67°17.0556s

E 014°22.1082s

 

Die "LOFOTEN-Runde" wollte und ist heute begonnen werden, doch hat das Wetter sich wohl gewendet!

 

SMS 22:01 MESZ, Thomas schreibt:

Sind in heftigen Sturm geraten und hatten
Probleme mit dem Segel.

Sind zurück nach BODØ!

 

Die Vorgänge zu den Meldungen fasst Thomas zusammen unter dem Titel:

Spinnacker gesetzt?

Nach unserem Hafentag in Bodö und ausgiebigem Studium der Wetterkarten beschlossen wir, nach A (mit Kringel drauf(Å)) zu segeln, dem äußersten Ort der Lofoten quer über den Vestfjord, wie das Meer zwischen den Lofoten und dem Festland genannt wird. Der Ort Å (mit Kringel drauf) wurde nach dem letzten Buchstaben im Alphabet der Norweger genannt, eben weil es der letzte Ort der Lofoten ohne vorgelagerter Inseln ist. Von dort aus kann man Wanderungen auf den Berg Hellsega unternehmen, von dessen Gipfel aus Edgar Allan Poe's Kurzgeschichte "Im Wirbel des Maelström" als Erzählungsort handelt und die wir dort praktisch "vor Ort" vorlesen wollten.

Der 50 Seemeilen große Schlag quer über den Vestfjord war kein Problem, da 4 Bft vorhergesagt waren und wir sowieso nur mit Starkwindbesegelung segeln wollten, die große Genua belieb bei solchen Gelegenheiten immer eingerollt, da sie nur bis 3 Windstärken ausgelegt ist und darüber eigentlich nicht mehr vernünftig zu bedienen ist. Außerdem band ich noch vorsichtshalber beim Verlassen der Hafens das erste und zweite Reff ins Großsegel, da die Poseidon zusammen mit der Sturmfock so am ausgewogensten läuft.

Die ersten 5 Seemeilen fuhren wir noch unter Maschine im Schutz der Inseln. Erst als wir direkten Kurs auf Å anlegen konnten, setzten Cordula und Alex die Sturmfock. Der Wind hatte hier kräftig aufgefrischt und hatte bereits hier bedeutend mehr als 4 Bft, vielleicht 5, in Böen sogar über 6. Ich entschloss, das Großsegeln vorläufig noch nicht zu setzen und erst mal die Windentwicklung abzuwarten. Ich hatte zwar mit der Sturmfock allein sehr starken Ruderdruck, da der Segeldruckpunkt sehr weit vorn lag, konnte wegen des kräftigen Windes aber die Maschine nur mit halber Kraft fahren und wir kamen dennoch mit guten 5 Knoten durch die immer größer werdenden Wellen.

"Das ist mir fast zu heftig", begann Cordula - nicht ganz zu Unrecht - anzumerken. Die Wellen waren inzwischen teilweise über 3 m hoch und die Poseidon hatte ziemlich gegen an zu stampfen. "Das packt die schon Cordula, ich kann sie noch gut steuern" Und es klappte auch wirklich gut, wenn ich auch wegen des schlechten Segeldruckpunktes in Böen immer etwas vom Kurs weggedrückt wurde. Gut zwei Stunden kämpfte sich die Poseidon mit Bravur durch die See und Cordula glaubte mir nun, dass wir es durchaus schaffen werden, auch wenn noch gut 10 Stunden Fahrt bei diesen Bedingungen vor uns lagen.

In einer kräftigen Böe mit vielleicht 8 Bft knallte es plötzlich und ich hatte so starken Ruderdruck nach Lee, dass ich Sie unmöglich auf Kurs halten konnte, sie legte sich auf die Seite und uns war zunächst nicht klar, war denn nun plötzlich passiert war. Ein heftiges Knattern oben am Mast lenkte unsere Blicke nach oben: Die Böe hatte die riesige Genua in der oberen Hälfte total aufgerollt und damit eine typische Spinnaker-Sanduhr gebildet, das gegen Ausrollen gesicherte Schothorn war auf ca. 2-3 Meter am Vorstag hochgerutscht, hatte dem Dilemma seinen Lauf gegeben. Der riesige Ballon von ca. 10-15 qm im Masttop hatte natürlich die selbe Wirkung wie ein Spinnaker und riss an der Poseidon in Richtung Lee.

Als sie quer zu den Wellen lag, taten diese natürlich Ihr Übriges und legten die Poseidon stark auf die Seite. "Ich gehe auf Vorwindkurs" schrie ich, "haltet euch fest" und schon rauschte die Poseidon mit guten 8 Konten nach Süden auf Spi-Kurs. Sie richtete sich wieder auf und es kehrte erst mal wieder Ruhe ins Schiff. Ein kurzer Blick in die Seekarte bestätigte meine Vermutung, dass wir auf diesem Kurs auf jeden Fall für 2-3 Stunden keine Untiefen oder Inseln zu befürchten hatten. Wir konnten das Dilemma also mit aller Ruhe angehen.

"So eine Sch..., Ok, das hilft jetzt alles nichts. Zuerst bergt Ihr die Sturmfock, da dies am schnellsten geht und erst mal einen Teil des Druckes aus dem Rigg nimmt. Dann muss die Genua komplett ausgerollt werden und anschließend geborgen werden, also komplett runter mit dem Lappen, die Rollanlage mit den Stagreitern bringt uns bei diesen Bedingungen nur Ärger.       

Dann fahren wir wieder zurück nach Bodö!" Cordula und Alex pikten sich im Strecktau ein, ein Sicherungsband, welches vom Heck bis zum Bug reicht und eine physikalische UND psychologische Sicherung gegen Überbordgehen bietet. Natürlich war bei diesen Bedingungen mehr kriechen als gehen angesagt, denn obwohl ich versuchte, das Schiff möglichst ruhig zu halten, wirken mit den Wellen und der aufgeblasenen Genua enorme Kräfte dagegen und die Poseidon tauchte mal mit der Steuerbord-, mal mit der Backbordreling tief in die Wellen ein. Die beiden bargen trotz dieser Bedingungen in kürzester Zeit die Sturmfock und die Bewegungen waren nun weniger heftig geworden.

Nun versuchten Sie die Genua auszurollen, was aber an der Sicherungsleine scheiterte, die eben genau dieses Ausrollen verhindern soll. Das Problem dabei war, dass diese Sicherungsleine - normalerweise nur wenige Zentimeter über der Bugrolle angebracht - in eine unerreichbare Höhe von ca. 2,5 Metern gerutscht war. So sehr sich Alex auch streckte, er konnte sie einfach nicht erreichen. Es fehlten einfach 5-10 cm. Er kam ins Cockpit zurückgekrochen: "Ich brauche ein Messer, ich kann es nur durchschneiden". "Ich kann die Pinne nicht loslassen, Alex, Du musst es Dir selber hole n." Jedes Mal, wenn er sich bis zum Äußersten am Vorstag entlang Streckte und es mit dem Messer fast geschafft hatte, die Sicherung zu erreichen, kam eine Welle oder eine Böe und die Poseidon lief aus dem Ruder und legte sich wieder auf die Seite.

Irgendwann - ich war gedanklich schon beim Bolzenschneider für das Vorstag angelangt, denn die Poseidon war so absolut nicht mehr manövrierfähig - schaffte er es beim vielleicht 20ten Versuch. Nun hinderte nur noch die Vorschot das Segel am Ausrollen. "Schneit sie durch, kappen, kappen" rief ich gegen das laute Geknattere an. Er fragte nochmals nach, denn er wollte nicht unsere Vorschot um 3 Meter kürzen. "Doch, kappen, egal!" 

Kaum war die Schot gekappt, als die Genua nach vorne ausrauschte und 35 qm Segelfläche tosend im Wind vor dem Schiff her flatterten, dass man fast Ohrenschützer gebraucht hätte. Lange würde es das Segel nicht aushalten, ohne Schaden zu nehmen. Außerdem war es so Cordula und Alex unmöglich die Genua zu bergen. "Ich drehe jetzt in den Wind, Achtung, haltet euch fest", denn es war allen klar, dass ich hierzu kurz quer zu den Wellen fahren musste, was die Poseidon mit heftigen Wankbewegungen quittieren würde.

Augenblicklich wurde sie von einer große Welle erfasst und legte sich quer, die zerrende Genua tat Ihr übriges bis Wasser sich ins Cockpit ergoss und ich fast senkrecht auf der Bordwand stand. Mein Blick galt natürlich Cordula und Alex, die gerade dabei waren mit dem Bug in die nächste Welle einzutauchen.

Kaum waren sie aus der Welle wieder aufgetaucht, als Cordula schon auf die Steuerbordseite krabbelte um die die nun seitwärts an der Reling entlang flatternde Genua zu schnappen und das Ende, welches sie erwischen konnte unter sich zu begraben. Mit einer Hand löste die das Genua-Fall und Alex zerrte die Genua nach unten. Plötzlich verhedderten sich die Leinen und die Genua blieb im unteren Drittel des Vorstages hängen. Bei den versuchen, das Wuhling der Leinen zu lösen rauschte plötzlich ein anderes Fall aus und wehte wie eine Fahne vom Masttop weg. Wenn man dieses Fall hätte sich selbst überlassen, wäre es vermutlich vollkommen ausgerauscht und verloren gewesen, weshalb ich mich entschloss, es einzufangen. "Ich muss kurz in den Wind, haltet euch nochmals fest." Wie vermutet kam das Fall durch die Drehung des Schiffes in meine Reichweite, doch leider zu weit weg, als dass ich hätte steuern und gleichzeitig das Fall einfangen können. Ich ließ kurz die Pinne los, machte eine Satz auf die Bank, schnappte mir das Fall und sprang zur Pinne zurück. Durch das kurze Loslassen der Pinne hatte sich die Poseidon nun wieder auf die Seite gelegt und die nächste Welle rauschte als Brecher über sie hinweg. Cordula und Alex waren aber so mit dem Bergen der Genua beschäftigt, dass Sie davon außer der erneuten Dusche nichts mitbekamen.

Die Genua war immer noch zu einem Drittel am Vorstag und ließ sich trotz
aufbringen aller Kräfte einfach nicht komplett bergen. "Egal, Alex, bind Sie
so fest, das geht schon". So gut es eben ging, wurde nun die Genua an die Reling gebunden und fixiert. Zurück im Cockpit stöhnte Alex: "Das war jetzt aber noch heftiger als im Skagerrak. Was machen wir mit der restlichen Genua, soll ich nochmals nach vorne?" "Lass sie so, die Poseidon kann so wieder gesteuert werden, der Druck ist nicht mehr hoch. Ich werde versuchen hinter diese Insel zu kommen, dann können wir es nochmals im Windschatten versuchen. Jetzt nochmals nach vorne ist ein Risiko, welches unnötig ist, selbst wenn das Segel bei dem Flattern kaputt geht. Ich kann wieder steuern und das alleine ist wichtig".

Cordula saß nur ganz ruhig da und ich wusste, Ihr Blick hatte nichts Gutes
zu bedeuten. Sie war wahrscheinlich sauer, weil wir trotz der vorhergesagten 4 Windstärken den Schlag nach Å gewagt hatten . "Wir fahren zurück nach Bodö, dort machen wir die Genua runter und dann bleibt sie unter Deck, bis wir wieder in Stralsund sind. Wir segeln nur noch mit der alten Genua, die ist nur halb so groß. Wenn uns so etwas in einem Fjord passiert, hängen wir an der Wand!". Ein Strahlen durchfuhr Ihre Gesichtszüge. "Das hab' ich gar nicht mitbekommen, dass wir nun doch nicht nach Å fahren". "Doch, das hat Thomas vorhin schon mal gesagt, dass wir zurück nach Bodö fahren", lenkte Alex ein.

In Bodö strengte sich Cordula besonders an, Ihre "heiß geliebte" Genua möglichst weit unten in die Segelkiste zu packen und war wieder bester Laune!

 

(Montag 16. Juni 2008 - X+20)

 

BODØ(N):  N   67°17.0556s

E 014°22.1082s

 

Die Bucht als Ankerplatz in VETTØYA(N) hat Crew und Thomas so vorgefunden:

 

Ankern in der Bucht von VETTØYA(N)

Die Bucht von Vettøya, einer engen Durchfahrt zwischen mehreren Inseln empfing uns in der Abendsonne mit ruhigem, spiegelglatten Wasser. Nur
ein Schwarm Fische hechtete gerade den auf dem Wasser tanzenden Mücken hinterher und ließ ein paar wenige Kringel erkennen. Ich hatte zwar den Anker bereits vorbereitet, erkannte jedoch einen weißen Plastikeimer im Wasser treiben. „Ich fahr mal vorsichtig ´ran, könnte eine
Mooring-Boje sein, denn in der Seekarte ist hier ein Ankerplatz eingezeichnet, die oft mit solchen Bojen versehen sind.“ Es war wirklich eine solche und sie hielt bombenfest.

„Jetzt aber das Beiboot ausgepackt und ab auf die Insel!“ schlug ich vor, fand bei Cordula aber keine Zustimmung. Sie hatte Hunger. „OK, dann rudere ich mal alleine rüber und schau mir die Insel an. Bis zum Essen bin ich wieder hier.“ Schnell war das Beiboot aufgepumpt und da wir es das erste mal zu Wasser ließen, wollte ich Sie noch taufen: „Wie sollen wir sie nennen?“ „keine Ahnung!“ „Schlechter Name, na dann später, vielleicht fällt uns noch einer ein.“

"Rudern in der Gummisau ohne Namen bei VETTØY(N)" - Klick vergrößert extern! Ich ruderte zum Sandstrand der Insel hinüber - ohne Wind war das überhaupt kein Problem . Unterwegs filme ich noch die Poseidon im Abend
Licht. Ich war überwältigt von dem Anblick, der Ruhe und Zufriedenheit, die dieser Ort in mir auslöste. Ich zog das Beiboot komplett auf den Strand, damit es nicht davon getrieben werden könnte und wanderte ein bisschen am Strand "POSEIDON vor Anker in der Mitternachtssonne bei VETTØY(N)" - Klick vergrößert extern! entlang. Die Poseidon in der Abendsonne glänzend, wie sie so ruhig in der Bucht lag mit den Bergen im Hintergrund war ein Anblick, wie ich ihn mir nicht im Entferntesten hätte erträumen können. Ich setzte mich einfach nur in den Sand, und genoss den Augenblick, der nie enden sollte.

Ich weiß nicht mehr, wie lange ich vor mich hin träumte, vielleicht ein Stunde oder länger... irgendwann schwenkte mein Blick wieder zur Poseidon und plötzlich erwachte ich aus meinen Träumen mit einem großen Schrecken: Das Beiboot trieb in der Bucht, losgelöst vom Festland,
vielleicht 10m vom Ufer entfernt. Ich hatte vor lauter Ruhe und Begeisterung die steigende Flut vergessen, die irgendwann das Boot erfasste und davontrug. Ich rannte zum Ufer, legte noch meine Kamera auf einen Stein, denn mir war klar, dass ich jetzt in die Fluten stürzen musste, um das Beiboot einzufangen. Um Klamotten abzulegen war es zu spät, denn das Schlauchboot trieb mit schneller werdender Geschwindigkeit immer weiter von mir weg. Das Wasser stand mir inzwischen bis zur Brust und mit einem beherzten Sprung bekam ich die Leine zu fassen und zerrte vollkommen patschnass das gute Stück ans Ufer zurück. Als ich aus dem Wasser stieg und die Klamotten wie Blei an mir hingen, fiel mir auf, dass ich das Handy wieder mal im Eifer des Gefechtes in der Hosentasche vergessen hatte und es natürlich abgesoffen war. Und das auch noch im Salzwasser, logisch!

An Bord der Poseidon gab es natürlich ein großes Gelächter, Alex und Cordula waren inzwischen schon mit dem Abendessen fertig und hatten mir etwas warm gestellt, was ich jetzt mit großem Dank gebrauchen konnte. „Heute brauch in jedenfalls nicht mehr Baden, das habe ich euch
voraus!“

Wir saßen an diesem Abend bis in die frühen Morgenstunden schweigend da und genossen die Ruhe dieser Bucht. Selbst die Möwen waren ruhig geworden. Trotz der ständigen Sonne am Himmel scheinen auch die Tiere Ihre „Nachtruhe“ zu finden. Immer wieder in der Nacht wachte ich auf, da ich das Plätschern der Wellen und das Pfeifen des Windes vermisste, aber es herrschte nur Ruhe, absolute Ruhe. Ein ganz leises Pfeifen drang an mein Ohr, fast wie ein Wimmern, gleichmäßige steigende und fallende Töne, wie ein leises Heulen und ich glaube das leise Singen von Walen durch die Bordwand hindurch zu hören – bis die Ruhe plötzlich durch einen kräftigen Schnarcher von Alex unterbrochen wurde.

Es war nur Alex im Tiefschlaf, der wimmerte und kein Wal. Schade, hätte zu gut gepasst!

 

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SMS 15. Juni 2008 19:06 MESZ

Mit einer SMS erholt sich der gespannte Leser doch wieder recht schnell. In den Umständen liegt der späte Zeitpunkt der Meldung begründet.

Thomas sendet:

Segel wieder in Ordnung!
Sind auf dem Weg zu den LOFOTEN!
 

Heute Abend in Vettöy
67°40,6640N
014°43,7814E

 

Noch vor der "Sicherheits-SMS" hat Thomas die Geschichte zum Vortag, per Mail auf den Weg gebracht. Tolle Sachen, die Die da machen:

 

spinnacker gesetzt, oder wie?

 

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Gestern musste wegen Sturm die Route abgebrochen werden.

Was vor sich ging und wie es weiter geht ...

 

... ich denke wir hören es, sobald die Situation es zulässt, hier!

 

 

Mitteilung in eigener Sache:

Heute 24:00 muss ich die Redaktion für 24 Stunden unterbrechen.

Wir verlegen unser "Büro" mal wieder und reisen von Italien nach Deutschland.

Letzte Meldungen daher Heute bis 24:00 MESZ -

Erste Meldungen wieder ab Mittwoch 00:00 MESZ

 

(Dienstag 17. Juni 2008 - X+21)

 

VettØY(N):  N   67°40,6640s

E 014°43,7814s

 

Neues aus dem Trollfjord (nachgereicht am Mittwoch, 18. Juni 2008)

Thomas berichtet:

Das erste, was wir vom Trollfjord gesehen haben war ein riesiges Hurtigrutenschiff, welches plötzlich in der Ferne in einer Felswand "Einfahrt in den TROLLFJORD(N)" - Klick vergrößert extern! verschwand. Wirklich erst ein paar Bootslängen vor der Einfahrt in den Trollfjord erkennt man die auf beiden Seiten von 1000 Meter hohen Bergen eingerahmte Einfahrt, als hätte jemand einen Schlitz in den Fels gesägt. Die engste Stelle ist gerade mal 100 Meter breit, nach innen öffnet sich der Fjord wieder, sodass ein großes Schiff gerade mal eben auf der Stelle mit Einsatz aller nur denkbaren Bug- und Heck-Querstahlruder drehen kann. Leider war das Hurtigrutenschiff schon wieder aus dem Fjord heraus gefahren, dieses Manöver hätten wir zu gerne gesehen.

Die Felswände an beiden Seiten ragen so steil senkrecht nach oben, dass man mit dem Schiff bis direkt an den Fels fahren kann, um anschließend bis in eine Tiefe von 50 Metern auf den Grund abzufallen. Viele haben dies bereits ausgenutzt und Ihre Grußbotschaften in den Fels geritzt. Von den hohen, mit Schnee und Eis bedeckten Bergen herunter weht ein eiskalter Wind.

Am Ende des Trollfjord ist ein kleines Kraftwerk, an dessen Steg 2 kleine Sportboote Platz haben. Leider war dies kein Schwimmsteg und wir konnten unsere Erfahrungen mit der Tide in Spiel bringen. Diesmal sollte es ohne „Aufhängen“ klappen.

Bis zur Abfahrt am nächsten Tage waren wir die einzigen an diesem Steg. „Touristenattraktion“ wurde es im Reiseführer genannt, „norwegische“ würde ich hinzufügen. Denn wenn man die Touristen des Hurtigroutenschiffes mitzählt, kommen jeden Tage sicher einige Hundert zusammen, ansonsten ist der Trollfjord menschenleer.

 

(Bilder dazu über "Bilder zum Logbuch"!)

 

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Mit "e-Post" kamen herrliche Bilder ("BILDER ZUM LOGBUCH") und eine schöne Geschichte von Thomas um 15:43 Uhr MESZ herein.

 - Vorher - allerdings, versengte Thomas aber leider noch sein Handy:

Hallo Franz,
waren letzte Nacht in einer ganz einsamen, wunderschönen Bucht, aber bis jetzt leider ohne GMDSS-Empfang. Außerdem habe ich bei der ersten Schlauchboot-Aktion mein Deutsches Handy versenkt und bin also momentan nur noch auf meinem Norwegen-Handy zu erreichen (auch SMS!!!).

Sind auf dem Weg zum Trollfjord 68° 21,83‘N 14° 55,75’E

Gruß
Thomas

 

Die Geschichte zum Vortag, Montag Abend, zu finden unter nachstehendem Link oder einfach auf den Montag scrollen:

 

ankern in der bucht von VETTØYA(N)

 

 

Nicht nur das Logbuch ist kurzzeitig nicht aktiv, an diesem Dienstag hat sich auch noch der Skipper für unbestimmte Zeit abgemeldet! Thomas schrieb:

Hallo Franz,

auch wir müssen uns kurzfristig „abmelden“, denn die Empfangssituation wird immer schlechter und von anderen weiß ich, dass im Tollfjord KEIN Empfang für GARNISCHT ist.

Melden und wieder, sobald wir wieder in „zivilisiertere“ Gegenden kommen.
 

Also Tschüß bis zum neuen Empfang


Gruß

Thomas

 

 

(Mittwoch 18. Juni 2008 - X+22)

 

HENNINGSVÆR(N):  N   68°09,24s

E 014°12,25s
 

E-Post noch am Abend (20:06) mit neuer, aktueller Position, Bild und Feierlaune.

Thomas schreibt:

"POSEIDON im Geburtstagskleid in HENNINGSVÆR(N)" - Klick vergrößert extern! Wir senden euch hier vorab schon mal die Poseidon in Ihrer Geburtstags-Aufmachung mit POSEIDON-Wimpel (von meiner Mutter selbst gestickt) und Geburtstags-Beflaggung : Wir haben uns entschlossen, hier in Henningsvaer Ihren 70. Geburtstag zu feiern. 

 

Jarislav aus Tschechien, ein Stegnachbar aus Stralsund ist mit seiner SPIKA II, ebenfalls einem alten Holzschiff, auch hier und hat uns heute Abend zur Feier des Tages zur Fischsuppe eingeladen.

Wir berichten morgen darüber.

Aktuelle Position 68° 09,24‘N 014° 12,25‘E
Gruß

Thomas

 

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Die POSEIDON ist, wie von Thomas angekündigt, definitiv Gestern zu einem Besuch in den TROLLFJORD eingefahren.

 

Damit hat der Törn auch endgültig die Region erreicht, auf die sich m. E. das Hauptaugenmerk richtete, DIE LOFOTEN!

 

Die Position findet Ihr auf unserer Karte und bei Betrachtung unserer Karte über Google-Earth auch gleich viele Bilder, die von anderen Reisenden dort eingestellt wurden. (Bei unserer kleinen Karte auf "grössere Kartenansicht" klicken, dann bekommt Ihr ein neues Fenster von Google Map, dort gibt es am oberen Kartenrand eine Anwahl "In Google Earth anzeigen". Damit ist unsere Route voll in das grosse Google Earth integriert und alle Funktionen von Google Earth stehen zur Verfügung)

 

Da im Bereich des TROLLFJORD(N) keine UMTS-Verbindung zu bekommen ist, wird alles darüber von Thomas später nachgereicht. Aber wir verpassen nichts. Nur eben etwas zeitverschoben!

 

 

Die POSEIDON den Trollfjord (ohne Ärger mit den Trollen) wieder verlassen, da eben (15:29 MESZ) über eine Verbindung Information und Bilder über den TROLLFJORD per E-Mail von Thomas eingetroffen sind.
 

Was Thomas zu über den Vortag im TROLLFJORD(N) zu berichten hat ist zu finden unter nachstehendem Link oder einfach auf den Dienstag  scrollen:

InFo aus dem TROLLFJOR(N)

 

 

(Donnerstag 19. Juni 2008 - X+23)

 

HENNINGSVÆR(N):  N   68°09,24s

E 014°12,25s
 

Gestern schon HENNINGSVÆR(N), auch "Venedig des Nordens" genannt, erreicht und angefangen zu feiern. Die Geschichte dazu, nachgeliefert am Freitag, 20. Juni 2008

 

Die POSEIDON wird 70!

 

Wir standen seit Anfang des Urlaubes ständig mit Jaroslav, einem tschechischen Segelfreund aus Stralsund in SMS-Kontakt, war es doch unser beider Ziel, uns irgendwo auf der Reise zu treffen. Die Lofoten waren unser gemeinsames Ziel. Auch Jaroslav hatte sein Schiff den Winter über in Norwegen in der Nähe von Bergen gelassen, hat aber die besseren Erfahrungen mit seiner Werft gemacht, als es der Poseidon widerfahren ist. Dies hat er seiner Meinung jedoch nur der Tatsache zu verdanken, dass er persönlich vom Auskranen bis zum Abdecken des Schiffes anwesend war. Auch er empfindet die Norweger als freundlich, aber „unzuverlässig Katastophe“, wie er sich ausdrückte.

Auf der ganzen Fahrt in den Norden war er uns immer ein paar Tagesreisen voraus. Erst auf unsere SMS hin, abends in Henningsvaer den 70.Geburtstag der Poseidon zu feiern erhielten wir am 18.06. eine kurze Antwort von der SPICA II : „Wir sind in Henningsvaer. Abend Jaroslav“.

"Jarislav auf der SPICA II und die Familie seiner Tochter" - Klick vergrößert extern! Wir freuten uns riesig beim Einlaufen, als uns Jaroslav auch auf der Suche nach einem Liegeplatz mit seinem in den 60er Jahren gebauten Holzschiff entgegenkam. Im Schlepp hatte er ein Kajak. "MIt dem Kajak zum Nordkap" - Klick vergrößert extern! Wie sich am Steg herausstellte, hatten sie unterwegs einen „Anhalter“ mitgenommen, einen noch verrückteren Menschen, als wir – denn dieser war mit seinem Kajak unterwegs von Stavanger aus auf dem Weg zum Nordkap!! Er war froh gewesen, mal ein paar Meilen auf einem „großen“ Schiff mitgenommen zu werden. Aber kaum an Land angekommen, verabschiedete er sich und fuhr nach Norden weiter, er wolle heute noch ein paar Meilen schaffen.


Jaroslav hatte wie bereits gesagt die Familie seiner Tochter mit zwei 7-9 Jahre alten Mädchen an Bord. Meine an anderer Stelle schon einmal ausgedrückten Bedenken gegen Kinder an Bord bei solchen Reisen revidierte diese Familie vollkommen. Die Kinder seien praktisch „an Bord aufgewachsen“ und waren alles andere als gelangweilt. Der Geburtstag der Poseidon war für sie eine willkommene Abwechslung, um die SPICA II für unser "Der POSEIDON Viel Glücke Meilen" - Klick vergrößert extern! gemeinsames Abendessen zu schmücken. Überall hingen bemalte Schnipsel an den Wänden, uns wurde ein gezeichnetes Bild der Poseidon überreicht „SPICA II WÜNSCHT POSEIDON VIEL GLÜCKE MEILEN“. Wir waren zu Jaroslavs Spezialität, einer Fischsuppe - natürlich mit selbst gefangenem Fisch – eingeladen. Wir feierten lange und tauschten natürlich unsere Erfahrungen aus.


Für den nächsten Tag hatten wir uns in einer schönen Bucht verabredet, leider mussten wir jedoch vorzeitig die Marina Kraemmervika anlaufen, da wir einem vermeintlichen Kurzschluss in der Elektrik nachgehen mussten. Es war damit zu befürchten, dass die Batterien dies die Nacht über nicht überstehen würden und wir morgens den Motor hätten ohne Landstrom nicht mehr in Gang hätten setzen können.

Der Fehler war schnell gefunden und repariert. Zur Entschädigung wurden wir Abends noch von Alex in das Marina-Restaurant eingeladen und ich muss auch hier wieder meine Meinung über norwegische Lokale revidieren: Das Essen war ausgezeichnet und durchaus vom Preis her der Qualität entsprechend adäquat.

 

(Weitere Bilder dazu über "Bilder zum Logbuch"!)

 

 

 

(Freitag 20. Juni 2008 - X+24)

 

KRÆMMERVIKA(N):  N   68°04,04s

E 013°13,38s
 

Endlich ausführliche POST - SMS 14:54 MESZ, Thomas sendet:

Aktuelle Position

68 04.04N 013 13.38E Marina KRÆMMERVIKA.
Morgen früh nach Reine. Zwei Geschichten und Bilder gesendet.

Gruß

Thomas

Wie angesagt ist auch nahezu zeitgleich die Mail mit den Storys und Bildmaterial eingetroffen.

 

Die Geschichte um den Geburtstag habe ich dem gestrigen Donnerstag zugeordnet. Zu finden unter nachstehendem Link oder einfach auf den Donnerstag scrollen:

Geburtstag

 

Für den heutigen Tag habe ich die Beschreibung zu einer "Zwischenbilanz" von Thomas mal vorgesehen:

 

ZWISCHENBILANZ

 

Nachdem wir mit dem Trollfjord den nördlichsten Punkt unserer Reise verlassen haben und morgen Mittsommernacht ist (längster „Tag“ – obwohl uns die Sonne schon längst nicht mehr verlassen hat), ist es an der Zeit, eine kurze Zwischenbilanz zu ziehen.

Die Lofoten sind „Norwegen im Kleinen“, wer die Lofoten kennt, kennt die Küste Norwegens, oder anders gesagt, wer die Küste Norwegens bereits kennt, muss nicht unbedingt zu den Lofoten. Alles was wir hier in konzentrierter Form vorfinden, haben wir auf der bisherigen Reise schon mal in ähnlicher Form gesehen. Der Trollfjord ist sicherlich beeindruckend, wer aber den „Preikestolen“ im Lysefjord bei Stavanger gesehen hat, braucht den Trollfjord nicht zu erleben, wer die einzigartige Schärenlandschaft südlich des Sognefjords durchsegelt hat (wir erinnern uns an den dortigen GPS-Ausfall) fühlt sich im Anblick der vielen kleinen Inselchen auf den Lofoten daran erinnert.

Wirklich einzigartig sind die alten, historischen Fischerdörfer auf den Lofoten und die Tatsache, dass man sich das alles mit Ausflugsschiffen oder seit kurzem sogar mit dem eigenen Auto ansehen kann, was an der übrigen norwegischen Küste nicht der Fall ist, welche größtenteils nur mit dem Schiff erreichbar ist. Und dies wird wohl der Grund sein, warum die Lofoten so populär sind. Für uns ist das eher ein Nachteil, den in allen Dörfern sieht man Touristen und die Ihnen zugedachten Geschäfte mit Krimskrams, die Idylle eines kleinen verträumen Hafens wie auf der Insel Ona vermissen wir vollkommen. Auf den Lofoten gibt es aber auch ruhige verträumte Buchten, solange sie eben nur mit dem Schiff erreichbar sind.

Der große Vorteil der weit in den Atlantik reichenden Lofoten scheint auch das einzigartige Klima zu sein, denn wenn es laut Wetterbericht in Bodö, Narvik und Tromsö regnet und wir von den Lofoten aus am Festland dichte Wolken vorüberziehen sehen, scheint bis jetzt hier draußen immer wieder zwischendurch die Sonne.

Waren wir bisher eigentlich in den Häfen meist alleine gelegen, findet man hier immer wieder Segler aller Nationen, ja es gab sogar den berühmten „Kampf um den besten Platz“ durch Hochdrehen der Maschine kurz vor Henningsvaer, als ein amerikanischer Segler meinte, mich noch kurz vor der Hafeneinfahrt unbedingt überholen zu müssen, nur um vor mir einen Liegeplatz zu ergattern. Solche Manöver waren uns im restlichen Norwegen vollkommen fremd und vor allem unnötig, war man doch für diese Woche wahrscheinlich der einzige Anleger im Hafen.

Interessant ist dabei, dass andere Segler, mit denen wir gesprochen haben, ähnliche Erfahrungen gemacht haben und auf den Lofoten erkennen sollten, dass die Reise zu den Lofoten das eigentliche Ziel war und dort am Ziel „nur“ nochmals bestätigt wurden.

Dies war auch der Grund, warum ich in den letzten Tagen mit dem Geschichten schreiben ein bisschen „hinterher gehinkt“ bin, den wie würde es ein Bully Herbig ausdrücken: „Ständiges herum segeln in idyllischer Landschaft, ewiges Fische fangen und am Abend sich den Bauch voll schlagen.  Ja leck mich doch ...“ „Ja wie denn, wenn Du ewig Deinen Segelanzug an hast?“ könnte man antworten ...

 

 

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Gestern - 3:2 gegen Portugal, vermutlich auch in HENNINGSVÆR(N) oder an einem anderen Ort der LOFOTEN(N)

Halbfinale zum 70-zigsten Geburtstag der POSEIDON!

Die Schallplatte feiert morgen ihren 60-zigsten Geburtstag.

"Midsommar" im Norden oder auch "St. Hans" genannt und Sommeranfang bei uns steht vor der Tür!

Mehr war Heute Morgen noch nicht zu vermelden.

Euer Logbuch

 

(Samstag 21. Juni 2008 - X+25)

 

REINE(N):  N   67°56,0053s

E 013°05,186s
 

Gegen Mittag eine kurze Nachricht von der POSEIDON:

REINE(N), LOFOTEN erreicht.

Hier in Reine (schönste Stadt Norwegens) gefällt es uns ausgesprochen gut.

Bilder und Geschichte kommen noch heute Abend.
Aktuelle Position: 67° 56.053‘N 013° 05.186’E

Gruß
Thomas
 

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Nach einem kurzen Telefonat mit Thomas noch nicht absolut sicher, ob wir Heute noch Material für das Logbuch erhalten. Die Bildauswahl und -bearbeitung verzögert das Ganz noch etwas!
Auf alle Fälle spätesten morgen Früh, zum "Frühstücksfernsehen" eben dann.


Å i Lofoten, was als erstes mal angedacht war, direkt von BODØ ausgehend anzulaufen, wird nicht angelaufen, da bestätigt wurde, dass es dort keinen vernünftigen Anleger gibt. Außerdem gefällt es Thomas in REINE(N) jetzt schon viel besser.

 

Gruß

Euer Logbuch

 

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Heute ist ein Schlag KRÆMMERVIKA(N) nach REINE(N) auf dem Plan.

Alles noch im Bereich der LOFOTEN.

Näheres im Verlauf des Tages.

 

(Sonntag 22. Juni 2008 - X+26)

 

BODØ(N):  N   67°17,0556s

E 014°22,1082s
 

Gerade hat Spanien den Weltmeister Italien aus dem Turnier geschossen, da läuft die POSEIDON schon fast wieder in BODØ(N) ein. Mail um 22:30 MESZ:

Wir sind gerade im „Anflug“ auf Bodö, legen in ca. ½ Stunde an, sind dann also auch bereits am Zielort.

Hatten traumhaftes Wetter für den Schlag Reine-Bodö querrüber. War richtig sommerlich warm mit max. 2 Bft. Richtiges Böbsi-Wetter.
Gruß

Thomas
 

 

Heute um die Mittagszeit (13:23 MESZ) Post mit Bild und Text von Thomas über REINE(N) - LOFOTEN:

 

REINE(N) - Rorbur

 

Reine wird in Norwegenführern oft als der „schönste Ort in Norwegen“ bezeichnet. Wenn man bei der Bewertung die eisigen Temperaturen nicht mit berücksichtigt, kann ich dem zustimmen. Aber es pfeift hier ein so eisiger Nordwind, dass es selbst Alex zu kalt ist und wer Alex kennt, weiß, was das heißt. Die Standheizung trug die ganze Nacht dazu bei, dass wir Reine nicht in schlechter Erinnerung behalten sollten.

Am Morgen, als die Sonne zwischen den Wolken hervorkam und die letzen Wolkenfetzen aus den Berghängen vertreib, offenbarte sich ein malerischer Ort, wie man ihn selten genießen kann. Viele kleine, meist rot
bemalte Hüttchen säumen das Ufer rings um die Bucht. Die Norwegen "Fischerboot in REINE RORBUR" - Klick vergrößert extern! nennen dies Unterkünfte „Rorbur“. Dieses Wort findet man komischerweise in keinem Wörterbuch und setzt sich zusammen aus den Worten „Ro“ (zum Fischen ausrudern) und „bu“ (wohnen). Rorbuer sind also Unterkünfte, in denen auswärtige Fischer übernachten und ihre Gerätschaften unterbringen können. Alle Orte hier auf den Lofoten haben hinter den Ortsnamen Rorbur oder Rorbuer stehen, was auf den seit über 1000 Jahren traditionellen saisonalen Fischfang im Februar/März hindeutet, bei dem hunderte von Fischerboten auf die Lofoten reisen, um den in den dortigen Gewässern ablaichenden Dorsch zu fangen.

Die Lofotenfischer führten eine entbehrungsreiches Leben. Jedes Jahr mussten viele in Ihren offenen kleinen Fischerbooten auf See Ihr Leben lassen. Bei stürmischem Wetter kam es bisweilen vor, dass an einem Tag mehrere hundert!!! Mann den nassen Tod fanden. Der Maelstrom – wir erinnern uns an die Geschichte von Edgar Alan Poe – tat sein übriges, dem die kleinen Nachen hilflos ausgeliefert waren, bot er doch immer den Reiz des absolut besten Fischgrundes, da gerade in dieser Strömung die Fische besonders gerne standen.

Zum Wind auf hoher See kam oft die Kälte, die auch uns sogar in den Sommermonaten zu schaffen macht. Am Endes des Tages kehrten die Fischer oft völlig durchnässt an Land zurück und mussten unter großen Steinen, in Höhlen, unter dem an Land gezogenen Boot oder einem Segel schlafen. Da kam es den Fischern gerade recht, das die Einwohner der Lofoten Ihnen einfache Hütten bauten.

Die ersten Rorbur waren wahrscheinlich einfache Erdhütten, gekocht wurde auf offenem Feuer, der Boden war die blanke im Winter gefrorene Erde. Durch den Bau immer neuer Rorbuer machten die Großgrundbesitzer die Fischer von sich abhängig, der Fischer musste mit Fisch seine Unterkunft bezahlen und der Großgrundbesitzer bestimmte den Preis. Die Miet- und Pachteinnahmen waren aber nur ein Teil des Geschäftes, denn auch am Verkauf der Fische und dem Verkauf von Lebensmitteln und anderen Waren verdienten sich die Großgrundbesitzer dumm und dämlich. Zunächst waren beide Parteien an guten Fängen interessiert. Meist wurden die Fischer jedoch extrem ausgebeutet.

Diese Machtverhältnisse änderten sich grundlegend durch eine neue Gesetzgebung im Jahre 1936/1938, als den Großgrundbesitzern das Recht entzog, den Fischpreis zu bestimmen. Die Fischer organisierten sich in der „Rafisklaget“, einer Absatzgenossenschaft bis dann 1945 das Großgrundbesitzersystem mit der zunehmenden Demokratisierung vollkommen verschwand. „Dank einer Liberalisierung des Handels, neuen Technologien und dem allgemeinen Mitbestimmungsrecht und dem immer stärker werdenden Tourismus lässt es sich in Nordnorwegen heute ganz gut leben,“ wie in einem Reiseführer aus Reine zu lesen ist.

Wir drei sind uns einig:

Uns wäre es trotz aller Idylle schlicht und einfach ZU KALT!!

 

(Weitere Bilder dazu über "Bilder zum Logbuch"!)

 

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Gestern gegen Mittag kam noch eine kurze Nachricht von der POSEIDON. Angekündigt war noch mehr Information und vor allem auch neue Bilder.

 

Nach einem kurzen Telefonat mit Thomas mussten wir das leider revidieren und auf Heut verschieben. Die Bildauswahl und -bearbeitung verzögert das Ganz noch etwas!
Auf alle Fälle sehen wir heute im Verlauf des Tages sicher wieder was neues.

 

Gruß

Euer Logbuch

 

(Montag 23. Juni 2008 - X+27)

 

BODØ(N):  N   67°17,0556s

E 014°22,1082s
 

Gestern am späteren Abend in BODØ(N) eingelaufen.
Damit praktisch den Ausgangspunkt für den Törn rückwärts, grobe Richtung Süd mit Ziel FARSUND(N), erreicht.

 

 

(Dienstag 24. Juni 2008 - X+28)

 

BODØ(N):  N   67°17,0556s

E 014°22,1082s
 

POSEIDON weiterhin in BODØ(N)

Der Crew-Wechsel steht an.
Heute verlegt das
"Online-Logbuch" auf dem Luftweg endlich an seinen einzig richtigen Platz nämlich an Bord der POSEIDON (wenn das mal alles so richtig ist?!).

Damit gibt es künftig noch weniger Verzögerung bei Übermittlung und Präsentation der Geschehnisse für alle, die nicht an Bord sein können (hoffe ich).

Morgen, am Mittwoch, wird dann die bisherige Crew, Cordula und Alex, die POSEIDON verlassen und per Luftweg in die heimatlichen Gefilde zurückverlegen.

Gruß

Euer Logbuch

 

 

(Mittwoch 25. Juni 2008 - X+29)

 

BODØ(N):  N   67°17,0556s

E 014°22,1082s
 

Hallo liebe "Logbuch-Besucher"!

"Am frühen Morgen in Bodö - Crewechsel" - Klick vergrößert extern! Wechsel der Crew ist vollzogen. Schweren Herzens haben sich heute früh gegen 05:00 Uhr MESZ Cordula und Alex von der POSEIDON verabschiedet und den Luftweg nach Hause angetreten.

Von jetzt an muss sich Thomas mit mir (dem Online-Logbuch-Schreiber) herum schlagen.

Wie, wann was weiter geht ...

 

... nach dem Spiel des heutigen Abends.

Gruß

Franz (Euer Logbuch)

 

 

(Donnerstag 26. Juni 2008 - X+30)

 

BODØ(N):  N   67°17,0556s

E 014°22,1082s
 

Entscheidung, Geschichte zum Tag (Heute 18:00 Uhr MESZ) und Plan!

Um unseren Liegeplatz nicht zu verlieren, haben wir umdisponiert. Einweisungselemente und Sicherheitsverfahren werden in einen ersten Schlag integriert und so steht als Ziel für Morgen INNDYR(N) auf dem Plan.

 

Gruß

Euer Logbuch

 

Die Geschichte zum Tag von Thomas für die Logbuch-Besucher

 

Dolce far niente


Schlechtes Wetter zu haben kann manchmal durchaus nützlich sein, ist man doch mal mehr oder weniger gezwungen, alle Viere von sich zu strecken, ein Buch zu lesen, oder welch Zufall – ein spannendes Fußballmatch anzusehen. Ich bin eigentlich kein Fan von dieser Art des Sportes – die begeisterten Fußballnarren unter euch Lesern mögen mir dies verzeihen – aber ein Länderspiel schau ich mir dann doch ab und zu gerne an, zumal Franz mir in den leuchtendsten Farben vom letzten Spiel erzählt hat. Und es war ja wirklich wieder mal spannend, oder? Wir saßen mit anderen Deutschen und Türken und Norwegern zusammen in einer Hotelbar, um das Spiel entsprechend lautstark zu verfolgen. Es ging fast zu wie in einem Fußballstadion – ich kann mir zumindest vorstellen, dass dort eine ähnlich mitreisende Stimmung geherrscht hat – mal waren die Mitreißer auf der einen Seite, mal auf der anderen.

Bisweilen setzte die österreichische Übertragung zum norwegischen Fernsehen aus und alle starrten gebannt auf den immer noch funktionierenden Spielstandsticker, so wurden wir auf das 2:1 für Deutschland nur durch eine Umspringen des 1:1 auf 2:1 aufmerksam, johlten aber, als wären wir gerade selbst Life im Stadion gesessen. Was doch das einfache Umspringen einer Zahl für Emotionen wecken kann!

Und den restlichen Tag: Bummeln gehen, Kaffee trinken, lesen, Franz ein bisschen Schiffssicherheit und –technik vermitteln, Fragen, Antworten, Erzählen - Seele baumeln lassen.

Der Druck der festgelegten Strecke - denn wir hatten zwar bisher genügend Luft, mussten aber doch zu einem bestimmten Termin für den Crewwechsel in Bodö sein – ist nun weg. Franz und ich lassen uns einfach von unseren Stimmungen treiben und haben das Gefühl, morgen vielleicht gen Süden zu fahren, wenn wir morgen früh immer noch Lust haben. Wie weit? Vielleicht erst mal nur 20sm. Zum Eingewöhnen und Üben. Nicht zu stressig. Stralsund ist weit und wir haben bis zum nächsten Crewwechsel noch viel Zeit.

Ach doch! Einen Termindruck haben wir: Wir wollen am Sonntag gerne das Endspiel verfolgen, also heißt unser nächstes Ziel bis Sonntag, einen Fernseher in einem Fjord oder auf einer Insel zu finden.
 

Auch kein schlechtes Ziel, oder?
 

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Hallo liebe "Logbuch-Besucher"!

 

Zunächst sind wir mal im Endspiel! Bravo!

 

Mit dem Crewwechsel ist natürlich immer wieder eine neue Abstimmung zu treffen. Sprich, Sicherheitseinweisung und all die vielen, kleinen Dinge auf die geachtet werden muss/soll wollen so einem "Greenhorn" wie mir erst mal beigebracht werden.

Die Wetterlage lässt auch etwas zu wünschen übrig (bedeckt und Regen) so dass (nach dem Wetter) der Skipper für Heute mal Einweisungsfahrt und Manöver geplant hat.

 

Die weitere Planung ist vorläufig noch ganz offen.

 

 

(Freitag 27. Juni 2008 - X+31)

 

INNDYR(N):  N   67°02,822s

E 014°00,139s
 

Mitten in Norwegen um 18:00 Uhr MESZ!

Tagesziel erreicht!

Nach rasender "Lehrfahrt", gespickt mit diversen Manövern hat die POSEIDON auch die neue Crew ertragen und ein weiteres Tagesziel erreicht.

 

Für geraume Zeit, speziell noch im Raum BODØ(N) , könnte man meinen , hatten wir sogar noch Geleitschutz aus der Luft.
 

Da der norwegischer Flughafen BODØ(N) ein kombinierter Platz (zivil/militärische Nutzung) und die Jets gerade wieder auf Kontroll- oder Übungsflug waren, hatten wir fast eine echte "Luftnahunterstützung".

 

Ein Ort aus dem Bilderbuch mit Bilderbuchhafen hat uns aufgenommen.

 

Morgen, ein neuer Tag, ein neuer Schlag...

 

In der Folge mehr

 

Freundlich grüßt

Euer Logbuch

 

 

(Samstag 28. Juni 2008 - X+32)

 

RENGA(N):  N    66°35,985s

E 013°06,0120s
 

Eine der Nächte, die fast zu ruhig sind! "Der neue Steuermann (Franz) am Ruder" - Klick vergrößert extern!

"Der idyllische Hafen von INNDYR()" - Klick vergrößert extern! Gestern wurde bei strahlendem Sonnenschein, mit Steuermann Franz an der Pinne, der putzige Hafen von INNDYR(N) erreicht.

 

"Zu ruhig" deswegen weil sich auch das neue Crewmitglied nun schon relativ an das ewig, sanfte schaukeln an Bord gewöhnt hat und im Hafen von INNDYR(N) absolut kein Schwall oder ähnliches zu verzeichnen ist.

 

Es war auch niemand da, den man hätte einteilen könne, die POSEIDON ein wenig zu schaukeln.

 

 

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Heute (auslaufen aus INNDYR(N) ca. Mittag) werden wir eine Insel anlaufen, um dort in einer Bucht für die Nacht (Resttag) an einer Mooring festmachen oder vor Anker gehen.

 

So weit...

Im verlauf des "ewigen Tages" evtl. noch mehr!

 

Euer Logbuch

 

 

 

 

Die Geschichte zum Tag bei der Anfahrt nach RENGA(N) von Thomas. Nachgereicht am 01. Juli 2008:

 

Man lernt nie aus!

 

In einer der Prüfungen zum Sportseeschifferschein wird man gefragt, was denn der richtige Zeitpunkt zum Reffen der Segel (Segelfläche verkleinern) wäre. Die korrekte Antwort darauf ist ein bisschen philosophischer Natur und sollte lauten: „Wenn Sie das erste mal darüber nachdenken, ob gerefft werden soll.“ Norwegen sollte mich lehren, dass dies nicht die vollständige Antwort ist und diese durchaus ergänzt werden könnte.

Wir waren nach einer sehr ruhigen Nacht aus dem kleinen Hafen Inndyr ausgelaufen, hatten uns durch die malerische Enge bei Stavsundet geschlängelt und waren überglücklich, endlich mal Segel setzen zu können. Wir segelten mit 5 kn bei halbem Wind im ersten Reff an der Küste Richtung WSW entlang und es war einen wahre Freude, die Poseidon mal wieder in Ihrem Element zu erleben, hat man doch in Norwegen selten Gelegenheit dazu, da man entweder den Wind auf die Nase und meist zu wenig Zeit bei den großen Entfernungen hat, um zu kreuzen, zumal die Welle gegen einen steht, oder es herrscht kein Wind, oder es ist zu eng zum kreuzen.

Aber heute passte das erste Reff wunderbar zur kleinen Genua. Ohne großen Ruderdruck pflügte die Poseidon durch die Wogen. Vor allem, als wir aus dem Windschatten der Insel Fuglöy austauchten, legte der Wind auf 4 Bft zu und die Poseidon schaffte es mit 6-7kn durch die Wellen. Wir bekamen das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht.

Leider schlief der Wind kurze Zeit später direkt vor dem Kap Kunna total ein. Dieser Berg steht wie der Zuckerhut von Rio direkt an der Spitze des Kaps. Eine beeindruckende Felsformation. Ich überlegte, ob ich das Reff ausbinden solle, wollte aber sicherheitshalber erst noch „um die Ecke gucken“. Tatsächlich nahm der Wind auch wieder zu. Da wir nach dem Kap den Kurs auf SW ändern und eigentlich platt vor dem Wind hätten segeln müssen, mir aber mit der Welle ein Kreuzen vor dem Wind wesentlich lieber war, schlug ich Franz vor, auf Raumschotkurs den gegenüberliegenden Leuchtturm Stött anzusteuern. Franz machte auch kurze Zeit später seine ersten Erfahrungen bezüglich Langkieler und Welle und wir waren beide froh, den Bullenstander, eine Sicherung gegen unkontrolliertes Überschlagen des Baumes, gesetzt zu haben, als uns größere Wellen „aus dem Ruder“ drückten. Statt einer Halse machten wir am Leuchtturm auch eine 270°-Wende und segelten wieder in Richtung Kap Kunna.


Als wir vielleicht 200m vor dem Kap waren und gerade wieder eine Wende machen wollten, erfasste uns schlagartig eine Böe mit vielleicht 7-8Bft. Die Poseidon lief total aus dem Ruder, legte sich um gute 60° zur Seite und drängte direkt gegen die Felswand. Ich konnte sie nicht mehr auf Raumschotkurs halten, da der Winddruck auf das Groß zu stark geworden war. Mit beiden Händen zerrte ich an der Pinne, hatte aber Angst, das Blatt abzureißen. „Franz den Motor an, ich dreh in den Wind gegen die Wellen, ich kann sie nicht mehr halten! Schrie ich gegen das plötzliche Getöse und Gepfeife um uns herum an. „Der Motor geht nicht an!“ Schrie er zurück. “Ich bekomm‘ ihn nicht an“. Ich blickte zum Zündschlossschalter und sah, dass er sich wieder mal in der Fassung mit gedreht hatte. „Schei..., habe ich vergessen dir zu sagen, dass man den festhalten muss, warte ich mach es selber“. Hierzu musste ich aber kurz die Pinne loslassen, da ich sonst den Schalter nicht erreichen konnte. Ich startete schnell den Motor, aber es war bereits zu spät. Das Loslassen der Pinne hatte die Poseidon sofort mit einem Überschlagen des Buges in die gegenüberliegende Seite quittiert, die Fock stand natürlich dabei Back, also auf der falschen Seite und drückte die Poseidon in Gegenrichtung auf das Wasser, sodass der Baum im Wasser streifte. Mit Vollgas - bei dieser Schräglage wegen der Ölführung im Motor auch nicht ganz ungefährlich – schafften wir es die Poseidon wieder gegen den Wind zu stellen.


„Jetzt musste Du leider nach vorne. Das Großsegel muss runter. Wir legen es einfach auf Deck, ohne Grätsche. Anders schaffen wir das sonst nicht!“ Ich erklärte Ihm nochmals kurz die Vorgehensweise. Er pickte sich in das Strecktau und hangelte sich zum mehrere Meter hoch- und niederstampfenden Bug. Es freute mich zu sehen, dass er einen ähnlich sicheren Stand hatte, wie Cordula und Alex und ich auf ihn auch bei heftigem Stampfen zählen konnte. Kurze Zeit später war das Großsegel geborgen, der Baum lag auf Deck, so wie wir es in der Vergangenheit bei heftigem Seegang schon des Öfteren praktiziert hatten. Der Haupt-Winddruck war weg und wir konnten wieder den normalen Kurs fahren.

Als wir aus dem Getöse um das Kap heraus waren und der Wind wieder moderat blies, bargen wir noch die Fock und fuhren den Rest der Strecke unter Maschine weiter. Obwohl alles ohne größere Schwierigkeiten funktionierte hatte und Franz auch bei heftigem Seegang seine Arbeit sehr sicher und zuverlässig verrichtete, hatten wir beide das Gefühl, für heute genug gesegelt zu sein. Und mir drängte sich förmlich ein Spruch auf, der sich nun schon zum dritten Mal bewahrheitet hat und doch als

Ergänzung zur Prüfungsfrage aufgenommen werden sollte:

„Hast du plötzlich Flaute vor dem Kap,
wird es bald blasen nicht zu knapp!“
 

 

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Während er Skipper und seine Crew sich mit den Elementen abrackern, trifft eine aufmunternde Mail ein:

 

Spruch des Tages im O-Ton von Jürgen Kuhn
 

Scheint die Sonne auf das Schwert

macht der Skipper was verkehrt!

 

Ansonsten haben wir Heute, gegen 21:30 Uhr MESZ unser Tagesziel, die Bucht auf der Insel RENGA(N), unter Aufbietung diverser Kräfte und partiellen Gefechten mit Wind und Wellen (leichte Schräglage um die 30 Grad, aber sonst fehlte nix), erreicht.

 

Zur Belohnung unseres Fleißes gab es zum Abendessen als Vorspeise Muscheln.

 

Frisch von einem amerikanischen "Nachbar-Ankerlieger" bei Niedrigwasser gepflückt und uns als Willkommensgruss überreicht.

 

Sehr schmackhaft! Zum Hauptgang haben wir uns an Rentierfleisch gütlich getan. Stand den Muscheln in nichts nach. Sehr fein! Etwas Salat und ein Gläschen Wein gehörten selbstredend mit zum Umfang der Mahles.

 

Morgen geht es über den Polarkreis, diesmal allerdings von Nord nach Süd nach SANDNESSJØEN(N). Dort sollten wird dann einen Fernsehplatz vorfinden damit wir auch die Südeuropäischen Ereignisse mitbekommen.

 

Bis dahin grüßt freundlich

Euer Logbuch

 

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(Sonntag 29. Juni 2008 - X+33)

 

SANDNESSJØEN(N):  N    66°01,232s

E 012°36,74500s
 

Einmal Polarkreis hin und zurück!

 

Für Heute ist ein Schlag auf dem Plan, der uns wieder über den Polarkreis führen wird.

 

Diesmal allerdings nicht von Süd nach Nord sondern von Nord nach Süd und auf einer teils gleichen aber in zweiten Abschnitt total anderen Route. Das Monument für den Polarkreis werden wir wieder passieren

(die neue Crew natürlich erstmalig!).

 

Der Zielpunkt soll SANDNESSJØEN(N) sein.

Dort erwarten wir in einer relativ großen Marina auch, dass man uns einen Fernseher bereitstellt, damit wir verfolgen können was so im Süden von Europa noch abgeht.

 

Etwas EM-Fieber haben wir doch auch tatsächlich, wenngleich für solch Kleinigkeiten fast kein Platz in unseren Köpfen ist.

 

Die See verlangt unsere volle Konzentration!

 

In diesem Sinne nix für ungut und wir wünschen uns allen gutes Gelingen am heutigen Abend in WIEN(A)!

 

Eurer Logbuch

 

 

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(Montag 30. Juni 2008 - X+34)

 

SANDNESSJØEN(N):  N    66°01,232s

E 012°36,74500s
 

Letzte Meldung für Heute:

"Die Marina von SANDNESSJOEN() zu Fusse der Berggruppe der SIEBEN SCHWESTERN" - Klick vergrößert extern! "Die Crews (Franz) bei der Arbeit - der Wasserhahn muss geändert werden!" - Klick vergrößert extern! "Ausgeruht" in SANDNESSJØEN(N) und Reparatur am längst überfälligen und dramatisch nervigen Wasserhahn durchgeführt!

 

 

 

 

 

 

Thomas hat die Planung für morgen ausgearbeitet.  Fahrt unter Geleit der "Sieben Schwestern" so, dass wir sie von ihrer Ostseite sehen können.

 

Für die Nacht haben wir eine Bucht zum Ankern bei SKADVIKA(N)  ausgewählt.

 

Das geplante Originaltracking (Route) liegt auf unserer Karte, wo unsere Position immer mitprotokolliert wird (via Google-Map), schon vor.

 

Morgen wieder mehr ...

Euer Logbuch

 

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POSEIDON ist "Europameister"!

Wenn es auch die Nationalmannschaft nicht packt die POSEIDON macht das alles locker.

 

Gestern unter strahlender Sonne in 8 Stunden Fahrt durch herrliche Bilderbuchlandschaft und verschlafene "Fjordchen" haben wir mit der POSEIDON unser Planziel absolviert.

 

Der Fernseher im Clubhaus war aufgebaut, geduscht, gegessen (Rentier, was sonst ), alles gerichtet. Aber ...

 

Heute, nach leichter Übernächtigung vom Vortag - Ruhe!

 

Sobald wir neue Pläne geschmiedet haben gibt es Nachricht.

 

Gruß

Euer Logbuch

 

 

(Dienstag 01. Juli 2008 - X+35)

 

SANDNESSJØEN(N):  N    66°01,232s

E 012°36,74500s
 

Gerade eingetroffen, Danke für die Anteilnahme, ob der schönen Temperaturen, ein neuer Spruch zum Tage von Seglerkamerad Michael Braun:

Wenn die Temperaturen steigen,

muss der Skipper Wade zeigen ...

 

Schön, wie sich alle um uns kümmern!

 

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Vorweg für den Interessierten die Geschichte zum Samstag, den 28. Juni 2008. 2. Tag der neuen Crew auf dem Wasser, dazu zum ersten Mal unter Segel!

 

Man lernt nie aus

 

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Umdisponiert und in der Zwischenzeit eine Geschichte für das Logbuch verfasst!

Im Verlauf des frühen Morgens hatten sich die "SIEBEN SCHWESTERN"  derart in ihre Wolkendaunendecken verkrochen, dass wir von unserem Liegeplatz keine Einzige mehr orten konnten.

 

Die drei Wetterprognosen, die Thomas immer vergleichend heranzieht, sagten uns auch, dass die Mädels frühestens am späten Nachmittag "aufstehen"! Da ist uns aber Licht (wir im Osten und Sonne im Westen, Berge im Gegenlicht und dunkel) und Sicht nicht gut genug.

 

Da wir ja nicht nur Meilen schruppen wollen sondern auch was sehen, war das für den Tag gegessen und wir haben umdisponiert.

 

Das erlaubte der Crew dann doch tatsächlich auch mal ein Mittagsschläfchen, göttlich!

 

Morgen am frühen Morgen werden wir die Route angehen, allerdings mit einem anderen Ziel, damit wir doch allmählich auf unserer Hauptachse "Süden" auch ein Paar Meter/Meilen gut machen.

 

MØYHOLMEN(N) mit dem sagenumwobenen TORGHATTEN (Berg mit Lock) wird das Ankerziel sein.

 

"Das nächste Trecking/Route/Schlag auf dem Monitor" - Klick vergrößert extern! Dazu aber sicher morgen mehr! Die Texte liegen schon parat! Und wie die Planung der Route im Bild so aussieht, seht Ihr rechts. Im ersten Moment wildes Gewurschtel. In Groß wird es dann schon deutlicher. Noch besser könnt Ihr das Original-Tracking verfolgen über  Google-Map hier im Logbuch unter POSITION oder Klick auf den Ort der momentanen Position, immer bei jedem Tag oben rechts!

 

 

Nachklapp:

Nach der Einkaufsrunde in SANDNESSJØEN(N) musste Thomas feststellen: "Norweger können keine Gummibärchen machen"!

 

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Heute machen wir einen Törn um das Massiv der "Sieben Schwestern herum, damit wir sie mal von hinten sehen, gemeint natürlich von Osten betrachten.

 

Rollt auch noch auf den gestrigen Tag zurück, da habe ich noch etwas zu späterer Stunde (00:30) nachgetragen, was aber in den Montag noch hinein gehört.

 

Verbleibe bis auf Weiteres ...

 

(Bilder immer auch über "Bilder zum Logbuch"!)

 

 

(Mittwoch 02. Juli 2008 - X+36)

 

MØYHOLMEN(N):  N    65°24,822s

E 012°06,722s
 

Während ich gerade das Logbuch aufbereite (19:55 MESZ) ruft mich Thomas vom Berg herunter an und meldet:
"TORGHATTEN bezwungen!"

Vielmehr kann er schier nicht mitteilen, so gewaltig beeindruckend ist die Landschaft von dort oben zu betrachten. Bilder werden nachgeliefert. Versprochen!

 

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Tagesziel erreicht (ca. 17:30 MESZ)!

"Die sieben Schwestern im Morgenlicht aus Südosten betrachtet" - Klick vergrößert extern! Wir haben die "SIEBEN SCHWESTERN" umfahren und aus Sicht SO betrachten können.

 

Nach einem Tankstopp in BRØNNØYSUND(N) sind wir am Fuße des TORGHATTEN(N) angekommen und wie fanden zu unserer Überraschung nicht nur die ausgewählte Bucht zum Ankern vor sondern dort hat man eine "Minimarina" mit Gästeanleger erstellt. Ungemein praktisch.

 

So mussten wir nicht die Gummisau (Schlauchboot ohne Namen) fertig machen, um an Land zu gehen. Thomas ist, während ich hier das Logbuch fortschreibe, auf dem Weg zum TORGHATTEN(N),  um sich eigenhändig von dem Loch im Berg zu überzeugen.

 

Da wird es sicher noch einige Bilder zum nachreichen geben!

 

Bis dahin schon mal die Story (eine von mehren Varianten) über das Loch im Berg:

Die Sage vom Torghatten (Auszug aus Wikipedia):

Um das Loch in dem Berg rankt sich eine Sage: Der ungehorsame Sohn des Königs Vågakallen, Hestmannen, lebte in Svolvær. Auf der anderen Seite des Vestfjordes lebte der mächtige König Suliskongen, der sieben Töchter hatte, die eine wilder als die andere war. Deshalb schickte Suliskongen seine Töchter zur ehrbahren Jungfrau Lekamøya. Eines schönen Abends schaute Hestmannen über den Vestfjord und sah Lekamøya ein Bad im Fjord von Landego nehmen und sich die Haare kämmen. Sofort begehrte Hestmannen sie. In voller Rüstung preschte er mit seinem Pferd über den Vestfjord. Lekamøya und die sieben Schwestern begaben sich auf eine wilde Flucht. Die sieben Schwestern konnten sich schon vorstellen, den Hestmannen zum Gatten zu nehmen und hockten sich bei Alstahaug nebeneinander hin. Doch Hestmannen würdigte sie keines Blickes, da er nur Augen für Lekamøya hatte. Als diese jedoch immer mehr Vorsprung gewann, nahm er seinen Bogen und schoss einen Pfeil auf sie ab. Dies beobachtete jedoch der König der Sømnaberge und warf seinen Hut in Bahn des Pfeils. Der Hut blieb auf der Insel Torget durchschossen liegen. Über die wilde Jagd vergaßen alle wie kurz die Sommernächte im Norden sind und schon ging die Sonne auf und alle versteinerten, wo sie gerade saßen oder standen. Der Hut als Torghatten, die sieben Schwestern bei Sandnessjøen und Lekamøya auf der Insel Leka, wo sie Schutz gesucht hat.
 

 

(Neue Bilder von INNDYR, SANDNESSJØEN und MØYHOLMEN in der Darstellung "Bilder zum Logbuch"!)

 

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Was morgen läuft ist noch nicht festgeklopft. sicher ist, dass wir Meilen in Richtung Süden machen müssen.

 

Sobald es sich verdichtet, mehr ...

 

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Thomas schläft noch (02:15 MESZ), während sein Logbuch schon wieder tickert. Der neue Tag will vorbereitet sein.

 

Ein wunderschöner Morgen lädt ein zum Auslaufen. Ich übe mich in Geduld. Das Trecking für die Route ist schon auf das GPS übertragen. Ihr könnt sie über die Anwahl POSITION genau einsehen und im Google mitfahren. Wenn Skipper Augen aufmacht, dann laufen wir aus. Zunächst etwas NO, um die "SIEBEN SCHWESTERN" herum und dann SSW immer gerade aus (relativ), vorbei an BRØNNØYSUND(N) bis zum TORGHATTEN(N) (Berg mit Loch) bei MØYHOLMEN(N).

 

Später wieder mehr ...

 

 

(Donnerstag 03. Juli 2008 - X+37)

 

MØYHOLMEN(N):  N    65°24,822s

E 012°06,722s
 

22:40 MESZ - Dir Route läuft - RØRVIK(N) bereits passiert.

Sorry für das verspätete Trecking der Route. Wir hatten lange Zeit eine so schwache Verbindung, wo jeder Klick drei Minuten kostet. Jetzt am Industriestandort ist RØRVIK(N) flutscht das wieder so richtig.

 

Trecking ist nachzuvollziehen über unser kleines Google-Map. Auf POSITION klicken oder einfach auf die Ortsbezeichnung immer im Kopf des Tages!

 

Bis dann, wir fahren weiter ...

 

PS: Unbedingt in die "BILDER ZUM LOGBUCH" reinschauen. Neu Bilder bei der Ortsanwahl von MØYHOLMEN(N) mit seinem TORGHATTEN (Berg mit Loch)!

 

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Morgenbad, Frühstück, klar Schiff und Tschüß!

10:15 MESZ - das Leben an Bord ist wieder in vollem Gange.

 Nach kurzen Überlegungen, ein prüfendes Eintauchen des Großzeh in den großen Teich und einer Tasse Kaffee, die Entscheidung.

 

Morgenschwimmen im Norwegischen Meer!

 

Die Bordinstrumente sagen uns exakt, wie "warm" das Wasser ist. 14,6 Grad, Plus natürlich. Ich benütze schnell vom Nachbarboot die Badeleiter und bin sehr schnell im kühlen Nass verschwunden. Gänzlich weil, wenn schon ins Meer, dann ganz! Herrlich! Thomas hangelt sich an der Bordeigenen Badeleiter hinunter. Zwei kurze Schnaufer und auch er ist verschwunden. Einhellige Meinung: Herrlich!

 

Da wir von der herrschenden Morgensonne schon geweckt wurden und in der Folge geradezu aufgeheizt waren, fühlten sich die 14 Grad in keinster Weise als Eiseskälte an.

 - Toll und für viele Leser und Norwegen allgemein - unglaublich -

 

13:15 MESZ (ca.) Auslaufen)

Am Vortag, während der Fahrt haben wir schon etwas herumkalkuliert, Ideen ausgetauscht und an die Strecke von Heute gebastelt.

 

Es bleibt bei dem Ursprungsgedanken: Ein langer Schlag für Strecke!

 

Das Trecking hau ich für Euch gerade in die Maschine und ins Internet. Zu finden unter POSITION oder einfach immer auf den Ortsnamen zu Position im Tagesbeitrag klicken.

 

Thomas Fährt derweilen schon - grobe Richtung Süden mit RØRVIK(N) als allgemeine Peilung und NAMSOS(N) als Endpunkt! Sobald ich hier fertig bin, darf ich wieder nach oben in die Sonne und an die Pinne!

 

So weit vorläufig, jetzt heißt es 14 Stunden schruppen! Vielleicht schaut auch mal eine Strecke unter Segel heraus. Wer weiß.

Euer Logbuch

 

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Zur Zeit noch in MØYHOLMEN(N)

 

Der gestrige Tag muss noch mental und redaktionell nachbereitet werden. Später dann  mehr ...

 

 

(Freitag 04. Juni 2008 - X+38)

 

NAMSOS(N):  N    64c29,000s

E 011°30,000s
 

Nachtrag:

 Nachdem Thomas seine E-Mails noch gecheckt hat, kam wieder ein Spruch des Tages herein. Vermutlich weil wir gemeldet haben, dass uns die Sonne einheizt wie der Teufel.

Verfasser: Alex

Steht der Segler voll im Schweiß,

ist's wohl Juli und sakrisch heiß.

 

 

22:00 MESZ - kurz vor unserem Tagesziel, der Ankerbucht im SØRGJERFJORDEN(N)

Leider mussten wir während der Fahrt noch die Route umstellen, da die Wetterberichte uns 4-6 Beaufort Wind und draußen eine Welle von 3 bis 4 Metern vorhersagten. Also mal wieder umentschieden, Route (liegt im Originaltrecking bereits vor) umgestrickt und statt segeln, navigieren geübt.

 

So musste die Lady auf Ihre alten Tage auch noch Slalom fahren durch die Fahrwasserstangen. vom Überwinden einzelner, diverser Untiefen ganz zu schweigen.

 

Noch sind wir ca. eine halbe Stunde am Fahren, dann gibt es Lamm!

 

Bis auf weiteres freundlich grüßt

Euer Logbuch

 

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14:00 MESZ - Auslaufen von NAMSOS(N)

Wir haben ein hübsches Frühstück in der Mool von NAMSOS(N) eingenommen. Danach eine Runde durch den Ort geschlendert, nicht zuletzt um auch zu eruieren, wie es mit den Anglerkarten für die Lachsfischerei steht, für den der Name NAMSOS(N) ja absolut als Highlight die Lachsfischer steht. Relativ moderate Preise, stellte Thomas fest. Anschließend mussten wir noch ein wenig unsere Bestände auffüllen.

 

Für den Tag habe wir uns vorgenommen durch den Fjord von NAMSOS(N) Richtung offene See zu fahren und dann mit Wind und Segel zu arbeiten. Der Nordwest steht schon an.

 

Tagesziel wird eine Bucht (wir würden gerne unser Morgenbad wiederholen, zumal uns die Sonne hier schier gar nieder prügelt - ca. 27 Grad) im SØRGJERFJORDEN(N), 64°16.325N und 10°24.578E, sein.

 

Bis dann soweit, muss wieder nach oben, mein Käptn ruft!

Franz

 

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04:00 MESZ NAMSOS(N) erreicht - alles glatt gelaufen.

Ca. 70 schnuckelige Seemeilen weg gefressen.

Der einzige Gästeplatz ist uns allerdings zu flach (2,30 Meter, bei noch ablaufendem Wasser!)

 

Alles weiter später. Ruhen jetzt erst mal ein wenig.

 

Schönes Wochenende schon mal von hier aus

Euer Logbuch

 

PS: nochmal zur erinnerung - Unbedingt in die "BILDER ZUM LOGBUCH" reinschauen. Neu Bilder bei der Ortsanwahl von MØYHOLMEN(N) mit seinem TORGHATTEN (Berg mit Loch)!

 

 

(Samstag 05. Juli 2008 - X+39)

 

UTHAUG(N):  N    63°43,5099s

E 009° 35,0888s

 

Für Heute noch zum Abschluss

Tagesziel erreicht!

Unter zu Hilfenahme der Genua haben wir in Windeseile die 47 Seemeile abgelaufen. Schnell war sie Heute die POSEIDON, wenngleich das andauernde Rollen auf ständigem Raumschot-Kurs für Thomas, der unter Deck gearbeitet hat, etwa unruhig war.

 

Ich fand das "Gegautsche" toll. Obwohl es schon ein wenig Konzentration abverlangt, denn wenn man sie laufen lässt, wie sie gern möchte, dann läuft man ganz schnell in die verkehrte Richtung.

 

Zwischendurch konnten wir auch mal leider nicht umhin, einem dicken Hurtigruten-Schiff die Vorfahrt einzuräumen. Immer natürlich an einer der engsten Stellen wo entweder Hurtigruten oder nur wir Platz haben.

 

Wie auch immer ein launiger Tag mit frischem Wind und schöner Welle gilt es zu verzeichnen. Beendet wurde der ganze Schlag natürlich mit einem entsprechenden Mal. Schnell noch diesen Eintrag (23:28) und ein neuer Tag kann kommen.

 

Was, wann, wo Morgen sein wird ... man wird sehen!

 

Gute Nacht

Euer Logbuch

 

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Nachtrag zu Gestern:

 Nachdem Thomas seine E-Mails noch gecheckt hat, kam wieder ein Spruch zum Tage herein. Vermutlich weil wir gemeldet haben, dass uns die Sonne einheizt wie der Teufel.

 

Verfasser - Alex:

Steht der Segler voll im Schweiß,

ist's wohl Juli und sakrisch heiß.

 

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Heute 12:42 MESZ - Ankerbucht verlassen - fahren mit Tagesziel UTHAUG(N) einen schlag von mittlerer Länge.

Gestern mussten wir unser Vorhaben zu segeln leider verwerfen. Der Wettergott oder auch der Flügelschlag des Schmetterling hat die Wetterprognosen zerhauen.

 

So hat Thomas flugs ein neues Trecking gestrickt und wir haben uns unter Land geduckt in den SØRGJERFJORDEN(N) geschlichen. Die ausgewählte Bucht war zufrieden stellend. Just im Moment stellten wir fest, das wir vergessen haben ein Bild zu machen.

 

Dort gab es eine so schöne auffällige Felsformation, die buchstäblich wie zwei Füße in Großformat ausgesehen haben. Ob nun Füße von eine Sphings oder eher einem Hobbit, da wurden wir uns nicht ganz einig. Leider kein Photo, tut uns leid.

 

Heute ist es etwas bedeckt und unklar, ob nicht vielleicht noch ein "Segelstück" herausspringt.

Auf alle Fälle führt uns der heutige Schlag, von mittlerer Länge (ca. 47 Seemeilen) nach UTHAUG(N).

 

Das war auch beim ersten Teil des Törn schon eine Marina die angelaufen wurde.

 

So weit zur Zeit! Ich übertrag das heutige Trecking von Thomas noch in die Google-Map und dann muss ich meinen Käpt`n an der Pinne wieder etwas "entlasten"!

 

Ciao derweilen

Euer Logbuch

 

 

(Sonntag 06. Juli 2008 - X+40)

 

UTHAUG(N):  N    63°43,5099s

E 009° 35,0888s

 

Soooo! Das hat ein bisschen gedauert aber wie immer was lange wärt wird dann auch gut!

Thomas hat Wetter geschaut und daraus ein neues Trecking gebaut!

 

Wir habe auf Grund des Wetters die Planung so verschoben, dass wir  in den frühen Morgenstunden des Montag auslaufen. Dazu uns mit einem größeren Schlag unseren noch folgenden Highlights annähern.

 

Das bedeutet UTHAUG(N) - KRISTIANSUND(N) mit schlappen 69,5 Seemeilen in einem Rutsch. Damit haben wir dann eine hervorragende Ausgangsposition, um die Ziele (Highlihgt´s) ALESUND(N) und von da aus den GEIRANGERFJORD(N) anzugehen.

 

Das Trekking für diesen "Ritt" ist fertig und ich hab es von Thomas zur Veröffentlichung frei bekommen zur Einarbeitung in unser Google-MAP, damit Ihr unseren Weg auch schön mitfahren könnt.

 

Ein Änderung musste ich im Logbuch auf Antrag von Thomas noch durchführen, damit die Sache mit dem Finden der Bilder und der jeweiligen Route/Trekking im Logbuch auch für ihn einfacher/logischer  wird. Es gibt jetzt beim Start des Logbuch links oben zwei Anwahlen.

 

Eine zeigt ein Bildchen für die Anwahl "BILDER ZUM LOGBUCH"

und die Zweite zeigt eine Karte für die Anwahl "POSITION UND ROUTE".

 

Eildieweil: "Skipper denken einfach anders"!

 

Hinweis zu Bildern: Noch mal reinschauen bei der Ortswahl von  MØYHOLMEN(N), da kamen noch ein Paar "Badebilder" dazu!

 

So geht mir niemals die Arbeit an Bord aus und die liebe Skipperseele hat Ruhe. Hoffe nur, dass alle anderen, die bislang schon immer alles gefunden haben auch an Bord bleiben!

 

Wir präparieren uns und dampfen dann, wenn alles schläft ganz leise los und Ihr hört wieder von uns!

 

In diesem Sinne einen Gruß

Euer Logbuch

 

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Hallo, hallo! "Der 100 Jahre alte Leuchtturm von UTHAUG(N) weißt uns den Weg" - Klick vergrößert extern!

Wir sind schon wach (Thomas hat es etwas den Rhythmus verschlagen, der kam erst 20 vor 12 aus der Koje - unglaublich!) und wünschen einen schönen Sonntag!

Mit dem Auslaufen oder ähnliche Vorhaben werden wir heute noch etwas zuwarten. Draußen donnern nach dem norwegischen Wetterbild gerade 5 bis 6 Meter Wellen herum und das müssen wir uns,  wo wir jetzt gerade so schönem Sonnenschein hier im Hafen haben, gerade nicht antun.

 

Vermutlich am späten Nachmittag werden wir einen Schlag ausbaldobert haben und dann eben mal wieder in die Nacht (gibt ja immer noch keine, höchstens sanfte Abschattung, wenn die Sonne im Norden für kurze Zeit verschwindet) hinein fahren. Diesmal dann wirklich an Trondheim vorbei, Ziel noch offen!

 

Ich melde mich später wieder, bis dann.

Euer Logbuch

 

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Planmäßig, eher zu schnell (fast permanent 7 Knoten), gestern in UTHAUG(N) eingelaufen.

 

Dieses Mal auf dem Törn zurück, denn von Süd nach Nord hatten wir mit  UTHAUG(N) schon mal das Vergnügen.

 

Heute erst noch mal schauen und prüfen ...

... später sicher mehr!

 

 

(Montag 07. Juli 2008 - X+41)

 

KRISTIANSUND(N):  N    63°07,060s

E 007° 43,990s

 

"Einfahrt in KRISTIANSUND(N) von Nordost her kommend" - Klick vergrößert extern!

23:20 MESZ in KRISTIANSUND(N)

Eingelaufen, angelegt, kurzer Landgang, kochen, essen, spülen, fertig.

Nur noch die Leute auf der anderen "Onlineseite" informieren und die Route für morgen planen, ansonsten Feierabend.

 

Total problemlos haben wir den doch relativ großen Schlag mit ca. 65 Seemeilen gemeistert. Ein braver Motor in Verbindung mit einem steten Nordost, der die Genua ziehen lässt, hat uns mit Spitzenwerten von sage und schreibe 8,6 Knoten dahinrauschen lassen. Genial.

 

So sind wir gegen 08:00 ausgelaufen und bereits gegen 07:00 in KRISTIANSUND(N) wieder eingelaufen. Da sind sogar die Hurtigrouten zur Seite gerutscht!

 

Alles Paletti! Was morgen wird, wird man sehen.

 

Bis dahin grüßt aus voller Sonne (richtig gelesen, die knallt uns auf die Kuchenbude, dass man fast keinen Kocher braucht) aus KRISTIANSUND(N)

 

Euer Logbuch

 

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Wann immer der Frühaufsteher heute in das Logbuch schauen mag, wir sind schon auf Fahrt!

 

Deshalb wurde der Montag im Logbuch schon sehr früh eröffnet, da UTHAUG(N) - KRISTIANSUND(N) für Heute eingetütet ist und sehr früh schon läuft.

 

Das wird natürlich eine Weile dauern.

 

Ob von Unterwegs oder erst nach Ankunft, wir melden uns schon wieder mit den Neuigkeiten.

 

Bis zum nächsten Eintrag!

 

 

(Dienstag 08. Juli 2008 - X+42)

 

KRISTIANSUND(N):  N    63°07,060s

E 007° 43,990s

 

16:00 MESZ - Lageänderung!

Der Skipper meutert! Es gibt in ganz Norwegen keinen Takelmast! Ich will nicht in die Nacht (wobei es mehr als Dämmerung nie wird) hinein fahren ohne Dampferlicht. Und Nachtmensch bin ich sowieso nicht. Die Wäsche muss auch noch trocknen und außerdem gibt es im Ort eine tolle Pizzeria, das wäre doch auch ganz schön! Ach meia!

 

Spaß beiseite. Eine leichte Migräne plagt den Skipper und wir disponieren um. Die Freiheit nehmen wir uns und umdisponieren, das können wir! Alles verschoben auf Morgen.

 

"Ausriss":

... so liege ich denn mit meinem hübschen Badehöschen auf dem schlanken Heck er Poseidon. Das warme Teakdeck der POSEIDON fühlt sich wohlig an und die Nachmittagssonne wärmt bisweilen kräftig von oben. Damit das ganz perfekt ist lässt Odin seine Gesellen einen leichten Fächer schwingen der genau mit der  notwendige Kühlung, in Form eines weichen Nordost-Windes, zum Wohlbefinden beiträgt.

Gelegentlich legt eine Yacht an oder eine andere ab, was dann immer mit einem Auge beobachtet werden kann. Leicht blinzelnd weil die Sonne doch die etwas verschlafenen Augen reizt.

Darüber lacht der blau-weiße Himmel (nahe dem weiß-blauen in Bayern) und gelegentlich streift mich die Flagge am Heck der POSEIDON und färbt das Über mir dezent in schwarz-rot-gold ein. Gerade so als ob sie mich daran erinnern will: "He, du armer Poet, vergiss nicht ganz wo Du hingehörst und Deine Lieben auf Dich warten" ...

"Ausriss" Ende.

 

Grüße, bis Morgen

Euer Logbuch

 

 

PS: Ganz schwer auszuhalten, das alles!

 

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Ein Hallo an Alle!

Nach genauerer Betrachtung im Zusammenhang mit Raum und Zeit, mussten wir heute beim Kartenstudium feststellen, dass die POSEIDON zwar schnell sein kann aber diese Schläge, wie von KRISTIANSUND(N) direkt nach ÅLESUND(N) und vielleicht noch weiter in Richtung GEIRANGERFJORD(N), die gehen auch mit Rückenwind auf einen Rutsch nie!

 

Da hat es uns in unsere Euphorie etwas unser Raum/Zeitgefühl verhauen. Also heute ein Zwischenschlag nach FINNØYA(N)
(N 62°48.166 E 006°30.964).

 

Ein Miniaturinselchen mit Miniaturhafen. Hoffen wir bekommen auch einen Platz.

 

Hier in KRISTIANSUND(N) merkt man deutlich, dass Norwegen Ferien hat. Alles liegt auf den Yachten herum, brutzelt in der Sonne (richtig gelesen "brutzelt") und mach schlichtweg Urlaub. Das ist ein Leben ...

 

Auslaufen heute erst gegen 15:00 MESZ - Wäsche ist noch nicht trocken (luftgetrocknet).

 

Bis später und schaut mal wieder in die Bilderecke, das gibt es immer mal was neues.

 

Euer Logbuch

 

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Gestern locker KRISTIANSUND(N) erreicht und damit den Ausgangsposition für die Nächsten Ziele geschaffen.

 

ÅLESUND(N) und der GEIRANGERFJORD(N) sind in der feineren Planung.

 

Mal schauen was rauskommt und was Ihr zu sehen bekommt!

 

 

 

(Mittwoch 9. Juli 2008 - X+43)

 

KRISTIANSUND(N):  N    63°07,060s

E 007° 43,990s

 

Guten Morgen, Liebe Besucher!

Heute soll es wieder etwas mehr geben. Zumindest haben wir gute Absichten, ein wenig zu segeln/fahren (oder Kombi).

 

Also, wenn sich beim Frühstück keiner am heißen Kaffee die Zunge verbrennt, dann heute ein Zwischenschlag nach FINNØYA(N)
(N 62°48.166 E 006°30.964).

 

So weit für das Erste ...

 

 

(Donnerstag 10. Juli 2008 - X+44)

ÅLESUND(N): N   62°28.357

E 006°09.242

 

"Ole Brude der berümte norwegische Seefahrer und hundert weiter Schiffe bereiteten uns den Empfang in Ålesund(N)" - Klick vergrößert extern! Neue Position ÅLESUND(N)!

Nachdem wir uns noch einige der vielen Vorzüge in FINNØYA(N) angedeihen ließen, sind wir gegen 16:00 mit Ziel ÅLESUND(N) ausgelaufen.

 

Da dies ein relativ kleiner Schlag war, haben wir ÅLESUND(N) auch schnell gegen 20:30 erreicht! Ein steter Nordost hat uns die Genua gebläht und mit zusätzlicher Motorleistung ging es flott vonstatten. Etwas Gegenverkehr und Überholender Seenotkreuzer trafen sich wie immer an der engsten Stelle der gesamten Strecke.

 

Kein Problem, Thomas geht einfach wieder runter zum Arbeiten, Franz macht das schon. Es lief auch alles ohne Hektik. Kurz vor ÅLESUND(N)

drehte eine riesiger Kreuzfahrer noch eine Pirouette vor meinem Bug, aber sonst alles easy!

 

Das Einlaufen in ÅLESUND(N) war dann schon etwas aufregender.

 

"Wie komme ich da wieder heraus aus Ålesund(N)?" - Klick vergrößert extern!

Volksfeststimmung, ein Menschengewimmel am Kai, mittelschwerer Countrysound einer Band schwallt uns entgegen und locker um die hundert Schiffe, alles voller Schiffe, egal wo man hinschaute. Phu!

"Bootsfest in Ålesund(N) - da müssen wir hin" - Klick vergrößert extern!In ÅLESUND(N) ist Bootstreffen! Und wir mitten rein. Anfänglich dacht Thomas schon an ein Verlegen in eine andere Marina. Zumal alles so eng wurde, das es mit umdrehen schon sehr dünn aussah. Thomas meinte noch: "Und wie soll ich da wieder herauskommen"? Als aber auf Zuruf auf die Anfrage, ob wir an einem anderen Boot festmachen dürfen nur ein überschwängliches Heranwinken kam, war dann auch das geklärt.

 

Allerdings lag Thomas bis dato auch noch nie im "Sixpack"!

 

"Bootsfest in Ålesund(N) - wir sind dabei" - Klick vergrößert extern!

Richtig gelesen. Wir waren das Fünfte Schiff vom Anleger aus und an uns hat noch ein Sechster (wenigstens ein Segler mit einer Bavaria und kein Motorer) festgemacht. Also "Sixpack"!

 

Morgen befahren wir dann zunächst den ÅLESUND(N) als solches und dann geht es in den GEIRANGERFJORD(N), der als einer der schönsten Fjorde Norwegens angepriesen wird. Das habe uns die "Sixpack-Nachbarn" ebenfalls noch stark versichert.

Also dann, bis morgen.

 

 

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Zwischenschlag FINNØYA(N) einwandfrei erreicht.

 

Leider ergab es sich Gestern nicht mehr zeitgerecht die aktuellen Ereignisse mitzuteilen.

Neben den Zugeständnissen der Nachbaryacht, die uns unbedingt  ein Paar Hände voll Hummerscheren spendieren mussten (die auch vernichtet werden wollten), und unserem bordeigenen Chivas Regel wurde der Rhythmus einfach von einer tollen Urlaubsstimmung der Norweger und einer zauberhaft arrangierten Insel unterbrochen.

 

Daher werden wir heute noch am mittleren Vormittag uns ein Bad in dem neu aufgebauten Hallenbad genehmigen und erst gegen Mittag Richtung ÅLESUND(N) aufbrechen.

 

Was man aber schon sagen kann, hier kurz in einem Versuch es in Worte zu fassen. Einfach "great", tät der Ami sagen.

 

Es muss jemand gewusst haben, dass die POSEIDON sich die Ehre geben wird hier für geraume Zeit festmachen zu wollen.

 

In allen Unterlagen ist das Inselchen höchsten mal am Rande erwähnt und mit gerade mal einem Gästeplatz ausgewiesen. Denkste Puppe!

 

"Klein, fein und super nett - FINNÖYA(N)" - Klick vergrößert extern!

vor unserer Ankunft hier auf FINNØYA(N) (also ca. 2007 vermutlich) muss jemand die Idee gehabt haben, das Inselchen herauszuputzen. Und das ist Demjenigen hervorragend gelungen. Ein wunderbares Plätzchen, ohne total dem Kommerz verfallen zu sein, Gästehäuschen und Liegeplätze, ein kleines Restaurant verbunden mit einem super tollen Clubhäuschen wurde hier angelegt.

 

Und mittendrin ein einziger Segler und der noch aus Holz! Die POSEIDON und wir! Absolut traumhaft.

 

Die "Einheimischen" habe auch sehr schnell das Inselchen mit seinen Qualitäten angenommen. Von der normalen Größe des norwegischen "Familienautos" (Boot), welches sich so um die 8 Meter bewegt, liegen hier vertraut vereint die Größenordnungen mit  64 Fuß nebeneinander und es ist einfach Sommer in Norwegen.

 

Sönke (Sönke Röwer, "Auszeit unter Segeln"), der sich gerade in der Südsee herumtreibt hätte in seinem Buch wieder einen seiner Standartaussagen verwand: "Mitten drin statt nur dabei"

 

"So schwer ist das alles, wenn man auf Großer Fahrt ist! hier im super netten Hallenbad auf FINNÖYA(N)" - Klick vergrößert extern! "So schwer ist das alles, wenn man auf Großer Fahrt ist! hier im super netten Hallenbad auf FINNÖYA(N)" - Klick vergrößert extern!Bis dann, muss jetzt den Käpt`n zum Frühsport wecken! Weiter Bilder evtl. später im "LOGBUCH IN BILDERN" bei der Ortsanwahl von FINNØYA(N).

 

 

Ciao derweilen

Euer Logbuch

 

 

(Freitag 11. Juli 2008 - X+45)

GEIRANGER(N): N   62°06.123

E 007°12.165

 

Leute, Leute, Leute!

"Neuaufbau im Jugensdstil - ÅLESUND(N)" - Klick vergrößert extern! Ein langer und erfüllter Tag geht wieder zu Ende.

Heute Morgen nach dem Frühstück, hinweg über vier Nachbarschiffe bis zur Brücke, noch schnell eine kleine Runde durch das noch schlafende ÅLESUND(N) (feiern können sie ja bis in den Morgen, aber Morgens siehst Du niemand) und dann auslaufen Richtung GEIRANGER(N).

 

Und man glaubt es kaum. Kaum fährt man 10 Stunden (ca. 58 Seemeilen), ist man auch schon da! Aber da hat ja mal ein Schlauer gesagt: "Der Weg ist das Ziel"!

 

So isses!

 

"Eine einzige Bildebuchlandschaft" - Klick vergrößert extern! "Natur - Pur" - Klick vergrößert extern! Eine Wanderfahrt durch die Norwegischen Fjorde ist ein Genuss für die Sinne. Ab und an ein leichtes "Oh" oder "Ah" oder auch "da schau mal", mehr gibt es kaum zu sagen. Nur aufnehmen ist angesagt!

 

Sehr, sehr schön.

 

Den ganzen Tag hat uns der Wettergott geholfen und die Gewitterwolken von uns ferngehalten. Ich, die Crew (Franz) fuhr sogar für lange Passagen, wie schon so oft, "oben ohne".

 

"Immer und fast überall vertreten, die schnellen Ausflugsdampfer der Hurtigruten" - Klick vergrößert extern! Es schien teilweise zur Freude der vorbeieilenden Ausflugsschiffe (Hurtigruten, hier die FINNMARKEN), denn des Öfteren sah man ein Blitzlicht von dort kommen, was unweigerlich mit Fotografieren gleichgesetzt werden muss. Kann natürlich auch sein, dass nicht ich gemeint wahr sondern der Ranke Schiffskörper der POSEIDON.

 

Wie auch immer, ein Hingucker sind wir immer!

 

"Ein mächtiger Wasserlauf speist den GEIRANGERFJORD(N) unmittelbar in GEIRANGER(N)" - Klick vergrößert extern! Zum Einlaufen in GEIRANGER(N) hat uns dann doch noch ein Schauer eingeholt. Aber kein Problem, schnell die Kuchenbude hochgezogen und schon ist alles bereit für den verdienten Feierabend.

 

So morgen schlappe 10 Stunden zurück nach ÅLESUND(N) und je nach Wetteralge die Entscheidungen für die weitere Folge des Kapitels "POSEIDON auf Törn 2008/1!!

 

Von den Eindrücken überwältigt, grüßt

Euer Logbuch

 

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Heute befahren wir zunächst den ÅLESUND(N) als solches und dann geht es in den GEIRANGERFJORD(N), der als einer der schönsten Fjorde Norwegens angepriesen wird. Das habe uns die "Sixpack-Nachbarn" von Gestern ebenfalls noch stark versichert.

Also dann, auf zu neuen Gefilden

Bis später

 

 

(Samstag 12. Juli 2008 - X+46)

GEIRANGER(N): N   62°06.123

E 007°12.165

 

... und erstens kommt es anders und zweitens als man denkt! Wieder mal umdisponiert (Ihr wisst, wir können das).

Der vorhergehende Tag hat sich doch etwas bemerkbar gemacht und wir kamen beide etwas träge aus den Kojen.

 

Der Gedanke, dass wir immer von anderen Ausflugschiffen fotografiert werden, wir aber nie von den Bilder etwas zu sehen bekommen, hat uns beschäftigt. So haben wir kurzerhand einen Lokaltermin (geladene Teilnehmer: die POSEIDON, Thomas und Ich) vor den Wasserfällen des GEIRANGERFJORD(N) einberufen.

 

Da dies natürlich etwas Zeit in Anspruch nimmt, muss der Herr Ole Brude, der berühmte norwegische Seefahrer, der uns schon einmal in ÅLESUND(N) in der Hafeneinfahrt begrüßt hat, bis Morgen warten.

 

Also "Fotosession"!

 

Beiboot aufrüsten, Motörchen betanken, Kameras startklar, Einweisung für die Kamerabenutzung, Fotoapparat klar, Funk mit entsprechendem Kanal klar, Rettungsweste an und klar...

 

... und schon ging es los.

 

"Fjordfilmteam auf dem Weg zur Location im GEIRANGERFJORD(N)" - Klick vergrößert extern! Raus mit der POSEIDON in die Nähe der "Location", die Gummisau im Schlepp. Dann Franz umsteigen und auf Position fahren. Alles fertig - O.K. per Funk - Klappe GEIRANGERFJORD(N) die Erste.

 

"Fjordfilmteam im Einsatzim GEIRANGERFJORD(N)" - Klick vergrößert extern! So ging das dann einige Male. Wie viele "Klappen" weiß ich jetzt nicht mehr. Zeitweise mussten wir zwischen den Vorbeirauschenden Fähren und gelegentlich ein Riesenschiff der Hurtigruten (Gestern war es die MS FINNMARKEN, heute die MS POLARYS) uns mal ganz ruhig verhalten. Aber sonst ging das alles sehr professionell.

 

"Der GEIRANGERFJORD(N)" - Klick vergrößert extern! Einige Bilder werden das sicher etwas rüberbringen. Weiter Bilder findet Ihr unter der "LOGBUCH IN BILDERN" unter der Anwahl vom Ortsschildchen von Geiranger.

 

Als Schwerpunkt haben wir natürlich "gedreht". Das Filmchen wird allerdings noch etwas dauern, denn es will ja auch geschnitten werden.

 

Aktionsdauer ca. 10:00 bis 15:00. Ganz schnell mal eben halt!

 

Also Morgen dann, vielleicht wirklich, den GEIRANGERFJORD(N) zurück in Richtung See und durch die kleineren Fjorde nach ÅLESUND(N)!

 

Bis dann

Euer Kameramann, Logbuch, Beibootfahrer und etc.

Franz

 

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Heute erst mal den langen Fjordweg zurück nach ÅLESUND(N), dann sehen wir weiter!

 

Ihr erfahrt es immer als Erster

Euer Logbuch

 

 

(Sonntag 13. Juli 2008 - X+47)

GEIRANGER(N): N   62°06.123

E 007°12.165

 

 

Heute erst mal den langen Fjordweg zurück Richtung Ålesund(N), dann sehen wir weiter!

 

Möglicherweise müssen wir unsere Schläge noch einmal etwas modifizieren, da für Dienstag der kommenden Woche bis zu 6 Windstärken vorhergesagt werden. Bis dahin sollten wir also das KAP  STATTLANDET umrundet haben, sonst ...

 

Euer Logbuch

 

 

(Montag 14. Juli 2008 - X+48)

SILDA(N): N   62°0o.781

E 005°12.228

 

 

Hallo alle Besucher, wo immer Ihr gerade sein mögt und eine schöne neue Woche für Euch, verbunden mit einem Gruß aus SILDA(N).

 

Richtig gelesen SILDA(N) nicht SCHILDA(D), auch wenn einige Details schon zu Vergleichen Anlass geben könnten. Eines davon ist die sehr "bröckelige" Verbindung. Weder Handy, noch UMTS lassen durchgehende Verbindung zu. Daher weiß ich im Moment noch nicht, wann Ihr die Dinge, die ich hier schreibe zu lesen bekommt.

 

Aber eins nach dem Anderen.

 

Am sehr frühen Sonntag morgen (wir haben nicht verschlafen) liefen wir gegen 08:30 MESZ aus GEIRANGER(N) aus. Das war schon mal ein Schauspiel, denn bereits zu dieser Zeit waren zwei riesige Kreuzfahrtschiffe in den GEIRANGERFJORD(N) eingelaufen und lagen vor GEIRANGER(N) vor Anker. Auch konnte man an einem Aushang im Ort erfahren, welche und wie viele Schiffe denn an einem betreffenden Tag den Ort besuchen würden. Heute sollten es schlussendlich fünf Werden. Drei davon kamen uns im Verlauf unserer Fahrt, den Fjord seewärts, noch entgegen.

Daher war ein Verschlafen auch gar nicht so möglich.

 

Zu dem Auftritt der Fahrgastschiffe, besser gesagt Kreuzfahrtschiffe in der Gattung AIDA, kommen ja dann automatisch diverse Landangebote für die Passagier dazu. So fuhren schon vor unserem ersten Kaffe ca. 25 Busse auf, die für die Landausflüge in die Umliegende Region eingesetzt werden sollten. Ein schönes Spectaculum! Da kann Neuschwanstein gerade noch mithalten.

 

Besuch bekamen wir obendrein auch noch auf unserer POSEIDON. Da hatten doch zwei kleine Japanerinnen morgens um 10 vor Sieben schon die Idee sich gegenseitig auf dem schönen Heck der POSEIDON, unter Begleitung der deutschen Nationalfarben in Form unserer Heckflagge in Norwegen zu fotografieren. Als ich von den Geräuschen verstört aus meiner Koje nach draußen stürzte machten sie sich gerade wieder davon. Nicht ohne sich umzudrehen und mit typisch asiatischer Geste der Ehrerbietung zu bedanken! Nett! Auch wenn es mich die letzten Zehn Minuten meiner Aufwachzeit gekostet hat, nun war ich wenigstens auch schon wach.

 

Kurzum, viele, viele Photos wurden von unserer POSEIDON im Verlauf der Fahrt aus dem GEIRANGERFJORD(N) gemacht und wir haben immer schön dazu gelacht.

 

Das war ja alles schön aber nun zum wesentlichen.

Während unserer Fahrt Richtung ÅLESUND(N) machte Thomas, wie so oft mal Wetter für die Folgetage. Und das brachte dann eine einschneidende Änderung, die unser Vermögen zur Umdisposition tatsächlich mit Macht einforderte!

Thomas kam mit einer Prognose nach oben, die uns nur eine Schlussfolgerung zuließ. Ein schweres Tief trifft auf ein schweres Hoch und wenn wir die Hürde KAP STATTLANDET(N) nicht umgehend nehmen , dann sitzen wir in mit größter Wahrscheinlichkeit für mindestens 3 bis 5 Tage ÅLESUND(N) fest. 6 Meter Welle und 6 - 8 Windstärken brachte Thomas bei unseren bisherigen Zeitplan, das KAP STATTLANDET(N) zu umrunden, mit.

 

Also Entscheidung: Trecking Ändern (verlängern auf schlappe 95 Seemeilen) und in einem Rutsch durch die Nacht um das Kap herum nach SILDA(N).

 

Gesagt getan und es lief auch insgesamt sehr schön, bisweilen etwas kniffelig (Übungszweck: fahren nach Sektorenfeuer und noch so einige Lichtlein (Funkellicht, Flash etc.)) aber im Abschluss doch schwer sportlich, um es mal einfach zu beschreiben.

 

KAP STATTLANDET(N) empfing uns zunächst mit einer traumhaft, langen Atlantikwelle. Im weiteren Verlauf veränderte die Welle ihre Struktur und kam etwas kürzer, dafür dann höher. Um das ganze dann Abschließend zu krönen legte die Welle auf locker 3 Meter und teilweise kreuzend zu und ODIN blies auf zum Gefecht mit schwachen 5 bis 6 Windstärken.

 

Das war dann doch schon mehr ein Ritt als ein Hit!

 

Der POSEIDON war das gerade recht. Die schmiegt sich in das Wellengetöse ein, das ist einfach ein wahre Pracht. Das geht so weit, dass sie uns auch einmal durch Anschlagen der Schiffsglocke ihr Wohlbefinden mitteilen muss!

Uns dagegen fällt das Anschmiegen etwas schwerer. Es gilt nur noch: Kurs halten, hoffen dass die Maschine brav durchhält und festhalten!

 

Teilweise musste Thomas für ein bis zwei Stunden fast Vollgas aufdrehen, um gegen Welle und Wind wenigsten ein bisschen Fahrt zu machen und nicht nur auf der Stelle zu stampfen. Die Untiefenmarkierung, die passiert werden sollte, blieb schier endlos lange auf unserer Backbordseite stehen, anstatt nach rückwärts auszuwandern!

 

Wie dem auch sei. Nach ca. fünf Stunden (nur für die Schlüsselstelle des Kap) hatte sich Schiff, Mensch und Maschine freigeschaufelt und es ging etwas gemächlicher (wenn auch nur wenig verringerter Wind und Welle aber doch deutlich in besserer Vorwärtsfahrt erkennbar) Richtung Insel. Alles in allem ist es immer noch so, dass "morgens um sieben die Welt doch in Ordnung ist"! Der Navi sagte es uns voraus 07:07 MESZ Einlaufen in SILDA(N)!

 

Für mich Jungspund auf dem Meer aber auch für Thomas ein erhebendes Gefühl!

 

Euer Logbuch

 

 

(Dienstag 15. Juli 2008 - X+49)

SILDA(N): N   62°0o.781

E 005°12.228

 

 

Wie es uns die zwei Vortage erging könnt Ihr am gestrigen Montag gerne nachlesen. Heute ist, entgegen unserer Absicht, erst mal ein Hafentag einzulegen.

 

Nach einem schönen Teller Reker (norwegisch - kleine Garnelen, die man pulen muss und kalt gegessen werden) am Vorabend, hatten wir den Plan für Heute so gestrickt, dass wir den nächsten größeren Hafen (MALØY(N))mit Tankmöglichkeit anlaufen, um dann unseren Weg, vorbei an RUGSUNDØYA(N) nach FLORØ(N) - 61°36,105N und 005°01.885E - fortzusetzen.

 

Nix wird`s! Was ist nun schon wieder?

 

"Die Barometerkurve zeigt auf Sturm" - Klick vergrößert extern! Thomas hat mal seine Barometeruhr hervorgezerrt und stutzt prompt. Eine Barometerkurve, die selbst er sehr selten zu sehen bekommt.

 

Ein Druckabfall von mehr als >4 Hektopasqual (hpa) pro Stunde (ab >3 hpa = Sturm)! "Die Barometerkurve zeigt auf Sturm" - Klick vergrößert extern!

Ich machte noch einen zarten Versuch und meinte man könne ja noch eine "kleine Schaukelfahrt", nach Manier der nächtlichen Sturmfahrt um KAP STATTLANDET(N), bis MALØY(N) zur Tankstelle in Kauf nehmen?!

 

ECHO: "Bei dem Barometerbild fahre ich keinen Meter nicht!"

 

Also Geduld und tatsächlich vielleicht mal was lesen. Bis jetzt war da kaum Zeit dafür.

 

Ihr hört von uns ...

Euer Logbuch

 

 

(Mittwoch 16. Juli 2008 - X+50)

FLORØ(N): N   61°36.054

E 005°01.950

 

 

Heute scheint es wieder was zu werden.

Fahrt ist geplant.

Von SILDA(N) über MALØY(N), wegen Diesel, vorbei an RUNGSUNDET(N) nach FLORØ(N).

 

 

Alles weitere baldmöglichst.

Auch das fehlende Trecking von GEIRANGER(N) über KAP STATTLANDET(N) nach SILDA(N) und heute weiter nach FLORØ(N) werde ich umgehend nachliefern, sobald eine sichere Internetverbindung wieder gegeben ist.

 

Bis dahin

Euer Logbuch

 

 

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Natürlich ist das was geworden! Sind wir Seefahrer oder nicht!

 

Das Barometer hatte sich ein wenig eingependelt und es war Zeit sich von der Insel fort zu schleichen.

 

Problemlos, wenngleich doch ab und an 2 Meter Wellen sich doch an uns heranwagten, liefen wir durch norwegische Urlauber, die erstaunlich häufig mit Traditionsschiffen unterwegs waren und oft auch mit so genannten "Rahseglern" (Wikingerschiffe), modernen Schnellfähren, Frachtern, ja einfach lebendiger Verkehr, souverän in FLORØ(N) ein.

 

Eine schnelle Orientierung, erlaubt auch ein schnelles Anlegen.

Schnell noch einem Norweger, den wir auf der Fahrt mit unserer schnittigen POSEIDON geschnupft hatten (Mundart bayrisch und bedeutet = überholt),  einen geeigneten Anlegeplatz zeigen. Schiff vertäuen, Strom legen und diverse Routineangelegenheiten und schon saßen wir bei unserem wohlverdienten "Einlaufbier"! Ja, ja, schnell sind wir schon, nicht nur beim Bier!

 

Wohlverdient nicht einfach so dahingesagt. Nein, das hat schon seinen Sinngehalt. Thomas hat "online" unter Deck gearbeitet und ich habe den Schiffsverkehr auf dem Fahrwasser dirigiert (oder wer auch immer wen?). Insofern ist das alles jeden Tage und jede Stunde ein gewaltige Stück Arbeit.

 

Nicht vergessen soll auch werden, dass wir uns natürlich nach solch hartem Tagwerk dann auch versorgen müssen.

 

Heute war ein zierliches Entrecôte angesagt. Mit etwas Salat und angerösteten Kartöffelchen. Dazu ein Fläschchen SAUVIGNON BLANC aus Südafrika. Weil aber das Entrecôte wirklich etwas zierlich war, haben wir noch zwei kleine Stückchen vom norwegischen Lamm nachgelegt  ... dann war die Welt wieder in Ordnung.

 

So hoffe ich geht es Euch auch gut und morgen geht es weiter...

Euer Logbuch

 

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(Donnerstag 17. Juli 2008 - X+51)

EIVINDVIK(N): N   60°58'760s

E 005°04'669s

 

19:05 MESZ - EIVINDVIK(N) planmäßig angelaufen und festgemacht. Einlaufbier bereits genossen und nun flugs an die Nachrichten für die Welt gesetzt.

 

Damit sind wir beim aktuellsten Thema überhaupt!

Thomas musste heute, nachdem sich die Vermutungen zu Fakten verdichtet haben eine Mail an Mitfahrer absetzen, die für den Anschlusstörn Anfang August eingeplant waren.

 

O-Text Thomas:

Hallo Ihr beiden,

ich habe leider sehr schlechte Nachrichten: Die Poseidon hat ein Leck, welches wir von innen nicht reparieren können und macht relativ viel Wasser (ca. 100-200 ltr./Std.). Zu allem Überfluss ist uns heute auch noch die Bilgepumpe kaputt gegangen. Wir hoffen in Bergen morgen eine neue zu bekommen. Bis dahin heißt es von Hand pumpen. Nachts alle 2 Stunden aufstehen und pumpen, pumpen, pumpen.

 

Ich vermute, dass sich die Sikaflex-Fuge zwischen dem Kiel und den ersten Planken gelöst hat. Sie schien mir schon in Stavanger vor dem Einkranen etwas sehr „luftig“ locker, dachte aber, dass dies durch die lange Standzeit an Land bedingt war. Dabei ist mir aufgefallen, dass Striemen über die Dichtung gingen. Ich nehme an, dass beim Auskranen die Gurtbänder vom Kiel abgerutscht sind und durch die falsche Lastverteilung die Planken unsachgemäß stark belastet haben und so die Sikaflex-Fuge gelöst haben.

 

Und nun ist sie wohl komplett raus oder zumindest sehr locker und das Wasser kommt in einem Fingerdicken Strahl in die Bilge. Blöderweise liegt die Stelle so ungeschickt unter dem Mast und Tank, dass wir es nicht ordentlich abdichten können. Und von außen bekomm ich sie auch nicht dicht, da sie dazu trocken sein müsste. Ich werde heute Abend mal mein Tauchgerät auspacken und mir die Sache von unten ansehen.

Jede Bewegung des Mastes verstärkt dabei den Wassereinbruch. Segeln ist also momentan nicht mehr!

 

Wenn ich es heute Abend nicht abdichten kann, muss die Poseidon so schnell wie möglich aus dem Wasser. Da ich dies jedoch auf keinen Fall in Stavanger machen würde, müsste ich die Poseidon so schnell es geht mit Franz nach Stralsund bringen. Ich habe gerade mit Thomzik telefoniert. Er würde die Poseidon SOFORT nach unserer Ankunft auskranen, wenn ich es nicht zum Abdichten bekomme.

 

Drückt mir die Daumen, dass ich es heute Abend schaffe, die Poseidon abzudichten, denn sonst wäre euer Urlaub leider gestrichen. Drückt alles was Ihr habt! Vielleicht dichtet das ja auch!

 

Gruß

Thomas

O-Text Thomas ENDE

 

 

Vorzeichen haben wir ja eigentlich beide schon in SILDA(N), nach unserer heroischen Fahrt um das KAP STATTLANDET(N) registriert. Allerdings hat weder Thomas zu mir noch ich zu ihm die Dinge mit Namen genannt, um nicht einfach etwas voreilig in die Welt zu setzen und unnötig Unruhe in die Reise zu bringen.

 

OB das KAP STATTLANDET(N) die alte Lady etwas überstrapaziert hat oder schon vorher andere, unbekannte Belastungen die Probleme hervorgerufen haben, ist alles in allem sehr vage. Wir schauen was geht und dann schauen wir weiter.

Noch schwimmen wir ja und das überhaupt nicht langsam!

 

Soweit, so gut

Euer Logbuch

 

 

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Heute "brezeln" wir von FLORØ(N) nach EIVINDVIK(N).

Da war die POSEIDON auf ihrer Fahrt gen Norden auch schon. Thomas schätzt den Anlegeplatz und so beehren wir die da in EIVINDVIK(N) mit unserem Besuch eben noch einmal.

 

Die versprochenen Original-Trecking der vergangenen Routen von GEIRANGER(N) bis SILDA(N) und von SILDA(N) bis FLORØ(N)

 habe ich gestern noch hineingezimmert und Ihr könnt die Strecken auf Eurem Weltatlas nachfahren!

 

So weit erst mal...

Euer Logbuch

 

 

"Ausriss" (noch zu Gestern oder SILDA(N))

... Robinson und sein Gefährte hatten sich nach der überstandenen Irrfahrt durch die norwegische See und vor allem die Nerven zerreißende Umrundung des Kap Stattlandet auf die Insel Silda geflüchtet und ausgeruht.

 

Unwissend dessen, dass sie im norwegischen Alcatrazs gelandet (gefangen) waren, gingen sie munter ihren Tagesgeschäften nach. Duschen in der Sanitäreinrichtungen der hiesigen Schule und ab und an ein Paar Fisch und Chips in dem verträumten, alten Salzstadel, der zu einem "Restaurant" umfunktioniert wurde. Hier hatte auch schon die moderne Technik Einzug gehalten und so gelang es auch Freitag, wenn auch für viele Interessierte sehr spät, noch seine Nachrichten an den Rest der Welt abzusetzen.

 

Mann hielt ein Schwätzchen mit der netten Marketenderin, die schon in sächsischen Kreis um den Harz herum ein Paar Monate in Diensten stand.

 

Auch das kleine Hundchen von gerade mal 11 Monaten, das sich zwar noch vor den großen Vögeln (Möwen) ein wenig fürchtete, gab seine Scheu gegenüber den Beiden bereits auf und spielte gerne mal eine Runde mit dem Dicken und dem Schlanken.

 

Alles sehr erbaulich, dachte sich Freitag, der etwas pragmatischere. Aber in den Tiefen des unergründlichen Hauptes von Kapitän Thomas rumorte es fortlaufend.

 

... soll es das gewesen sein? Hier auf der kleinen Insel mit all diesen einfältigen Umständen... womöglich ein Leben lang... und die Barometerkurve... und die Bilgenpumpe pfeift auch so komisch...

 

... vielleicht doch noch ein Paar Fisch und Chips oder doch lieber den Teller Reker? Ach, alles so schwierig ...

"Ausriss" (zu Gestern) ENDE

 

 

(Freitag 18. Juli 2008 - X+52)

EIVINDVIK(N): N   60°58'760s

E 005°04'669s

 

Na, das war wieder ein sehr schöner Tag!

BERGEN(N) planmäßig erreicht

Auch wenn man der POSEIDON mit ihrer Bilge immer etwas helfen musste, war eine wunderschöne Fahrt durch die norwegische Schärenlandschaft.

 

Morgen Ersatzteile beschaffen und dann sehen wir weiter.

 

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Hallo an alle!

Fahren zur Zeit Richtung Bergen.

Herrliche Landschaften begleiten uns und so hat Thomas doch glatt Lust die Pinne selbst zu übernehmen. Ein Paar Stunden Urlaub und ich kann  schnell unter Deck, an die Maschine (Notebook) huschen und etwas zur Eurer Informieren tun.

 

Natürlich ändert das an der Situation insgesamt nichts. Der POSEIDON ist nicht wohl! Aber Wetter und Landschaft heben uns wenigsten etwas die Laune.

 

Zwischendurch (jede volle Stunde) wird per Hand die Bilge leer gepumpt, damit uns die Batterien keinen Schaden nehmen. Ansonsten ist es eigentlich ein schöne Wanderfahrt in den norwegisch Fjorden.

 

Nach Ankunft in Bergen, planmäßig gegen 18:40 MESZ, werden wir noch eruieren, wo morgen ein Ersatz für die defekte Bilgenpumpe zu bekommen ist. Morgen wird dann beschafft und eingebaut.

 

Wie es dann weitergeht, hängt von mehreren Faktoren ab, die sich jetzt noch nicht restlos zusammenfassend beurteilen lassen.

 

"Schaun wir mal"!

 

Bis dahin vorerst und auch schon mal Dank für Eure Anteilnahme an unserer Situation in den vielen E-Mails

Euer Logbuch

 

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Zu aller erst ist der Auftrag heute BERGEN(N) erreichen und Ersatzteil beschaffen.

Dann wird man weiter sehen.

 

Die Tendenzen weisen ziemlich eindeutig in Richtung Werft. Was wiederum bedeuten würde STRALSUND (D) - auf den schnellsten Weg!

 

Wie und was alles möglich ist oder was ...

 

... hier demnächst.

 

Euer Logbuch

 

 

(Samstag 19. Juli 2008 - X+53)

BERGEN(N): N   62°06.123

E 007°12.165

 

POSEIDON wieder soweit fahrtbereit!

Das Hauptproblem, die zunehmende Wasseraufnahme an einer Stelle die nicht von innen zugänglich ist und nicht bearbeitet werden kann, lässt sich nicht beheben. Hinzukommt, dass man, selbst wenn man sie dicht bekäme, eine ausführliche Augenscheinnahme an der Übergangsstelle Kiel-Rumpf unvermeidlich vornehmen muss.

 

Damit steht fest: "Die Poseidon muss in die Werft"!

Und da gibt es zu Stralsund keine Alternative!

 

Wenigstens habe wir wieder eine Bilgepumpe. Und wie schön sie summt. Man hört sie überhaupt nicht. Da wird sicher noch gelegentlich einer aus dem Schlaf aufschrecken weil im das vertraute Geräusch (von der alten Pumpe), im immer wiederkehrenden Rhythmus von einer oder zwei Stunden, fehlt und er nicht sicher ist, ob die Arbeit auch verrichtet wird!

 

Also am Sonntag Morgens 04:00 MESZ Start zu neuen Taten. Auf nach STRALSUND(D) in die Werft und das auf direktem Weg.

 

"Dabei gehen sie nicht über LOS und ziehen nicht 4000 EURO eine!"

 

Erste Etappe, nachdem wir heute, neben dem bisschen Arbeit, ja nur Sightseeing gemacht haben, ein großer Schlag von 90 Meilen IN Richtung STAVANGER(N) mit dem Zwischenziel für Sonntag SKUDENESHAVN(N), kurz vor STAVANGER(N).

 

Das wird allerdings kein Spiel aber vermiesen lassen wir uns die Fahrt als solche auch nicht.

 

"Gute Freunde halten zusammen - der Gute Troll und ich (der Obertroll, aufgenommen vom Cheftroll)" - Klick vergrößert extern! So hatten wir heute einen insgesamt sehr erfolgreichen und an sehenswürdigen Ausblicken reich gesegneten Tag.

 

Bilder dazu werde ich morgen, während der Fahrt einbauen und für Euch online stellen.

 

Zwei davon mal vorab zur Einstimmung!

 

 

Gruß

Thomas und Euer Logbuch

 

"Bergen im Panorama vom einem der umgebenden sieben Berge" - Klick vergrößert extern!

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Hallo Allerseits und ich kann Euch vermelden, BERGEN(N) ist alles andere von verschlafen!

 

Es ist gerade mal 01:42 (Morgens mit Verlaub), Thomas ruht natürlich.. Aber ich als Crew muss ja nach dem Rechten sehen. So stelle ich fest, dass entgegen der Ansagen die aus der Zeit, als der Törn Richtung Norden ging, nicht falsch waren aber eben nicht für die Sommerzeit in Norwegen zutreffen.

 

Da boxt der Papst im Zick Zack!

 

Leider muss ich das so beurteilen, weil wir liegen ja wieder mal mittendrin. Direkt an unserer Anlegestelle hat sich eine Disco etabliert und wir müssen schauen, wie wir damit zurecht kommen.

 

Aber es gelang uns recht gut.

Heute das Hauptthema Schiff und dann alles weitere.

Es grüßt frühmorgens freundlich

 

Euer Logbuch

 

 

(Sonntag 20. Juli 2008 - X+54)

BERGEN(N): N   62°06.123

E 007°12.165

 

Heute, ganz früh, brechen wir auf und treten den Marsch nach STRALSUND(N) an.

 

Zunächst aus BERGEN(N) raus in grobe Richtung STAVANGER(N), mit dem Zwischenziel für heute SKUDENESHAVN(N).

 

Mehr während der Fahrt, denn wir fahren lange! Ungefähr so um die 18 Stunden, da gibt es zwischendurch Zeit etwas zu schreiben.

 

bis dann

Euer Logbuch

 

 

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Wir sind auf Fahrt! Gegen 05:30 ausgelaufen!

 

Bergen war zwar bis Morgens um 03:00 noch gut mit Live Musik auf den Beinen aber jetzt, da wir auslaufen ist natürlich wieder niemand wach, um uns mit einem " .. muss i denn, muss i denn .. " zu verabschieden!

 

Na, dann sagen wir eben einfach ganz leise "Servus"!

 

Bergen hat uns gestern noch einen schönen Tag bereitet.

Die Beschaffung der Bilgepumpe und deren Einbau waren kein Problem. Auch die Beschaffung eines neuen Glaseinsatzes für unsere BODUM-Kaffeemaschine (die hatte die Crew (ich) mal wieder schusseligerweise zerdeppert) gelang relativ schnell. Ist eben  Bergen, keine Kleinstadt sondern eine richtige Hansestadt. Hier gibt es Straßenzüge mit Straßenmusikanten und Einkaufspassagen, natürlich alles im Stil einer Mool angelegt. Auch eine "Galeriet" (Galeria Kaufhof) war zu finden und dort auch mein Glaseinsatz. Hatte den Vorteil, dass ich gleichzeitig auch noch einiges von der Stadt zu sehen bekam. Sehr angenehm alles.

 

Begonnen hat der Tag ja schon Morgens mit einem Highlight. Ich war unterwegs zum Bäcker, um uns mal wieder frische Rundstücke zu holen. Zu der Zeit baute sich auch der Fischmarkt auf und es war schon der Teufel los. Am Vortag hatten wir zwar hier am Fischmarkt, am späteren Abend schon an Fisch und Chips gütlich getan, da waren die Fischmarktbuden aber schon abgebaut. Nun dagegen hatten die meisten Ihre Stände schon gerichtet, boten zum Kauf an und ich konnte sehen was uns am Vortag noch verborgen geblieben war. Da konnte man nun einfach nicht wegschauen.

 

Lachs in allen Varianten (auch der wahnsinnig feine Wildlachs), Hummer, Scampi und Shrimps, Walfleisch, Krabben in Groß und Klein,  Kaviar rot oder schwarz, einfach alles was den Fischliebhaber und den Liebhaber der Schalentiere und sonstige Früchte des Meeres, das Herz bis zum Hals  schlagen lässt.

 

Da konnte ich nicht anders und habe uns einen schönen Teller mit allen Anteilen von oben aufgezählten Köstlichkeiten gerichtet und dann gab es ein "Käptn`s Frühstück" aber so was vom Feinsten, dass man mit dem ablecken der Finger nicht mehr fertig wurde. Wau!

 

Das hielt dann in der Nahrhaftigkeit auch tatsächlich bis in den späten  Nachmittag vor! Hat doch was, so eine Eiweißdröhnung!

 

Wie gesagt gegen Nachmittag machten wir uns dann noch einmal auf die Beine, um unser Bild über BERGEN(N) ein bisschen zu verdichten und einfach ein wenig Eindrücke aufzunehmen.

 

Das werde ich nicht jetzt alles im Sinne einer Stadtführung erzählen. Das muss dann schon jeder selber machen. Zwei Dinge gehören aber noch gesagt weil das einfach zu schön ist.

 

Wir sind ja auch nicht unbedingt die großen Spaziergänger und von daher kam uns das ganz gut entgegen. Es gibt eine Tschu-Tschu (lies nach bei Wikipedia), die als Stadtrundfahrt in 55 Minuten eine tolle Runde durch BERGEN(N) zuckelt und per Kopfhörer, ich glaube in 12 Sprachen, dazu den Verlauf der Strecke und deren Sehenswürdigkeiten erklärt. Eine ganz, ganz tolle Investition!

 

Zum Zweiten, ebenfalls in unmittelbarer Reichweite des Fischmarktes und unserer Anlegestelle, die hübsche Standseilbahn (FLØIBANEN) auf den FLØIEN, einer der sieben Berge, von denen BERGEN(N) umgeben ist. Ein herrlicher Blick bietet sich und man kann sich auf einer der reichlich vorhanden Holzbänkchen hinsetzen und den Blick über Stadt, Fjord und Umgebung ausgiebig schweifen lassen. Grandios!

 

Muss man natürlich alles mit eigenen Augen sehen, schreiben und beschreiben reicht einfach nicht. Fazit: " Bergen hat schon was!"

 

Damit hatten wir es dann wieder mal geschafft den ganzen Tag zu verbrauchen und ein Mittagsschläfchen viel den Spazierfahrten zum Opfer. Na, ja, so groß war das Opfer ja nicht. Wenngleich der Vorabend, also der Freitag Abend, sich schon etwas "gezogen" hatte.

 

Schlussendlich noch mal auf den Fischmarkt. Ein kleines Häppchen von den vielen Köstlichkeiten und das Abendessen war damit auch gleich erledigt.

 

So hatten wir einen herrlichen Tag verbracht und durch die etwas frühere Schlafenszeit die Basis für die heutige Langstrecke geschaffen.

 

Die rollt übrigens schon seit ... Moment ...  1 1/2 Stunden!

 

Es ist jetzt 07:00, einen wunderschönen Guten Morgen, wünschen einen schönen Sonntag und verbleiben

Thomas und Franz

 

PS: Neu Bilder im Bereich "LOGBUCH IN BILDERN" gibt es auch wieder zu sehen! Ein Klick hier drauf bringt Euch hin!

 

Ciao

Franz

 

 

(Montag 21. Juli 2008 - X+55)

SKUDENESHAVN(N): N   59°08.877

E 005°15.380

 

SKUDENESHAVN(N) hat uns, ausgenommen die Gäste-WC, sehr gut gefallen.

Wir haben uns auch wieder einen ausgesprochen originellen Liegeplatz ausgesucht. Es ist eben Sommer in Norwegen und alles ist auf dem Wasser. Päckchen zu Dreien oder auch mehr sind Standard.

Also haben wir in der klitzekleinen Marina ganz hinten in die letzte Ecke geschaut und siehe da, da war doch noch ein Plätzchen ohne ins Päckchen zu müssen.

 

"So sah unser Liegeplatz dann bei Tageslicht aus - hübsch!" - Klick vergrößert extern! Dass wir da ausgerechnet unmittelbar an einem Restaurant festmachten, wo alles schon bei Kerzenlicht beim Essen saßen, hat uns nicht gestört und die Gäste des Restaurants fanden die Abwechslung in ihrem Blickfeld ausgesprochen amüsant.

 

Danach in unserer Kuchenbude ein Tellerchen vom Rentiergeschnetzelten zubereitet und die 88 Seemeilen (immerhin schlappe 20 Stunden Fahrt) wahren flugs Vergangenheit.

 

Mittlerweile haben wir natürlich längst schon wieder abgelegt und das nette Städtchen verlassen. Mehr noch! Wir waren just eben schon in STAVANGER(N) und fahren im Moment (18:25 MESZ, Thomas ist am Ruder) in Richtung TANANGER(N), was aber nur ein kleiner Sprung von ca. 2 Stunden bedeutet. So werden wir heute mal etwas früher in die Kojen kommen und vielleicht auch mal noch ein Paar Seiten lesen. Die Tage bis jetzt hat es Thomas zwar immer tapfer Versucht aber mehr als drei Seiten waren meistens nicht zu schaffen!

 

Also läuft alles soweit möglich ganz gut. Zudem hatten wir heute ein traumhaftes Wetter, dass uns die Brühe beim Fahren schon wieder herunter lief.

 

Da hat selbst Thomas seinen innig geliebten Fließ ausgezogen!

 

Also morgen sehen wir dann weiter. Geplant ist ein ganz normaler Schlag von ca. 45 Seemeilen von dem heute noch zu erreichenden TANANGER(N) nach EGERSUND(N).

 

Ich melde mich morgen wieder. Gehabt Euch wohl derweilen. 

Euer Logbuch

 

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Unser geplantes Zwischenziel, noch vor STAVANGER(N) gelegen, SKUDENESHAVN(N) problemlos erreicht. Schnittige 88 Seemeilen haben wir damit überrollt.

 

Heute wollen wir einen Schlag über STAVANGER(N) nach TANANGER(N) machen. Über STAVANGER(N) müssen wir fahren weil dort im Wohnmobil die Karten für den Bereich SÜDEN von Norwegen und weiterführend in das Skagerak/Kattegat und die Ostsee bis STRALSUND(D) vorrätig liegen und wir alles von NORD gegen SÜD tauschen müssen.

 

Danach geht es munter weiter Richtung STRALSUND(D) mit diversen unvermeidlichen Zwischenzielen (Schläge).

 

Demnächst wieder mehr

Euer Logbuch

 

PS: WICHTIG! Thomas hat glaube ich am 22. Juli Geburtstag und da er sein Logbuch oft gar nicht liest weil keine Zeit, kann ich das hier mal einfach mitteilen. Schreibt Ihm doch einen Gruß über die Kontakt-Seite der Homepage oder macht ihm einen Eintrag in das Gästebuch seiner Homepage!

Ich mache das natürlich mit dem Gratulieren mündlich, persönlich (wenn ich es nicht vergesse)!

Ciao

Franz, der Logbuch

 

 

(Dienstag 22. Juli 2008 - X+56)

EGERSUND(N): N   58°27.194

E 005°59.988

 

Herzlich willkommen, mal wieder an alle Besucher und im Besonderen jeden neuen Besucher auf unserer Homepage!

Heute soll es mal ein "ganz normaler Tag" mit einem "ganz normalen Schlag" werden.

 

Absicht ist von der jetzigen POSITION in TANANGER(N) einen ganz normalen Schlag in einer Größenordnung von 45 Seemeilen, also normale Tagesdistanz, nach EGERSUND(N) zu machen. Da war bis jetzt Thomas auch noch nicht und ich konnte bisher bei unseren Autofahrten mit dem WoMo nach STAVANGERr(N) nur vom Auto heraus flüchtig einen Blick auf EGERSUND(N) erhaschen.

 

Also schauen wir mal, dass wir heute dort hinkommen und dann schauen wir uns wieder mal ein neues Plätzchen an.

 

So far (weil ich hier immer englisch reden muss, mein bayerisch verstehen die hier nicht so recht)!

Euer Logbuch

 

 

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Die heutige Geburtstagsfahrt fand ihren würdigen Abschluss in EGERSUND(N)

 

Bei herrlichem Sonnenschein und schönem, weichen Nordwest hat die POSEIDON uns zielstrebig an den Ort unserer Wahl gebracht.

 

Hier habe ich dem Skipper dann einen warme Mahlzeit spendiert, damit er mal etwas vernünftiges zwischen die Zähne bekommt und nicht nur andauernd (wie auch heute Morgen zum Frühstück schon wieder fangfrische "Reker" (Shrimps) mit Rührei) Garnelen, Lamm, Rentier, Lachs und all so "unappetitliches neumodisches Zeug"...

Die Mahlzeit war dann ein gegrillter Hähnchen mit Pommes, Salat und ein frisch gezapftes Bier dazu.

 

Das war ein Festessen!

 

Morgen wird FARSUND(N) angepeilt. Die Position, nach der es wieder mal gilt ein Kap zu umrunden, das KAP LINDESNES(N) nämlich, um dann nach KRISTIANSAND(N) zu gelangen.

 

Der Wetterbericht sagt schon wieder, dass wir keinen Tag warten dürfen, sonst gibt as am Kap möglicherweise wieder eins auf die Mütze.

 

Na, ja, wie sagt der Skipper immer: "Eins nach dem anderen"

 

Extra Grüße mal an den Chiemsee, wo uns treue Besucher unseres Logbuches immer die Stange halten!

 

Für heute verbleibt und grüßt

Skipper Thomas mit seiner Crew

 

 

(Mittwoch 23. Juli 2008 - X+57)

FARSUND(N): N   58°05.620

E 006°48.646

 

 

 

FARSUND(N) längst erreicht!

Eigentlich muss man für die ca. 45 Seemeilen 9 Stunden veranschlagen.

Alter Tobak. Unsere POSEIDON mit ein bisschen Hilfe durch die Genua macht das in 6 1/2 Stunden. Toll. Die läuft auf Raumschot mit Spitzen bei 8+ Knoten, dass man gelegentlich meint ein wohliges brummen von ihr vernehmen zu können.

 

Also, wir sind in FARSUND(N).

 

"Geparkt" haben wir, nach einem kurzen Geplänkel mit einem anderen "Parkplatzsucher", wie es von uns mit einem Traditionsschiff erwartet wird, an der Hafenpromenade.

 

Um die Ecke ist schon wieder mal die Hölle los, denn in FARSUND(N) ist ein Beach-Volleyball-Turnier am Laufen. Da gehört natürlich reichlich und laute Musik dazu. Das wird einen rhythmische Nacht. Aber das sind wir mittlerweile gewöhnt. Um nicht zu sagen abgebrüht, schlafen wir, nach unseren Fahrten mit der POSEIDON wie die Babys in Abrahams Schoß.

 

Am Vormittag wollten wir, eben auf Ansage des Hafenmeisters,  locker  mal schnell unser Seekarten beschaffen. Da stellte sich wieder mal heraus das man nicht alles für bare Münze nehmen kann, wie es einem erzählt wird. Der Hersteller von C-MAP sitzt zwar in EGERSUND(N), das stimmt aber mit den Paletten oder Tonnen, die der Hafenmeister avisierte, war wohl nix. Kein Blatt, nicht mal ein Musterexemplar war zu bekommen. Ausverkauft! Auch alle Geschäfte, welche normalerweise die Karten im Sortiment führen, ausverkauft.

 

"Es ist Sommer in Norwegen und die Saison will genutzt werden. Damit sind auch alle Karten ausverkauft!"

 

Das sollte ein Norwegenfahrer bei seiner Planung bedenken. Rechtzeitig vorhalten und Karten ordern. Sonst ...

 

Wir werden nun zunächst den Schlag Morgen nach KRISTIANSAND(N) erst mal nur mit digitalem Kartenmaterial abarbeiten und dann dort die Geschäfte nach den notwendigen Seekarten für die finnische Ostküste, Quatsch so weit wollen wir es dann doch nicht treiben, die schwedische  Westküste ist natürlich gemeint, abklappern.

 

Ansonsten hatten wir wieder einen traumhaften Tag unter brüllender, nördlicher Sonne!

 

Zum Abendbrot nur noch eine kleine Brotzeit. Ein Paar Garnelen (Frischfang versteht sich), die hatten den Geburtstag gerade noch überlebt. Etwas dunkel Brot und zur Abrundung ein Paar Schnippelchen von unserer Lammkeule. Das ganze garniert mit Oliven und einer Paprika, damit auch etwas Farbe mit dabei ist ... so schlägt man sich halt durch.

 

Ach, ja! Musste ich heute doch tatsächlich noch ein Flasche "Pinot Grigio" aus der Bilge holen, denn nur damit ließ sich ein hiesiger Bewohner bezahlen, um bei ihm am Haus den Stromanschluss benutzen zu dürfen.

 

Mit einer Flasche Wein geht eben vieles in Norwegen.

 

So müssen wir heute Bier trinken!

 

Gehabt Euch wohl und bleibt uns treu

Euer Logbuch

 

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EGERSUND(N) FARSUND(N), so soll es heute sein!

 

Zunächst aber noch ein Paar Karten besorgen, weil ja niemand dachte, dass dieser Törn plötzlich auch noch nach Süden fortgesetzt werden muss.

 

Es ist ja schon Lange Törn-Ende, zumindest der geplante Teil für 08/1, denn nach einer Unterbrechung wäre eine neue Crew vom Bremberg (Deutschland im Allgäu, nähe Großraum Kempten) aus kommend mit den erforderlichen Karten nach FARSUND(N) angereist.

 

Tja, "erstens kommt es anders und zweitens als man denkt"!

 

Da schlummern sie nur friedlich vor sich hin, in der Schublade am Bremberg, unsere Anschlusskarten über Schweden und Dänemark in Richtung Stralsund!

 

Macht aber fast gar nix, denn ganz zufällig sitzt der Hersteller der Sportbootkarten von C-MAP ja hier in EGERSUND(N). Daher auch die Antwort auf unsere Frage nach einem Geschäft beim Hafenmeister: "Wie viel Tonnen oder Paletten brauchen sie denn?"

 

Gut gell!

 

Also, wenn wir das wieder erledigt haben laufen wir aus in Richtung FARSUND(N), was die eigentliche Schlussposition des Törn nach ursprünglicher Planung gewesen wäre, wenn hätte, täte nicht.

 

Später hoffe ich wieder etwas mehr, denn der Skipper hält mich auch ohne Logbuch schreiben locker auf Trab

Euer Logbuch

 

(Donnerstag 24. Juli 2008 - X+58)

FARSUND(N): N   58°05.620

E 006°48.646

 

 

09:45 MESZ

Ausgelaufen bei strahlendem Sonnenschein, Barometer bei 1028 Millibar, 2 Beaufort Wind maximal, besser kann es auch Oma nicht für das KAP LINDESNES(N) stricken.

 

Heute hat sogar Thomas mal schon vor Abfahrt von meinem Lichtschutzfaktor Gebrauch gemacht, so intensiv hat uns die Sonne schon beim Frühstück angelacht.

 

Am KAP LINDESNES(N) hat dann Welle und Wind (auf die Nase) natürlich doch noch mehr zugelegt als die Vorhersagen waren aber das sind wir ja schon gewohnt. Ich habe dann einfach meine Gelbe Jacke (Jacke von Segelzeug) über den bis dahin freien Oberkörper gestülpt und dann konnte da ruhig ein bisschen Gischt herumfliegen. So stampften wir Drei dann einmütig um das Kap. Hin und wieder meldete sich die POSEIDON mit der Schiffsglocke, um zu vermelden, dass ihr die "Bocksprünge", die sie gegen die Welle vollziehen durfte, doch eigentlich auch ganz gut gefallen obwohl es sich ja für eine Dame in ihrem Alter nicht geziemt, hier einen auf Jo-Jo zu machen.

 

Thomas unter Deck ließ zwischendurch mal ein "Herrgott Sack" hören, wenn es ihn wieder mal im Salon etwas gelüpft hat.

 

Er kümmerte sich um seine Arbeit und das "Innenleben" des Schiffes. So musste er schnell mal behelfsmäßig Abdeckungen auf den Kojen vornehmen weil auf Grund der überkommenden Wellen es am Bug munter hereinspritzte. Wir hatten ja nicht mit soviel Lebendigkeit der See gerechnet und vorne die Luke nicht abgedeckt.

 

Und überhaupt kam Thomas ja nur noch ein oder zweimal zum Kaffee herauf. Ich dachte schon den gibt´s überhaupt nicht mehr. Die ganze Fahrt von kurz nach dem Ablegen in FARSUND(N) bis kurz vor dem Anlegen in KRISTIANSANd(N) lässt der mich alleine mit Gott, der See und dem ganzen Verkehr! Ich schlängele mich durch einen Höllenverkehr. Boote aller Größen-, Längen und und PS-Klassen schwirren den ganzen Tag um mich herum. Ein Konvoi von 8 Megayachten "bretzelt" brav an mir vorbei. Ich sage Euch, wer es nicht gesehen, der glaubt es nicht!

 

Zwischen roten Tonnen, grünen Tonen, Untiefenmarkierungen, Leuchtfeuer, Varden, Fahrwassermarkierungen, hindurch unter Brücken und immer die KVR (Vorfahrtsregelen) überprüfen. Bin ich dran, darf ich oder eher der andere? Ist der Andere unter Maschine oder unter Segel? Berufsschifffahrt oder sonst was? Mein lieber Scholli und das 10 Stunden lang.

 

Hat aber alles blendend funktioniert, wenngleich es mir neben der Sonne manchmal auch vom Verkehr etwas warm geworden ist. Hab ich gegenüber Thomas natürlich nie erwähnt. Wo werde ich denn!

 

Einmal allerdings wurde es mit zu bunt. Vorher sei noch erwähnt, dass Thomas geraume Zeit vor dem Vorfall, grad mal wieder Luft schnappen oben bei mir war. Ich dachte noch, was schaut er denn so angestrengt in eine bestimmte Richtung, konnte seinem Blick aber nicht folgen (Verkehr). Zu dem Zeitpunkt wusste auch Thomas noch nicht, was er da gesehen hatte. Ausgesehen hat es als ob eine Varde (Norwegische Untiefenmarkierung, sieht aus wie ein betonierter Steinkegel) sich bewegen würde. Unlogisch! So ging auch Thomas mit leicht schräger Kopfhaltung (vermutlich noch am Nachdenken) wieder nach unten arbeiten.

 

Also mir wurde es zu bunt. Ich war mit meinen KVR-Regeln am Ende! Donnerte doch tatsächlich, kein Witz, zwar in sicherer Entfernung, aber dennoch enorm beeindruckend, ein U-Boot von Steuerbord nach Backbord fahrend, an uns vorbei Richtung KRISTIANSAND(N). Da fällt dir nichts mehr ein.

 

Dieser Schiffstyp hat mir doch schon den ganzen Tag gefehlt!

 

Als ich Thomas nach oben rief, er solle sich das Spektakel ansehen, meinte er "jetzt weiß ich auch, was das vorher da draußen war"!

 

Er hatte nämlich das Seerohr und ein Stückchen vom Turm des U-Bootes gesehen und das sah aus wie eine Varde (norwegische Untiefenmarkierung) auf Wanderschaft.

 

Auf alle Fälle ist jetzt U-Boot von rechts auch kein Thema mehr. Nur in den KVR ist nicht geregelt wer denn nun für die Unfallverhütung zuständig ist, wenn U-Boot von unten kommt!?!

 

23:30 MESZ

Der Tag geht mit den letzten Zeilen im Logbuch-Eintrag zur Neige. Unsere Kräfte auch. Thomas hat sich schon vor geraumer Weile verabschiedet und schläft den Schlaf der Gerechten. Morgens in FARSUND(N) mit Beach-Sound von den Volleyballern verabschiedet und Abends nach einer Riesenportion Nudeln mit einem Bierchen in KRISTIANSAND(N) in die Koje.

 

Was ein erfüllter Tag

Euer Logbuch

 

 

PS: Morgen weiß ich noch gar nix. Null Plan, aber ich melde mich dann schon

 

 

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Auf, um das KAP LINDESNES(N) herum gilt es heute, sich zu schlagen. Zielort soll dann sein KRISTIANSAND(N)

 

07:30 MESZ und die Sonne brutzelt uns schon wieder mit wohliger Wärme. Schnell zum Bäcker und Rundstycke holen. Nach dem Frühstück noch ein Versuch zur Beschaffung der Seekarten und dann raus auf die See und rum ums Eck, KAP LINDESNES(N)!

 

Wie es geht oder ging, hört Ihr später noch.

 

Ihr müsst vielleicht gelegentlich auf den Vortag zurückgehen weil ich oft den aktuellen Tag sehr spät beschließe (hier im Logbuch versteht sich) aber auch den neuen Tag gleich schon eröffne. Anders erlaubt es unser Zeitplan nicht. Denn tagsüber muss Thomas ja immer mal an die Maschine und da steht das Logbuch logischerweise hinten an

 

Also, man wird sehen, was wird ... spätesten in KRISTIANSAND(N)

 

(Freitag 25. Juli 2008 - X+59)

KRISTIANSAND(N): N   58°08.519

E 007°59.866

 

 

So ganz genau wussten wir Gestern noch nicht, was heut wird!

 

Mittlerweile sind wir schlauer und haben auch schon vieles wieder geschafft.

 

"Putz- und Flickstunde" lautet das Motto für heute.

 

Da im Moment der Tag schon sehr fortgeschritten ist (16:30 MESZ), habe ich schon wieder einiges vermelden.

 

Wie gesagt, heute wird Schiff, Maschine und Mensch gepflegt. Damit bekam die POSEIDON auch mal eine gründliche Süßwasserdusche begleitet von Streicheleinheiten mit einem weichen Lappen.

 

Dem Motor geht es nach aller Augenscheinnahme und Prüfung hervorragend. Das Unterwasserschiff wirft allerdings genau die Probleme auf, die Thomas schon lange vermutete.

 

Bei einer echten Überprüfung, mittels Tauchgang, wurde sichtbar, dass an einigen Stellen das Holz so gearbeitet hat, das sich Dichtungsmasse aus den Fugen gelöst hat und nicht mehr halten konnte. Zwei markante Stellen sind einmal der Übergang vom Kiel zu den ersten Planken in Längsrichtung und zum anderen eine Stossstelle, wo zwei Planken in Längsrichtung geteilt sind, sprich stumpf zusammengestoßen sind.

 

Die Versuch von Thomas mit Behelfslösungen zu dichten, wurden nicht mit Erfolg belohnt.

 

Um die Mängel zu beheben muss die POSEIDON aus dem Wasser, sprich in die Werft!

 

Ansonsten bin ich, mit Aufträgen beladen (wie immer), mal durch KRISTIANSAND(N) und war auch hier angenehm überrascht.

 

Es ist, auch wenn ich mich wiederhole, Sommer in Norwegen. Und heißt ab Schlag 01. Juli bis Schlag 31. August sind die Norweger Südeuropäer!

 

Alles was Beine oder besser gesagt ein Boot hat, egal welche Schüssel, turnt auf und im Wasser herum. In den Straßen und Gassen ist Musik aus den Kaffees zu hören und alles brodelt munter in Flipp-Flopp und T-Shirt umeinander. Gute Laune ist sowieso kein Thema. Im gemütlichen Warteraum des Servicecenter, wo man sich etwas beschäftigen kann, solange die Waschtrommel sich dreht, gibt eine junge Mutter ihrem Baby die Brust. Alles ganz normal und alles wird auch nicht so streng genommen. Eben Sommer in Norwegen!

 

Morgen geht die Fahrt wieder weiter. Allerdings noch mit offenem Ziel. Das wird uns das Wetter dann offenbaren! Entlang der norwegischen Küste vorläufig noch, das ist mal bei dem im Augenblick vorherrschenden Ostwind sicher.

 

So melde ich mich Morgen dann mal von Irgendwo oder sobald es sich verdichtet mit einer Meldung zum geplanten Ziel!

 

Euer Logbuch

 

 

(Samstag 26. Juli 2008 - X+60)

ARENDAL(N): N   58°27.453

E 008°45.750

 

Längst haben wir wieder an einem neuen Ort festgemacht (20:30 MESZ). Nur während der Fahrt ergab sich keine Möglichkeit Euch an den Geschehnissen teilhaben zu lassen!

 

Der Weg ist das Ziel!

Das ist uns schon des Öfteren auf unserer Reise widerfahren. Einzelne Orte haben ihre Reize aber was es auf dem Weg dorthin immer zu schauen gibt und was immer so hinter mancher Ecke hervorkommt, ist nicht mit Worten zu beschreiben. Man muss es wirklich gesehen haben. Ich versuche noch einige Bildchen der heutigen Fahrt einzustellen, um zu versuchen wenigstens ein bisschen unsere Eindrücke darzustellen.

"Der Weg ist das Ziel - 1" - Klick vergrößert extern! "Der Weg ist das Ziel - 2" - Klick vergrößert extern! "Der Weg ist das Ziel - 4" - Klick vergrößert extern!
"Der Weg ist das Ziel - 4" - Klick vergrößert extern! "Der Weg ist das Ziel - oft wird es etwas eng - 1" - Klick vergrößert extern! "Der Weg ist das Ziel - 5" - Klick vergrößert extern!
"Der Weg ist das Ziel - 6" - Klick vergrößert extern! "Der Weg ist das Ziel - 7" - Klick vergrößert extern! "Der Weg ist das Ziel - oft wird es etwas eng - 2" - Klick vergrößert extern!

Wie vielleicht schon mal erwähnt, es ist alles was nach Boot oder so ähnlich aussieht und schwimmen kann auf dem Wasser. Die Rushoure geht von Morgens bis spät Abends.

 

Übrigens sind wir in ARENDAL(N). Wie üblich auch hier: Sommer. Morgen läuft hier eine Regatta und daher sind zusätzlich 32 Boote vertäut. Mit Glück und der üblichen Frechheit haben wir aber gerade noch ein doch recht nettes Plätzchen zu festmachen gefunden.

 

Morgen ziehen wir weiter. Die Südküste Norwegens nach Nordosten. Die genaue Zielort legen wir morgen Früh fest.

 

Bis dahin schlagen wir uns die Nacht um die Ohren, wie schon gewohnt mit Musik aus allen umliegenden Booten und vom Festland. Die Party dauert den restlichen Sommer also bis Ende August vermutlich an!

 

Let`s fetz

Euer Logbuch

 

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Es ist Samstag in Norwegen und die Zivilisation meldet sich auch mal zurück!

Wohl Samstag! Da KRISTIANSAND(N) schon als Großstadt bezeichnet werden kann, liegen wir dem entsprechend auch in größeren Marina.

 

Da bleibt es nicht aus, wieder mal die normalen Zeitabfolgen des Lebens beobachten zu müssen/dürfen.

 

Morgens , nach dem Frühstück sieht mal Leute, ja eher ganze Familien mit Kind, Kegel, Monopoli und Samsonite die Pontonstege hin und her schlendern. Die einen mit erwartungsvoller Mimik, die anderen mit eher etwas zurückhaltender Fröhlichkeit.

 

Von einer Nachbaryacht mit schlappen 46 Füssen, bootet eine sechsköpfige Familie mit Sack und Pack aus. War wohl doch nur gechartert, die Yacht!

 

Etwas später beobachte ich eine wartende Familie an der Mole, ebenfalls sechs Köpfe zählend. Noch etwas später besetzt just diese Familie die Nachbaryacht. Aha, die neuen Chartergäste!

 

Auch der Nachbarsegler zur Backbordseite teil uns Elemente der Realität mit. Sein Sohn müsse am Montag zu einem Praxisteil für sein Studium zum Marineingenieur nach USA abfliegen. Er selbst dagegen hätte noch eine Woche länger das Vergnügen der Freiheit, bis ihn sein Boss wieder braucht.

 

An der Mole wird gebusselt und gedrückt. Natürlich verabschiedet man sich von der oder dem Liebsten oder auch nur Charterbekanntschaft für die vergangenen zwei oder drei Wochen in Freiheit.

 

Es ist Samstag! Und der "normalen Rhythmus des Lebens" wird für uns auch wieder mal erkennbar.

 

Samstag ist Reisetag oder auch Bettenwechsel genannt, auch hier in Norwegen.

 

Wir wechseln auch! Aber zum einen höchstens die Unterwäsche und nicht die Kojen und zum anderen die Position. Neues Ziel, welches auch immer,  (ARENDAL(N) könnte es heute werden) neues Spiel.

 

Wir setzen unsere Reise unaufhaltsam fort, auch wenn Samstag ist!

Das ist die Freiheit, von der ich sprach und die ist unbezahlbar!

 

Trotzdem, bleibt uns wohl gesonnen auch wenn Euch diese Freiheit gerade nicht oder noch nicht zu genießen erlaubt ist!

 

Euer Logbuch

 

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Heute werden wir mit offenem Ziel ablegen.

Unter Ausnutzung der Winde, jedoch unter Berücksichtung des Zustandes unserer POSEIDON. werden wir unter Segel fahren.

 

Wie weit es uns tragen wird steht noch offen. Die grobe Richtung aber steht fest. Ost-Nordost so wie der Küstenverlauf ab KRISTIANSAND(N) sich darstellt, wollen wir den nächsten Schlag durchführen.

 

Wie es wird und wie weit wir kommen/kamen, demnächst hier ...

 

Euer Logbuch

 

 

(Sonntag 27. Juli 2008 - X+61)

ARENDAL(N): N   58°27.453

E 008°45.750

 

Wir sind schon seit geraumer Zeit wieder auf dem Weg!

Allerdings mit einer kleinen Änderung. Das Gestern noch angedachte  RISØR(N) stellte sich beim Tracking für eine Tagesetappe als etwas zu kurz heraus. So haben wir heute früh noch etwas verlängert und fahren gleich bis  LARVIK(N).

 

Das wird dann vermutlich die letzte Anlaufstation in Norwegen sein.

Die folgende Strecke lässt uns dann den Oslo-Fjord kreuzen und damit ist der nächste Anlaufhafen dann bereits in Schweden.

 

Zur Sicherheit habe ich Thomas Schon heute mal gefragt, wo denn die Gastlandflaggen im Schiff verstaut sind. Solche Dinge kann man nie früh genug wissen!

 

Bis dann und einen schönen Sonntag Euch allen

Euer Logbuch

 

 

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Heute ziehen wir weiter mit Kurs Nordost nach RISØR(N)

 

Was wir zu vermelden haben/hatten später dann ... sobald ich an die Maschine kann (oder darf, denn die "S-Taste vom Notebook wackelt gefährlich) ...

 

Euer Logbuch

 

 

(Montag 28. Juli 2008 - X+62)

STAVERN(N): N   59°59.917

E 010°02.430

 

 

Von Norwegen verabschiedet!

 

Gestern am Abend, gegen 21:00 MESZ, sind wir in den letzten Hafen auf norwegischem Hoheitsgebiet eingelaufen.

 

Entgegen dem vorher bestimmten Ziel LARVIK(N) haben wir kurzerhand noch verkürzt auf STAVERN(N). LARVIK(N) hätte nur bedeutet, extra vier oder fünf Seemeilen in den Fjord hinein und wieder heraus. Das sind rund 2 Stunden Fahrt (einfach) und dafür konnte LARVIK(N) mit zu wenig bis überhaupt keinen verlockenden Argumenten aufwarten.

 

STAVERN(N) - ein hübscher Ort um sich zu verabschieden, wie sich herausstellte. Professionell, unter den Augen vieler Restaurantbesucher, haben wir an einer Mooringboje festgemacht. Da gab es an Land leider kein "Oh, weh!", "Autsch!" oder "Hei, jei, jei, das hat man schon besser gesehen!" zu hören nur leises Murmeln war vernehmbar.

 

Tenor: "Na, ja, Profis, wenn die es nicht können, wer dann!" Oder so ungefähr haben wir das für uns interpretiert.

 

Im selben Restaurant haben wir uns dann jeder zwei Abschieds-Bierchen, eine Abschieds-Pizza und ein Abschieds-Eis gegönnt! Alles zu einem Super-Sonder-norwegian-Abschieds-Preis von gerade mal 100.- EURO (804.- NOK)!

 

Ein Abschiedsschwimmen haben wir dann am heutigen Morgen noch veranstaltet. Das war günstiger zu haben. Und sehr, sehr angenehm, bei milden 21 Grad Wassertemperatur morgens um 08:30 MESZ und das in Norwegen!

 

Damit ist Norwegen abgeschlossen. Die ungeplante Törnverlängerung auf der norwegischen Seite ist auch noch mit dem jeweiligen Trecking nachzuvollziehen.

 

Jetzt beginnt praktisch die "Pflicht", die "Kür" (mit Verlängerung durch die Schläge nach KRISTIANSAND(N), ARENDAL(N) und STAVERN(N)) des Törn 2008/1 ist damit beendet.

 

Da nun aber die POSEIDON auf Fahrt ist, wird das Logbuch sie auch noch weiter begleiten.

 

Allerdings für den Bereich der schwedischen Hoheitsgebiete wird es nur noch mit einem Update täglich stattfinden. Die Roaminggebühren sind etwas heftig und die wollen wir durch die Beschränkung auf einen täglichen Transfer flach halten.

 

Nun ist es auch definitiv um Norwegen geschehen. Um 15:14 MESZ liegt Norwegen auch definitiv hoheitsrechtlich hinter uns. Wir haben bei den Koordinaten 58°48'502 N und 010°35'011 E die Grenze Norwegen-Schweden überschritten!

 

Eigentlich wollten wir genau auf der Grenze unser Bad nehmen. Es stand aber Wind noch so gut, dass es zu schade gewesen wäre, die Segel zu bergen, nur um zum Schwimmen zu gehen. Außerdem hat Thomas, während ich über die Grenze "gebrettert" bin und schnell die Gastlandflagge von norwegisch auf schwedisch umgeflaggt habe, gerade ein kleines Nickerchen gemacht und da hätte ihn das frische Nass zu abrupt  aufgeweckt!

 

Das haben wir aber exakt um 17:19 MESZ, sozusagen als "Abendschwumm" nachgeholt.

 

Vermutlich kann sich der Ein oder Andere das vorstellen. Vom schönen Heck der POSEIDON, nachdem dich die Sonne (diesmal die Schwedische) seit Stunden aufgeheizt hat, mit einem Kopfsprung in das kühle Nass, des berühmt berüchtigten SKAGERRAK (dänische Schreibweise weil wir keine andere Karte haben)! Einfach nur Genuss!

 

Heute Abend (ca. 20:30 MESZ) werden wir FJELLBACKA(S) anlaufen.

 

Morgen geht es dann weiter in Richtung GÖTEBURG(N). Zielhafen haben wir noch nicht definiert. Insgesamt wird sich das bis Montag oder Dienstag noch strecken, bis wir dann STRALSUND(N) erreicht haben werden.

 

Soweit für Heute, eine schöne Woche und so ein Wetter wie wir hier haben, wünscht

Euer Logbuch

 

 

PS: In der Anwahl "LOGBUCH IN BILDERN" gibt es noch eine neue Ortsanwahl mit Bildern von Kristiansand!

 

 

(Dienstag 29. Juli 2008 - X+63)

FJELLBACKA(S): N   58°35.865

E 011°16.676

 

Unser Ziel für heute, von Thomas heute schon ganz in der Früh mit einem Trecking angepeilt und definiert, ist die Marina bei  MARSTRAND(S)

 

Im Moment, da ich schreibe, ist es gerade 15:45 MESZ. Wir haben FJELLBACKA(S) verlassen und brettern wieder mal unter Maschine weil uns der Wind entgegen bläst in Richtung SSO. Herrlicher Sonnenschein begleitet uns und so wie wir kommen uns auch alle Segler entgegen.

 

Froh gelaunt und in Badehose oder gelegentlich auch ein Bikini!

 

Das ist auch schon einer der großen Unterschiede zu Norwegen. Der Verkehr ist nicht weniger. Wie auf der Brenner Autobahn wo alles nach Süden will oder wie hier kreuz und quer weil jeder sein eigenes schönes Plätzchen in irgendeiner Richtung ansteuert. Und Plätzchen gibt es hier allemal so viele und schöne wie in Norwegen. Ach ja, den Unterschied muss ich ja schon auch nennen. Es geht hier alles etwas bedächtiger weil fast ausschließlich Segelschiffe auf dem Wasser sind!

 

An Menge, wie schon gesagt, steht der Verkehr dem von Norwegen in nichts nach. Unglaublich!

 

Die Wetterlage zeichnet aber auch ganz kleine versteckte Hinweise, dass sich etwas ändert. Möglicherweise bekommen wir in ein oder zwei Tagen ein Tief aus England geliefert. Na, man wird sehen. Die Kuchenbude muss ja auch mal wieder an die Luft. Sollte natürlich nicht unbedingt bei unserem letzten Schlag sein, der uns die Ostsee queren lassen sollte und uns nach Stralsund führt. Da wäre ein schöner, weicher Ausklang mit einem schönen Lüftchen schon angebracht! Oder hättet Ihr, die Ihr unser Schicksal so brav begleitet habt,  da was dagegen? Sicher doch gar nie nicht, denke ich (doppelte Verneinung ist in Bayern üblich)!

 

Also erst mal in ca. 4 1/2 Stunden FJELLBACKA(S), Thomas hat schon das Hafenhandbuch studiert und mir gemeldet: "Einer der zwei größten Marinas von Schweden"!

Ist doch fast logisch oder? Da müssen wir mit unserer Süßen hin!

 

So, dann haben wir das SKAGERRAK geschafft und nun ackern wir das KATTEGAT noch um!

 

Wie schon in vorhergehenden Absätzen erwähnt, wann Ihr das zu lesen bekommt, kann ich noch nicht sagen. Aber das liest sich ja später auch nicht schlechter als direkt live. Natürlich wäre mir live auch lieber "aber mit ohne die Technik von die Kommunikation geht nicht".

 

In Göteborg, sprich MARSTRAND(S) soll es wieder was werden.

 

Na, dann, bis bald, ich freue mich schon mal langsam auf KOPENHAGEN(S). Da müssen wir leider auch noch vorbei!

 

Ciao für Heute

Euer Logbuch

 

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Heute geht es weiter in Richtung GÖTEBORG(S)

 

Wann immer Ihr die Seiten zu lesen bekommt kann ich nicht sagen, da wir etwas Verbindungsprobleme haben. So kann es gut sein dass ich beim Schreiben in Zeiten schreibe, die dann beim lesen nicht mehr den Zeiten entsprechen, in den sie geschrieben sein sollten. Also lest einfach freut Euch mit uns und guckt nicht so auf die grammatikalischen Zeiten. Und nicht vergessen: mal einen oder zwei Tage zurück scrollen, denn da ist vielleicht viel geschrieben, was Ihr noch gar nicht lesen konntet!

 

Gestern hat uns der Liebe Gott das Skagerrak wirklich geschenkt. Wie einige Leser sicher wissen hat dieser Meeresabschnitt so seinen Ruf und der kann sich heftig auf Schiff und Mensch auswirken. Dieses mal wurde das Skagerrak gottlob seinem Ruf nicht gerecht. Keine Welle, brüllende Hitze, etwas mehr Wind wäre schön gewesen, aber dafür haben wir ein herrliches Bad genossen.

 

Das hat schon was! Mitten auf See, kein Land in Sicht und kein Verkehr weit und breit, Handbremse anziehen (gibt es natürlich auf einem Schiff nicht, ist auch nur bildlich gemeint) und schwup, ab ins Meer. Natürlich im dezenten Adamskostüm! Schön! Einfach nur schön (ja, das Kostüm auch - certainly doo)!

 

Nach dem Einlaufen in FJELLBACKA(S) noch schnell eine Bank gesucht weil wir ja nun schwedische Kronen brauchen und dann ein frisch gezapftes, kühles Bier. Prost!

 

Wenn ich neues habe, melde ich mich umgehend ...

bis dahin, wie für Stammleser schon gewohnt

Euer Logbuch

 

 

(Mittwoch 30. Juli 2008 - X+64)

MARSTRAND(S): N   57°53.298

E 011°35.133

 

Auf dem Weg nach GÖTEBORG(S)

Hallo Ihr geduldigen Logbuchleser!

Ich schreibe diese Zeilen in der Hoffnung, dass ich das Geschriebene nach erreichen von GÖTEBORG(S), dann auch online stellen kann.

 

Wir müssen komplett nach GÖTEBORG(S) hinein fahren (4 Seemeilen rein und dann später natürlich wieder raus) weil sonst keine SIM-Karte, die auch UMTS-fähig ist und vor allem zu dem norwegischen TELENOR-System passt (TELENOR gäbe es in Schweden auch), bekommen werden. Und das würde Thomas total von seiner Arbeit abnabeln, was natürlich nicht geht und Einnahmen verhindert! Außerdem müsste ich dann um die Versorgung meiner Person langsam bangen, denn der Kühlschrank weist zwischendurch schon erhebliche Lücken auf (Späßchen).

 

Es ist auch heute, in den Zeiten moderner Kommunikationsmittel, tatsächlich noch so, dass es noch  Orte gibt (und MARSTRAND(S) kein kleiner Ort) in denen man diese Teile nicht kaufen kann!

 

Mehr als dreihundert Segler lagen in MARSTRAND(S) mit den modernsten Ausstattungen und hier im Dorf bekommst Du nicht mal eine SIM-Karte zum rubbeln (aufladen)! Es gibt eben nix was es nicht gibt.

 

Ansonsten sind wir wohlauf und setzen unseren Marsch Richtung Heimathafen der POSEIDON Tag für Tag, unermüdlich, aufs Neue fort.

 

Im Augenblick ist es etwas bedeckt und schwül, warm. Wassertemperatur 23 Grad. Gegenwind! Eine "Armada" von Seglern, die vermutlich heute früh aus GÖTEBORG(S) Richtung Norden ausgelaufen ist, kommt uns gerade in Wolken entgegen. Wie in Norwegen, nur eben mit Segeln und weniger mit Motorboote.

 

Gestern zum Einlaufen in MARSTRAND(S) haben uns wunderschöne Regenbögen begleitet. Ja, Regenbögen weil es ein Doppelter und ein Gespiegelter Regenbogen war. Alles am gleichen Ort und zur gleichen Zeit. Ein schönes Schauspiel!

 

Wo ein Regenbogen ist war natürlich auch etwas Regen irgendwo! Der hat uns dann mit ein Paar Tropfen auch noch erwischt, Aber nur ein kurze Intermezzo. Danach wieder die gewohnte Hitze.

 

Allerdings hatten wir Gestern doch etwas zu frech "geparkt"! Als wir von unserem Erkundungsgang und Einlaufbierchen zurückkamen, hungrig und gemäß unserer Planung total auf Kochen und Essen eingestellt, kam doch glatt der Eigentümer des Liegeplatzes, in den wir uns geschlichen hatten. Was soll ich sagen. Wir mussten mitten in der Nacht (gegen 22:00) "umparken". Aber das ging auch ganz flott. Haben wir uns eben frech wieder wo anders hingeworfen. Aber Thomas hat nicht mehr so viel geredet, dafür aber etwas finsterer geguckt. Stinksauer war er, weil einen gar fürchterlichen Hunger er "khet hot" (Mundart: Hunger er gehabt hat). Der nun noch eine halbe Stunde mehr und vor allen Dingen unplanmäßig, warten musste.

 

Wie das dann aber schlussendlich geschmeckt hat und in die Mägen hineingerauscht ist, muss ich Euch nicht schildern. Da war dann auch fast alles wieder gut! Stinkt einem halt, wenn mal was nicht so funktioniert, gell! Hat halt einmal Frechheit nicht gesiegt!

 

Also, hoffe Euch bald alles zum Lesen senden zu können und vergesst nicht, Ihr könnt bis zum Sonntag zurück blättern!

 

Gruß auf halbem Weg nach GÖTEBORG(S)

Euer Logbuch

 

 

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MARSTRAND(S) wollten wir gestern erreicht haben!

 

Da ich jetzt die Tage immer etwas immer etwas im Voraus bereitstellen muss, kann ich zum Zeitpunkt des Schreibens (Dienstag 16:15 MESZ - auf dem KATTEGAT noch nicht mehr sagen. Aber das wird ich dann schon richten.

 

Erst mal eines was sicher ist - eine Schöne Wochenhalbzeit für Euch!

Euer Logbuch

 

 

(Donnerstag 31. Juli 2008 - X+65)

GETTERÖN(S): N   57°06.656

E 012°13.897

 

Guten Abend aus VARBERG(S)/GETTERÖN(S)!

 

Heute früh stand mir leider nur 10 Minuten von der kostbaren Online-Zeit zur Verfügung, so dass ich nicht ausführlicher schreiben konnte.

 

Kostbar nicht wegen der Kosten für die Online-Gebühren sonder kostbar wegen der Arbeitszeit für Thomas. Zumal ihm seit Sonntag schon die Verbindung Ärger macht. Sozusagen im wahrsten Sinne der Worte: "Zeit ist Thomas sein Geld"!

 

Jetzt sitzen wir bereits bei unserem Bierchen und sind mit unseren Arbeitsgängen so früh fertig, dass tatsächlich noch Zeit ist zu schreiben.

 

Heute Früh hat sich das mit der UMTS-Karte und Verbindung in Schweden aufgeklärt und nun kann Thomas wieder freiweg arbeiten und ich kann Euch weitestgehend ohne große Verzögerung Information zukommen lassen.

 

Manchmal ist es eben zum Mäusemelken. Gestern verweigerte TELENOR Schweden dem Ausländer eine UMTS-Karte zu verkaufen. Der andere schwedische Anbieter schmunzelte nur darüber und verkaufte Thomas prompt das Gewünschte. Aber leider, funktionierte das nicht!

 

Beinahe wieder einen Tag versaubeutelt weil der Laden natürlich nach dem Zeitaufwand, den wir betrieben haben, um alle Fehlerquellen bei den Installationsvarianten auszuschließen, bereits geschlossen hatte, um noch mal neu anzusetzen.

 

Das bedeutet bis heute früh zehn Uhr warten. Dann erst hatte der Shop wieder geöffnet.

 

Was oder wo war der Haken? Wir hatten wirklich alle Varianten abgeklopft aber daran konnte nur der Insider denken und auch nur der, welcher absolut up to date auf dem Marktangebot war. Für diejenigen, die mit derartigen Dingen befasst sind, es gibt schon wieder ein neueren USB-Standard und mit dem kann Thoma seine  "Krücke" von Laptop (obwohl gerade mal ca. 4 Jahre alt) nicht mehr!

 

Gut, mit umfangreichen Upgrade des Systems wäre es wohl möglich gewesen aber die Zeit haben wir wirklich nicht. Jetzt, mit einen Modem älterer Bauart funktioniert das prächtig. Und sogar noch schneller und zuverlässiger als das System in Norwegen schon war.

 

 

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Nachklapp zu Gestern - GÖTEBORG(S) - 57°43.043 N - 11°57.226 E

 

Auch ein sehr hübsches "Dörfchen", einer der größten Städte von Schweden.

Pulsierend und lebendig, eben einen internationale Hafenstadt. So auch das Publikum. Alle Farben und Typen sind vertreten.

 

Im Hafenhandbuch wurde der innere Hafen, also genau der an der Oper, wo wir immer "parken", mit weniger guten Worten bedacht. Quatsch!

Weder Lärm noch Radau, alles ganz normales Großstadtflair. Obwohl einige Tanz- und Partyschiffe unterwegs waren und uns gegenüber ein tolles Vollschiff lag, welches als Hotel, Tanz und Restaurantschiff genutzt wurde.

 

Gegen andere Orte, wie zum Beispiel BERGEN(N) einer war, gab sich GÖTEBORG(S) dagegen eher ein wenig verschlafen im direkten Vergleich.

 

"Einfahrt nach GÖTEBORG(S)" - Klick vergrößert extern! "Der innere Hafen mit seiner Umgebung" - Klick vergrößert extern! "Das Bauwerk der Oper unmittelbar am inneren Hafen" - Klick vergrößert extern!
"Die Oper bei Nacht" - Klick vergrößert extern! "Kleinere und größere Schiffe" - Klick vergrößert extern! "Unser Umgebung bei Nacht in GÖTEBORG(N)" - Klick vergrößert extern!

Uns hat es wieder mal gefallen und unsere Verbindung mit Euch, die wiederum mir wichtig war, funktioniert auch wieder.

 

Zwischenzeitlich gehen wir nun hier in GETTERÖN(S) zum gemütlichen Teil des Abends über.

 

Am Nachmittag habe ich mir mal auf der Fahrt eine Dusche aus dem Eimer gegönnt. Die Sonne meint es wirklich gut mit uns. Das gab dann wenigsten für kurze Zeit etwas Abkühlung. Nur für kurze Zeit natürlich weil selbst die Ostsee zu Zeit mit 23 Grad Wassertemperatur nicht mehr total abkühlt!

 

Ab 15:00 wurde dann der Verkehr auf der Ostsee, der vorher wie immer sehr lebendig war, etwas ruhiger und ab 17:00 gehörte die Ostsee uns ganz allein! Wieso? Na, die haben alle vermutlich Vollpension!

 

Wieso? Fragte auch Thomas. Das Beispiel viel mir von unseren Aufenthalten auf Ischia ein. Dort gehört die Insel nämlich auch ab ca. 18:30 Uhr wieder den Einheimischen und wer zu der Zeit unterwegs ist, sieht auch wieder mal Italiener. Warum, ach ja, weil alle anderen Vollpension haben und in Ihre Hotels müssen um sich für das Abendessen fein zu machen! Logisch! Hier auf der Ostsee liegt das an den Liegeplätzen in den Häfen! Wer nicht rechtzeitig einläuft, bekommt keinen Platz mehr und damit kann das, ähnlich wie bei der Vollpension, mit dem zeitgerechten Abendessen klemmen!

 

Gilt natürlich alles nicht für uns!

 

Morgen geht es natürlich weiter. Was sonst! Wir sind noch zwei Tagesreisen vor KOPENHAGEN(DK). Morgen ca. 45 Seemeilen nach HALMSTAD(S) und Übermorgen noch mal einen sportlichen Rutsch von 65 Seemeilen und dann gönnen wir uns einen "Verschnaufer" in KOPENHAGEN(S).

 

So ist das. Damit nähern wir uns "pö à pö" dem Heimathafen STRALSUND(D).

 

Damit beschließe ich den Tag, gehabt Euch wohl

Euer Logbuch

 

 

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Ein ganz schnelles Hallo an Alle!

 

Wirklich nur ganz kurz, wir sind wieder da! Bereits wieder in Fahrt Richtung Süden.

Eigentlich waren wir nicht weg aber Ihr konntet uns nicht online verfolgen!

 

Alles weitere später. Bis dahin zurückblättern und lesen. Sind ja ein Paar Tage ins Land gegangen derweilen.

 

Euer Logbuch

(Freitag 01. August 2008 - X+66)

HALMSTAD(S): N   56°40.281

E 012°51.563

 

In HALMSTAD(S) auf "CAPRI(I)" eingelaufen und festgemacht.

 

Natürlich muss Euch das beim Lesen genauso wuschelig machen, wie uns das ging, nachdem wir an dem provisorischen Saison-Restaurant unser "Einlaufbierchen" genehmigt haben.

 

Eigentlich nur mit der Absicht dem Kantinè ein Bier abzukaufen, um damit leichter seine Steckdose anzapfen zu können weil wir etwas weiter entfernt von den Gästeplätzen festmachen mussten.

 

Dann lockte uns aber auch das Angebot an der Tafel. Typisch italienisch stand da "Pasta al Frutti die Mare" und das in Schweden. Thomas schaut mich an, ich sag in solchen Fällen ja gar nix, ich nicke höchstens beifällig, und schon war das Abendessen bestellt. Beiläufig sag ich zu Thomas: "Mal schaun, wer hier der Italiener in diesem Lokal ist", denn mindestens ein italienischer Anteil musste hier vertreten sein. Die Küche oder der Chef.

 

Während wir schon beim Essen waren, stellte es sich auch heraus. Ich hatte in meiner mir typischen Art noch laut geäußert: "Fein, das sind ja Bugattini" (Nudeltyp), da war der Wirt auch schon da. Er war der italienische Anteil.

 

Im Klang der italienischen Musik (Antonello Venditi mit "Sotto il segno dei Peche", das Lied der Fische), dazu eine herrlich mediterrane Abendstimmung, stellte ich einfach ein Gefühl ein, in Italien zu sein. Ergänzt dadurch, dass der Wirt aus Capri stammte und eigentlich gerade nur noch das Lied der Caprifischer fehlte.

 

Irgendwann verabschieden wir uns endgültig und er wünscht uns für den weiteren Weg alles Gute und das zusätzlich mit einem speziellen italienischen (neapolitanisch) Grußwort:

 

"in Culo ALla Balena!"

 

(Den Sinngehalt müsst Ihr selbst herausfinden! Aber wenn Ihr einen Italiener fragt, dann weist ihn vorher darauf hin, dass er den  Spruch nicht falsch interpretieren darf, dann das ist ein typischer Begriff der glaube ich nur auf den neapolitanischen Inseln so verwendet wird!)

 

Ich sage Euch, wer immer es nachempfinden kann: "Wir haben es wieder mal sehr, sehr, sehr schwer!"

 

Euer Skipper und sein Logbuch

 

 

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Tagesplan - Strecke/Schlag von GETTERÖN(S) nach HALMSTAD(S)

 

Wieder einen Schritt/Tag näher an KOPENHAGEN(DK) und natürlich näher an STRALSUND(D)!

 

Aber eins nach dem Anderen! Bis bald wieder... 

Euer Logbuch

(Samstag 02. August 2008 - X+67)

KOPENHAGEN(DK): N  55°43.040

E 012°35.546

 

Immer diese Hetze!

 

Ich muss mich beeilen, um Euch noch schnell zu informieren. Dieses mal bin ich schneller als Thomas. Wir haben nämlich die Grenze Schweden zu Dänemark bereits überschritten und in wenigen Minuten wird die Verbindung zu TELIA-Schweden gekappt werden.

 

Es ist 20:30 MESZ und wir sind guter Dinge, dass wir die vorhergesagte Einlaufzeit in den Yachthafen von KOPENHAGEN(DK), gegen 22:30 MESZ, schaffen werden.

 

Also dann, morgen schauen wir uns in KOPENHAGEN(DK) etwas um und dann geht es am Montag endgültig Richtung Heimathafen.

 

Ich melde mich vermutlich erst wieder unter schwedischer Flagge wieder bis dahin Grüße

Euer Logbuch

 

 

 

 

Hallo Allerseits!

16:00 MESZ - "Glaasen" - Thomas übernimmt die Wache

 

Wir sind schon wieder einige Stunden auf Fahrt.

 

Der Deutsche Wetterdienst gab uns heute Früh noch 2 Beaufort Wind aus Südwest und 0,5 Meter Welle vor. Tatsächlich kam uns  bisweilen 4 Beaufort und 2 Meter Welle entgegen. Aber die "Nani" stampft da tapfer durch. Braves Teil, die Maschine!

 

Mittlerweile nähern wir uns dem Verkehrstrennungsgebiet zwischen MALMÖ(S) und KOPENHAGEN(DK). Das macht sich in der Form bemerkbar, dass die Großschiffe an einer Perlenkette aufgereiht immer schön in einer Spur fahren. Autobahn praktisch. Da müssen wir demnächst drüber, auch wenn das ein Slalom durch die Frachter wird.

 

Ob wir diesen Schlag, letztendlich vollständig zu Ende bringen konnten, werde ich Euch sicher berichten. Wenn nicht noch Heute, dann sicher Morgen.

 

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Am Morgen noch in HALMSTAD(S), am Abend mit großer Wahrscheinlichkeit in KOPENHAGEN(DK)

 

Soweit der Plan!

 

Aber der Plan ist ja schon die halbe Miete. Wir schauen, das wir die "Long-Distanc" (ca. 65 Seemeilen, bedeutet ca. 13 Stunden Fahrt) gut hinbekommen und dann melden wir uns wieder

 

Euer Logbuch

 

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(Sonntag 03. August 2008 - X+68)

KOPENHAGEN(DK): N  55°43.040

E 012°35.546

 

KOPENHAGEN(DK) - Flanier- und Kulturtag

Der Tag begann zunächst mit ein Paar Regenschauern, so dass uns auch nichts drängelt und wir absolut "relaxt" unser spätes Frühstück genießen konnten. Etwas später allein deswegen, da wir am Vorabend ja gerade mal erst gegen 22:30 MESZ in KOPENHAGEN(DK) eingelaufen waren.

 

Etwas kniffelig, die Hafeneinfahrt zum Yachthafen bei Nacht (also wirklich Nacht und dunkel, nicht die bekannte helle Polarnacht von Nordnorwegen) anzusteuern.

 

Am Späten Vormittag lichtete sich aber die Bewölkung und unsere Moral hob an, neues zu erkunden.

 

Nach ein Paar Minuten zu Fuß ist man an einer S-Bahn. Ein 24 Stunden- Ticket gibt im Kiosk an der Station. Mit welcher der fünf "Farben" oder mit Buchstaben bezeichneten Linien man Fährt ist völlig egal, nur die Richtung nach KOPENHAGEN h muss beachtet werden. Wir liegen sozusagen an der Stammstrecke der S-Bahn.

 

An der Station NORREPORT erzählt der weibliche Bordlautsprecher eine wilde Story auf dänisch. Das ist das Zeichen zum Aus-, respektive Umsteigen in die Metro. Nur eine Station mit der Metro (auch wieder egal welche von den Zwei Linien, nur die Richtung beachten) und wir stehen, nachdem wir das Tageslicht wieder erklommen haben, mitten im wuseligen KOPENHAGEN(DK) , nämlich unmittelbar an der Oper und die wiederum steht ein Paar Schritte von NYHAVN. Da wollten wir als Ausgangspunkt und später Schlusspunkt genau hin!

 

Herrlicher Sonnenschein hatte sich mittlerweile ebenfalls eingestellt und wir verlebten einen sehr informationsreichen, frohen und absolut ausgeglichenen Sonntag Nachmittag.

 

"KOPENHAGEN(DK)" - Klick vergrößert extern! Dazu gehörte, unserer Meinung als absolutes Muss, eine Stadtrundfahrt mit einem der vielen Doppeldecker-Busse. Die kann man mit einmal bezahlen den ganzen Tage benutzen. Aussteigen wo man gerade will, um sich zum Beispiel die Amalienburg oder andere Sehenswürdigkeiten etwas genauer anzusehen und dann wieder an gleicher oder anderer Stelle wieder einzusteigen und die Fahrt fortzusetzen.

 

"NYHAVN - KOPENHAGEN(DK)" - Klick vergrößert extern! Etwas essen und ein Bierchen auf der "MEILE VON NYHAVN" ist ein guter Abschluss des Tages und ein absoluter Genuss.

 

Lange haben wir nach Rückkehr auf unser Schiff noch gesessen und den Tag nachvollzogen. Tolle Stadt!

 

Mehr werde ich von KOPENHAGEN(DK) nicht berichten. Das müsst Ihr Euch bei Gelegenheit selbst geben!

 

Vielleicht mal auf der POSEIDON einchecken und so per Schiff rüberseglen nach KOPENHAGEN(DK)!?!

 

Mit diesem Tipp verbleiben

Thomas und Franz

 

 

PS: "Einfahrt in NYHAVN mit Klappbrücke" - Klick vergrößert extern! Leider habe ich den Verantwortlichen "Chief of Harbour" für die Klappbrücke von NYHAVN zu spät ausgekundschaftet, sonst wären wir dort eingelaufen und hätten direkt an der Meile festgemacht. Aber jetzt hat Thomas ja die Verbindung und vielleicht gelingt es bei einer der nächsten Ansteuerungen von KOPENHAGEN(DK), allein schon unserer hübschen Lady wegen, denn nur für alte Traditionsschiffe gewährt der Chief die Einfahrt und veranlasst das Heben und Senken der Brücke zur Einfahrt in NYHAVN.

 

 

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Heute Städtetour KOPENHAGEN(DK)

 

Näheres erst wieder wenn wir noch einmal in Schweden Station machen.

Dort haben wir ja die Internet-Verbindung mit der schwedischen TELIA. In Dänemark haben wir noch keinen Papiere in Sachen UMTS!

 

Bis dann

Euer Logbuch

 

 

(Montag 04. August 2008 - X+69)

KOPENHAGEN(DK): N  55°43.040

E 012°35.546

 

Mögliches Zeitfenster für wenigstens einen kurzen Schlag in das "Planspiele mit Strecken im Zusammenhang mit den Zeitfenstern vom Wetter" - Klick vergrößert extern! schwedische SKANÖR(S) - Morgen, Dienstag ab dem Mittag!?

Wetterprüfung und danach ausgerichtete Varianten, um näher an unser Ziel heranzurücken, lassen ggf. den Versuch zu, am morgigen Dienstag um die Mittagszeit aus KOPENHAGEN(DK) heraus zu kommen. Damit wären wir um 22 Seemeilen, die uns in die das schwedische SKANÖR(S) bringen würden, wieder etwas näher am Ziel. Das Bild rechts zeigt das Variantenspiel mit den Strecken unter der Prämisse des Wetters.

 

Außerdem ist bei dem Wetter ist KOPENHAGEN(DK) genauso grau, wie jede andere Stadt und da macht Kultur auch nicht so richtig Spaß! Hundewetter zum spazieren gehen wäre für uns Hundehalter ja kein Thema aber wo sind die dazugehörigen Hunde?

 

Wenn wir SKANÖR(S) hinbekommen, dann könnte auch das schwedische Netz genutzt werden könnte, da sich der angebotene Tarif für das dänische Netz ausgesprochne ungünstig herausgestellt hat und der Kauf einer dänischen UMTS-Karte verworfen werden musste.

 

Wir werden es morgen sehen!

Euer Logbuch

 

 

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08:00 MESZ - Barometeralarm - Position muss vorläufig gehalten werden.

 

Heute,  ganz früh, hat es nur heftig geregnet, jedoch noch ohne Windbegleitung. Jetzt, Barometeralarm! Hatten wir schon mal vor einigen Wochen! Erinnert Ihr Euch? Immer wenn der Barometer von Thomas einen Luftdruckabfall von > 4 Millibar registriert, gibt er ein Zeichen (melodischer Summton, den ich mit meinem Tinitus aber nur mehr zufällig mal höre). Das bedeutet, es folgt auch umgehend der schon bekannte Ausspruch. Wisst Ihr ihn noch? "Bei diesem Barometer fahre ich keinen Meter nicht!" (die doppelte Verneinung habe ich seinerzeit ja auch schon erklärt).

 

Also, am Anfang war der Plan ... danach folgt logisch die Änderung des Planes. Wir bleiben hier erst mal in KOPENHAGEN(DK) bis auf weiteres Wetter liegen.

 

Gut dass es dieses mal KOPENHAGEN(DK) ist und nicht SILDA(N), da gibt es dann doch den ein oder anderen Marketenderladen mehr auszukundschaften. Auch das Kulturangebot beschränkt sich nicht allen auf einen Naturlehrpfad!

 

Die gute Nachricht dabei ist, dass Thomas sich nun auch noch mit einer dänischen UMTS-Karte ausrüsten wird, damit er arbeiten kann. Das bedeutet dann, er ist online einsatzfähig in Norwegen, Schweden und Dänemark. Im Umkehrschluss heißt das natürlich für Euch, Ihr verpasst fast gar nichts mehr, es sei den wir rutschen mal zufällig fallen in ein Sendeloch. Na, das ist doch was!

 

Trotzdem wird es ganz, ganz langsam Zeit, dass die Reise zum Ende gebracht wird. Die verschiedenen Beweggründe zu der Aussage lasse ich Euch selbst ausmalen.

 

Bis dahin frohen Mutes

Euer Logbuch

 

 

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04:30 MESZ - "Kuchenbudenwetter"

Über viele Tage hinweg (zuletzt vor STAVANGER(N), das war am 21. Juli am Restaurant von SKUDENESHAVN(N) ... glaube ich) haben wir die Kuchenbude schon gar nicht mehr aufgebaut. Erst Gestern, nach dem Einlaufen in KOPENHAGEN(DK) holten wir sie um der Sicherheit halber mal wider hervor. Wir mussten erst mal kurz überlegen, wie der Aufbau von statten geht. Aber das hat sich dann doch wieder schnell eingefunden. Haben wir sie doch zu oft aufgebaut. Da bleibt auch bei uns was in der Erinnerung hängen.

 

Heute nun Regen. Richtig schöner dicker Regen (im Moment 04:30 MESZ, ja, ich bin schon etwas früher wach und muss die Gelegenheit nutzen etwas vorzuarbeiten, damit ich dann, wenn ich "Online-Zeit" bekomme, schnell uploaden kann und Ihr was zu lesen habt).

 

Wir werden heute die Insel MÖN(DK) ansteuern. Vermutlich fahren wir auch mit der Kuchenbude. Das haben wir ausgiebig bei Regen und mittleren Winden getestet und das hat sich bewährt. Natürlich nur, wenn mit Segeln nichts drin ist.

 

Ursprünglich hatten wir ja den Sprung zurück nach Schweden über Trelleborg angedacht. Aber die Schläge über MÖN(DK) bringen uns einfach schneller an das Ziel, den Heimathafen der POSEIDON, STRALSUND(D)

 

Damit kann ich nach dem Ablegen heute und wenn wir weit genug hinausfahren und die schwedische Grenze noch einmal "ankratzen", über die schwedische TELIA-Karte Euch noch mal informieren. Danach wir etwas Pause sein weil wir keine UMTS-Karte mehr haben. Die deutsche Vodafon-Karte hat vermutlich einen "Salzluftschlag" erlitten und tut nicht mehr.

 

Damit werde ich wahrscheinlich auf unserer Abholfahrt dann in STAVANGER(N) wieder ein Upload (evtl. Mittwoch) hinkriegen. Da haben wir ja die norwegische UMTS-Karte.

 

Ja, ich weiß, etwas wirr das ganze. Aber mit der Ankunft in STRALSUND(D) ist die kleine Odyssee ja längst nicht beendet!

 

von STRALSUND(D) aus werden wir mit irgend einem Transportmittel nach HIRTHALS(DK) brettern, dann mit der bekannten "Bufett-Fähre" nach KRITIANSAND(N) übersetzen und von dort mit Bus oder Bahn nach STAVANGER(N) fahren. Dort werden wir dann das Wohnmobil besteigen und dann geht die ganze Rutsche noch einmal Rückwärts wieder nach ...  nach ratet mal ...  genau, nach STRALSUND(D)!

 

Ab diesem Zeitpunkt bleiben wir dann aber in Deutschland. Es muss aber das Schiff ausgeräumt und alles in das "WoMo" verstaut werden. Erst dann treten wir die echte Heimreise an den BREMBERG(D - Bayern - Obergünzburg - nähe Kempten im Allgäu) an.

 

So wir das kommen und was sonst noch ... oder auch anders ... jetzt lege ich mich noch ein Stündchen hin (06:00MESZ) ...

Euer Logbuch

 

 

(Dienstag 05. August 2008 - X+70)

KOPENHAGEN(DK): N  55°43.040

E 012°35.546

 

Jetzt wird alles noch etwas verworrener!

Die Wettervorhersagen sind sehr unsicher. Auch für einen angedachten kurzen Schlag nach MÖN(DK) oder SKANÖRS(S). Da machen wir das ganz anders, meint Thomas.

 

Bevor wir nur herumsitzen, Wetter beobachten und doch genau sehen das es zu nichts führt, respektive uns eine relativ sichere Möglichkeit zum Auslaufen bietet, nutzen wir die Zeit anders.

 

Ich fliege von KOPENHAGEN(DK) via OSLO(N) nach STAVANGER(N) und hole das Wohnmobil schon mal hierher nach KOPENHAGEN(DK).

 

Damit ist dann die Abholfahrt STRALSUND(D) - STAVANAGER(n) - STRALSUND(D), die ja nach Erreichen STRALSUND(D) noch gemacht werden muss, schon gemildert und Zeit gut gemacht.

 

Für 17:45 hat Thomas einen Flieger gebucht und zeitgerecht rauscht er mit S-Bahn von dannen zum "Lufthavn" von KOPENHAGEN(DK).

 

Alle klar! Morgen Abend sehen wir uns dann wieder und schauen erneut was geht.

 

Noch am Abend meldet Thomas per SMS: Angekommen. Alles klar WoMo noch da!"

 

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Ob wir das mögliche Zeitfenster für einen kurzen Schlag in das  schwedische SKANÖR(S) nutzen konnten, werde ich Euch am Abend mitteilen.

Immer vorausgesetzt wir kommen da an wo wir hin wollen, denn sonst habe ich wieder keine Change zum Upload und Information!

 

Wenn dem so ist/war, dann blättert wieder ein wenig im Logbuch zurück und es gibt sicher Neues zum Nachlesen

 

Euer Logbuch

 

 

(Mittwoch 06. August 2008 - X+71)

KOPENHAGEN(DK): N  55°43.040

E 012°35.546

 

 

Deck schrubben und KOPENHAGEN(DK) noch mal etwas unter die Lupe nehmen!

 

Thomas macht sich seit 08:00 auf, um auf dem Landweg KOPENHAGEN(DK) mit dem Wohnmobil zu erreichen. Bis hierher hat alles funktioniert. Der Flug war prompt und auch die Werft, in der der WoMo geparkt war, hat diesmal alles richtig gemacht (war ja auch nicht viel falsch zu machen).

 

Währenddessen muss mich natürlich um den Haushalt, also das Schiff halt, kümmern. Deck schrubben, Wäsche waschen, mit dem Hafenmeister die Liegegebühr aushandeln, Wassertank auffüllen und all so Sachen halt. 

 

Aber etwas frei habe ich auch!

 

Also gegen Mittag schnell noch mal rein in die Stadt. Die Anbindung vom Yachthafen SVANEMÖLLEN(DK) in KOPENHAGEN(DK) ist mit einer S-Bahn (die Station ist zu Fuß in ca. 8 Minuten erreichbar) wirklich schnell. Drei Stationen mit der S-Bahn, einmal schnell noch eine Etage tiefer und mit der Metro (Richtung "Luftavn") eine Station weiter und man befindet sich in ungefähr 15 Minuten mitten im Geschehen, am NYHAVN/KOPENHAGEN(DK).

 

Ich gehe die Einkaufsmeile in Richtung Tivoli mal zu Fuß durch und schaue mich einfach etwas um. Ein tolles Treiben hier. Schlendern, den Gauklern zu schauen, die Augen wandern und die Seele baumeln lassen. Ich hab ja frei, respektive meine Arbeit getan und nun das Vergnügen. Hätte ich Thomas auch gegönnt aber einen trifft es halt und das wollte er auch selbst so haben, denke ich.

 

Nachdem ich ja immer noch mit meiner "Achillesverse" herumlaboriere (Achilles-Sehnen-Teilabriss sagt der Doc dazu, ist aber erst sechs Monate her) reicht mir die Strecke zu Fuß und ich schau mich nach einer "Radl-Riksha" um. Das wollte ich doch schon immer mal ausprobieren.

 

Ich frage den "Fuhrpark" wer denn der nächste Freie wäre und Carla meldet sich. Eine zierliche Studentin aus Spanien. 1,65 Meter hoch! Aus Höflichkeit frage ich, ob ich auch nicht zu schwer für sie bin. Sie lacht laut und meint, ich wäre wohl der angenehmste Passagier seit langem. Meisten hat sie eher das dreifache an Gewicht zu bewältigen.

 

So bringt sie mich mit guter Laune und netter Unterhaltung zu meinem Ausgangspunkt  NYHAVN(DK) für ganze 80 dänische Kronen zurück (ca. 10 Euro). Unterwegs treffen wir noch einen Freund, Spiros, ein Grieche.

Da kann ich mit meinem Griechisch ein Paar Höflichkeitsfloskeln loslassen - muss ja auch bei Carle ein bisschen Eindruck machen - und Spiros freut sich riesig über heimische Klänge der Begrüßung. Auch wenn man den bayerischen Slang wahrscheinlich auch in griechisch unweigerlich heraushören mag. Es gibt noch einen netten Plausch mitten auf der Straße. Spiros ist auch Segler und hat, ob seinen jungen Alters von gerade mal Mitte 20, doch glatt schon einen Atlantiküberquerung absolviert. Da hat er mir doch glatt etwas voraus! Nach erreichen meines Zieles überrede ich Carla noch zu einer kleinen Pause auf einen Kaffee und sei vergisst doch tatsächlich für ein Paar Minuten die Last der Arbeit mit ihrer Riksha, der doch Teil ihrer Studienfinanzierung ist.

 

Die Verabschiedung nach dieser so kurzen Zeit wird so freundschaftlich, herzlich als ob wir schon ewig befreundet wären.  Das mag wohl ein bisschen typisch sein und dazugehören was KOPENHAGEN(DK) eben zu KOPENHAGEN(DK) macht.

 

Allerdings bekomme ich auch eine SMS während der Riksha-Tour. Wer kann es sein? Thomas: "Erreiche heute KOPENHAGEN(DK) nicht mehr - sehr schlechte Straßen -  von 08 bis 13 Uhr gerade mal 300 Km (von ca. 900 zu fahrenden) geschafft!"

 

Wo wird uns das wieder hinführen?

Euer Logbuch

 

 

(Donnerstag 07. August 2008 - X+72)

KOPENHAGEN(DK): N  55°43.040

E 012°35.546

 

19:00 MESZ - Dämmerung auf der Baltic See

Eine schöne Dämmerung setzt langsam ein. Ich fahre immer noch "oben ohne". Weiches Wasser und ein weiches, laues Lüftchen - so kann es die ganze Nacht bleiben.

 

Geschätzte Ankunftszeit 06:30,
Freitag früh, sagt das Navigationsgerät - Heimwärts!

 

 

17:40 MESZ - DROGDEN - der Leuchtturm schon südlich von KOPENHAGEN(DK)

Größe Pötte verfolgen und jagen mich förmlich. Aber dank unseres AIS können wir immer relativ schnell einschätzen, wie wir durchschlüpfen in dem Verkehr.

 

 

16:30 MESZ - Rush Hour - und über die Straße hinweg, die unter uns im Rohr verläuft!

Sobald wir den Hafen verlassen haben, geht Thomas über in die wohl verdiente Ruhe. Hat er doch die vergangenen Tage nur sporadisch zwei und drei Stunden Schlaf erwischt.

 

Ich habe dafür jetzt auch noch Verkehr über mir - mich - meiner. Ja, ich weiß, das sind Flugzeuge und auf die muss ich gemäß der KVR keine Rücksicht nehmen. Aber wissen die da oben das auch? Manches mal sind die in ihrem Anflug schon so tief, dass der Fahrtwind fast zu spüren ist.

 

Es ist "Rush Hour" für den Kopenhagener "Lufthavn". Damit Rumpelt jede Minute ein Flieger über uns hinweg, solange wir die Einflugschneise des Flughafens passieren.

 

Später überfahren wir die Straße, die über den Öre-Sund von KOPENHAGEN(DK) nach MALMÖ(S) führt. Dies ist ein imposantes Brückenbauwerk und wer es nicht kennt und hier liest, der fragt sich logischer weise, wieso dann "darüber hinweg"? Ja, weil die Straße von MALMÖ(s) kommend, zunächst über diese tolle Brücke führt aber vor KOPENHAGEN(DK) in den Boden als Tunnel getrieben ist. Und just über diesen Tunnel fahren wir mit unserem Schiff drüber und über mir fliegen die Airliner über Tunnel und Schiff drüber!

 

Auf alle Fälle - wir fahren - Heimwärts!

 

 

16:00 MESZ, ein schnelles Hallo Euch allen!

Sind dabei die Ostsee in Richtung Heimat zu kreuzen.

 

Alles von den Vortagen und dieser Nacht, wenn wieder Zeit zum Schreiben ist. Wir verlassen gleich die schwedische Netz.

 

Also, bis auf weiteres und wünscht uns Mast und Schotbruch!

 

Euer Logbuch

 

 

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14:45 MESZ - Skipper ist zurück von seinem "WoMo-Transfer" - auschecken beim Hafenmeister - sofort auslaufen -neues Tief im Anmarsch - Kurs: STRALSUND(D) direkt!

15 Minuten später sind wir weg!- Heimwärts!

 

 

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Melde dem Skipper per SMS 13:00 MESZ - Klar Schiff, fertig zum auslaufen!

SMS als Antwort: "Bin im Bus nach Malmö"

 

Na, dann! gehen wir noch schnell ein kühles Bad nehmen, bevor es wieder heiß wird. Dazu noch ein Stündchen auf dem Heck der POSEIDON trocknen lassen.

 

 

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SMS von Thomas 08:14 MESZ - Bin heute um ca. 14:00 bei Dir. WoMo ist bereits in SASSNITZ(D) auf Rügen - Mach alles fertig zum auslaufen.

 

Ist der "Verrückte" in der Nacht auf der schwedischen Seite an KOPENHAGEN(DK) vorbei gerauscht, hat sich in TRELLEBORG(S) mit samt dem WoMo auf die Fähre geworfen und ist damit bis Rügen/Sassnitz vorgestoßen. Natürlich eine Super Idee, so spart man sich mindestens zwei mal die Brückenmaut KOPENHAGEN(DK) - MALMÖ(S). Das ist für ein WoMo ein erheblicher Betrag. Allein eine heftige Action war das für Thomas wohl!

 

Vermutlich trügen mich die Zeichen auch nicht, die ich gelegentlich an Thomas meine zu erkennen. Es ist Zeit für einen, zumindest temporären, Abschluss! Auch wenn der Weg, bedingt durch tollen Stationen und Orte,  die wir (Bergen, Göteborg, Ålesund und Kopenhagen nur als Beispiele mal genannt) anlaufen müssen/dürfen, immer wieder einen freien Urlaubscharakter annimmt. Auch wenn wir diese Tage und Momente echt genießen können, so bleibt latent im Hintergrund, dass etwas mit dem Schiff nicht in Ordnung ist und das Ziel schlussendlich STRALSUND(D) sein muss. Und genau dafür ist, glaube ich zu erkennen, auch bei Thomas die Zeit langsam überreif.

 

Wie auch immer, geschehen ist geschehen und es bringt uns erheblich voran, auf unserer Odyssee nach Süden - Heimwärts - zu unseren Lieben!

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Gestern Hiobsbotschaft - ... erreiche KOPENHAGEN(DK) heute (also Gestern am Mittwoch) nicht mehr ...

 

Zwar bedeutet das für mich noch mal ausgiebig ausschlafen (nur die Crew) aber in der Zwischenzeit eigentlich ausgeschlafen genug - langsam sollte die Reise sein Ende finden - aber Geduld, das wird schon (Eigenmotivation).

 

Meiner Liebsten musste ich schon versprechen, doch wenigstens zu ihrem Geburtstag wieder bei Ihr zu sein. Wann das ist fragt Ihr Euch! Das ist echte Toleranz in der Partnerschaft, das muss ich an dieser Stelle auch mal mit dem notwendigen Dank honorieren. Am 31. August sollte spätestens sein, bittet Sie. Für ganz Schlaue, die gleich wieder fragen: 'welches Jahr'? im Jahr des Herrn 2008 natürlich, solche Späße sind zwischen uns nie von Nöten.

 

 

(Freitag 08. August 2008 - X+73)

STRALSUND(D): N 54°18'51.14s

E 013°05'09.27s

 

 

07:00 MESZ - stralsund(D) - Querung der "Baltic See" gelungen - "es ist vollbracht"!

Thomas dreht noch ein Paar Kreise vor den "Toren" Stralsund`s. Die Brückenwärter suchen eifrig die Schlüssel für das Brückenwärterhauschen um die Klappbrücke und die Drehbrücke zur Einfahrt in den Flotthafen bedienen zu können. Die Schranken für den Straßenverkehr werden heruntergekurbelt, langsam hebt sich mit Unterstützung ihrer tonnenschweren Gegengewichte die Klappbrücke. Einfahrt frei - wir fahren ein in den Heimathafen! Geschafft!

 

Ca. 16 Stunden durch die Nacht getanzt, um dem nächsten Tiefdruckgebiet, dass sich unweigerlich angekündigt hat, zuvor zu kommen! Sonst wären wir sicher weitere zwei oder drei Tage "festgefroren".

 

So ging es in einem "hau - ruck" oder "hol - wech", etwas anstrengend und teilweise etwas heftig im Wind, quer über die Ostsee. Jetzt etwas schlafen. Später muss Thomas das Wohnmobil aus Sassnitz holen, dann wird alles umgeladen und umgeschichtet und Morgen mal nicht "auslaufen" sondern "abfahren".

 

Auf dem Highway noch ein letztes Stück weiter nach Süden - Heimwärts!

 

Euer Logbuch

 

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Nacht auf der Baltic See, langsam der Morgen graut!

Ab Mitternacht nimmt der Wind kräftig zu. Und Morgens gegen 04:00 werden wir dann zum Abschluss noch ein letztes Mal ordentlich  geschaukelt oder besser gesagt herumgeworfen. Vor allem aber tüchtig gewaschen. Zum Teil von der See, also von unten, aber auch vom Regen, der bekanntlich von oben kommt.

 

Da hat es uns doch noch am Schlawittchen, das Tief!

 

Ein merkwürdiges Fischerboot taucht vor uns in der Ferne auf. Weit vor der Einfahrt in das Fahrwasser am südlichen Ende von Hiddensee, welches dann in den Bodden und nach Stralsund führt. Schwer zu definieren dümpelt das Ding vor uns.

 

Die müssen auch immer mitten im Fahrwasser fischen!

 

Bevor wir "Es" genauer Einordnen können, nimmt es Fahrt auf und fährt uns voraus in das Fahrwasser ein.

 

Thomas meint noch, so ist ein Fischer auch ganz praktisch, dann fällt die Orientierung etwas leichter. Die Betonnung des Fahrwassers ist bei Nacht schon etwas nebulös und schwer zu erkennen, respektive die Richtung zu halten, dazu noch bei diesem etwas schweren Wetter.

 

Langsam kommen wir dem Ding allerdings immer näher und laufen förmlich fast auf weil der keine Fahrt mehr macht.

 

Da! Kein Fischer! Ist das Ding jetzt aufgelaufen und liegt nun quer vor uns? Nein, ein Bagger! Und jetzt baggert das breite Teil auch noch in unserem Fahrwasser herum, wo das eh schon so schmal ist!

 

Gas raus! Prüfen, was macht er? Ah, er sortiert sich vermutlich nach rechts! Aber keine Lichter gesetzt! Wo, vorbei? Ich sag Gas und links vorbei! Thomas sagt nix und macht!

 

Als wir entschieden hatten, links vorbei, und anliefen, kam "Er" auch mit seinen Lämpchen. Grün auf unserer Steuerbordseite also links vorbei!

 

Schön aber zu spät! Wir sind schon vorbei!

 

 

(Samstag 09. August 2008 - X+74)

 

 

Bremberg, Bayern - der Törn "Norwegen 2008" ist endgültig beendet - zu Hause!

 

Am Vortag konnten wir noch viel erledigen. Nicht alles, denn ein Plausch mit dem Werftmeister musste ja pflichtmäßig auch gehalten werden und essen müssen wir ja schließlich auch mal was.

 

Einige Dinge waren am Morgen also noch zu erledigen, damit die POSEIDON zum Auskranen vorbereitet war. Persönliches Gepäck noch verladen und alles was nicht Winterfest ist und auf dem Schiff bleiben kann raus und verladen in das WoMo.

 

Gegen 11:00 Uhr war es dann soweit.

Unter winken aller auf der Werft versammelten, traten wir die letzte Etappe der Reise an - Heimwärts.

 

Diesmal zwar auf dem Landweg. Ansonsten wie gewohnt für uns, ein Tagespensum. Ca. 10 Stunden, ein fast normaler Schlag. So kam es auch. Eine Verzögerung (Sperrung nach Unfall, lässt sich nicht kalkulieren) aber sonst lief alles glatt. Zu Zweit überhaupt kein Problem.

 

21:30 eingetroffen am Bremberg - zu Hause!

 

Herzlich begrüßt von unsere Frauen und allerlei Getier.
Viel noch geredet, Eindrücke geschildert, gut gegessen, viel gelacht und damit einen wunderbaren Ausklang vollbracht.

 

So fand eine lange, lange, lange Reise ein wunderschönes, friedvolles Ende!

 

 

Ich empfehle und bedanke mich!

Euer Logbuch

(mit 45 Tagen auf See, über ca. 1500 Seemeilen und in 31 verschiedenen Häfen und Liegeplätzen auf vier Länder verteilt (Norwegen, Schweden, Dänemark und Deutschland))

 

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PS: Es wird natürlich noch den ein oder anderen Nachlauf zum Törn hier im Logbuch geben und ein Resümee von Thomas kommt auch noch. Also ruhig in den nächsten Tagen noch mal reinschauen.

Aber der Törn ist hier erstmal zu ENDE!

Bis zum nächsten Törn!

Franz

 

Und zum Schluss noch einmal der Hinweis:

In der Anwahl "LOGBUCH IN BILDERN" gibt es zu vielen orten,
die angelaufen wurden extra bilder!
auch mit einem klick auf diesen text kommt ihr da hin!

(Donnerstag 15. Januar 2009 - X+157)

 

 

Zum gesamten Törn das Fazit / Resümee vom Skipper:

 

Fast fünf Monate hat die Segelreise von Stralsund zu den Lofoten und wieder zurück gedauert, rechnet man die Törns im Jahr 2007 und 2008 zusammen, fast 5 Monate ist es jetzt her, dass ich wieder den Heimathafen in Stralsund erreicht habe. In einem Winterurlaub vor vielen Jahren wurde die Idee geboren dieses Abenteuer zu wagen, nun in meinem diesjährigen Winterurlaub komme ich endlich dazu, mir Gedanken über diesen Abschnitt meines Lebens zu machen und alles Revue passieren zu lassen. Und es fällt mir immer noch schwer, die überwältigenden Gefühle zu beschreiben, die dort jeden Tag auf einen niederprasseln...

Norwegen ist wild und ungestüm, gleichzeitig beängstigend ruhig, schier endlos weit, dennoch bisweilen erdrückend beklemmend. Ein Land, welches einem den Spiegel des eigenen Ichs vorhält, in dem man zwangsläufig immer wieder mit sich selbst beschäftigt wird. Wem diese Land nicht gefällt, ist mit sich selbst nicht im Reinen, wer sich darin verloren vorkommt hat sein eigenes Ich verloren, wen die gewaltigen Berge und Schluchten erdrücken, der sollte mal wieder ausbrechen aus der Umklammerung des Alltags. Man kann sich in all der Einsamkeit Norwegens nicht verstecken, denn das eigene Ich wird einen immer wieder finden.

Oft habe ich vor Freude geweint, überwältigt von Naturschönheiten, habe die Einsamkeit der langen Tage genossen, bin erschöpft mitten am Tag zu Bett gegangen, als der Akku der Eindrücke wieder und wieder vor Überladung zu platzen drohte. Immer war die Zeit zu knapp, der übermächtigen Natur die Stirn zu bieten, ist man sich doch ständig bewusst, Ihr wäre es einen Hauch von Mühe wert, einen Menschen zu verschlingen und dem Kreislauf des Lebens zurückzugeben. Man fühlt sich bisweilen als Treibgut in einem Ozean an Natur, das eigene Fahrzeug wird zur „kleinen Heimat“, sich im inneren klammheimlich dessen bewusst, ohne dieser Insel des Gewohnten aufgeschmissen zu sein und schlagartig auf nur noch ein vollkommen unbedeutender Teil des Universums reduziert zu werden zu können.

Die Schöpfung ist mir nirgends so bewusst geworden, wie beim Anblick dieses Landes, wer hier nicht an Gesetze glaubt, die wir niemals verstehen werden, wurde blind geboren. Traurig ist man gleichzeitig sich der Tatsache bewusst, wie viele menschliche Lebewesen es doch gibt, die dieser Schöpfung den Garaus zu machen bestrebt sind. Aber vielleicht gehört das ja auch zu den Gesetzen, die wir nicht verstehen. Vielleicht gibt es eines Tages ein Norwegen, in dem die Natur nur noch Natur ist, Berge nur noch Berge, Fjorde nur Fjorde, der Mensch längst vergessen.

Doch bis dahin kann ich jedem nur eines ans Herz legen:

Nimm Dir eine „kleine Heimat“ und besuche Norwegen als Gast, Du wirst als Teil der Natur zurückkehren!

 

 

 

 

ENDE - Logbuch Norwegen 2008 - ENDE